Und jetzt rate mal, wer im Haushalt zu wenig hilft
Frühling heisst für viele nicht nur längere Tage und wärmere Temperaturen. Für rund zwei Drittel der Schweizer Bevölkerung steht auch ein mehr oder mindergründlicher Putz an. Im Alltag sorgt die Putzarbeit allerdings in vielen Haushalten regelmässig für Zündstoff. Doch wie schlimm ist es wirklich? Eine YouGov-Umfrage im Auftrag des Immobilienportals newhome wollte dies herausfinden.
Nachwuchs soll mehr helfen
Auf die Frage, wer im eigenen Haushalt zu wenig macht, kommt besonders der Nachwuchs schlecht weg. 56 Prozent der Befragten mit Kindern über 10 Jahren im Haushalt geben an, dass diese sich zu wenig an der Hausarbeit beteiligen.
So ist es auch nicht erstaunlich, dass es in vielen Haushalten immer wieder zu Konflikten rund ums Thema Hausarbeit kommt. Die Mehrheit erlebt zumindest selten (46 Prozent) oder gelegentlich (28 Prozent) Streit rund ums Putzen. Besonders konfliktanfällig sind Haushalte mit Kindern über zehn Jahren – also in der intensiven Familienphase. Am wenigsten über die Putzarbeit gestritten wird in kleinen Haushalten, im Tessin und bei Personen über 60 Jahren.
Darum gibt es Streit
Mit Abstand häufigster Konfliktgrund (51 Prozent) sind unterschiedliche Sauberkeitsstandards. Zeitmangel (28 Prozent) und unklare Aufgabenverteilung (22 Prozent) folgen deutlich dahinter. Interessant: Bei den über 60-Jährigen ist der Wert für unterschiedliche Sauberkeitsvorstellungen besonders hoch (60 Prozent) – hier scheint weniger Stress ursächlich für die Reibereien zu sein, sondern eher ein unterschiedliches Anspruchsniveau.
Zeitmangel dagegen ist klar ein Thema der mittleren Altersgruppen (30–44 Jahre). Bei den Familien mit Kindern über zehn Jahre führt vergleichsweise häufig auch das Nichterfüllen von vereinbarten Aufgaben zu Konflikten.
Überschätzen sich Männer?
Doch nicht nur zwischen den Generationen gibt es Ungleichheiten, auch zwischen den Geschlechtern gibt es weiterhin einen Graben: 47 Prozent der Befragten geben an, überwiegend selbst den grössten Teil der Putzarbeit zu übernehmen.
Doch während dieser Anteil bei den Frauen bei 70 Prozent liegt, sind es bei den Männern mit 24 Prozent deutlich weniger. Umgekehrt sagen 36 Prozent der Männer, es putze «überwiegend eine andere Person», bei Frauen sind es nur acht Prozent. Auch bei jenen, die angeben, die Putzarbeit sei in ihrem Haushalt gleich verteilt, zeigt sich ein Geschlechtergraben: Dieser Aussage stimmen 32 Prozent aller befragten Männer, jedoch nur 16 Prozent der Frauen zu.
Daneben beeinflussen auch zeitliche Ressourcen (Berufstätigkeit), Bildung und Einkommen die Verteilung der Hausarbeit: So geht etwa eine höhere Bildung mit etwas egalitäreren Modellen einher, während ein höheres Einkommen den stärksten strukturellen Faktor für externe Auslagerung darstellt. Insgesamt übernimmt lediglich bei sechs Prozent der Befragten eine externe Reinigungskraft den Grossteil der Putzarbeit.
60 Prozent machen einen Frühlingsputz
Knapp zwei Drittel (60 Prozent) der Befragten geben an, dass sie einen Frühlingsputz machen, auch wenn dieser für 41 Prozent nicht zwingend im Frühjahr stattfinden muss. Ganz klassisch erledigen ihn lediglich 13 Prozent. 37 Prozent sehen den jährlichen Grossputz als gute Gelegenheit, liegengebliebene Dinge im Haushalt endlich anzupacken. Rund ein Viertel erachtet den Frühlingsputz gar als notwendig. Je 18 Prozent empfinden ihn als nervig respektive als ewiges Projekt.
Nichts ist peinlicher als ein schmutziges Bad
Danach gefragt, welche Sauberkeitsmängel in der eigenen Wohnung besonders peinlich sind, nennen 51 Prozent ein schmutziges Bad/WC als am unangenehmsten. Auch ein «allgemeines Chaos» (43 Prozent) oder klebrige Böden (37 Prozent) sind vielen unangenehm. Gleichzeitig geben immerhin 15 Prozent an, dass ihnen nichts am eigenen Haushalt peinlich sei.
(fox)
