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Islamischer Staat, kämpfer

Einer der radikalen Islamisten in Basel soll gemäss Behördenangaben bereits im Jihad gewesen sein. bild: keystone

Basel und die Islamisten: So netzwerken Radikale von der Schweiz aus

In Basel macht sich eine aktive Islamistenszene breit, deren Köpfe Schritt für Schritt ins Visier der Behörden gelangen. Ein Einblick.

Rebecca Wyss
Rebecca Wyss



Basel hat eine aktive Islamistenszene. Das wissen die Behörden nicht erst seit gestern. Vor drei Jahren stellte ein ETH-Bericht fest, dass es in der Region Basel einen «­lebendigen salafistischen Cluster» gebe.

Ein gutes Beispiel dafür ist der Kassenwart der Islamischen Gemeinschaft Bosniens, S.C. Die ­Jihad-Monitoring-Spezialisten des Bundes fanden mittels Internetüberwachung heraus, dass dieser reichlich Propaganda für radikale Islamisten betreibt.

Mildes Urteil für Islamisten

In der Folge wurde gegen ihn ein Strafverfahren eröffnet. Das steht jetzt laut dem Tages-Anzeiger vor dem Abschluss, wie die Bundesanwaltschaft bestätigt. Der Mann kooperierte mit den Behörden und gestand alles, was ihn voraussichtlich mit einem blauen Auge davon kommen lassen wird. Ihm winken höchstens ein Strafbefehl und eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten. Diese müsste er nicht einmal absitzen. Hinzu könnte noch eine Busse kommen. 

Fest steht Jedoch: Der Mann pflegte eine Reihe von Kontakten in radikale Kreise. Sogar über die Landesgrenzen hinweg. Hier ein paar Beispiele für sein Wirken:

Junge Iraker im Visier

Fadenscheinig wirkt da seine Distanzierung von radikalen Weggefährten und dem «IS» während des Strafverfahrens. Zumal er sich vor zwei Jahren noch per WhatsApp mit seiner Frau über einen Auszug in den Jihad unterhalten hatte. Unter anderem schickte diese ihm ein Bild eines «IS»-Kämpfers mit dem Text: «Geht in den Jihad/Komm, wir gehen in den Jihad».

Ebenfalls ins Visier der Behörden gerieten vor wenigen Jahren junge Iraker aus Basel. Zwei irakische Kurden wurden bereits vom Bundestrafgericht wegen Aal-Kaida-Propaganda verurteilt. Einer der beiden sitzt im Baselbiet eine über dreijährige Freiheitsstrafe ab.

Und dann gibt es noch den jungen Iraker A.J. Er spielt in einer radikal höheren Liga als die beiden anderen. Derzeit sitzt er im Basler Bässlergut-Gefängnis in Ausschaffungshaft. 

Er ist eine «ernst zu nehmende Gefahr für die öffentliche Sicherheit.»

Zitat über A.J. aus dem Untersuchungsbericht der Behörden

Gefährlicher Jihad-Rückkehrer

«Der Apotheker», wie ihn die Ermittlungsbehörden wegen seines angefangenen Pharmazie-Studiums nennen, gilt als gefährlich. Die Behörden hatten ihm laut «Basler Zeitung» 2015 ein Einreiseverbot bis 2026 erteilt. Die Begründung: «Es bestehen konkrete Hinweise, dass sich A. J. im Krisengebiet Irak/Syrien aufhalte und mit grosser Wahrscheinlichkeit einer terroristischen Organisation angehören könnte», heisst es in Unterlagen, die der «Basler Zeitung» vorliegen. Die Behörden stuften ihn als «ernst zu nehmende Gefahr für die öffentliche Sicherheit» ein.

A. J. wehrt sich gegen die Ausschaffung in den Irak. Im Gefängnis wird er laut einem Bericht, der heute von der SRF-Sendung Rundschau ausgestrahlt wird, von Spetim Dauti besucht. Dauti gilt laut der eingangs erwähnten ETH-Studie als «Person hinter der Koran-Verteilungsaktion in der Schweiz». Er wird vom Islamischen Zentralrat Schweiz unterstützt. Dauti steht übrigens auch der Vater der Therwiler Handschlagverweigerer nahe.

Gemäss Informationen der «Rundschau» will der Irak den «Apotheker» nicht zurücknehmen. Damit wird das Szenario real, dass der mutmassliche Jihadist A. J. in etwas mehr als einem Monat auf freiem Fuss ist.

Razzia gegen gewaltbereite Islamisten in Südfrankreich

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Razzia gegen gewaltbereite Islamisten in Südfrankreich
quelle: ap/midi libre
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