DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

«Dann explodiert eine Bombe»: So bekämpft Operation Libero die No-Billag-Initiative

05.12.2017, 12:3605.12.2017, 13:03

Für die Operation Libero ist die No-Billag-Initiative ein Angriff auf die Medienvielfalt in der Schweiz und damit «ein Anschlag auf die Demokratie». Die Organisation hat deshalb ein Crowdfunding lanciert, um die Initiative «mit aller Kraft» zu bekämpfen.

Dabei will die Operation Libero im Dezember mindestens 284'981.59 Franken zusammenbringen. Das sei genau der Betrag, der zur erfolgreichen Bekämpfung der Durchsetzungsinitiative nötig gewesen sei, teilte Operation Libero am Dienstag mit.

Sie engagierten sich, wenn für die Schweiz viel auf dem Spiel stehe, sagte die Co-Präsidentin von Operation Libero, Laura Zimmermann, vor den Medien in Bern. Denn sie seien Verfassungspatrioten. Und bei dieser Abstimmung gehe es um nichts weniger als um das Recht auf Information, das in Artikel 93, Absatz 2 der Verfassung verankert sei.

Laura Zimmermann, Co-Präsidentin Operation Libero, lanciert in Bern den Abstimmungskampf gegen die «No Billag»-Volksinitiative
Laura Zimmermann, Co-Präsidentin Operation Libero, lanciert in Bern den Abstimmungskampf gegen die «No Billag»-VolksinitiativeBild: KEYSTONE

Starke Medien als Garant

Die Verfassung stelle sicher, dass sich die Schweizerinnen und Schweizer frei informieren könnten. Das sei nötig in einer direkten Demokratie, denn die Bürgerinnen und Bürger trügen viel Verantwortung. Dazu aber bräuchten sie möglichst vielfältige Informationen – starke Medien seien der Garant dafür.

Die Initiative schwäche mutwillig das Schweizer Mediensystem. Es sei naiv zu glauben, dass Private in die Bresche sprängen, sollte der Servie public wegfallen, sagte Zimmermann. In einer für die Medien schwierigen Zeit setze die Initiative auf das «Wildwestprinzip».

«Von Genf über Langnau bis nach Widnau»

Natürlich gäbe es auch bei einer Annahme von No-Billag noch viele Zeitungen, Redaktionen und Journalisten, welche gute und kritische Arbeit machten, sagte Zimmermann. «Was aber fehlen würde, wäre das, was sich im Markt niemand leisten kann: eine umfassende Information von Mendrisio über Altdorf bis Zürich; von Genf über Langnau bis nach Widnau.»

Für die Initianten sei diese Medienvielfalt anscheinend unnötig, sie wollten nicht, dass die vier Sprachregionen berücksichtigt würden. Die Initiative sei damit nicht nur ein «Anschlag» auf die Medien sondern auf die Demokratie.

Mit diesem Plakat wirbt Operation Libero für ihr Anliegen.
Mit diesem Plakat wirbt Operation Libero für ihr Anliegen.Bild: KEYSTONE

Nicht pro SRG

Der Operation Libero gehe es nicht um die SRG als Institution, nicht um die Frage, ob es mehr oder weniger Staat oder Gebühren brauche, sondern um das Recht auf Information. Wer diese Aufgabe wahrnehme, sei ihnen egal. Nicht egal sei ihnen aber das Ziel der Initiative, «denn die Konsequenzen wären wahnsinnig krass», sagte Zimmermann.

Das sollten auch diejenigen Menschen nicht gleichgültig lassen, die wenig oder gar kein Radio oder Fernsehen konsumierten. Es sei fünf vor zwölf. «Wenn wir jetzt nichts machen, explodiert am 4. März eine Bombe», ist Zimmermann überzeugt. (sda)

So wird «Wilder» aussehen, wenn dem SRF das Geld ausgeht

Video: watson/Emily Engkent, Lya Saxer, Angelina Graf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Abonniere unseren Newsletter

117 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
piedone lo sbirro
05.12.2017 13:19registriert November 2016
vielen dank zum voraus der operation libero für ihren einsatz gegen den anschlag auf die demokratie!
264129
Melden
Zum Kommentar
avatar
Spit
05.12.2017 13:47registriert Januar 2015
Gut so, Operation Libero! Für Medienvielfalt, unabhängige Informationskanäle und vor allem auch für die kulturelle und sprachliche Vielfalt der Schweiz!
21695
Melden
Zum Kommentar
avatar
Tepesch
05.12.2017 15:58registriert Oktober 2015
Hoffentlich schauen die Billag Gegner auch kein ZDF, ARD, ORF, Arte, etc. Dass sind nähmlich alles Sender die über Rundfunkgebühren finanziert werden.
8727
Melden
Zum Kommentar
117
Brasilianischer Film «Regra 34» gewinnt Goldenen Leoparden

Der Spielfilm «Regra 34» («Rule 34») der brasilianischen Filmemacherin Julia Murat hat am 75. Film Festival Locarno den Goldenen Leoparden gewonnen. Es ist ein Film über die Omnipräsenz von Sex und seinen Regeln.

Zur Story