DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Bild

Nach sieben Wochen im Flughafen-Terminal leben Dicle (l.) und Pelin (r.) jetzt in der Notunterkunft in Adliswil ZH. Bild: watson / angelina graf

«Am besten ist die frische Luft» – Pelins und Dicles (13) Leben nach der Terminal-Odyssee

Christoph Bernet, Angelina Graf


Nach sieben Wochen im Terminal konnten die Familien von Pelin (13) und Dicle (13) am Freitag den Flughafen Zürich verlassen. Dort hatten die kurdischen Flüchtlinge bei ihrer Ankunft aus Südafrika Anfang September ein Asylgesuch gestellt. Seither lebten sie in der Asylunterkunft im Transitbereich des Flughafens.

Sie wurden in die Notunterkunft (NUK) für Asylbewerbende in Adliswil ZH verlegt. watson hat die beiden Freundinnen am Montag in Adliswil getroffen. Im Video erklären sie, wie es ihnen seither ergangen ist.

Video: watson

Trotz der Kälte geniessen die Teenager die frische Luft – und die neue Bewegungsfreiheit. Der Besuch bei einem Verwandten von Pelin, der seit Jahren als anerkannter Flüchtling in der Schweiz lebt, war das Highlight der ersten Tage ausserhalb des Flughafens. Dicle freut sich ganz besonders, dass die Familien nun wieder selber kochen können: «Ich mag das Essen von meinen Eltern.»

Im Transit hatten sie dank der zahlreichen Medienberichte, welche die watson-Recherche ausgelöst hatte, eine gewisse Berühmtheit erlangt. Unbekannte schickten den Flüchtlingsfamilien per Post Geschenke. «Manche Reisende haben uns auch angestarrt, das war seltsam», sagt Pelin.  

Warum die beiden Familien vom Transitbereich des Flughafens in die NUK gebracht wurden, ist unklar. Nesrin Ulu, die juristische Vertreterin der beiden Familien, hat noch keine offiziellen Informationen von den Behörden erhalten. Eine Anfrage von watson beim Migrationsamt des Kantons Zürich, in dessen Auftrag die NUK Adliswil betrieben wird, ist hängig.

15 Kurden verbleiben im Transit

Ob Pelin und Dicle mit ihren Familien langfristig in der Schweiz bleiben können, ist fraglich. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) war nicht auf ihr Asylgesuch eingetreten. Das Bundesverwaltungsgericht lehnte eine Beschwerde gegen den Entscheid des SEM ab. Ein Wiedererwägungsgesuch ist noch nicht abschliessend behandelt worden.

Weiterhin verbleiben 15 kurdische Flüchtlinge im Transitbereich des Flughafens Zürich. Darunter befindet sich der Journalist Mustafa Mamay. Wie er am Sonntag via Twitter mitteilte, sei das SEM nicht auf das Asylgesuch einer sechsköpfigen kurdischen Familie eingetreten.

Den Eltern und ihren vier Töchtern drohe die Abschiebung nach Südafrika, von woher sie in die Schweiz eingereist sind. Der rechtliche Vertreter der Familie wollte auf Anfrage von watson keine inhaltlichen Auskünfte zum laufenden Verfahren erteilen. Das SEM macht mit Verweis auf den Datenschutz grundsätzlich keine Angaben zu einzelnen Asylverfahren.

Das könnte dich auch interessieren:

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

Urteil gegen Ex-Polizist wegen Tötung George Floyds

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Eklat am G-20-Prozess in Zürich: Beschuldigte verlassen den Gerichtssaal

Eine Gerichtsverhandlung soll über Schuld oder Unschuld entscheiden. Ab wann ist ein Gericht voreingenommen? Diese Frage stellt sich nun nach einer Datenpanne am Zürcher Bezirksgericht.

Es war am 7. Juli 2017, frühmorgens gegen 06 Uhr: Eine Gruppe von etwa 200 Personen marschierte vom Hamburger Volkspark in Richtung Innenstadt. Sie demonstrierten gegen den G-20-Gipfel – schwarz gekleidet, teils vermummt und teils bewaffnet.

Wenige Minuten später eskaliert die Situation. Die Bilder von wüsten Strassenschlachten zwischen Polizeibeamten und Gewalttätern gehen um die Welt. Es kommt zu Massenverhaftungen. Auch zwei Männer und eine Frau aus der Schweiz werden festgenommen. Wir …

Artikel lesen
Link zum Artikel