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Die druckfrische erste Ausgabe der

Die Basler Tageswoche wurde 2011 ins Leben gerufen. Bild: KEYSTONE

Basler Tageswoche stellt Betrieb ein – sämtliche Arbeitsverhältnisse gekündigt

Die TagesWoche ist am Ende. Am Montagabend teilte die Stiftung für Medienvielfalt mit, dass das Basler Medium den Betrieb einstellt. Die TagesWoche wurde 2011 als Reaktion auf die Übernahme der «Basler Zeitung» durch Christoph Blocher gegründet.



Das Ende der Tageswoche wurde am Montagabend per Medienmitteilung verkündet. Die Schliessung erfolge auf Entscheid des Stiftungsrats der Stiftung für Medienvielfalt in Basel hin, dem der Entscheid laut Mitteilung leid tue, «auch wenn sie unvermeidlich ist».

Dem Medienprojekt ging das Geld aus. Alle Beteiligten müssen feststellen, «dass die für den Erhalt der Tageswoche in ihrer aktuellen Form notwendige massive Steigerung der Einnahmen nicht möglich ist in einer Zeit, in der alle Medien mit schwindenden Einnahmen aus Inserateverkauf und Abonnements kämpfen.» Die eine Million, die künftig von der Stiftung pro Jahr in Aussicht gestellt worden war, reiche nicht aus, um das verbleibende Defizit zu decken.

Die bestehenden Arbeitsverhältnisse werden aufgehoben, wie es weiter heisst, ein grosszügiger Sozialplan federe die daraus entstehenden Härten ab. Die Betreiberin der Tageswoche, die Neue Medien Basel AG, werde liquidiert. Dafür stellt die Stiftung ein neues Medienprojekt in Aussicht, das bestenfalls schon 2019 starten solle.

Gestartet war das Medienprojekt 2011 auf einen grosszügigen finanziellen Einsatz der Basler Roche-Erbin Beatrice Oeri hin. Die Tageswoche war eine Reaktion auf die Übernahme der «Basler Zeitung» durch Christoph Blocher. Seit diesem Jahr gehört die Zeitung dem Zürcher Verlagshaus Tamedia. Erst vergangene Woche wurde dort die Nachfolge von Chefredaktor Markus Somm vorgestellt, es handelt sich um den ehemaligen Sportchef Marcel Rohr, der sich zwischenzeitlich verschiedentlich von dezidiert politisch gefärbtem Journalismus distanzierte. (bzbasel.ch)

Schwieriges Umfeld

Die Medienlandschaft Basel befindet sich im Umbruch: Im Oktober wurde die «Basler Zeitung» (BaZ) in die Tamedia-Gruppe integriert. Seit Mitte August ist das Portal «Prime News» des ehemaligen Lokalchefs der «BaZ», Christian Keller, online. Seit 1998 stellt zudem Peter Knechtlis «OnlineReports» News und Geschichten gratis ins Netz, nach eigenen Angaben mit schwarzen Zahlen.

Multimedial unterwegs sind alle regionalen Anbieter, neben den Zeitungen auch Telebasel, das seinen Internet-Kanal stark forciert. 2015 ins Netz gegangen war als letztes das Onlineportal Barfi.ch des einstigen Radio-Basilisk-Mitgründers Christian Heeb. Mangels Werbeeinnahmen ist Barfi.ch heute in Nachlassstundung und sucht Partner. (sda)

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 06.11.2018 06:05
    Highlight Highlight Schön, Basel steuert auf einen Einheitsbrei zu!
  • *sharky* 06.11.2018 00:02
    Highlight Highlight RIP
    Werde die TaWo vermissen.
    Obwohl sie in der letzten Zeit "abgegeben" hat, war es essenziell, sie als eine Art Gegenpol zur BLOZ zu gründen und zu installieren. Es waren tolle und ernsthafte Journalisten mit dabei. Danke!
  • PPP 05.11.2018 23:53
    Highlight Highlight Eine Milliardärs-finanzierte Zeitung weniger.

    Prost!
  • John Henry Eden 05.11.2018 22:21
    Highlight Highlight Hatte die Tageswoche überhaupt einen Businessplan oder war sie einzig und allein eine Trotzreaktion von Oeri?

