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Nach sieben Wochen im Flughafen-Terminal leben Dicle (l.) und Pelin (r.) jetzt in der Notunterkunft in Adliswil ZH.
Nach sieben Wochen im Flughafen-Terminal leben Dicle (l.) und Pelin (r.) jetzt in der Notunterkunft in Adliswil ZH.Bild: watson / angelina graf

«Am besten ist die frische Luft» – Pelins und Dicles (13) Leben nach der Terminal-Odyssee

29.10.2018, 18:0630.10.2018, 07:36
Angelina Graf
Angelina Graf
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Nach sieben Wochen im Terminal konnten die Familien von Pelin (13) und Dicle (13) am Freitag den Flughafen Zürich verlassen. Dort hatten die kurdischen Flüchtlinge bei ihrer Ankunft aus Südafrika Anfang September ein Asylgesuch gestellt. Seither lebten sie in der Asylunterkunft im Transitbereich des Flughafens.

Sie wurden in die Notunterkunft (NUK) für Asylbewerbende in Adliswil ZH verlegt. watson hat die beiden Freundinnen am Montag in Adliswil getroffen. Im Video erklären sie, wie es ihnen seither ergangen ist.

Video: watson

Trotz der Kälte geniessen die Teenager die frische Luft – und die neue Bewegungsfreiheit. Der Besuch bei einem Verwandten von Pelin, der seit Jahren als anerkannter Flüchtling in der Schweiz lebt, war das Highlight der ersten Tage ausserhalb des Flughafens. Dicle freut sich ganz besonders, dass die Familien nun wieder selber kochen können: «Ich mag das Essen von meinen Eltern.»

Im Transit hatten sie dank der zahlreichen Medienberichte, welche die watson-Recherche ausgelöst hatte, eine gewisse Berühmtheit erlangt. Unbekannte schickten den Flüchtlingsfamilien per Post Geschenke. «Manche Reisende haben uns auch angestarrt, das war seltsam», sagt Pelin.  

Warum die beiden Familien vom Transitbereich des Flughafens in die NUK gebracht wurden, ist unklar. Nesrin Ulu, die juristische Vertreterin der beiden Familien, hat noch keine offiziellen Informationen von den Behörden erhalten. Eine Anfrage von watson beim Migrationsamt des Kantons Zürich, in dessen Auftrag die NUK Adliswil betrieben wird, ist hängig.

15 Kurden verbleiben im Transit

Ob Pelin und Dicle mit ihren Familien langfristig in der Schweiz bleiben können, ist fraglich. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) war nicht auf ihr Asylgesuch eingetreten. Das Bundesverwaltungsgericht lehnte eine Beschwerde gegen den Entscheid des SEM ab. Ein Wiedererwägungsgesuch ist noch nicht abschliessend behandelt worden.

Weiterhin verbleiben 15 kurdische Flüchtlinge im Transitbereich des Flughafens Zürich. Darunter befindet sich der Journalist Mustafa Mamay. Wie er am Sonntag via Twitter mitteilte, sei das SEM nicht auf das Asylgesuch einer sechsköpfigen kurdischen Familie eingetreten.

Den Eltern und ihren vier Töchtern drohe die Abschiebung nach Südafrika, von woher sie in die Schweiz eingereist sind. Der rechtliche Vertreter der Familie wollte auf Anfrage von watson keine inhaltlichen Auskünfte zum laufenden Verfahren erteilen. Das SEM macht mit Verweis auf den Datenschutz grundsätzlich keine Angaben zu einzelnen Asylverfahren.

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15 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Kaoro
29.10.2018 21:41registriert April 2018
Es ist menschlich, den Kindern frische Luft ermöglicht wird. Trotzdem bin ich der Meinung, die Kurden müssen ausgeschafft werden, wenn sie die Kriterien für Asyl nicht erfüllen.
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Töfflifahrer
29.10.2018 18:56registriert August 2015
Südafrika oder Brasilien = Sicheres Land für Flüchtlinge? In welchem Universum leben unsere Behörden eigentlich?
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Clife
29.10.2018 20:09registriert Juni 2018
Flüchtling ist nicht gleich Flüchtling. Flüchtling heisst soviel wie „In einem Gebiet (GEBIET, nicht Land) herrscht Krieg und die Zivilisten sollen gerettet werden. Nun ist die Frage, ob denn die Personen aus einem Kriegsgebiet stammen, oder nicht. Falls sie es nicht sind, spricht ja auch nichts dagegen, dass sie dort leben könnten. Im Grunde genommen wollen sie dann auch nach Europa, weil der Wohlstand hier besser (zu sein) scheint. Das wär dann aber eher ein Problem der Politik, die die Wirtschaft nicht ankurbeln können. Bei sovielen Milliarden bezweifle ich, dass alle Kriegsflüchtlinge sind
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