Schweiz
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Zum aktuellen Korruptionsvorwurf und der durch Bundesrat Schneider-Ammann eingeleiteten Untersuchung folgende Bildmaterial. Externe Experten sollen im Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) eine Administrativuntersuchung vornehmen. Grund sind mutmassliche unlautere Vorgänge bei der Vergabe von Aufträgen an Informatikfirmen. Sicht auf den Eingangsbereich des Staatssekretariat fuer Wirtschaft, SECO, am Donnerstag, 30. Januar 2014, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Der Eingang des Seco in Bern: Das Wirtschaftssekretariat beurteilte die Lieferung des Sarin-Bausatzes Isopropanol als plausibel. Bild: KEYSTONE

Schweizer Pharma-Unternehmen durfte Nervengift-Chemikale nach Syrien liefern

Ein Schweizer Pharmahersteller lieferte Isopropanol an ein syrisches Pharmaunternehmen. Das Seco bewilligte den Export. Doch bei der Chemikalie besteht ein Missbrauchsrisiko: Sie wird für die Herstellung des Nervengases Sarin benötigt.



Eine Schweizer Firma hat im Jahr 2014 Isopropanol nach Syrien geliefert. Diese Chemikalie wird für die Herstellung des Nervengases Sarin benötigt. Das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) beurteilte die Lieferung damals als «plausibel».

Nach den jüngsten Ereignissen würde eine solche Ausfuhr aber «ziemlich sicher unterbunden werden», teilte das Seco am Dienstagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA mit. Der Bund bestätigte damit Recherchen des Westschweizer Fernsehens RTS.

Der schweizerische Exporteur habe dem Seco am 28. Mai 2014 die geplante Ausfuhr von Isopropanol an einen privaten syrischen Pharmahersteller unterbreitet, heisst es in der Stellungnahme. Dem Seco seien damals und auch heute keine Hinweise vorgelegen, dass dieses syrische Unternehmen Verbindungen zum syrischen Regime unterhält.

«Das Unternehmen war und ist nicht von internationalen Sanktionen betroffen», heisst es im Communiqué. Der vom Schweizer Exporteur deklarierte Verwendungszweck der Isopropanol-Lieferung zur Herstellung von Pharmazeutika wurde vom Seco als «plausibel» beurteilt.

Missbrauchsrisiko besteht

Die Chemikalie «2-Propanol» (Isopropanol) war und ist zu keinem Zeitpunkt weder von den schweizerischen Güterkontrolllisten noch von den Anhängen der Syrien-Sanktionsverordnung erfasst gewesen, wie das Seco weiter schreibt. Isopropanol sei auch nicht auf den Chemikalienlisten des Chemiewaffenübereinkommens (CWÜ) aufgeführt. Es bestehe daher auch keine Meldepflicht gegenüber der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW).

Gemäss technischen Experten des Bundes gilt Isopropanol in hoher Konzentration als handelsübliche Chemikalie für die Herstellung von Pharmazeutika. Allerdings besteht laut Seco ein Missbrauchsrisiko von Isopropanol zur Herstellung von Chemiewaffen bei einem illegitimen Empfänger.

Die Prüfung der geplanten Ausfuhr habe im Mai 2014 aber keinen Grund zur Annahme für einen solchen Missbrauch ergeben. «Nach den jüngsten Ereignissen über gemeldete Chemiewaffeneinsätze und der massiven Verschlechterung der Lage der letzten Jahre würde eine solche Ausfuhr ziemlich sicher unterbunden werden», schreibt das Seco weiter. Die OPCW werde über die Ausfuhr informiert.

Konform zum Schweizer Recht

Die Ausfuhr von international nicht kontrollierten Chemikalien unterliege nach Schweizer Recht einer sogenannten Meldepflicht, falls diese Chemikalien missbraucht werden könnten, heisst es weiter. Das Schweizer Exportkontrollrecht sehe folglich kein Ausfuhrverbot vor.

Am 4. Juni 2014 habe man dem Exporteur mitgeteilt, dass die Ausfuhr konform zum Schweizer Recht war. Der Schweizer Exporteur sei aber explizit auf die Meldepflicht hingewiesen worden, das Seco über seine Kenntnisse über einen allfälligen Missbrauch zu informieren.

Die Schweiz habe die EU-Sanktionen gegenüber Syrien vollständig übernommen. In gewissen Fällen seien die Massnahmen nicht identisch, weil die Beschränkungen anderweitig geregelt seien, zum Beispiel in der Güterkontrollgesetzgebung.

