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Coronvirus Schweiz

Wie man sich fühlt, wenn plötzlich das gewohnte Leben abhanden kommt. Bild: Shutterstock

Kommentar

Corona, du Sauhund! Mein Weg in die Krise und zurück

Eines Tages werden wir mit Beklemmung auf diese Krisenzeit zurückblicken. Wir wissen einfach nicht, wann dieser Tag kommen wird. Darum fällt es schwer, sich mit dem Ausnahmezustand zu arrangieren.



Wie wertvoll etwas ist, erkennt man häufig erst, wenn es nicht mehr da ist. Auf diesen Aphorismus könnte man die Erfahrung der letzten drei Monate reduzieren. Ende Februar hatte der Bundesrat Veranstaltungen mit mehr als 1000 Personen verboten. Es war ein sehr deutliches Signal: Das Coronavirus ist angekommen. Es geht auch uns etwas an.

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Verstanden wurde es trotzdem nur bedingt. Zu surreal wirkte die Bedrohung. Die Spanische Grippe war das letzte Phänomen dieser Art, mit dem unsere Gesellschaft konfrontiert war. Das ist 100 Jahre her, nur eine Handvoll Menschen kann sich eventuell daran erinnern. Wir hatten seither sehr viel Glück. Zu viel wahrscheinlich.

Spanische Grippe – die Mutter aller Pandemien

Wer nicht hören will, muss fühlen. Am 16. März legte der Bundesrat das Land weitgehend still und versetzte es in eine Art Schockstarre. Mit den heutigen tiefen Fallzahlen fragen sich manche, ob der Lockdown nötig war. Hätten Händewaschen und Social Distancing nicht gereicht? Physiologisch vielleicht. Psychologisch aber haben wir diesen Hammer gebraucht.

Man vergisst heute leicht, dass damals mehr als 1000 Corona-Infektionen pro Tag registriert wurden. Wir haben es vermutlich knapp geschafft, italienische Zustände in den Spitälern zu verhindern. Im Tessin waren wir nahe dran. Der Lockdown machte uns den Ernst der Lage bewusst. Er hat wohl so manches Menschenleben gerettet. Aber der Preis dafür war hoch.

Wie eine Gefangenschaft

Meine Kollegin Simone Meier hat das Ende der Normalität betrauert. Auch ich tat mich anfangs schwer damit. Mir war auf einmal bewusst, wie privilegiert ich in den ersten 57 Jahren meines Lebens war, wie viele Annehmlichkeiten ich geniessen konnte, was mir alles offen stand. Genau einen Tag nach meinem Geburtstag war Schluss damit.

Der Bundesrat erklärt die «ausserordentliche Lage»

Video: watson/nico franzoni

Viele Dinge, die zuvor selbstverständlich waren, mussten dicht machen. Selbst das Land konnte man nicht mehr verlassen. «Bleiben Sie zuhause!» forderte der Bund ultimativ. Zur Arbeit wurde man ins Homeoffice «verbannt». Es erinnerte an eine Gefangenschaft und fühlte sich auch so an. Ich habe es akzeptiert, aber der Weg in die Krise war hart.

Corona, du Sauhund!

Der Mensch aber ist nicht nur ein soziales Wesen, sondern auch ein Gewohnheitstier. Mit der Zeit fand ich mich im Heimbüro gut zurecht. Ich vermisste das Kollegium, war aber auch ganz froh, nicht ständig unter Beobachtung zu stehen. Es ist ein Vorteil unseres Berufs: So lange der Output stimmt, kann man machen, was man will.

Die Arbeit allerdings war eine Erfahrung für sich. Als Journalist fühle ich mich verpflichtet, die Mächtigen kritisch zu begleiten, gerade in Krisenzeiten, wenn sie mit Notrecht regieren. Die Reaktionen in unseren Kommentaren und den sozialen Medien waren von einer teilweise irritierenden Heftigkeit. Sie zeigten, wie blank die Nerven bei vielen lagen.

Die bedingungslose Unterstützung des Bundesrats und die Abneigung gegen Kritik sind auf gewisse Weise verständlich. In Krisenzeiten wünschen sich viele Menschen eine ordnende Hand, die ihnen den Weg weist. Im konkreten Fall hat der Bund trotz teilweise schwacher Kommunikation vieles richtig gemacht. Aber an anderen Orten und zu anderen Zeiten hat diese Mentalität Übles verursacht.

