Schweiz
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President Donald Trump listens during a dinner with European business leaders at the World Economic Forum, Thursday, Jan. 25, 2018, in Davos. From left, SAP CEO Bill McDermott, Trump, CEO of Seimens Joe Kaeser, and Secretary of Homeland Security Kirstjen Nielsen. (AP Photo/Evan Vucci)

Everything is great! Trump am WEF-Dinner. Bild: AP/AP

Die Trump-Show verzückt die Manager, doch nicht alle lassen sich aus dem Takt bringen

Tag 3 am World Economic Forum stand ganz im Zeichen der Ankunft von Donald Trump. Willkommen heissen wollen ihn nicht alle. Sehen aber schon.

25.01.18, 22:15 26.01.18, 07:14

Pascal Ritter, Patrik Müller / Nordwestschweiz



Am Ufer des Davosersee stehen sie im Schnee und warten. Hunderte Schaulustige, zum Teil extra aus dem Unterland angereist. In der eisigen Kälte suchen sie den Himmel ab nach ihm. Immer wieder ein Blick aufs Smartphone. Seine hellblaue Airforce One ist längst in Zürich gelandet und seine Helikopter sind gestartet.

Gleich wird Donald Trump auf dem kleinen Flugplatz landen. Aktivisten ist es gelungen, entlang der Flugroute ein riesiges Banner zu entrollen: «Trump not Welcome», steht darauf. Willkommen heissen wollen ihn nicht alle. Aber sehen schon.

HANDOUT - A banner with the inscription

Das Banner der Aktivisten-Gruppe Campax. Bild: HANDOUT CAMPAX

Die Rhätische Bahn im Takt

Martin Naville, Chef der schweizerisch-amerikanischen Handelskammer, stapft durch den Schnee. Den Anflug Trumps will er sich nicht entgehen lassen. Nach einem Znacht mit amerikanischen Ministern am Vorabend ist er optimistisch. Trumps «America First» heisse nicht einfach Abschottung. Die Schweizer Wirtschaft müsse sich nicht sorgen.

Dann hört man die Rotoren. Er kommt mit Getöse. Die US-Helikopter, die man sonst nur in Filmen sieht, begleitet von einem Geschwader der Schweizer Luftwaffe. Schnee stiebt auf. Alle Smartphones auf Aufnahme. Der US-Präsident ist gelandet und Handelskammerchef Naville nicht ganz zufrieden. Als Clinton kam, habe er seine Kampfhelikopter mitgebracht. «Es war wie im Kriegsfilm Apocalypse Now», erinnert er sich.

Marine One carrying US President Donald Trump arrives for the World Economic Forum, Thursday, Jan. 25, 2018, in Davos. (AP Photo/Evan Vucci)

Trumps Helikopter landet. Bild: AP/AP

Kaum ist Trump am Boden, versperren rote Bahnwaggons die Sicht. Die Rhätische Bahn lässt sich vom hohen Besuch nicht den Takt diktieren.

Die Wagenkolonne rollt. 25 Fahrzeuge sind es, samt Schweizer Eskorte. Die Zuschauer rätseln, in welchem der schwarzen Geländewagen er sitzt. Unser Fotograf, André Springer, hat Glück. Trump winkt ihm durchs Fenster zu und er drückt ab.

Oben auf dem Hügel, im Hotel Intercontinental, wartet WEF-Gründer Klaus Schwab. Gleich kommt der Mann, der ihn wieder weltweit auf die Frontseiten hievt. Der US-Botschafter in Bern, Edward McMullen, ist dabei, als Trump Schwab die Hand schüttelt. Er habe von der Landschaft geschwärmt und sich für die Einladung bedankt. «Thank’s for having me.» Glaubt man dem Botschafter, machte dem 71-Jährigen der lange Flug über den Atlantik, über den Zürichsee und durch das Landwassertal nichts aus. «Der Präsident ist niemals müde, er ist ein Duracell-Hase.»

Was Trump heute vor den WEF-Teilnehmern sagen wird, wisse nur er selbst, sagt McMullen.

Drei bullige Typen mit einem Schäferhund durqueren die Hotellobby. Die Amerikaner checken das Hotel – vermutlich auf Sprengstoff. Ein «Blick»-Reporter wird von einem Wachmann gleich nach der Sicherheitsschleuse abgefangen. Auch der «Tagi» muss vor die Tür. Nur noch amerikanische Journalisten seien noch offiziell zugelassen, heisst es. Doch der AZ-Reporter bleibt unbehelligt.