Gefürchteter Kampfstoff

Syrien ist seit 2013 Mitglied des Chemiewaffenübereinkommens (CWÜ). Im Mai 2014 bestätigte die gemeinsame Mission der OPCW und der UNO in einer Erklärung «die Zerstörung der gesamten angegebenen syrischen Bestände von Isopropanol».

Diese Zerstörung beziehe sich auf die staatlichen Lager, die für das Chemiewaffenprogramm missbraucht und 2013 von Syrien als solche gegenüber dem CWÜ deklariert worden seien, schreibt das Seco. Die Lager von Isopropanol bei Privatunternehmen für die Herstellung von Pharmazeutika seien nicht zerstört worden. Es habe hier auch keine Auflage von Seiten des CWÜ gegeben.

Das Nervengas Sarin, das über Haut und Atemwege in den Körper gelangt, gehört zu den am meisten gefürchteten Kampfstoffen. Laut der Weltgesundheitsorganisation ist Sarin 26 Mal tödlicher als Zyanid. Gegenmittel wirken nur bei sofortiger Verabreichung. Auch Überlebende einer Sarin-Vergiftung tragen häufig Langzeitschäden davon. (dwi/sda)

Syrische Luftwaffe setzt Giftgas ein

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Video: srf

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18Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Geophage 25.04.2018 11:58
    Highlight Highlight Es wurden Ruag-Handgranaten gefunden, eine Zementfabrik unter der Fuchtel des IS betrieben und Chemie verschifft. Öl aus Quellen des IS kam über Italien nach Europa und auch in die Schweiz. Pillepalle alles halb so wild.
  • Urs Stotz 25.04.2018 09:22
    Highlight Highlight Es sollen keine Waffen und Güter für Waffen an Konfliktparteien geliefert werden, richtig!
    Aber ein Embargo von zivilen Gütern ist selber eine Massenvernichtungswaffe, die die Bevölkerung trifft. So wird geschätzt, dass das 10-jährige Embargo gegen Irak über eine halbe Million Kinder gegen eine Million Menschen tötete. Danach gab es keinen Mittelstand mehr in Irak. Medikamente wurden nicht geliefert, mit der Behauptung das Regime mache Biokampfstoffe daraus. Wir wissen heute, mit der Giftgaslüge wurde versucht ein illegaler Krieg zu legitimieren.
  • Midnight 25.04.2018 07:30
    Highlight Highlight Ohne Scheiss? Und wenn ich einen Liter hochreines Isopropanol für die Reinigung von Elektronikkomponenten brauche, kann ich das in der Schweiz nirgends kaufen! Nicht mal aus dem Ausland einführen lassen geht. Weshalb ist das so? Was ist bitte so schlimm daran?
  • Francis Begbie 25.04.2018 02:55
    Highlight Highlight Die Frage ist doch gar nicht ob das eine Substanz ist, welche 100% legal ist und überall verwendet wird oder nicht, sondern vielmehr wie einfach dieses in der gelieferten Menge und Qualität für Syrien zu herstellen ist.
    Diese Frage bleibt leider unbeantwortet.
  • zialo 25.04.2018 00:04
    Highlight Highlight Und Chef des Secos ist seit 2010...
    Johann Schneider Amman!

    Dider Burkhalter fand es untragbar, wie die Schweiz, für die er steht, sich an Krieg bereichert.

    Leider ist unsere Version des "Lord of War" immer noch für die Waffenexportbewilligungen zuständig.
  • oXiVanisher 24.04.2018 23:33
    Highlight Highlight Am meisten Verwendung findet IPA (das Zeug hat endlos Namen, siehe Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/2-Propanol) in der Medizin zum Reinigen und Sterilisieren.
    Ich brauche das z.B. um bei meinem 3D-Drucker die Druckoberfläche zu reinigen oder auch beim Löten, denn es ist das perfekte Reinigungsmittel um die Reste des Flussmittels (Flux) wegzumachen.
    Ich will damit sagen, dass das ein sehr normaler Stoff ist, der überall verwendet wird und von jedem Bürger in 5L Fässern gekauft werden kann...
  • HäberliBänz 24.04.2018 22:24
    Highlight Highlight Isopropanol ist ein wichtiges löse und Reinigungsmittel in sowohl Industrie aber auch Krankenhäusern oder Laboren. Schon kinda lächerlich das als Sarin Bausatz zu betiteln. Jeder Heimwerker der auf diesen Artikel drückt und dann liest Isopropanol wird sich sehr warscheinlich einen ablachen.
    • oXiVanisher 24.04.2018 23:35
      Highlight Highlight Jop, ich habe wirklich ziemlich gelacht :D
  • Mantrax 24.04.2018 22:10
    Highlight Highlight Isopropanol spielt bei der Herstellung von Sarin etwa die Rolle die Nudelwasser beim Kochen eines 5-Gang Menüs spielt: es geht zwar nicht ohne aber Wasser alleine macht noch lange kein Essen.
    Jetzt wirft man einer Firma vor quasi Giftgas zu verkaufen, dabei findet sich Isopropanol in jedem Enteisungsmittel und Scheibenreiniger, ist an der Tanke erhältlich und lässt sich recht gut aufreinigen. Die Story ist doch etwas sehr dramatisiert

