Schweiz
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Kranke sollen einen grösseren Teil der Arztrechnung selber zahlen



Kranke sollen sich stärker an den Behandlungskosten beteiligen müssen. Nach dem Nationalrat hat auch der Ständerat beschlossen, die Franchisen zu erhöhen - zunächst um 50 Franken. Die ordentliche Franchise beträgt damit 350 Franken.

Der Ständerat hat am Dienstag mit 26 zu 13 Stimmen einer Änderung des Krankenversicherungsgesetzes zugestimmt. Diese erlaubt dem Bundesrat, die ordentliche Franchise und die Wahlfranchisen regelmässig an die Kostenentwicklung im Gesundheitswesen anzupassen.

Vorgesehen ist eine Erhöhung um 50 Franken, sobald die durchschnittlichen Bruttokosten der Leistungen pro versicherte Person mehr als 13-mal höher liegen als die ordentliche Franchise. Eine erste Anpassung der Franchisen ist auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens geplant. Die Franchisen für Kinder sind davon nicht betroffen.

Keine Auswirkung auf die Kosten

Der Bundesrat hatte die ordentliche Franchise bereits mehrmals angepasst. Bei der Einführung des Krankenversicherungsgesetzes 1996 betrug diese noch 150 Franken - etwa 1/12 der Kosten pro versicherter Person. Auch nach späteren Erhöhungen betrug das Verhältnis Franchise zu Bruttokosten jeweils rund 1:12.

Die Mehrheit stimmte dem vorgeschlagenen Mechanismus zu, um dieses Verhältnis auch in Zukunft wahren zu können. Das sei ein politischer Entscheid, gab Gesundheitsminister Alain Berset zu bedenken. Eine kostendämpfende Wirkung habe sich bei früheren Erhöhungsschritten nicht gezeigt.

SP ergreift Referendum

Die Linke wehrte sich gegen die Erhöhung der ordentlichen Franchise. Damit werde das Solidaritätsprinzip geritzt, sagte Hans Stöckli (SP/BE). Immer mehr Menschen verzichteten auf ärztliche Leistungen, weil sie es sich nicht leisten könnten. «Das ist dramatisch». Didier Berberat (SP/NE) warnte, dass verspätete Behandlungen zu Mehrkosten führen könnten.

Im Vergleich der OECD-Länder zahlten die Versicherten in der Schweiz schon heute den grössten Teil der Gesundheitskosten aus der eigenen Tasche. «Es droht eine Zweiklassenmedizin.» Vor diesem Hintergrund hat das SP-Präsidium am Montag beschlossen, das Referendum gegen die Franchisenerhöhung zu ergreifen. Die Partei hat ausserdem eine Initiative lanciert, um die Prämien bei 10 Prozent des Haushaltseinkommens zu begrenzen.

Der Ständerat hat am Gesetzestext eine Präzisierung vorgenommen, die Vorlage geht darum noch einmal zurück an den Nationalrat. Vom Tisch ist das Thema danach aber nicht: In der grossen Kammer ist eine Motion der Gesundheitskommission hängig, die eine ordentliche Franchise von 500 Franken verlangt. (whr/sda)

