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Armee steht bereit - Einsatz in Bondo aber noch zu gefährlich



Der Bergsturz bei Bondo GR

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Der Bergsturz bei Bondo GR
quelle: keystone / gian ehrenzeller
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Im Südbündner Bergsturz-Ort Bondo steht die Armee zum Helfen bereit. Aber ein Einsatz im Bergell kommt derzeit nicht in Frage: zu gefährlich.

Bundesrat Guy Parmelin habe Hilfe zugesagt, aber der Einsatz sei im Moment zu gefährlich, betonte der Bündner Regierungsrat Christian Rathgeb am Montag auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Armeeangehörige müssten sich während der Arbeit im überschwemmten Auffangbecken vor dem Dorf Bondo im Notfall innert vier Minuten in Sicherheit bringen können. Das sei nicht möglich, weil das abgebrochene Material in Bewegung sei.

Mit Aufräumarbeiten beschäftigt sind zivile Personen - und das unter ständiger aufmerksamer Beobachtung. Diese Leute sind laut Rathgeb in einer Minute aus dem Auffangbecken raus, sollte erneut Material aus dem Val Bondasca heraus geschwemmt werden.

Rathgeb erinnerte daran, dass am Grenzberg zu Italien, dem Piz Cengalo, eine weitere Million Kubikmeter Gestein in Bewegung ist, die jederzeit abbrechen könnte. Vier Millionen Kubikmeter waren am Mittwoch letzter Woche abgestürzt. Teile davon wurde via Val Bondasca ins Haupttal Bergell bis vor Bondo geschoben.

Zu gross zum Wegsprengen

Vom Berg sprengen, damit alles unten am Talboden liegt, lässt sich das restliche Felspaket nicht. Sprengbare Felsmassen lägen üblicherweise in der Grössenordnung von höchstens ein paar tausend Kubikmetern, hiess es bei den Spezialisten des Bündner Amtes für Wald und Naturgefahren.

Das Material, das seit Mitte letzter Woche vom Piz Cengalo ins Bergeller-Seitental abgestürzt ist, wird im Val Bondasco liegen gelassen. Abgesehen vom Dorf Bondo, das im Auslauf des Val Bondascas liegt, wären bei einem Absturz des restlichen Materials laut Behördenangaben grundsätzlich keine Infrastrukturen gefährdet.

Glückskette bereit

Bereit zum Helfen im Bergell ist die Glückskette Schweiz. Mediensprecherin Daniela Toupane zufolge verfügt die Hilfsorganisation über einen Unwetter-Fonds, in dem sich drei Millionen Franken befinden. Die Mittel in diesem Fonds seien der Grund dafür, dass kein spezieller Spendenaufruf für Bondo erlassen worden sei.

Die Glückskette könnte gemäss ihrer Mediensprecherin Soforthilfe im Bergell leisten, Überbrückungshilfe oder Hilfe bei der Begleichung von Restkosten. Die Hilfsorganisation warte auf konkrete Gesuche der Gemeinde Bregaglia oder von Privaten in Bondo. Mandatsträgerin der Glückskette vor Ort im Bündner Südtal ist die Hilfsorganisation Caritas.

Einer der grössten der letzten 100 Jahre

Bei einem der grössten Bergstürze in der Schweiz seit über 100 Jahren waren am letzten Mittwochvormittag schätzungsweise vier Millionen Kubikmeter vom Piz Cengalo abgebrochen. Eine Kombination von auftauendem Permafrost und Wasserdruck wird als Ursache vermutet.

Wahrscheinlich acht Menschen wurden verschüttet und verloren ihr Leben: vier Deutsche, zwei Österreicher und zwei Schweizer aus dem Kanton Solothurn. Die Suche nach den Vermissten wurde inzwischen eingestellt.

Im Rahmen der Abklärungen zum Unglück wird unter anderem der Frage nachgegangen, ob im Gebiet seitens der Gemeinden ausreichend auf die Naturgefahr eines Bergsturzes hingewiesen wurde. Der Piz Cengalo stand unter Beobachtung seit dem Absturz von Ende 2011, als am gleichen Ort 1.5 Millionen Kubikmeter Fels wegbrachen. Dieser Bergsturz hatte sich damals weitgehend unbemerkt ereignet. (sda)

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