Teurer Snack im goldenen Ei

Der Hamburger, den Trump so gerne mag, kostet in der Lobby mit extra Speck und Davoser Käse 52 Franken. Fürs WEF schlagen die Hoteliers noch einmal auf. Doch gegen die Speisen, die in den Staatsbankett-Sälen serviert werden, sind solche Preise sowieso Peanuts.

Trump bleibt kaum Zeit zum Essen. Der Pressetross schlurft schon wieder durch die Lobby. Er selbst nimmt den Hinterausgang. Ab durch die Tiefgarage. Die Präsidenten-Kolonne fährt ab Richtung Kongresszentrum. Ein Polizist wird beinahe umgefahren. Er hat den Konvoi nicht erkannt, aufhalten lässt sich die Trump-Karawane nicht.

epa06473838 US President Donald Trump (L) arrives at the Congress Center next to Hilde Schwab (C),  Chairperson and Co-Founder of Schwab Foundation for Social Entrepreneurship and Klaus Schwab (R), Founder and Executive Chairman, during the 48th Annual Meeting of the World Economic Forum, WEF, in Davos, Switzerland, 25 January 2018. The meeting brings together entrepreneurs, scientists, corporate and political leaders in Davos, January 23 to 26.  EPA/LAURENT GILLIERON

Ihm ist der Coup gelungen: WEF-Gründer Klaus Schwab (rechts) mit seiner Frau Hilde Schwab. Bild: EPA/KEYSTONE

Kurz vor 15 Uhr taucht Trump im Kongresszentrum auf, begleitet vom strahlenden Klaus Schwab und seiner Ehefrau Hilde. Sie sind sichtlich stolz über ihren Coup. Jetzt zücken die Manager ihre Smartphones, fotografieren und filmen. Auch Trump ist stolz, winkt nach allen Seiten, schüttelt Hände, lässt sich feiern.

Triumphzug vor der Elite

Trump geniesst die Anerkennung, die er aus der überbordenden Aufmerksamkeit ableitet. Der Präsident gibt sogar Autogramme. Als ihn ein Journalist fragt, was seine Botschaft sei, antwortet Trump: «Peace and prosperity» (Friede und Wohlstand). Damit löst er Lacher aus, was ihn aber nicht zu irritieren scheint.

Bald verschwindet er in einem Raum, wo er sich mit Grossbritanniens Premierministerin Theresa May unterhält. Ausgewählte Medienvertreter dürfen danach die Pressekonferenz der beiden Staatschefs besuchen. Alles ist «great»: Mit diesem Adjektiv versieht Trump das Verhältnis der USA zu Grossbritannien, aber auch – man höre und staune – den Freihandel zwischen den beiden Ländern. Geht es nach Trump, werde dieser Handel «tremendously» (enorm) zunehmen und Jobs schaffen. «Great!»

Dann das nächste bilaterale Treffen: Trump bespricht sich mit Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Draussen im Gang drängeln sich nicht nur Journalisten, sondern auch EU-Spitzenbeamte und CEOs in der Hoffnung, Trump von nahe zu sehen, wenn er rauskommt. Man wartet und wartet. Es erscheinen IWF-Chefin Christine Lagarde, US-Spitzenpolitiker John Kerry und Deutschlands Ministerin Ursula von der Leyen, allesamt grosse Nummern, doch niemand interessiert sich jetzt für sie. Nicht einmal Theresa May wird gross beachtet, als sie vor den Trump-Beobachtern durchspaziert.

Thomas Jordan darf durch

Nationalbank-Chef Thomas Jordan, Nestlé-Präsident Paul Bulcke, ABB-Chef Ulrich Spiesshofer und Wirtschafts-Doyen Walter Kielholz gehören zu den Cocktail-Gästen.

Um 19.40 Uhr folgt – ebenfalls im Kongresszentrum – das WEF-Dinner mit Trump. Der Verwaltungsratspräsident eines grossen Schweizer Unternehmens, der eingeladen wäre, bleibt dem Anlass fern: «Ich glaube nicht, dass sich Trump für mich interessiert», sagt er. Die grosse Trump-Show: Es wollen doch nicht alle mitmachen.

