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Beim Absturz eines «Super Puma» am Gotthard sterben beide Piloten ++ VBS-Chef Parmelin spricht von «neuem Drama»



Kaum einen Monat nach dem Absturz eines F/A-18-Jets ist ein Super Puma der Armee abgestürzt. Beide Piloten kamen ums Leben. Laut dem Armeechef hat der Helikopter ein Stromkabel berührt. Verteidigungsminister Parmelin sprach vor Ort von einem «neuen Drama für das VBS».

Ein Flughelfer, der mit den Piloten an Bord war, wurde beim Absturz am Mittwochmittag ebenfalls verletzt. Passagiere waren hingegen keine an Bord. Der Flug fand im Rahmen einer OSZE-Inspektion statt.

Die schwersten Unfälle der Schweizer Luftwaffe der letzten Jahre

Luftwaffenchef Aldo Schellenberg zeigte sich an einer Medienkonferenz am Nachmittag «tief erschüttert». Es falle ihm unglaublich schwer, knapp einen Monat nach dem letzten Unglück schon wieder vor die Medien treten zu müssen, sagte er. Ende August war ein Pilot der Schweizer Armee beim Absturz eines F/A-18-Kampfjets ums Leben gekommen.

«Das ist ein neues Drama für das VBS.»

Verteidigungsminister Guy Parmelin

Der Unfall ereignete sich rund 50 Meter vom Gotthard-Hospiz entfernt, unmittelbar an der alten Tremola-Passstrasse. Der Flug fand im Rahmen einer OSZE-Inspektion statt, wie Schellenberg sagte. Eine Delegation mit vier französischen Offizieren und mehreren Schweizer Begleitern wollte eine militärische Anlage auf dem Gotthard besichtigen.

Stromkabel touchiert

Kurz nachdem die Passagiere den Helikopter verlassen hatten, kam es zum Absturz. Der Helikopter habe ein Stromkabel berührt, sagte Armeechef André Blattmann an der Absturzstelle gegenüber Medienvertretern. Es ist jedoch nicht klar, ob es sich dabei um die alleinige Unfallursache handelt. Auf Leserbildern verschiedener Newsportale war zu sehen, wie Flammen aus dem Wrack hochschlugen und dichter, schwarzer Rauch aufstieg. Augenzeugen berichteten von einem Knall.

Andre Blattmann, Chief of the Armed Forces, center, and Federal Councillor Guy Parmelin, right, stand in front of the debris from a crashed Swiss army helicopter of the tipe Super Puma near the fort Sasso da Pigna near the Gotthard mountain pass in Airolo, southern Switzerland 28 September 2016. The accident happened around midday at an altitude of 2,100 metres. The two pilots died in the accident, the third person abord is seriously injured. (KEYSTONE/Ti-Press/Samuel Golay)

Die Armee-Spitze am Unglücksort: Armee-Chef Blattmann (mit blauer Jacke) und VBS-Vorsteher Guy Parmelin (ganz rechts).  Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Am späten Nachmittag waren vor Ort nur noch verkohlte Trümmer übrig, wie der Tessiner sda-Korrespondent berichtete. Die beiden Reifen, auf denen der Helikopter eigentlich sicher auf dem Boden hätte aufsetzen sollten, ragten einsam in den blauen Herbsthimmel. Zwei Leichenwagen gaben Gewissheit darüber, dass für zwei Menschen jede Hilfe zu spät kam.

Auch Verteidigungsminister Guy Parmelin ist am frühen Abend an die Absturzstelle gereist. «Das ist ein neues Drama für das VBS», sagte er gemäss dem sda-Korrespondenten. Er sei sehr traurig und denke an die Angehörigen.

Super Pumas bleiben vorerst am Boden

Die Bergungsarbeiten konnten am Mittwochabend aufgenommen, jedoch wegen der einsetzenden Dunkelheit nicht abgeschlossen werden. Am Donnerstag will die Armee an einem Point de Presse über weitere Details zum Flug informieren.

epa05560428 Firefighters extinguish the last flames on the debris from a crashed Swiss army helicopter of the tipe Super Puma near the fort Sasso da Pigna near the Gotthard mountain pass in Airolo, southern Switzerland, 28 September 2016. The accident happened around midday at an altitude of 2,100 metres. The two pilots died in the accident, the third person abord is seriously injured.  EPA/SAMUEL GOLAY

Die Armee hat Untersuchungen zur Unfallursache eingeleitet. Bild: EPA/KEYSTONE / TI-PRESS

Bis die Unfallursache geklärt ist, werden als Vorsichtsmassnahme alle Trainingsflüge mit Super-Puma-Helikoptern gestrichen, sagte Schellenberg. Bereits im März 2011 war ein Helikopter des gleichen Typs abgestürzt. Beim Unglück im Maderanertal im Kanton Uri waren drei Personen verletzt worden. (tat/sda)

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