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Fricker bezog sich bei seinem Schweinetransport-Vergleich auch auf Auschwitz. bild: keystone

Israel-Schweizer prüfen: Hat Frickers Auschwitz-Vergleich strafrechtliche Folgen?

Der Vergleich zwischen Schweine- und Judentransporten des Grünen-Nationalrats Jonas Fricker hat nicht nur Entrüstung und Distanzierung ausgelöst. Jetzt stellt die Organisation der Schweizer in Israel auch die strafrechtliche Frage.



Für sie sei die Angelegenheit nach Frickers Entschuldigung erledigt, sagte der Schweizerische Israelitische Gemeindebund am Donnerstag. Härter ins Gericht mit dem Grünen-Nationalrat gehen die Auslandschweizer in Israel, wie aus einem Schreiben an die Medien heute Freitag hervorgeht.

«Mit grosser Bestürzung» hätten sie vom Votum des Nationalrates Jonas Fricker Kenntnis genommen, schreibt Erich Bloch von der Schweizerischen Gemeinschaft und Auslandschweizer-Organisation in Israel. Fricker hatte in einer Rede im Nationalrat Schweine- mit Judentransporten verglichen. «In ihrer Gemeinschaft befinden sich Menschen, die den Holocaust erlebt haben. Auch die Zweitgeneration ist immer noch mitbetroffen und benötigt Hilfe. Wie kann ein orientierter Mensch einen solchen ungeheuren Vergleich wagen?»

Jonas Frickers Votum im Nationalrat zur Fair-Food-Initiative, 28.9.2017

Video: © parlament.ch

«Unsere Betroffenheit ist gross», schreibt Bloch. «Es ist uns nicht gleich, welche Argumentationen in unserer Heimat von Politiker vertreten, denn Im Kontext mit dem Tierschutz muss man sorgfältig und mit Besonnenheit Worte finden. Immer wieder werden in diesem Zusammenhang antisemitische Vergleiche missbraucht. In aller Form protestieren wir und überprüfen auch, ob die Argumentationen von Nationalrat Fricker strafrechtlich relevant sind.» Eine simple Entschuldigung, so Bloch, sei ungenügend.

Zur strafrechtlichen Frage äussert sich auch die Eidgenössische Kommission gegen Rassismus (EKR). Martine Brunschwig Graf, ehemalige Genfer FDP-Nationalrätin und heutige Präsidentin der EKR, sagt auf Anfrage: «Der Vergleich von Herrn Fricker ist unangemessen, dies hat er ja aber auch selber umgehend eingeräumt und sich dafür in aller Form entschuldigt. Zu bewerten, ob dieser Vergleich eventuell strafrechtlich relevant sein könnte, ist nicht die Aufgabe der EKR sondern gegebenenfalls die der Strafverfolgungsbehörden.» (roc/dbü)

Jonas Fricker entschuldigt sich.

Video: © parlament.ch

 

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Rabbi Jussuf 30.09.2017 01:35
    Highlight Highlight Der Schweizerische Israelitische Gemeindebund hat wahrscheinlich auch nur reagiert, weil er zu einer Stellungnahme genötigt wurde.

    Bloch hingegen: "...Immer wieder werden in diesem Zusammenhang antisemitische Vergleiche missbraucht...." sollte vielleicht seine Sätze nach einem Sinn durchforsten.
    Ich sehe beim besten Willen nicht, was uns Herr Bloch damit sagen will.
  • Rabbi Jussuf 30.09.2017 01:24
    Highlight Highlight Ich kann den Ausspruch drehen und wenden, wie ich will, ich sehe nichts Antisemitisches darin, strafrechtlich Relevantes schon gar nicht.

    Etwas geschmacklos vielleicht. Das war's dann auch schon.

    Sehr viel geschmackloser sind diverse Kommentare hier.
  • tzhkuda7 29.09.2017 22:27
    Highlight Highlight Naja als Freund eines Metzgers hats schon entfernt was. Tiertransporte sind meist in der Nacht, deswegen sieht man das sehr selten.