Krebspatientin wünscht sich mehr Solidarität

Video: watson/Jara Helmi, Emily Engkent

Ein solcher «Kadavergehorsam» geht in der Regel einher mit einem Verlust an Empathie. Mehr noch als die Kritik an meiner Arbeit beschäftigt mich deshalb die Gleichgültigkeit gegenüber jenen Menschen, die nicht durch das Virus, sondern durch den Lockdown in existentielle Nöte gestürzt wurden. Es sind oft jene, die sonst schon kämpfen müssen.

Wenn die Kur schlimmer ist

Für nicht wenige hat die Kur schlimmere Folgen als die Krankheit. Dennoch habe ich auch kein Verständnis für die «Rebellen», die auf der Strasse demonstrieren und dem Bundesrat vorwerfen, er habe eine «Diktatur» errichtet. Seine Notverordnungen basieren auf dem Epidemiegesetz und der Bundesverfassung, die in einer Volksabstimmung angenommen wurden.

Dieses Phänomen betrifft eine Minderheit, aber immer mehr Menschen fragen sich, ob das alles nötig war und das neuartige Coronavirus wirklich so schlimm ist. Sie blenden nicht nur die Verwüstungen aus, die es andernorts angerichtet hat, sondern unterschätzen sein Gefahrenpotenzial auch für jüngere und gesunde Menschen.

In den meisten Fällen mag eine Infektion glimpflich oder sogar symptomfrei verlaufen. Aber es gibt Menschen, die es heftig trifft und die teilweise traumatische Erfahrungen machen und im schlimmsten Fall bleibende Schäden davontragen. Denn Covid-19 befällt nicht nur die Atemwege und die Lunge. Auch andere Organe können geschädigt werden.

Corona, du bist ein Sauhund! Und vor allem unberechenbar.

Das muss man bedenken, wenn wir uns nun in die neue Normalität hinein wagen. Ab dem 6. Juni wird sehr vieles wieder möglich sein. Das ist ein Grund zur Freude, doch es wird eine andere Normalität sein, mit vielen Einschränkungen. Die Möglichkeit, etwas spontan zu unternehmen und unter die Leute zu gehen, bleibt erschwert.

Gleichzeitig überlasst der Bund die Schutzkonzepte weitgehend den betroffenen Branchen und Organisationen. Es ist richtig, dass er vom Mikromanagement wegkommen will, aber das Vertrauen auf Eigenverantwortung wirkt blauäugig. In der Realität funktioniert sie kaum, sei es beim Maskentragen im öffentlichen Verkehr oder beim Hinterlassen der Kontaktdaten.

Es ist der vielleicht irritierendste Befund der Krise. Obwohl die Gesundheit einen enormen Stellenwert hat, legen viele im Umgang mit dem Virus eine bedenkliche Sorglosigkeit an den Tag. Es ist die Kehrseite unseres Erfolgs bei der Senkung der Fallzahlen und unserer fehlenden Erfahrungen mit Pandemien, die uns schon zu spät darauf reagieren liess.

Es droht die Ernüchterung

Man muss es noch einmal festhalten: Die Gefahr ist nicht vorbei. Eine zweite Welle ist möglich. Ob sie kommt, wissen wir nicht, wie wir so vieles über das neuartige Virus nicht wissen. So ist es auch unklar, ob und wann wir einen Impfstoff haben werden. Wer frohen Mutes davon ausgeht, dass 2021 alles gut sein wird, könnte die grosse Ernüchterung erleben.

Jede Pandemie war irgendwann vorbei. Wirksame Antikörpertests und eine brauchbare Tracing-App könnten helfen, uns der «alten» Normalität anzunähern. Zu grosser Optimismus aber ist nach den Erfahrungen der ersten drei Monate nicht angebracht. In gewisser Weise befinden wir uns immer noch am Anfang der Krise. Der Weg zurück wird lang und hart sein.

Ja, man gewöhnt sich an vieles. Aber ein Gefühl der Wehmut lässt sich nicht vertreiben. Es bleibt die Hoffnung, dass wir irgendwann wieder ohne diese verfluchten Distanzregeln leben können. «Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein!» heisst es in Goethes «Faust». Wie wertvoll das ist, habe ich erst jetzt erkannt.