    Das Geld hätte man bzw. sie mal besser in die WOZ gesteckt. Dort arbeiten wenigstens auch alle nach linken Idealen.
  • Eagle21 05.11.2018 21:49
    Highlight Highlight Sehr schade, da macht die Tageswoche just in dem Moment zu, in dem die Medienvielfalt tatsächlich abgenommen hat - eigentlich hätte man sie erst jetzt gründen müssen
  • Urs457 05.11.2018 21:36
    Highlight Highlight Schade, die haben das journalistisch sehr gut gemacht. Habe oft via Twitter Artikel gelesen.
    • Djego 05.11.2018 21:54
      Highlight Highlight Vielleicht mit ein Grund wieso sie jetzt eingegangen ist?
  • Quacksalber 05.11.2018 20:50
    Highlight Highlight Schade; an mir lags nicht, ich war von Anfang an Abonnent bis heute.
  • Paternoster 05.11.2018 20:19
    Highlight Highlight Mich hat damals schon der Titel "TagesWoche" irritiert.
    Kann ja nicht sein, dass ich immer wieder über einen Titel so nachstudieren muss. Ich war sowas von bereit, endlich die BaZ ablösen zu lassen. Gute Chance bei BaZ Uerbnahme von Blocher, anscheinend recht (link) gutes Budget, zweite Chance bei Abgabe Blocher der BaZ.
    Alles offen, nix passiert. So schade, dass diese für Basel wichtige Chancen verpasst wurden. Zu brav, zu lasch, vielleicht zu fahrlässig. Auf dass Watson, und über diesen Titel hab ich noch gar nie nachstudiert, sich qualitativ hält und evtl. gute Basler Links Kolumne?
  • Biotop 05.11.2018 20:03
    Highlight Highlight Printmedien sind Auslaufmodelle. Per Ende Jahr wird das Druckzentrum Adligenswil (Ringier) definitiv stillgelegt mangels längerfristigen Aufträgen wie Blick und Luzerner Zeitung. In spätestens 2 Jahren wird es keine gedruckten Zeitungen mehr geben, auch keine Gratiszeitungen. Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit. Nach 46 Berufsjahren im graphischen Gewerbe weiss ich wovon ich schreibe.
  • inmi 05.11.2018 19:50
    Highlight Highlight Die BAZ ist tot, ergo brauchts die Tageswoche nicht mehr...
    • Eagle21 05.11.2018 21:50
      Highlight Highlight Und der Medienvielfalt ist damit prima gedient...
  • andrew1 05.11.2018 19:23
    Highlight Highlight Die liebe digitalisierung und somit geringe zahlungsbereitschaft der leser. Die bernerzeitung macht es mit online-abos um artikel lesen zu dürfen. Würde mir allerdings nie in den sinn kommen für onlineinhalte zu bezahlen. Kann auch noch spannend werden.
    • Garp 05.11.2018 20:53
      Highlight Highlight Klar, lieber mit persönliche Daten zahlen und den Medien von den Werbeinserenten reinquatschen lassen. Unabhängige Medien brauchen zahlende Kunden. Ob online oder nicht, ist egal.
    • Juliet Bravo 05.11.2018 22:40
      Highlight Highlight Würde mir nicht in den Sinn kommen, dass Journalisten gratis arbeiten. Werden nur noch online gratis Medien ‚konummiert‘ ist die Meinungsvielfalt bedroht! Nur mit Werbekunden werden Medien abhängig. Seichter Einheitsbrei
  • Thoemmeli 05.11.2018 19:07
    Highlight Highlight Tja, schade. Ich hatte sie anfänglich auch abonniert und das wöchentliche Magazin war sehr schön aufgemacht, auf qualitativ gutem Papier. Dann wurde irgendwann billigstes, dünnes Zeitungspapier verwendet. Für mich ein Grund, weshalb ich auf die gedruckte Version locker verzichten konnte und das Abo gekündigt habe. Bald kamen dann „Hobby-Journalisten“ dazu, die die inhaltliche Qualität auch nicht wirklich verbessert haben. Gute Idee, aber nicht konsequent und optimal umgesetzt. Schade. 😢
  • Toni.Stark 05.11.2018 19:06
    Highlight Highlight Erfolglose linke Zeitung, trotz grösszügiger finanzieller Unterstüzung gescheitert. BaZ wurde erfolgreich relaunched und steht profitabel da. Die Abnahme der Abo-Zahlen ist im allgemeinen Kontext zu beachten und hängt nur marginal mit der damaligen Neuausrichtung zusammen. Schade hat Tamedia übernommen. Es wird vermutlich wieder die gute alte Käsezeitung werden. Aber Hauptsache kein bürgerliches Gedankengut wird mehr gestreut. Gewisse Basler müssten sich sonst wieder hintersinnen.
    • The oder ich 05.11.2018 21:14
      Highlight Highlight @Toni.Stark: Ich bin einer von diesen "Marginalien". Die Somm'schen Ergüsse waren ja nicht "bürgerliches Gedankengut", sondern schlicht reaktionäre Provokation um der Provokation willen. Die Feigenblatt-Kolumnisten hatte er auch am liebsten, wenn sie krawallten, egal in welche Richtung.
      Dass die TaWo im Versuch scheiterte, gegen die BaZ als Gegenpol wahrgenommen zu werden, liegt wohl einerseits an der Form (weder Fisch noch Vogel zwischen Tagesinfo und Wochenblatt), vor allem aber auch daran, dass sie immer zu klein war, um Themen zu setzen. Tja, jetzt ist Basel definitiv zürisiert.
    • whoozl 05.11.2018 21:17
      Highlight Highlight @Toni.Stark: Dass die Abnahme der BaZ-Abonnenten nur marginal mit der damaligen "Neuausrichtung" aka Übernahme durch Herrn Blocher zusammenhing, mag Ihre Sicht der Dinge sein.

