Schweiz
Migration

Bund rechnet 2016 mit weniger Asylgesuchen 

Bund rechnet 2016 mit weniger Asylgesuchen 

19.08.2016, 14:1419.08.2016, 14:23
Mehr «Schweiz»

Das Staatssekretariat für Migration (SEM) geht davon aus, dass im laufenden Jahr in der Schweiz insgesamt rund 30'000 Asylgesuche eingehen. Das wären 10'000 weniger als im vergangenen Jahr.

Das steht in einem Brief, den Staatssekretär Mario Gattiker am Donnerstag an die kantonalen Justiz- und Polizei- sowie die Sozialdirektoren geschickt hat. Im Schreiben, das der Nachrichtenagentur SDA am Freitag vorlag, werden auch andere mögliche Szenarien genannt.

Unvorhergesehene Entwicklungen seien nach wie vor nicht ausgeschlossen, schreibt Gattiker. Deshalb seien die Arbeiten rund um die Notfallplanung unbedingt weiter voranzutreiben.

Reserve eingeplant

Als wahrscheinlichstes Szenario betrachtet das SEM ein Total von rund 30'000 Asylgesuchen (+/-3000). Denkbar seien aber weiterhin auch Entwicklungen mit bis zu 41'000 Asylgesuchen, heisst es im Brief. Die operative Planung lege das SEM auf 35'000 Gesuche aus.

Asylsuchende zeigen, was sie an der Schweiz besonders schätzen

1 / 12
Asylsuchende zeigen, was sie an der Schweiz besonders schätzen
Ein Leben ohne Gewalt: «Ich geniesse in der Schweiz die Freiheit, etwas, was ich nie gekannt habe in meinem Heimatland Irak. Die Frauen dürfen, ohne Angst zu haben, ihre Meinung sagen. Zusätzlich gefällt mir die wunderschöne Natur. Aber das Wichtigste ist, ein Leben ohne Gewalt leben zu dürfen. Das bedeutet für mich Glück.» (Saadi, Irak)
Auf Facebook teilenAuf X teilen

Zu Jahresbeginn hatte der Bund noch damit gerechnet, dass 2016 etwa 40'000 Asylgesuche gestellt würden, gleich viele wie im Vorjahr. Für das Jahr 2017 sei noch keine verbindliche Prognose möglich, heisst es im Brief.

Keine Beruhigung

Als erste Schätzung geht das SEM für das nächste Jahr derzeit von rund 25'000 bis 30'000 neuen Asylgesuchen aus. Ein plötzlicher starker Anstieg der Zahlen könne aber auch für 2017 nicht ausgeschlossen werden, hält es fest.

Migration
AbonnierenAbonnieren

Gattiker geht im Brief an die Kantone auch auf die Lage an der Südgrenze ein. Die Situation rund um die Migrationsroute von Norditalien in Richtung Südschweiz bleibe angespannt, schreibt er. Von einer Beruhigung der Lage könne deshalb nicht gesprochen werden.

(sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
11 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
11
SP gegen SVP: Kampf um zwei freie Sitze in der St.Galler Regierung
In der siebenköpfigen St.Galler Regierung sind im ersten Wahlgang am 3. März zwei Sitze unbesetzt geblieben. Beim zweiten Wahlgang am Sonntag kommt es zum Duell zwischen SP und SVP.

Am 3. März waren alle fünf bisherigen St.Galler Regierungsmitglieder problemlos wiedergewählt worden. Keiner der neu Kandidierenden schaffte das absolute Mehr. Damit ist noch offen, ob es bei der bisherigen Zusammensetzung bleibt. Bisher bildeten je zwei Mitglieder von FDP, Mitte und SP sowie ein Vertreter der SVP die Regierung.

Zur Story