Schweiz
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Tödlicher Angriff in Psychiatrie St. Urban – Täter nach Flucht festgenommen



Ein Angriff in der psychiatrischen Klinik in St. Urban hat in der Nacht auf Karfreitag tödlich geendet. Ein frisch eingelieferter Patient war auf einen anderen Patienten losgegangen. Das Opfer, ein 85-jähriger Mann, erlag seinen schweren Verletzungen wenig später.

Der Angreifer, ein 33-jähriger Mann aus dem Kosovo, flüchtete zunächst. Die Polizei konnte ihn aber kurze Zeit später in einer Nachbargemeinde festnehmen, wie die Luzerner Polizei am Freitag mitteilte.

Die beiden Männer hätten sich nicht gekannt, sagte der Chefarzt der Stationären Dienste, Julius Kurmann, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Eine Waffe dürfte nicht im Spiel gewesen sein. Beide Männer sind am Donnerstag neu und zum ersten Mal in die Klinik St. Urban gekommen: das spätere Opfer tagsüber, der mutmassliche Täter kurz vor Mitternacht.

Letzterer habe sich selbst eingeliefert. Er habe zwar gespannt gewirkt, Hinweise auf Aggressivität hat es laut Kurmann jedoch aufgrund seiner Geschichte und seines Verhaltens nicht gegeben. Zudem habe der Mann kooperiert.

Angriff «überraschend»

Er wurde für die Nacht in das Zweierzimmer mit dem 85-Jährigen gebracht. Wenig später vernahmen die Angestellten Geräusche, konnten aber das Zimmer nicht betreten, da ihnen der Angreifer den Zugang verwehrte. Der Vorfall sei sehr «überraschend» erfolgt, sagte Kurmann. Wenn es Hinweise auf Aggressivität gegeben hätte, wäre der Mann isoliert untergebracht worden.

Schliesslich gelang es einem Mitarbeiter, den Täter aus der Station zu führen, damit das Opfer betreut werden konnte. Diese Situation nutzte der Angreifer jedoch zur Flucht, der die Polizei wenig später ein Ende setzte. Der 85-Jährige wurde ins Spital gebracht, wo er in den frühen Morgenstunden verstarb.

Der Angreifer hatte sich aufgrund einer akuten psychosozialen Belastungsstörung in die Klinik eingeliefert. Die Staatsanwaltschaft Sursee hat eine Untersuchung eingeleitet. Das 85-jährige Opfer war laut Polizei ein Italiener. Er lebte wie auch der Kosovare in der Schweiz. (aeg/sda)

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Kaffo 15.04.2017 13:55
    Highlight Highlight Der Täter hat sich doch soeben selber eingeliefert. Wie kann man da sagen, er entwickle keine Aggressivität?
    • Lami23 15.04.2017 14:55
      Highlight Highlight Jeder der sich selber einliefert, entwickeltalso deiner Logik nach Aggressivität?
    • Kaffo 15.04.2017 19:59
      Highlight Highlight @Lami23. Nein, aber sind da in so kurzer Zeit schon genügend Untersuchungen gemacht worden um zu behaupten er entwickle keine Aggressivität?
    • Dodo1 15.04.2017 23:27
      Highlight Highlight ja, im Eintrittsgespräch wird auch abgeklärt, ob selbst- oder fremdaggressionen vorhanden sind. In die Zukunft schauen ist aber nicht möglich.
  • Spooky 14.04.2017 22:03
    Highlight Highlight Wie kann man einen durchgeknallten 33-jährigen Mann (egal woher er kommt) zu einem 85-jährigen Greis ins gleiche Zimmer einweisen? Geht's eigentlich noch!

    Die Schweizer Bürger haben viel zu viel Respekt vor dem Personal in unserern Schweizer Spinnwinden. Alles, was die Psychiater können, ist, die Patienten jeden Tag mit gefährlichen Medikamenten aus der brutal kapitalistischen Pharmaindustrie vollstopfen, damit sie ruhiggestellt sind. Aber anscheinend können sie nicht einmal das. Aber ich wette einen Besen, dass kein Psychiater die Verantwortung übernehmen muss.
    • Lami23 15.04.2017 09:02
      Highlight Highlight Was die einen zu viel an Respekt und Wissen haben, haben sie zu wenig.
      Ich nehme einmal an, sie waren schon in der Psychiatrie, dass sie den dortigen Ablauf beurteilen können.
      Ich habe ihn von der Angestelltenseite anders wahrgenommen.
      Und wieso sollte ein 33jähriger, bei dem kein Hinweis auf Aggressivität besteht nicht mit einem 85jährigen ins Zimmer?
    • Dodo1 15.04.2017 11:23
      Highlight Highlight Nun gut, ihre Aussagen zeigen, dass sie ein veraltetes undifferenziertes Bild der Psychiatrie haben.
      Soll man jetzt die Personen mit Medikamenten vollstopfen oder nicht? Ich kann ihnen die Frage gerne beantworten - nicht! Deshalb wurde der Täter auch nicht ohne indikation mediziert oder in seiner Freiheit eingeschränkt.
      Und hätten Sie etwas Erfahrung mit der Psychiatrie, wüssten sie, dass die Medikamente manchmal notwendig sind, um einem Menschen zu helfen. Leider haben diese oft schlimme Nebenwirkungen. Aber besser als ein Leben lang schwer krank zu bleiben.
    • Spooky 15.04.2017 11:41
      Highlight Highlight Nein, ich war noch nie in der Psychiatrie. Aber ich sehe was mit den armen Menschen passiert, die in die Fänge der Psychiatrie geraten. Mach die Augen auf, Lami23!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Micha Moser 14.04.2017 14:03
    Highlight Highlight ...schrecklich. In einer Psychiatrie sollten frisch eingelieferte Patienten niemals alleine mit anderen Patienten in einem Raum sein. Auch die Flucht finde ich untypisch für eine Tat im "Tunnel"
    • Lami23 14.04.2017 16:19
      Highlight Highlight naja da gilt es schon ein bisschen zu differenzieren...
    • Luesae 14.04.2017 17:41
      Highlight Highlight Schatz du hesch ke ahnig was frisch ihgliferti Patiente sötte mache oder nid
    • Dodo1 15.04.2017 11:28
      Highlight Highlight Hallo micha, Mehrbettzimmer sind in der Psychiatrie wie in Spitälern üblich. Anders ist die Versorgung der Schweiz nicht finanzierbar. Jeden Patienten aus Vorsichtsmassnahmen bei Eintritt zu isolieren wäre unmenschlich, unverhältnismässig und schlicht illegal. Wenn keine Indikation da ist, darf die Freiheit nicht eingeschränkt werden. Übrigens ist es wahrscheinlicher, dass zwei 30-jährige aneinander geraten, als jung und alt.
      Trotzdem sehr tragisch der Vorfall. Leider lassen sich solche nicht immer vermeiden.

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