Schweiz
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Nach sieben Wochen im Flughafen-Terminal leben Dicle (l.) und Pelin (r.) jetzt in der Notunterkunft in Adliswil ZH. Bild: watson / angelina graf

«Am besten ist die frische Luft» – Pelins und Dicles (13) Leben nach der Terminal-Odyssee



Nach sieben Wochen im Terminal konnten die Familien von Pelin (13) und Dicle (13) am Freitag den Flughafen Zürich verlassen. Dort hatten die kurdischen Flüchtlinge bei ihrer Ankunft aus Südafrika Anfang September ein Asylgesuch gestellt. Seither lebten sie in der Asylunterkunft im Transitbereich des Flughafens.

Sie wurden in die Notunterkunft (NUK) für Asylbewerbende in Adliswil ZH verlegt. watson hat die beiden Freundinnen am Montag in Adliswil getroffen. Im Video erklären sie, wie es ihnen seither ergangen ist.

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Video: watson

Trotz der Kälte geniessen die Teenager die frische Luft – und die neue Bewegungsfreiheit. Der Besuch bei einem Verwandten von Pelin, der seit Jahren als anerkannter Flüchtling in der Schweiz lebt, war das Highlight der ersten Tage ausserhalb des Flughafens. Dicle freut sich ganz besonders, dass die Familien nun wieder selber kochen können: «Ich mag das Essen von meinen Eltern.»

Im Transit hatten sie dank der zahlreichen Medienberichte, welche die watson-Recherche ausgelöst hatte, eine gewisse Berühmtheit erlangt. Unbekannte schickten den Flüchtlingsfamilien per Post Geschenke. «Manche Reisende haben uns auch angestarrt, das war seltsam», sagt Pelin.  

Warum die beiden Familien vom Transitbereich des Flughafens in die NUK gebracht wurden, ist unklar. Nesrin Ulu, die juristische Vertreterin der beiden Familien, hat noch keine offiziellen Informationen von den Behörden erhalten. Eine Anfrage von watson beim Migrationsamt des Kantons Zürich, in dessen Auftrag die NUK Adliswil betrieben wird, ist hängig.

15 Kurden verbleiben im Transit

Ob Pelin und Dicle mit ihren Familien langfristig in der Schweiz bleiben können, ist fraglich. Das Staatssekretariat für Migration (SEM) war nicht auf ihr Asylgesuch eingetreten. Das Bundesverwaltungsgericht lehnte eine Beschwerde gegen den Entscheid des SEM ab. Ein Wiedererwägungsgesuch ist noch nicht abschliessend behandelt worden.

Weiterhin verbleiben 15 kurdische Flüchtlinge im Transitbereich des Flughafens Zürich. Darunter befindet sich der Journalist Mustafa Mamay. Wie er am Sonntag via Twitter mitteilte, sei das SEM nicht auf das Asylgesuch einer sechsköpfigen kurdischen Familie eingetreten.

Den Eltern und ihren vier Töchtern drohe die Abschiebung nach Südafrika, von woher sie in die Schweiz eingereist sind. Der rechtliche Vertreter der Familie wollte auf Anfrage von watson keine inhaltlichen Auskünfte zum laufenden Verfahren erteilen. Das SEM macht mit Verweis auf den Datenschutz grundsätzlich keine Angaben zu einzelnen Asylverfahren.