    Die sind da im Wagen eingepfercht und werden alle direkt ins Schlachthaus gefahren. Wer sich mal so ein Video angesehen hat, weiss wie stressig es für die meisten Tiere ist. Dann kommen sie unter das Bolzenschussgewehr jo sieht ganz schön toll aus das ganze.
    Esse mein Fleisch trotzdem weiter, Koscher erspare ich euch jetzt was se da mit den Tieren machen sonst bin ich Antisemit, Antiveganer, Antivegetarier sowie Antitierschützer
    • Nuka Cola 02.10.2017 00:30
      Highlight Highlight Sorry das du von mir ein Blitz bekommen hast, wollte dir ein Herzchen geben, aber mein Touchscreen ist teilweise etwas fantasievoll, wenns um die vermeintliche Position meines Fingers geht.
  • Fischra 29.09.2017 22:03
    Highlight Highlight Ein Holocaustvergleich ist ein No- Go. Ich denke das weiss er aber mittlerweile auch. Seine ganze Rede hat er damit vertan. Ein antisemit ist er aber garantiert nicht.
    • Watson - die Weltwoche der SP 30.09.2017 08:55
      Highlight Highlight Antisemitismus ist aber gerade unter Linken weit verbreitet und akzeptiert.
    • karl_e 30.09.2017 16:37
      Highlight Highlight Roterriese: Wenn man als Linker gegen die israelische Apartheids-Politik Stellung nimmt, so ist man mitnichten Antisemit, denn merke auf: Die Palästinenser sind imfall auch Semiten.
    • Hopp Langnou!!! 01.10.2017 19:52
      Highlight Highlight @Roterriese: diese Aussage must du mir jetzt noch ausführen. Ich seehe es ziemlich umgekehrt.
  • Telomerase 29.09.2017 22:01
    Highlight Highlight Der fast schon automatische und gedankenlose Gebrauch der Nazikeule von Links ist mir auch ein Dorn im Auge, aber strafrechtliche Folgen sind in diesem Fall völlig übertrieben.
  • andrew1 29.09.2017 21:55
    Highlight Highlight Klar war die aussage daneben. Aber meine güte man muss auch nicht jedes wort in die Wagschanlage legen, ein riesen theater machen und sich widermal "offended" fühlen. Gibt schlimmeres. Da wird wohl durch falsche politische entscheidungen von politiker größeren schaden angerichtet als hier.
  • MasterPain 29.09.2017 19:32
    Highlight Highlight Huuupets?
  • derEchteElch 29.09.2017 19:28
    Highlight Highlight Da haben wir es wieder. Linker Rassismus. Wird Zeit, dass diese auch mit der Nazikeule verurteilt werden, wie es Linke für gewöhnlich tun. Eine Verurteilung dieses Grünen/Linken wäre eine deutliche Message an die selbsternannte Elite und Allwissenden, welche die Weisheit immer für sich beanspruchen.
    • Baba 29.09.2017 21:07
      Highlight Highlight Nein echter Elch, hier gibt es nichts nachzutreten, da sich Fricker umgehend und glaubwürdig entschuldigt hat!
    • derEchteElch 29.09.2017 22:25
      Highlight Highlight Aha.. wenn man sich folglich umgehend und "glaubwürdig" entschuldigt, kann man sagen was man will? Das behauptest du hier.