Corona, du Sauhund!

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    Alle Leser-Kommentare
  • Rethinking 01.06.2020 18:25
    Highlight Highlight „Wie wertvoll etwas ist, erkennt man häufig erst, wenn es nicht mehr da ist.“

    Ganz ehrlich: Ausser meinen Freunden und meiner Familie habe ich während des Lockdowns absolut nichts aus der Vor-Corona-Zeit vermisst...

    Ganz im Gegenteil...

    Nun da wir den Lockdown auflösen beginne ich vieles zu vermissen:

    Das HomeOffice, die tolle Work-Life-Balance, den Blauen Himmel ohne Flugzeugstreifen, die Ruhe vom Strassenlärm, die stärkere Verbundenheit mit der Natur, die Entschleunigung, die Zufriedenheit und und und...
  • Bruno Wüthrich 31.05.2020 20:05
    Highlight Highlight Lieber Herr Blunschi

    Fragen Sie doch mal bei Frau Selmani nach, mit welchen Wörtern man Corona NICHT betiteln darf. In einem Kommentar habe ich Corona mit einem ähnlich wüsten Wort bedacht wie Sie dies in Ihrem Artikel bereits im Titel tun. Der Kommentar wurde deswegen gnadenlos gelöscht, obwohl - wie mir Frau Selmani bestätigte, vollkommen klar war, dass Corona, und nicht etwa eine Person damit gemeint war.

    Ich bitte Sie deshalb, lieber Herr Blunschi, sich künftig zusammenzunehmen und keine Wörter zu verwenden, die bei den Kommentare auf dem Index stehen. Sie wollen doch Vorbild sein.
    • Druna 01.06.2020 09:32
      Highlight Highlight Es ist eine Ehre auf dem Index zu landen.
    • HugoBalls 01.06.2020 13:08
      Highlight Highlight @Bruno Ich sehe dein Problem nicht
  • Vosi 31.05.2020 20:00
    Highlight Highlight Ja es sind wirklich nur ein paar wenige Einschränkungen, wenn man einmal kurz die Perspektive wechselt.
    Geschäfte u Unternehmen erhalten Hilfen vom Staat.All das gab es in früheren Zeiten nicht u doch habens die Menschen überstanden u ihre Lebensfreude nicht verloren.Heute beklagen sich die Menschen,weil sie im Supermarkt Masken tragen sollen. Ein Perspektivwechsel wirkt Wunder!
    • Garp 31.05.2020 20:55
      Highlight Highlight Du vereinfachst etwas zu stark Vosi. Es geht nicht einfach ums Masken tragen. Die Wirtschaft weltweit gerät in die Krise, Menschen verlieren ihre Jobs, die Wirtschaft gerät ins schlingern. Du redest ja gern von den früheren Generationen, meine Grosseltern haben noch die grosse Depression mitgemacht, es war hammerhart. Und nein, sie waren da nicht glücklich, genau so wenig während dem 2. Weltkrieg. Und meine Grossmutter verlor viele aus ihrer Familie bei der spanischen Grippe. Lebensfreude war eher selten in diesen Zeiten.
  • Vosi 31.05.2020 20:00
    Highlight Highlight Ein Kind im Jahr 1985 dachte, dass Oma und Opa keine Ahnung haben wie schwer die Schule heutzutage ist. Diese Großeltern haben mehrere Kriege überlebt.
    Heute befinden wir uns mit allen Bequemlichkeiten der modernen Welt in einer neuen Pandemie.Die Menschen beklagen sich, weil sie mal ein paar Wochen das Haus
    nicht verlassen sollen. Sie haben Strom, warmes Wasser, Handys, genug zum Essen u ein Dach über dem Kopf. Sie demonstrieren gegen ein paar wenige Einschränkungen.
  • Vosi 31.05.2020 20:00
    Highlight Highlight

    Wenn du 33 Jahre alt bist, gelangen die Nazis an die Macht. Wenn du 39 bist, beginnt der 2. Weltkrieg und dauert an, bis du 45 bist. Er kostet 60 Millionen Menschen das Leben. Im Holocaust werden 6 Millionen ermordet.

