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Maximal 2,3 Prozent: CSS-Chefin will Anstieg der Prämien beschränken



Portrait of Philomena Colatrella, General Secretary and Vice-President of the Corporate Executive Commitee of Swiss CSS Insurance, taken at CSS' headquarters in Lucerne, Switzerland, on January 14, 2015. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

Philomena Colatrella, Generalsekretaerin und stellvertretene Vorsitzende der Konzernleitung der CSS Versicherung, portraitiert am 14. Januar 2015 am Hauptsitz in Luzern. (KEYSTONE/Gaetan Bally)

CSS-Chefin Philomena Colatrella. Bild: KEYSTONE

Die Chefin der grössten Schweizer Krankenkasse will den Anstieg der Gesundheitskosten auf 2.3 Prozent pro Jahr begrenzen. CSS-CEO Philomena Colatrella räumte ein, mit einem Durschnittswachstum von 3.9 Prozent seit 1996 werde die Belastung für Familien zu gross.

Im Jahr 2000 habe eine Familie mit zwei Kindern zwischen 8'000 und 10'000 Franken pro Jahr für Krankenkassenprämien bezahlt, heute habe sich dieser Betrag auf fast 20'000 Franken verdoppelt, sagte Colatrella in einem am Freitag publizierten Interview mit der Westschweizer Zeitung «Le Temps».

Auch wenn die «strenge» Kontrolle der Rechnungen durch die Krankenkasse einen weiteren Anstieg um 20 Prozent verhindern könne, «müssen wir eingreifen, um den Anstieg der Kosten zu kontrollieren». Colatrella wies darauf hin, dass der Anstieg der Krankenkassenprämien derzeit höher sei als der des schweizerischen Bruttoinlandprodukts (BIP) und fünfmal so hoch wie der der Löhne.

Ein Radar

«Es geht darum, mit Unterstützung des Bundes eine Art Radar zu definieren, der den Akteuren bei der Orientierung hilft», erklärte Colatrella. Sie schlägt daher einen Wachstumsfaktor von 2.3 Prozent vor, der den Lohnindex, die demografische Entwicklung und den medizinischen Fortschritt berücksichtigt.

Das Kostenziel wird aus Sicht der Krankenkassenchefin die Transparenz des Systems verbessern und den Wettbewerb zwischen den verschiedenen Akteuren im Gesundheitswesen fördern. Diejenigen, «die ihr Kostenziel nicht erreichen, sollten sich rechtfertigen», sagte Colatrella und betonte, dass der Druck zu einem Wandel führen werde.

Gesundheitskosten als Wahlkampfthema

Ziel dieses Ansatzes sei es nicht, die Versorgung oder den Zugang zu medizinischen Innovationen einzuschränken, sagte die Luzerner Managerin weiter. «Die Bemühungen müssen sich auf die Begrenzung unnötiger und ineffektiver Leistung konzentrieren.» Deren Kosten schätzt Colatrella auf 20 Prozent der Gesamtkosten im Gesundheitssystem.

Die Gesundheitskosten sind auch im Fokus der Parteien im Wahljahr. Die CVP sammelt Unterschriften für die Initiative «Für tiefere Prämien - Kostenbremse im Gesundheitswesen». Die Mittepartei will in der Verfassung verankern, dass der Bund Sparmassnahmen einleiten muss, sobald die Prämien überproportional steigen - verglichen mit Löhnen und Konsumentenpreisen. Die SP kündigte eine Volksinitiative an, mit der die Krankenkassenprämien gedeckelt werden sollen. Demnach sollen Versicherte nicht mehr als zehn Prozent ihres Einkommens für Krankenkassenprämien ausgeben müssen. (sda)

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Video: srf/SDA SRF

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    Alle Leser-Kommentare
  • Gogl Vogl 08.03.2019 12:47
    Highlight Highlight Ich habe immer gedacht diese Art von Mensch wehrt sich wehement gegen Planwirtschaft... Hmmm...
  • mrgoku 08.03.2019 10:40
    Highlight Highlight Sie könnte auch Ihren Gehalt um einige % kürzen und das würde auch schon helfen.

    Anstatt den FEhler beim Verbraucher zu suchen wäre es mal toll beim Anbieter anzuklopfen.

    Ärzte die unverschämte Preise verrechnen. Medikamente die unverschämte Preise haben. Therapeuten die unverschämt viel Zeug verschreiben damit die Ihre Kommission einsacken...