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • runner 30.10.2018 07:16
    Highlight Highlight Man könnte den Eindruck haben, dass die Kinder benutzt werden, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen. Die Presse unterstützt das Vorhaben. Kamen sie nicht aus einem sicheren Drittland? Welches Argument hat man anderen gegenüber, die auch aus sicheren Drittländern kommen? Gerechterweise muss man nun alle in eine Asylunterkunft verlegen.
  • EhrenBratan. Hääää! 29.10.2018 23:46
    Highlight Highlight Bei all den negativen Kommentaren diesen Familien gegenüber, hoffe ich nur, dass die Verfasser niemals in eine ähnliche Lage kommen. Echt jetzt. Es geht um Familien mit Kindern!
    • Frances Ryder 30.10.2018 09:39
      Highlight Highlight
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  • Mova 29.10.2018 21:41
    Highlight Highlight Es ist menschlich, den Kindern frische Luft ermöglicht wird. Trotzdem bin ich der Meinung, die Kurden müssen ausgeschafft werden, wenn sie die Kriterien für Asyl nicht erfüllen.
  • Clife 29.10.2018 20:09
    Highlight Highlight Flüchtling ist nicht gleich Flüchtling. Flüchtling heisst soviel wie „In einem Gebiet (GEBIET, nicht Land) herrscht Krieg und die Zivilisten sollen gerettet werden. Nun ist die Frage, ob denn die Personen aus einem Kriegsgebiet stammen, oder nicht. Falls sie es nicht sind, spricht ja auch nichts dagegen, dass sie dort leben könnten. Im Grunde genommen wollen sie dann auch nach Europa, weil der Wohlstand hier besser (zu sein) scheint. Das wär dann aber eher ein Problem der Politik, die die Wirtschaft nicht ankurbeln können. Bei sovielen Milliarden bezweifle ich, dass alle Kriegsflüchtlinge sind
    • Mutbürger 29.10.2018 21:52
      Highlight Highlight Hier zwei Links, falls du dich zum Thema Flucht & Asyl weiterbilden möchtest...

      Fluchtursachen:
      https://www.medico.de/fluchtursachen/

      Asylverfahren kurz erklärt:
      https://www.fluechtlingshilfe.ch/hilfe/asylverfahren-kurz-erklaert.html
    • Züzi31 29.10.2018 22:33
      Highlight Highlight Wenn du nicht mehr weisst, wie du für deine Familie am nächsten Tag etwas zu essen auf den Tisch bekommst, wirst auch die dich in andern Ländern umsehen. Es ist echt beschämend wie in einem reichen Land wie der Schweiz scheinbar ein Franken mehr wert hat, als ein Menschenleben.
    • Clife 29.10.2018 23:21
      Highlight Highlight Es geht ja nicht drum, dass sie keine Hilfe verdient hätten, sondern dass sie vor Ort Hilfe kriegen. Ich spende schon Zig Franken, um den ärmeren Menschen zu helfen. Ich war letztens in Istanbul (ja weiss aber brauchte günstige Ferien) und wie ich da in jeder Strassenecke rauchende und arbeitslose Syrer gesehenn hab, weiss ich nicht wirklich, ob das Ziel der Sache war...wenn einer einfach so kommen kann, dann kommen direkt alle. Prüfen ist daher ein klares MUSS, egal wie moralisch schlecht das ist
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  • Töfflifahrer 29.10.2018 18:56
    Highlight Highlight Südafrika oder Brasilien = Sicheres Land für Flüchtlinge? In welchem Universum leben unsere Behörden eigentlich?
    • opwulf 29.10.2018 20:57
      Highlight Highlight Man kann ja die venezuelanischen Flüchtlinge fragen, wie willkommen sie sich in Brasilien fühlten... . Ich wünsche den kurdischen Familien viel Glück und hoffe auf einen positiven Bescheid, damit sie hier bleiben können!
    • Flötist 29.10.2018 22:06
      Highlight Highlight 3 mal darfst du raten in welchem Universum unsere Behörden leben.
    • Wenn Åre = Are dann Zürich = Zorich 29.10.2018 22:39
      Highlight Highlight Die Bundesrepublik Deutschland hat sogar Afghanistan als sicheres Land eingestuft.
      Es sind ja nur die Taliban auf dem Vormarsch, es sprengt sich nur hin und wieder in Kabul ein Selbstmordattentäter in die Luft, also alles ganz Sicher dort...

      Die Spiegelkarikatur zum Thema war Hart aber war
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