    Wenn du 52 Jahre alt bist, beginnt der Koreakrieg. Wenn du 64 bist, beginnt der Vietnamkrieg, der endet, wenn du 75 Jahre alt bist.
    • Kruk 01.06.2020 01:03
      Highlight Highlight Und wieviele Menschen haben zuerst in Deutschland dann in Korea und schliesslich in Vietnam gelebt immer zu den entsprechenden Zeiten?


    • Kruk 01.06.2020 09:45
      Highlight Highlight Was ich sagen will ist jede Generation kann solche Aufzählungrn machen (klar nicht gerade mit einem Weltkrieg aber mit x Kriegen, Völkermorden und Naturkatastrophen), es kommt aber auch darauf an wie es einem selbst betrifft.

      Ein Jg. 2000er in Syrien, Yemen, oder wo auch immer, betrifft Krieg mehr als jemand welcher während dem Vietnamkrieg (oder auch während dem WK) in der Schweiz war.
  • Vosi 31.05.2020 19:58
    Highlight Highlight Tweet von @LostDogStreetG

    "Stell dir für einen Moment vor, du wärst im Jahr 1900 geboren. Wenn du 14 Jahre alt bist, beginnt der 1. Weltkrieg und endet, wenn du 18 wirst mit 22 Millionen Toten weltweit. Kurz darauf beginnt die weltweite Pandemie der Spanischen Grippe mit 50 Millionen Todesopfern.
    Sie dauert an, bis du 20 Jahre alt bist.

    Wenn du 29 wirst, beginnt die Weltwirtschaftskrise mit dem Börsencrash in New York.Die Folge sind Inflation u Massen-Arbeitslosigkeit.
    • fools garden 31.05.2020 20:58
      Highlight Highlight Meine beide Großväter 1900 und 1903 Geborene. Ein Deutscher und ein Österreicher, die Geschichten die sie erlebten, sind für mich Unvergesslich.
  • Skeptischer Optimist 31.05.2020 19:28
    Highlight Highlight „ Die bedingungslose Unterstützung des Bundesrats und die Abneigung gegen Kritik sind auf gewisse Weise verständlich.“

    Ich denke, dass die wenigsten den Bundesrat bedingungslos unterstützt haben.

    Die meisten haben nur realisiert, dass sein Handeln besser abgestützt war, als die Kritik der Schreiberlinge im Homeoffice.
  • Dr. Unwichtig 31.05.2020 19:14
    Highlight Highlight Die Quadratur des Kreises bei Covid-19 ist folgende: Ist es sinnvoll, ein Virus, das keine Gefahr für die Allgemeinheit darstellt mit Einschränkungen zu bekämpfen, die die Allgemeinheit betreffen? Dieser (vermeintliche?) Widerspruch ist schwierig aufzulösen - es war dennoch erstaunlich, wie wenig diese offensichtliche Fragestellung insbesondere in den Medien behandelt wurde. Im Nachgang wird dies ohne Zweifel anders sein - Profiteure werden leider die üblichen Magneten der Unzufriedenheit aus dem sehr rechten Lager sein...
    • Kruk 01.06.2020 01:06
      Highlight Highlight Die Frage stellte sich nicht weil dieses Virus ohne Massnahmen zur Gefahr für die Allgemeinheit wird.

      Wo Du ein Widerspruch siehst, ist keiner.
    • lilie 01.06.2020 07:34
      Highlight Highlight Schliesse mich @Kruk an: Die Massnahmen waren nötig, weil der Virus die Allgemeinheit bedrohte. Das ist u.a. die Bedeutung von "Pandemie".

      Es ist (anscheinend) nur leicht, das zu vergessen, weil durch die Massnahmen eben die Allgemeinheit zu einem grossen Teil vom Virus verschont blieb.

      Der Widerspruch liegt in deiner falschen Wahrnehmung.
    • Dr. Unwichtig 01.06.2020 10:11
      Highlight Highlight Eine Krankheit, die in über 80% der Fälle nur dann einen schweren Verlauf ausbildet, wenn eine relevante Vorerkrankungen vorliegt, deren Sterberate bei unter 1% liegt und bei der die Möglichkeit eines asymptomatischen Verlaufs klar höher ist, als diejenige eines schweren Verlaufs als „Gefahr für die Allgemeinheit“ zu bezeichnen, ist schon ziemlich verwegen.