    Am ende ist immer die KK schuld... diese verdient natürlich auch mächtig Geld, aber an den Prämienerhöhungen der Grundversicherung hat die KK null Einfluss...
  • Der Rückbauer 08.03.2019 10:10
    Highlight Highlight Und den "Lohn" dieser Dame auf 375'000.-- halbieren.
  • leu84 08.03.2019 09:06
    Highlight Highlight Ob 1 oder 3.141 Prozent ist egal. Die Prämien steigen weiterhin und ich bin nicht weniger Gesund als vor 10 Jahren. Braucht es wirklich in jedem grösseren Ort ein Krankenkassen-Kontaktcenter, wo man sowieso alles mittels Formular ausfüllen muss.
  • ingmarbergman 08.03.2019 08:35
    Highlight Highlight Viele Büetzer haben seit Jahren keine Lohnerhöhung gesehen. Mit dem Argument, dass die Prämien mit der Teuerung Schritt halten soll, müssten die Prämien für 20 Jahre eingefroren werden.

    Hier ein Vorschlag: Die Kosten der Krankenkassenmitarbeiter, der Pharma, und die Löhne der Ärzte werden so lange nicht erhöht, bis die KK-Kosten der Teuerung seit 1990 entsprechen.
    • andy y 08.03.2019 11:26
      Highlight Highlight Einfacher wäre es das alles in die Berechnung des Teuerungsindex einfliessen zu lassen
  • dorfne 08.03.2019 08:34
    Highlight Highlight Einer von vielen Reformvorschlägen: Arztzeugnis erst ab 10 Tagen! Stattdessen Telefonanrufe durch die Personalabteilung inkl. Handyortung, oder auf das Festnetz. Ist vor allem während der "Grippe"-Welle sinnvoll. Eine Erkältung muss einfach auskuriert werden, die kann der Arzt nicht wegzaubern. Überwachung? Was google und Co. dürfen über GPS sollte auch der Arbeitgeber dürfen.
    • nickname2000 08.03.2019 09:15
      Highlight Highlight Wie wäre es mit Vertrauen in die eigenen Mitarbeiter? Das ist aber kaum ein wesentlicher Grund für den extremen Anstieg der Gesundheitskosten. Man muss die Hebel als erstes dort Ansetzen wo die hohen Kosten anfallen.
    • grumit 08.03.2019 09:38
      Highlight Highlight Arztzeugnis soll der Arbeitgeber bezahlen.
  • Fairness 08.03.2019 08:32
    Highlight Highlight Ein Ansatz. Danke, Der Selbstbedienungsladen Gesundheitsindustrie ist dringend aufzuräumen. Querbeet. Solange aber so viele der Marionetten-Lobbypokitiker mitreden können, wird das nie etwas. Sie haben, wie sonst auch bei vielem üblich, bei entsprechenden Abstimmungen wegen Befangenheit in den Ausstand zu treten. Und dann sollen Aerzte für Fehlleistungen in die Pflicht genommen werden können. Sonst sind auch bei allem Garantieleistungen üblich. Da hört man ja oft Schlimmes. Auch wird zB jeder Fitte mit zwei Kilo zuviel zum teureren Risikopatienten gemacht, um das Maximum kassieren zu können. Bedenkliche Moral! Jeder der Abzocker sollte sich schämen.
  • dorfne 08.03.2019 08:17
    Highlight Highlight Die Politik hat zugelassen, dass sich die Prämien innerhalb von 18 Jahren verdoppelt haben. Und anstatt endlich Reformen durchzuführen nimmt man durch die Erhöhung der Franchise den Versicherten noch mehr Geld weg. 2,3% Steigerung p.J. ist immer noch zuviel. Die darin enthaltene Botschaft lautet: wir verlangsamen die Fahrt gegen die Wand.
  • Stema 08.03.2019 08:08
    Highlight Highlight 2.3% ist doch immer noch viel zuviel. Solange die Löhne nicht gleich stark steigen, wird die Belastung immer grösser und grösser. Wo soll das enden? Ich habe das Gefühl, dass ausser den Prämienzahlern keiner ein wirkliches Interesse hat, das Problem zu lösen. Weder die Krankenkassen, noch die Ärzte und Krankenhäuser, oder die Pharmaindustrie. Alle verdienen prächtig mit. Ich bin ja sonst eher ein Optimist, aber hier sehe ich kein Licht am Ende des Tunnels. Vielleicht sollte ich ganz einfach auch ins Gesundheitswesen wechseln und von dem „Boom“ (2-5% Wachstum) profitieren.
    • Fairness 08.03.2019 13:29
      Highlight Highlight Nicht vergessen, dass (im Herbst oder vor Jahresende war das glaub) die Berechnung ngsmethode geändert wurde. somit scheint es weniger zu sein als s in Wirklichkeit gemäss jahrelanger Methode ist ...
  • Stefi2 08.03.2019 07:56
    Highlight Highlight Der einzige Weg, der hier zum Ziel führen kann, ist die Kosten be allen Akteuren der Gesundheitsbranche auf internationales Niveau zu senken. Es gibt keinen Grund warum Schweizer für gleiche Medikamenten oder Behandlungen ein VIELFACHES bezahlen sollen. Umverteilung alla SP belasten nur einmal mehr den Mittelstand.

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