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Charly Otherman, 5.5.2017
Watson kann nicht nur lustig! Auch für Deutsche (wie mich) ein Muss, obwohl ich das schweizerische nicht immer verstehe.

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Waedliman 27.01.2018 11:51
    Highlight Dieses ganze Affentheater ist doch der beste Beweis dafür, dass dieses jährliche Treffen in Davos eine Farce ist. Hier beschliessen ein paar Wichtigtuer jenseits von Verstand und Moral, wie sie die Welt durch wirtschaftliche Pakts beherrschen können. Eine wirklich widerliche Veranstaltung.
    0 1 Melden
  • Psychonaut1934 26.01.2018 08:21
    Highlight Hair Force One
    30 2 Melden
  • Enzasa 26.01.2018 00:30
    Highlight Aus Trump Sicht ein voller Erfolg, man wollte ihn sehen, applaudierte ihm und drängelte um in seiner Nähe zu sein. Great
    50 1 Melden
  • remohavefun 26.01.2018 00:18
    Highlight Zuerst fährt seine Fahrzeugkollone einen schweizer Polizisten an und dann redet er über "Frieden und Wohlstand".
    #notrump

    https://www.google.ch/amp/s/amp.blick.ch/news/schweiz/unfall-bei-konvoi-fahrt-zum-davoser-hotel-trump-bmw-faehrt-polizisten-an-id7892753.html
    6 28 Melden
    • The IT Guy 27.01.2018 09:14
      Highlight "angefahren"

      Der Polizist blieb offensichtlich unverletzt und wurde nicht einmal vom Fahrzeug umgeworfen..

      Wohl eher "touchiert" :-)
      1 0 Melden
  • FrancoL 25.01.2018 23:02
    Highlight Es ist wie bei einer gut geölten Maschine. Wenn Geschäfte winken, dann sind alle schnell am Tisch und alle Vorbehalte unter dem Tisch.
    Alles ist super und alle wollen etwas vom Kuchen abhaben. Das ist die Umgebung in der sich Trump wohl fühlt und bestens weiss, dass er sich zu ziemlich alles erlauben kann, denn Geschäfte und Geld stinken nicht.
    Ich kann mir gut vorstellen, dass er bis zum Ende seiner Amtszeit viel eingewickelt hat, dass er für eine 2. Amts-zeit gewählt wird. Zu viele in der Finanzwelt erliegen dem Geruch des Geldes und sie werden alle ihre Karten ausspielen um ihn zu stützen.
    51 7 Melden
    • rodolofo 26.01.2018 07:23
      Highlight Vor dem Untergang der Titanic wollen sie es auf dem obersten Deck der Titanic nochmals so richtig krachen lassen!
      "Börsencrash 2008?
      War da mal was?
      Egal! Lasst uns die selben Deregulierungen nochmals durchziehen!
      Notfalls ziehen wir einfach frisch gedrucktes Staatsgeld aus unserem Neoliberalen Zauberhut!
      Das wird schon irgendwie klappen.
      Fukushima haben wir ja schliesslich auch gemeistert! Die atomare Verstrahlung verdünnt sich in den Weltmeeren, und notfalls können wir auch die Grenzwerte erhöhen und anpassen, wie wir das schon bei den Pestizidwerten erfolgreich praktizieren!"
      ...
      24 8 Melden
    • FrancoL 26.01.2018 08:45
      Highlight @rodolfo; Es ist nicht so entscheidend wie die Vernunft agiert, es ist entscheidend wie die Menschen die an der Macht sind agieren. Und ja sie machen die gleichen Fehler, weil Fehler bereits nach wenigen Monaten Makulatur sind.

      Macht und Gier schaut nicht zurück und sie lernt auch grundsätzlich nichts anderes als ihren Prinzipen die sie hoch gebracht hat zu folgen.