    • Juliet Bravo 24.04.2018 22:56
      Highlight Highlight Nur ist Scheibenreiniger wohl nicht für Massenmord zu gebrauchen. Naja, ganz so easy ist es ja dann wohl doch nicht, wenn jetzt eingeräumt wird, dass diese Ausfuhr heute sicher nicht mehr genehmigt würde. Von wegen Pastawasser...
    • Ueli der Knecht 24.04.2018 23:02
      Highlight Highlight Das Nudelwasser wird weggeschüttet. Aber Isapropanol verhält sich zu Sarin so wie die Sauce zum Nudelgericht. Nudeln und Sauce werden zusammen serviert.

      "Das Methylphosphonsäuredifluorid kann durch Hinzufügen von Isopropanol zu Sarin umgesetzt werden. (...) Beim Einsatz in Binärkampfstoff-Geschossen wird die Reaktion genutzt, indem Methylphosphonsäuredifluorid und Isopropanol nach dem Abschuss der Granaten zu Sarin reagieren;"
      https://de.wikipedia.org/wiki/Sarin#Struktur_und_Herstellung

      Insofern versteht sich von selbst, dass die OPCW auch die Provenienz des 2-Propanol abklärt.
    • Geophage 25.04.2018 07:06
      Highlight Highlight @Mantrax

      Es ist wohl eher das Salz im kompletten 5-Gänger. Ueli der Knecht hat zu 100% recht. PS wozu benötigt man Enteiser oder Scheibenreiniger in einem Kriegsgebiet?
  • Hattori_Hanzo 24.04.2018 21:59
    Highlight Highlight Etwas gar reisserischer Titel: Unter einem Bausatz verstehe ich sämtliche komponenten die zur Herstellung einer Sache (hier Sarin) benötigt werden und nicht nur eines „Bauteils“ (hier Isopropanol).
  • 262d 24.04.2018 21:30
    Highlight Highlight Hat man ein bisschen chemisches Grundwissen, dann ist der reisserische "Sarin-Bausatz" bloss ein einfacher Alkohol, welcher hier in der Schweiz in jeder Apotheke gekauft werden kann und zum Beispiel als Lösungsmittel, in Frostschutzmitteln, als Fettlöser, etc. eingesetzt wird.

    Sicher, man kann die Ausfuhr unterbieten. Aber jemand, der Methylphosphonsäuredifluorid herstellen kann - die zweite Komponente, die zur Synthese von Sarin nötig ist - der kann auch Isopropanol synthetisieren.
    • Mandelbrot 26.04.2018 11:05
      Highlight Highlight Als Chemiker kann ich Mantrax, Juan 95 und 262d voll zustimmen.Mit der Isopropanolgeschichte und weiteren Geschichten will jetzt die Presse mit allen Mitteln versuchen, das Feindbild Assad als skruppelloser "Vergifter seines eigenen Volkes" aufrechtzuerhalten. Aber wissen wir denn diesbezüglich überhaupt die ganze Wahrheit über die C-Waffeneinsätze in Syrien ? Ich bin mir da aus verschiedenen Gründen gar nicht so sicher.
  • leu84 24.04.2018 21:14
    Highlight Highlight Die Schweiz ist mittendrin statt nur dabei
  • paco95 24.04.2018 21:03
    Highlight Highlight Man muss dazu vielleicht noch sagen dass Isopropanol ein ziemlich einfacher Alkohol ist, welches Jedermann und Frau im Internet bestellen oder in der Apotheke kaufen kann, ohne Rezept o.Ä. Ist so als hätte man rohen Stahl nach Syrien geliefert aus dem man dann, Raketenrohre oder halt eben auch Spitalbetter fertigen hätte können. Sehe hier keine Schuld des schweizer Unternehmen oder der Seco.
    • Midnight 25.04.2018 07:34
      Highlight Highlight So einfach ist das eben gar nicht. In der Schweiz ist das für Privatpersonen nicht oder nur in ganz kleinen Mengen zu massiv überteuerten Preisen erhältlich. In die Schweiz liefer geht auch nicht. Man muss es tatsächlich an die Grenze liefern lassen und dann drüber "schmuggeln". Keine Ahnung, weshalb das so ist...

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