      Was bleibt, ist die mögliche Überlastung des Gesundheitswesens durch viele gleichzeitig Erkrankte. Von dieser Prämisse haben wir uns aber - angesichts der Fallzahlen und des R-Werts - schon lange verabschiedet.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Garp 31.05.2020 18:33
    Highlight Highlight Ich glaube ohne Lockdown wären ungefähr gleich viele Leute in die existentielle Krise gestürzt worden. Corona ist ja international. Klar ist das Gastgewerbe direkt vom Lockdwon betroffen und auch Clubs und viele Künstler und andere. Ohne Lockdown würde der Bund aber evt. weniger Hilfen sprechen.

    Ich wünsch mir nun von den Leuten, die durch Corona profitiert haben, Unterstützung. Und dass man nun nicht bei den Schwächsten kürzt, wie Sozialhilfe und Ergänzungsleistungen, IV.

    • sowhat 01.06.2020 08:14
      Highlight Highlight Genau das ist das Model Schweden. Es wurde nicht geschlossen. Also muss auch nicht unterstützt werden. Die Restaurants und Läden haben aber eben trotzdem gelitten.
  • Robsi60 31.05.2020 18:22
    Highlight Highlight Es is beägstigend wie sich die Gedanken im Artikel mit meinen decken. Musste ihn nochmal lesen. Das ist was mir Angst macht, weil ich noch weiter gedacht habe. Ich hoffe so sehr, dass sie nicht Wirklichkeit werden. Es gab schon Artikel von Herrn Blunschi, die las ich gar nicht aus dieser Angst heraus. Die Nerven von ihm möchte ich haben.
    Ich hätte mir momentan nur gewünscht, eine Maskenpflicht zum Beispiel im ÖV und beim Einkauf. Überall dort wo man es nicht selber steuern kann.
  • Triple A 31.05.2020 18:11
    Highlight Highlight Ich habe mit italienischen Bekannten gesprochen: 2 Monate durfte das zu Hause nicht verlassen werden. Mein Bekannter hatte einen Passierschein, um zur Arbeit und nach Hause zu kommen. Sonst sass er zu Hause. Verletzungen der Ausgangssperren wurden rigoros sanktiniert. Benutzte man das Auto unberechtigterweise, wurde es z. T. beschlagnahmt. ALSO: Es ist hier mühsam und in einzelnen Fällen auch einschneidend. ABER: Hört auf zu klagen, auf dieser Insel der Glückseeligen, Schweiz genannt! Es ist einfach nur peinlich!
    • MaPhiA 01.06.2020 10:55
      Highlight Highlight da muss ich zustimmen... die leute, die sich in der schweiz über die massnahmen beklagen, denen ist echt nicht mehr zu helfen... denn sie wissen scheinbar nicht, wie gut wir davongekommen sind... auch wir haben von unserem arbeitsgeber ein bestätigungsschreiben erhalten, dass wir befugt sind rauszugehen bzw zwecks arbeit unterwegs zu sein, obwohl bei uns nicht von einer ausgangssperre auszugehen war...
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.06.2020 16:23
      Highlight Highlight Das Zuhause und die Glückseligen.
  • Calvin Whatison 31.05.2020 18:07
    Highlight Highlight Jaja Herr Blunschi, so mag ich Sie. Die Nerven lagen vermutlich bei Ihnen sehr blank.

    Auch wenn das Ganze jetzt rech gut aussieht : Es ist noch gar nichts vorbei.
  • Kubod 31.05.2020 17:57
    Highlight Highlight Spannend für mich waren die Unterschiede der Welten innerhalb meines Bekanntenkreises zu erleben.
    Von Pflegegfachleuten und Ärzten im Spital und in der Coronastation bis zu Leuten, die mir was von "Alles Fake und überhaupt, Bill Gates und so" erzählen wollten. Der letztere Teil meines Bekanntenkreises ist jetzt kleiner.
  • lilie 31.05.2020 17:55
    Highlight Highlight @Peter (2/2): Nun noch zur "Gleichgültigkeit": In diesem Punkt störte mich, dass teilweise geschrien wurde, bevor es wehtat. Es war ja klar, dass der Lockdown auf Zeit ist. Dann sprach der Bund Milliardenhilfe zu. Dann kamen Kantone, Gemeinden, Hilfswerke, Onlinesammlungen, die Taxifahrer hatten plötzlich Jobs als Lieferanten etc.