      Das System ist auf diese Art ausgerichtet und wird so schnell nicht geändert, den viele, ZU VIELE erliegen der Untugend der Macht und dem gierigen Streben. Geld regiert nun mal die Welt.
      5 1 Melden
    • FrancoL 26.01.2018 09:55
      Highlight @rodolfo; Du musst mir nicht erzählen wie die Welt läuft, das ist relativ einfach zu erkennen. Du musst mir die Mittel aufzeigen, die es ermöglichen diesen Lauf zu ändern. Das Appellieren an die Vernunft ist kein Mittel, weil Appelle meisten unbeachtet verklingen. Es müssen Eingriffe in die Gesellschaft sein, die nachhaltig deren Veränderung bewirken, also letztendlich eine MACHT haben Dinge zu verändern und neu zu gestalten.
      3 1 Melden
    • Waedliman 27.01.2018 11:53
      Highlight Die Veränderung von Dingen ist aber mit unseren Demokratien scheinbar nicht erreichbar, denn es wird über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden und regiert. Somit scheint ja nur eine Revolution von unten eine Änderung zu ermöglichen, zu der ich jetzt nicht partout aufrufen möchte, die aber wahrscheinlich das einzige Mittel scheint, diesen selbsternannten Weltherrschern ihre Grenzen aufzuzeigen.
      0 0 Melden
    • FrancoL 27.01.2018 12:29
      Highlight @Waedlimann: Bein das denke ich nicht. Denn, was kann die Demokratie dafür dass sie nicht genutzt wird? Dass man bei Wahlen zu bequem ist, dass sich zu wenig Menschen einbringen?
      Es würde nichts über die Köpfe der Bürger weg entschieden, wenn die GROSSE Mehrzahl der Bürger sich einbringen würde. Aber Bequemlichkeit generiert Machtzustände unter denen ein kleiner Teil profitiert und der grössere Teil leidet.
      0 0 Melden
    • rodolofo 27.01.2018 13:37
      Highlight @ FrancoL
      Ist das denn so schwierig?
      Beispiel 1:
      Grenzwerte für die Pestizidbelastung beachten und durchsetzen!
      Staatliche Subventionen nur noch an Bauern auszahlen, welche unsere natürlichen Lebensgrundlagen erhalten und mit ihrem Gifteinsatz nicht Folgekosten für die Allgemeinheit verursachen!
      Gelegenheit dafür?
      Die Initiative für Saubere Gewässer in der Schweiz, die bald kommt.
      3 0 Melden
    • FrancoL 27.01.2018 14:02
      Highlight @Rodo: Eben Du verstehst es NICHT! Die Mittel sind nicht die Lösungen sondern die Mittel um die Lösungen zu ermöglichen.
      IST DAS SO SCHWER ZU VERSTEHEN??
      Eine ökologisch sauber durchdachtes Haus kostet ca 10-15% mehr als ein herkömmliches. Wenn man nun die Bürger zu ökologisch weniger belastenden Bauten zwingen will, dann muss zuerst eine Mehrheit diese Gesetze absegnen und da hapert es mehr denn je!
      Mittel sind nicht Lösungen sondern: Demokratisch gestützte Regeln die die Lösungen ermöglichen.
      Leider sind Deine von vielen sehr autoritär geforderten Lösungen KONTRAPRODUKTIV! >Abwehrhaltung.
      0 0 Melden
    • rodolofo 28.01.2018 08:39
      Highlight @ FrancoL
      Es braucht beides.
      Im Strassenverkehr stört sich keiner dieser "Freie Fahrt für freie Bürger!"-Liberalen daran, dass es Verkehrsregeln und alle 3 Jahre stattfindende Fahrzeug-Überprüfungen durch die Strassenverkehrsämter gibt, sowie eine Polizei, welche die Einhaltung dieser Regeln überwacht.
      Natürlich ist es für den Einzelnen dann immer ärgerlich, wenn er überraschend geblitzt wird und dann eine Busse bezahlen muss!
      Aber alle sehen ein, dass die Staatliche Erziehung ihrer eigenen Sicherheit und einem flüssigen Verkehr dient!
      Und ebenso ist es doch mit Gebäude-Vorschriften!
      0 1 Melden
    • FrancoL 28.01.2018 14:53
      Highlight @Rodolfo; Eben NEIN (habe dir das erste mal einen Blitz verpasst)
      Das was im Verkehr abgeht, das verstehen die Bürger in ihrer Mehrzahl, das was aber zB mit den Gebäudevorschriften verstehen NUR eine Minderzahl. darum fragte ich etwas "hinterhältig" nach dem Mitteln um Lösungen umzusetzen.
      Wenn die Mehrheit das einsieht sind die Mittel schnell gefunden und auch griffig. Wenn die Mehrheit dieses nicht einsieht müsste man die "Demokratie" zugunsten der Nachhaltigkeit verlassen und genau das will die GROSSE Mehrheit nicht. Einfach gesagt: Die Demokratie steht bei Umweltüberlegungen im Weg.
      0 0 Melden

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