      Ich hatte vielmehr den Eindruck, dass eben dieser Richtungswechsel dem Image der BaZ erheblich geschadet hatte. Und zwar nicht wegen irgendeines allgemeinen Kontextes(?), sondern genau wegen der Übernahme durch Herrn Blocher!

      Um die Tageswoche tut es mir leid, auch wenn gestehen muss, dass ich keiner ihrer Leser war! Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wünsche ich alles Gute für ihr Leben nach der Tageswoche!
    • Toni.Stark 05.11.2018 21:55
      Highlight Highlight Seit 2014 erwirtschaftet die BaZ einen Gewinn. Sie mögen Somm und Konsorten nicht, aber wirtschaften können die Herren. Im Gegensatz zu den Helden der Tageswoche!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Skip Bo 05.11.2018 18:40
    Highlight Highlight Basel verliert gleich zwei mal Medienvielfalt.
    Die zeitliche Nähe zur BAZ Metamorphose ist kaum zufällig.
  • CH-Bürger 05.11.2018 18:36
    Highlight Highlight Nur eine Zeitung kann schreiben was sie will.
    Unterstützt Zeitungen wie Watson & Co.
    • Toni.Stark 06.11.2018 18:33
      Highlight Highlight Watson ist keine Zeitung. Sie ist ein Online-Medium. Ein Gutes.
  • tromboner 05.11.2018 18:24
    Highlight Highlight Schade! Im Sommer "barfi.ch" und jetzt die "TagesWoche". Was bleibt ist Einheitsbrei?!
  • djangobits 05.11.2018 18:09
    Highlight Highlight Das war zu befürchten. Leider. Ich erinnere mich noch, wie enthusiastisch die TW gestartet ist. Ich hoffe, dass die nachfolgenden neuen Projekte, wie Watson, nau.ch und die Republik nicht den gleichen Weg gehen werden. Wär schade für die Vielfalt der Schweizer Medienlandschaft...

    Cheers,
    Markus
    • riqqo 05.11.2018 18:49
      Highlight Highlight Schreibt Watson eigentlich schon schwarze Zahlen?

«Die üblichen links-grün-versifften Künstler» – NTV kassiert Shitstorm

Die Kollegen vom Nachrichtensender N-TV haben sich einen Scherz erlaubt.

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Kaum jemand schien den Spass zu verstehen – oder lustig zu finden. 

Zunächst konterte N-TV noch gelassen...

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