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24
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24Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • amore 06.03.2019 12:37
    Highlight Highlight Ich hätte nie gedacht, dass die rechtsbürgerlichen Politiker auch bei diesem Thema die Geldumverteilungsmaschine von unten nach oben in Betrieb setzen würden.
  • Chili5000 06.03.2019 08:39
    Highlight Highlight Kann man eigentlich auch im nahen Ausland einen Hausarzt haben? Von wegen Kosten senken und so??
  • Schneider Alex 06.03.2019 06:23
    Highlight Highlight Und welches sind die konkreten Vorschläge der SP zur Kostenreduktion im Gesundheitswesen?
  • Phrosch 05.03.2019 22:04
    Highlight Highlight Na super, weitgehend gesunde Gutsituierte beschliessen eine Kostensteigerung, die schlecht gestellten Kranken wehtut. Wird ja wohl nichts am Grundproblem nichts ändern.
  • Ben12 05.03.2019 20:14
    Highlight Highlight Das KK Obligatorium muss weg, die Prämien sind nicht mehr tragbar.
  • youmetoo 05.03.2019 20:12
    Highlight Highlight Dafür erhält jeder Versicherte einen neuen Ausweis
    Benutzer Bild
  • Pasch 05.03.2019 18:06
    Highlight Highlight Die Fritzen in der Politik checkens einfach nicht! Weil es ihnen zu gut geht!
    Benutzer Bildabspielen
  • I bims 05.03.2019 17:23
    Highlight Highlight besser mal die nach Hause schicken die wegen jedem Pflästerli zum Arzt gehen!😡
  • Demo78 05.03.2019 16:21
    Highlight Highlight Ich zahle über 400 CHF Prämie und brauch die KK fast nie. Diesen Herbst musste ich für ein paar Tage ins Spital, da meine Franchise bei 2500 ist muss ich die ganzen 2000 CHF selber übernehmen 🤬🤬
  • na ja 05.03.2019 13:33
    Highlight Highlight Die, die es "nötig" haben, resp. via Sozamt, haben eh die tiefste Frachise. Und die, die es noch nötiger haben, müssen es selbst bezahlen. Na toll!
  • do u know Xonco The Muffin Man -The Muffin Man 05.03.2019 13:16
    Highlight Highlight Peinlich ist vor allem:

    Im Vergleich der OECD-Länder zahlten die Versicherten in der Schweiz schon heute den grössten Teil der Gesundheitskosten aus der eigenen Tasche.
  • T13 05.03.2019 12:47
    Highlight Highlight Die Franchise und Beiträge gehören ans Einkommen angepasst.
    • Sinah76 05.03.2019 16:46
      Highlight Highlight so isses!
    • Der Rückbauer 05.03.2019 20:12
      Highlight Highlight Sicher nicht, das ist eine Versicherung, keine Steuer. Sonst könnte ja das Defizit gleich aus den Einkommenssteuern finanziert werden, oder?
  • für alle 05.03.2019 12:35
    Highlight Highlight Krass. 1996 noch 150.-
    Wie haben sich eigentlich die Löhne gegenüber den Krankenkassenprämien geändert?
    Verdoppelt wie die Prämien haben sie sich ja wahrscheinlich nicht...
    • glüngi 05.03.2019 14:31
      Highlight Highlight das ist ja dass tolle daran.. die sind mehrheitlich gleich geblieben oder gesunken, je nach branche.
    • Amboss 05.03.2019 16:21
      Highlight Highlight @für alle: Wärst du denn zufrieden mit der medizinischen Versorgung von 1996?
    • glüngi 05.03.2019 16:30
      Highlight Highlight @Amboss Sollen wir jetzt so tun als wär dass ein Argument?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Ich mein ja nur 05.03.2019 11:44
    Highlight Highlight Erstaunlich, wie schnell das immer geht, wenn wir Bürgerinnen und Bürger zahlen müssen. Schon heute zahlen wir verglichen mit anderen Länder weitaus den grössten Anteil. Sicher ist: die Beute machen andere.
    • violetta la douce 05.03.2019 13:35
      Highlight Highlight Hier gibt es keine Beute.
      Es sind wir selbst, die nun mal zuviel medizinische Zuwendung konsumieren.
    • Dirot 06.03.2019 12:29
      Highlight Highlight Und natürlich die Krankenkassen, die hohe 2stellige Millionenbeträge als Löhne auszahlen.

      Woher das Geld wohl kommen mag?
  • Vosi 05.03.2019 10:55
    Highlight Highlight Vorgesehen ist eine Erhöhung um 50 Franken, sobald die durchschnittlichen Bruttokosten der Leistungen pro versicherte Person mehr als 13-mal höher liegen als die ordentliche Franchise.

    Heisst das, wenn die Kosten 3900.— fr. übersteigen, Zahl ich neu 350 anstelle 300? 10% Selbstbehalt zahlst ja eh schon

    Wird wohl vermehrt die chronisch kranken treffen...

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