      Im übrigen, eine Entschuldigung ist nicht glaubwürdig, sondern höchstens glaubhaftig.
  • TheDude10 29.09.2017 19:08
    Highlight Highlight Man sollte lieber richtige Antisemiten angehen, anstatt anti antisemiten für unglücklich gewählte vergleiche übertrieben zu verurteilen.
  • 4kant 29.09.2017 19:06
    Highlight Highlight Es ist logisch, dass der Schweizerische Israelitische Gemeindebund diesen und alle Vergleiche mit dem Holocaust verfolgen muss.
    Warum?
    Weil der Holocaust das Allerschlimmste ist, was je verbrochen wurde. Wer also den Holocaust mit irgendetwas vergleicht, kann es daher nur mit etwas weniger schlimmem vergleichen. Daraus resultiert eine Verharmlosung des Holocaust, was schon ziemlich deutlich Richtung einer Verleugnung geht.
    Das muss für den Schweizerischen Israelitischen Gemeindebund ganz klar eine nicht hinnehmbare, antisemitische Beleidigung darstellen.
    Also: keine Holocaustvergleiche!
    • karl_e 30.09.2017 16:45
      Highlight Highlight 4kant: Was geschah mit den Indianern? Only a dead Indian is a good Indian. Sagten sie, die heldenhaften Pioniere.
    • 4kant 30.09.2017 21:22
      Highlight Highlight @karl_e
      Gutes Beispiel. Eine Horde Wilder in Lendenschürzen und mit Federkopfschmuck ist etwas etwas anderes als ein von Gott auserwähltes Volk, dem das Land gehört, wo Milch und Honig fliesst.
      Ich glaube, das ist die Erklärung, wonach Sie suchten.
    • karl_e 01.10.2017 12:01
      Highlight Highlight @4kant: jetzt begreife ich, was du wie gemeint hast. Bitte anulliere meinen Blitz.
  • Focke 29.09.2017 17:51
    Highlight Highlight Der Vergleich ist unpassend und falsch gewählt. Jedoch glaube ich nicht, dass Herrn Fricker damit die Opfer von diesem dunklem Kapitel schaden wollte. Tragisch& peinlich, dass ein Nationalrat so einen Müll verzapfen kann!!!
  • Darkside 29.09.2017 17:46
    Highlight Highlight Mein Gott, er hat in der Hitze des Gefechts einen unpassenden Vergleich gebracht, bar jeder Bosheit, und hat sich umgehend mehrmals entschuldigt. Jetzt ist dann auch Mal gut. Dieses ewig empörte Opfergehabe gewisser Kreise wegen jeder Kleinigkeit ist genauso unnötig.
    • Darkside 30.09.2017 00:35
      Highlight Highlight Ich schrieb "Gewisse Kreise". Organisation "Schweizer in Israel".
      Darum geht's. Nicht wirklich Betroffene, die Meisten zumindest behaupte ich mal.
    • Darkside 30.09.2017 22:20
      Highlight Highlight Du behauptest doch auch besser Bescheid zu wissen als ich. So what.
  • ujay 29.09.2017 17:44
    Highlight Highlight Künstliches Getöse.....«Mit grosser Bestürzung».....kommt wieder mal auf den Teppich.
  • Bijouxly 29.09.2017 16:38
    Highlight Highlight Kann ja gleich eine Sammelklage noch gegen das Hotel in Davos machen. Einfach nur doof, echt.
  • D.L. 29.09.2017 16:30
    Highlight Highlight Ab wann hat eine Übertreibung strafrechtliche Folgen? Oder ab wann ist sie Blödsinn?
  • ChlyklassSFI 29.09.2017 15:57
    Highlight Highlight Sorry, das ist ein Witz.
  • FrancoL 29.09.2017 15:55
    Highlight Highlight Wenn man dem Holocaust gerecht werden will, dann muss man mit diesem Theater wegen der Aussage des grünen Politikers aufhören.
    Man soll den Holocaust als einen der dunkelsten Kapitel unserer Geschichte der Neuzeit verurteilen aber gleichwohl nicht jede Aussage in Sachen Juden, wenn sie denn nicht despektierlich gemeint sind, auf die goldene Waagschale zu legen.
    Fricker hat sich mehrmals entschuldigt und gut soll es sein.
  • Wilhelm Dingo 29.09.2017 15:32
    Highlight Highlight Ach, was für ein Theater!
  • w'ever 29.09.2017 15:19
    Highlight Highlight was damals mit den juden und dem holocaust passiert ist, ist nach wie vor eine schlimme geschichte und darf auch nicht verleugnet werden. aber dieses ewige gejammere was früher einmal schlimmes passiert ist kannn gerne mal aufhören.
  • Pasch 29.09.2017 15:13
    Highlight Highlight Aber sonst gehts gut?

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