    Und ich kann wirklich nichts tun für einen Künstler, den ich nicht kenne. Aber ich kann mit den Geschäften reden, in die ich regelmässig gehe, und dort unterstützen. Das bringt mMn mehr, als Mitleid zu haben mit Branchen, mit denen ich nichts zu tun habe.
    • lilie 01.06.2020 07:43
      Highlight Highlight Ach, übrigens: Ich hätte auch @watson gerne einen Betrag überwiesen, da ja auch die Medien zu denen gehören, welche durch die Krise unter Druck gerieten, obwohl ihre Arbeit systemrelevant ist.

      Warte aber immer noch auf eine Möglichkeit, einen grösseren Betrag über einen besser geschützten Kanal als in den Artikeln verlinkt überweisen zu können. Aber es bin ja nicht ich, die dringend Geld braucht. 😉
  • Szabolcs 31.05.2020 17:48
    Highlight Highlight Maskentragen im ÖV (oder sonst): Was würden denn die Masken bringen? Zuerst nachdenken: in den letzten 2 Wochen waren die Neuinfektionen immer unter 40 pro Tag, aber durchschnittlich eher bei 20. Wir haben keine Daten, wie viel davon im ÖV passierte, aber sagen wir viel: ein Fünftel, und nehmen wir an dass wieder viel, also die Hälfte davon mit 100% Masken tragen verhindert werden könnte. Dann wären wir bei 2, max. 4 Fälle pro Tag, die wir mit täglich Hunderttausenden Masken hätten verhindern können. Ist nicht wert, wenn man bedenkt, dass ein Teil dieser als Umweltverschmutzung im Meer landet.
    • Garp 31.05.2020 18:21
      Highlight Highlight Wieso sollten die Masken in der Schweiz im Meer landen? Wirfst Du Deinen Müll einfach in die Natur?
    • Phrosch 31.05.2020 18:57
      Highlight Highlight Scabolcs, es sind Leute wie Sie, die mir mehr Angst machen als das Virus. Es braucht uns alle, damit es so positiv bleibt. Jeder muss sich zum Wohl aller weiter etwas einschränken. Darum gern die Erklärung zu den Masken. Auch wenn wenige positiv getestet werden, gibt es immer wieder Leute, die schon angesteckt sind, es aber noch nicht wissen oder gar nie wissen werden. Die stecken aber andere an, die mit einer Maske die Gesunden schützen. Wenn also im ÖV alle Masken tragen, sind auch Sie sicher - entweder vor Ansteckung durch Infizierte oder aber davor, andere anstecken. Danke für Ihre Hilfe.
    • dodo, dodo? 31.05.2020 19:09
      Highlight Highlight hä?🧐
      verstehe diese berechnung nicht...
      welche umweltverschmutzung? die masken?
      ja, zuerst nachdenken 💪🏽
    Weitere Antworten anzeigen
  • lilie 31.05.2020 17:45
    Highlight Highlight Danke, @Peter, für diese sehr ausgewogenen und ehrlichen Worte. 👍

    In vielen deiner differenzierten Einschätzungen gehe ich einig mit dir. Ich möchte aber zu folgender Aussage von dir Stellung nehmen: "Mehr noch als die Kritik an meiner Arbeit beschäftigt mich die Gleichgültigkeit gegenüber jenen Menschen, die (...) durch den Lockdown in existentielle Nöte gestürzt wurden".

    Zuerst: Wer kritisiert, muss auch Kritik einstecken können. 😉

    Aber ich finde wirklich, dass watson einen guten Job mit einer steilen Lernkurve gemacht hat. Einzig die reisserischen, oft falschen Titel stören mich. (1/2)
  • Scaros_2 31.05.2020 17:43
    Highlight Highlight Bis heute hat diese Pandemie mein Leben in keinster Weise beeinträchtigt gehabt. Sowohl meine Frau als auch ich. Weder machte uns die fehlenden Soziale Kontakte sorgen noch sonst was.

