Schweiz
Natur

Keine Besserung in Sicht –Lawinengefahr in den Alpen nimmt heikles Ausmass an

Lawinengefahr nimmt heikles Ausmass an – im Wallis verschüttete 31-Jährige in Lebensgefahr

18.01.2018, 13:5018.01.2018, 18:07
Mehr «Schweiz»

Die aktuelle Lawinengefahr in den Schweizer Alpen ist gross. Für Wintersportler ist die Lage abseits der Pisten gebietsweise sehr kritisch.

Ovronnaz: Lawinenniedergang - zwei Personen verschüttet
Am 18. Januar 2018 gegen 12:30, löste sich oberhalb von Ovronnaz, am Orte
genannt "Saille" ausserhalb markierter Pisten eine Lawine. Z ...
Zwei Verschüttete bei Lawinenniedergang im  Wallis.Bild: Kapo Wallis

Oberhalb von Ovronnaz im Wallis löste sich am Donnerstagmittag ausserhalb markierter Pisten eine Lawine. Zwei Skifahrer wurden mitgerissen, wie die Kantonspolizei Wallis mitteilt. Die Länge der Lawine betrug 200 m und die Breite 20 m. Die Verschütteten konnten von einer Gruppe Skifahrer auf einer Höhe von 1630 m ü. M. aus der Lawine befreit werden. Sie wurden anschliessend mit einem Helikopter der Air-Glaciers ins Spital von Sitten überflogen. Während der 27-Jährige leicht verletzt wurde, befindet sich die 31-jährige Frau in Lebensgefahr.

Touren und Variantenabfahrten erforderten Zurückhaltung und grosse Vorsicht, sagte Christine Pielmeier, Lawinenwarnerin beim WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF in Davos, am Donnerstag auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA. Im Norden und Westen sei die Situation «verbreitet sehr kritisch».

Die zweithöchste Warnstufe vier (grosse Lawinengefahr) herrschte am Donnerstag im ganzen Kanton Wallis. Das bedeutet, dass sich Lawinen ohne menschliches Zutun lösen können – ganz von selbst. In früheren Wintern war die Lawinensituation im Wallis letztmals im Januar vor zwei Jahren oder im April 2013 die gleiche.

Gemäss der Davoser Lawinenwarnerin sind bei Gefahrenstufe vier zahlreiche mittelgrosse bis grosse spontane Lawinen zu erwarten. Dadurch seien exponierte Teile von Verkehrswegen gefährdet.

Nicht nur im Wallis ist die Schnee- und Lawinensituation ausserordentlich. In der Zentralschweiz und in Graubünden herrscht ebenfalls gebietsweise grosse Lawinengefahr.

Die Lage bleibt heikel

Für Schneesport abseits geöffneter Pisten bleibt die Situation laut dem SLF in den nächsten Tagen anhaltend heikel. Allerdings lassen Wind und Niederschläge etwas nach, wodurch die Gefahr spontaner Lawinenauslösungen etwas abnimmt. Ab Samstagabend sind dann aber wieder viel Neuschnee und starker Wind angekündigt. Damit wird die Lawinengefahr erneut ansteigen.

Vor Ort beurteilen die lokalen Sicherheitsdienste die Situation laufend und informieren laut SLF über allfällige Massnahmen wie zum Beispiel Strassen- oder Pistensperrungen. Deshalb sollten deren Anweisungen und Massnahmen unbedingt beachtet werden. (whr/sda)

Die Schneemassen fegen über alles hinweg

Video: srf/SDA SRF
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
5 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
5
Kein ESC in Zürich: Wie die JSVP allen die Party verdarb
Die politische Agenda der Jungen SVP hat den ESC in Zürich gekillt. Und damit die Chance für die grösste Schweizer Stadt, Botschafterin für eine weltoffene Haltung zu sein.

Aus und vorbei. Zürich wie auch Bern/Biel haben eine Abfuhr erhalten, ihre Bewerbungen um die Austragung des Eurovision Song Contest 2025 wurden von der SRG abgeschmettert. Die SRG gibt an, dass in Zürich das angekündigte Referendum gegen den gesprochenen Kredit von 20 Millionen Franken zur Absage beigetragen hat.

Zur Story