    Aber hey, wir sind auch Nerds die gerne selbst kochen und nicht mehr Clubben oder so was müssen. XD.
    • Garp 01.06.2020 13:09
      Highlight Highlight Und ihr lebt wohl nicht mit drei Kindern auf 80qm, sondern seid eher privilegiert, seid nicht von Kurzarbeit oder Arbeitslosigkeit betroffen. Wahrscheinlich seid ihr auch eher introvertiert und habt keine Verwandten in Pflege- und Altersheimen, um die ihr Euch sonst kümmert.
  • Robsi60 31.05.2020 17:34
    Highlight Highlight Schön von Ihnen zu lesen. Ihr Stil gefällt mir sehr gut. Auch gut zu wissen, dass Sie am Ball bleiben und Gedanken hinterlassen über die es sich lohnt nachzudenken. Ihr Kommentar gefällt mir und ich kommentiere eigentlich nur, wenn mir etwas nicht gefällt, oder mir Nahe geht. Einen Dank von mir und Journalisten wie Sie sind wichtig!
    Ein etwas kompliziertes Lob 😂, aber ein einfaches Danke war mir dann doch zu einfach.
  • dodo, dodo? 31.05.2020 17:34
    Highlight Highlight man sollte aufhören zu sagen es sei eine normale grippe. sterblichkeit zwar ähnlich statistisch. aber die symptome, die schmerzen, der verlauf und die noch nicht bekannten langzeitschäden schlicht weg nicht bekannt. also hört auf zu sagen es sei halt einfach eine grippe!!! arbeite mit erkrankten. zu sagen es sei einfach grippe ist hohn und respektlos. und hört endlich auf überall verschwörung zu sehen! und lieber maske als beatmungsgerät!
  • Karl33 31.05.2020 17:28
    Highlight Highlight "Obwohl die Gesundheit einen enormen Stellenwert hat, legen viele im Umgang mit dem Virus eine bedenkliche Sorglosigkeit an den Tag."

    Das ist der einseitige Blick eines Privilegierten, für den die Krise keine ökonomischen Auswirkungen hat. Weltweit sehen wir Massen von Menschen, die sich Homeoffice oder das Nichtstun gar nicht leisten können. Auch in der Schweiz stehen plötzlich Tausende für Essensrationen in Schlangen. Wer nichts zu essen hat, für den ist Corona ein kleines Übel. Zu recht, muss man sagen.
    • Kruk 31.05.2020 17:39
      Highlight Highlight Sehe ich ein bisschen anders.

      Abstand halten (zwar nicht überall möglich) Gratis.
      Es geht doch in dem Satz um die Haltung dahinter, nicht ob man sich Home office leisten kann oder einen Job hat.

      Auch arme legen grossen wert auf Gesundheit schliesslich können sie sie, im Gegensatz zu den reichen bis zu einem Gewissen Grade, nicht erkaufen.
    • lilie 31.05.2020 19:17
      Highlight Highlight @Schliesse mich @Kruk an. Menschen in prekären Verhältnissen können sich eine langwierige und je nach dem auch teure Erkrankung wie Covid-19 noch weniger leisten als Leute in besseren Umständen. Ein Sans-Papier wäre durch eine Hospitalisierung erledigt. Dazu kommt, dass solche Leute oft in beengten Verhältnissen mit vielen anderen leben. Da ist die Ansteckungsgefahr besonders gross.

      In New York konnte man feststellen, dass Menschen mit geringem Einkommen besonders oft betroffen waren, in ganz USA wurden mehr Schwarze krank als Weisse.

      Das dreht die Spirale noch weiter abwärts.
    • Jürg Müller - Der Katzenmann 01.06.2020 00:57
      Highlight Highlight 1/2 Kruk und lilie: Ich sehe das ähnlich wie Karl. Ich gehöre zu den Privilegierten (Haus, Garten, Kinder, Enkel, Katzen, usw), und ich schäme mich ein bisschen. Ich kenne aber mehere (drei besser, unterstütze sie schon länger) Soz-Hilfe Empfänger, und da stimmt es dann wieder gar nicht mehr. Ich arbeite HO, ganz normal, normaler Lohn & Ausgaben, da meldet sich dann schon mal das Gewissen. Ich versuche zu helfen, wo ich kann. Wenn dann jemand bei einem Kilo Hörnli und 6 Eiern Tränen in den Augen hat, das drückt mir dann halt fast das Herz ab.
    Weitere Antworten anzeigen
  • dodo, dodo? 31.05.2020 17:13
    Highlight Highlight merci, für den artikel! wir hatten nie gefangenschaft, es waren immer empfehlungen. und die „rebellen“ auf der strasse sind nur deppen!
    das masken tragen ist auch empfehlung. ich hoffe das öv benutzende eine aufsetzen, aber richtig. es funktioniert mit den masken aber nur wenn die korrekt gebraucht werden. sehe viele sbb mitarbeiter die sie unter die nase od kinn ziehen. und lasst es sein mit den handschuhen! sind porös und virenschleudern. so können masken und handschuhe nur kontraproduktiv sein🤦🏽‍♀️
    Benutzer Bild
  • aleinaD 31.05.2020 17:12
    Highlight Highlight Sauhund; eines meiner Lieblingswörter 😄
  • Maria R. 31.05.2020 17:01
    Highlight Highlight Ich bin dankbar, dass der Virus nicht eine wesentlich höhere Sterblichkeitsrate hat. Was wäre, wenn es, zum Beispiel, jeden Zweiten oder Dritten töten würde?
    Gesundheitlich sind wir insgesamt, mit einem blauen Auge davongekommen. Was die Wirtschaft betrifft, sehen wir noch.
    • dodo, dodo? 31.05.2020 19:21
      Highlight Highlight dankbar für was?
      beim covid-19 vrmtl eine „normale“ sterblichkeit, ähnlich wie ne grippe, statistisch gesehen. aber die symptome, die schmerzen, der verlauf und die noch nicht bekannten langzeitschäden schlicht weg nicht bekannt. da sind wir nicht mit einem „blauen auge“ davongekommen. hört auf zu sagen es sei halt einfach eine grippe!!!
      bitte!!!
    • Antinatalist ⚠ Lockdown-Fan-Club 01.06.2020 16:24
      Highlight Highlight Die Fauna und Flora würde aufatmen und aufblühen. Und du kannst mir glauben, das wäre etwas sehr Gutes und Schönes.
  • du_bist_du 31.05.2020 16:50
    Highlight Highlight Existenzen die zugrunde gehen sind immer tragisch keine Frage.
    Was mich mehr irritiert hat, ist die Tatsache, dass offensichtlich viele MitbürgerInnen, psychisch völlig überfordert waren. Lebten alle in so einer Filterblase? Wenn man die Welt beobachtet hat die letzten Jahre, die Dokumente und Übungen des Bundes... war es nicht klar, dass etwas kommt?
    Richtig zu reagieren ist das eine, aber ich habe oft totale Überforderung mit der Situation gesehen, als sei es völlig unerwartet gekommen. Das verstehe ich nicht.
    • lilas 31.05.2020 17:33
      Highlight Highlight Solche Dinge kommen immer unerwartet, Übungen des Bundes hin oder her. Es gibt und gab Reaktorunglücke, Chemieunfälle, Erdbeben, Seuchen, Krieg.. Man weiss, dass es passieren kann, wenn es dann aber da ist und uns direkt betrifft, sind wir überfordert denn Theorie und Praxis sind zwei Dinge. Ich würde diese Überraschung nicht explizit als Leben in einer Filterblase bezeichnen.
      Zum Beispiel wissen wir alle, dass es den Tod gibt, stirbt aber ein Mensch, der uns nahe war, dann trifft es uns wie ein Hammerschlag obwohl wir schon immer gewusst haben, dass das Leben endlich ist.
    • Garp 31.05.2020 17:34
      Highlight Highlight Es hätte auch noch 20 Jahre dauern können, bis etwas kommt. Dass es Pandemien geben kann, weiss man, aber man weiss nie wann. Darauf kann man sich psychisch nicht wirklich vorbereiten. Vielleicht macht es einigen bewusst, wir verletzlich wir alle sind und voneinander abhängig und dass man nicht immer seines eigenen Glückes Schmied ist.
    • du_bist_du 31.05.2020 17:45
      Highlight Highlight Besten Dank für eure Erklärungen.
      Das leuchtet auch mir ein. Danke.

Wer sagt, im ÖV sei es langweilig, der lügt! 27 Bilder als Beweis

Das BAG hat die Home-Office-Empfehlung wieder aufgehoben. Die logische Schlussfolgerung: Die Anzahl Personen in den Zügen, Trams und Bussen wird wieder steigen. Das Gute daran: Im ÖV gibt es immer einiges zu sehen! Diese Woche noch ohne Maske...

(Wir haben im Nachhinein zwei Bilder entfernt, weil sie etwas unpassend waren. Exgüse.)

(smi)

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