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ARCHIVBILD ZUM UMSTIEG VON ST. GALLEN AUF DAS E-VOTING SYSTEM DER POST, AM MITTWOCH, 28. NOVEMEBER 2018 - Sicht auf Demo-Abstimmungskarte des E-Voting Systems CHvote des Kantons Genf, am Montag, 12. September 2016, in Bern. Das elektronische System soll schrittweise bis im Jahr 2019 eingefuehrt werden. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die Post will E-Voting nun alleine entwickeln. Ohne ausländischen und wohl auch ohne inländischen Partner. Bild: KEYSTONE

«Schrotthaufen gekauft»: Post will E-Voting alleine entwickeln – und erntet harte Kritik

Die Post wurde überrumpelt von der Meldung, Scytl stehe vor dem Konkurs. Sie musste früher als geplant informieren, dass sie die alleinigen Rechte am E-Voting-Quellcode des spanischen Partners erworben hat.

Othmar von Matt / CH Media



Mit der Nachricht, Scytl stehe in Spanien vor dem Konkurs, war die Post kommunikativ auf dem linken Fuss erwischt worden. Eigentlich wollte sie die Medien in einem Hintergrundgespräch darüber informieren, dass sie im April die Rechte für den Quellcode des E-Voting-Systems von Partner Scytl übernommen hatte.

So musste die Post vorzeitig kommunizieren. Den strategischen Entscheid, das System unabhängig vom spanischen Anbieter zu entwickeln, hatte sie im Spätsommer 2019 gefällt. Der Public-Intrusion-Test (PIT) – ein öffentlicher Hack – führte dazu. Er geriet zum Desaster. Die britische Hackerin Sarah Jamie Lewis entdeckte gravierende Lücken.

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Vor allem war intern schon damals klar, dass die Post den sicheren digitalen Datentransport als Wachstumsfeld sah. Sie wollte ihn im Bereich Kommunikations-Services ausbauen. Das Briefgeheimnis soll in die digitale Welt übertragen werden.

An der Strategie-Medienkonferenz erwähnte Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller E-Voting explizit als Beispiel für digitale Datenübermittlung. Das Parlament, betonte er, müsse diesen Schritt aber noch absegnen.

Urs Schwaller, Praesident des Verwaltungsrats, Schweizerische Post AG, spricht waehrend der Bilanzmedienkonferenz die Post, am Donnerstag, 12. Maerz 2020, in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Post-Verwaltungsratspräsident Urs Schwaller Bild: KEYSTONE

Kein ausländischer und kaum ein inländischer Partner

Die Post sieht ihre E-Voting-Zukunft ohne ausländischen, aber wohl auch ohne inländischen Partner. «Die Post ist bereits seit letztem Jahr daran, ihr E-Voting-Entwicklungsteam schrittweise auszubauen», schreibt Sprecher Oliver Flüeler in einer Stellungnahme.

Für die Entwicklung neuer Angebote beim digitalen Transport sensibler Informationen müsse das interne Know-how zur Kryptografie weiter ausgebaut werden. «Der Entscheid, E-Voting selbständig zu entwickeln, hat auch dies zum Ziel.» Denkbar sei, sagen Kenner, dass die Post dafür Start-ups zukauft.

«Stimmen konnten unbemerkt manipuliert werden»

Die E-Voting-Kritiker nehmen die Entwicklung zum Anlass für Grundsatzkritik. Das System von Scytl sei «von Grund auf nicht vertrauenswürdig», sagt Nicolas A. Rimoldi, Kampagnenleiter der Initiative «Ja zum E-Voting-Moratorium». «Die Post hat einen Schrotthaufen gekauft und reitet weiterhin ein totes Pferd.» Beim Hacking-Test seien «ganz kritische Systemfehler» entdeckt worden: «Stimmen konnten unbemerkt manipuliert werden.»

Nicolas A. Rimoldi, Kampagnenleiter, Franz Grueter, Nationalrat SVP-LU, Praesident des Initiativkomitees, und Prisca Koller, Kantonsraetin FDP-ZH, von links, ziehen den Stecker an einer Medienkonferenz ueber die  Lancierung der Volksinitiative fuer ein E-Voting-Moratorium

E-Voting den Stecker ziehen, forderte das Komitee bei der Lancierung der Initiative für ein E-Voting-Moratorium. Bild: KEYSTONE

Der Fall Scytl schwemme grundsätzliche Fragen an die Oberfläche, sagt Erik Schönenberger, Geschäftsleiter der Digitalen Gesellschaft. «Wie kann man bei den Stimmbürgern das Vertrauen in ein E-Voting-System schaffen, dass sie auch ein sehr knappes Abstimmungsresultat akzeptieren?» Man rate zurzeit «sehr dringend» ab, E-Voting einzusetzen.

Er wünsche sich, dass man bald im Internet abstimmen könne, sagt Netzaktivist Daniel Graf. «Für E-Voting fehlt aber eine Technologie, die für Stimmbürger transparent ist, den höchsten Sicherheitsanforderungen genügt.» Deshalb sei nur ein Pilotbetrieb möglich, mit Schweizer Open-Source-Lösung.

«In der unternehmerischen Verantwortung der Post»

Und was sagt die Bundeskanzlei? «Dieser Entscheid liegt in der unternehmerischen Freiheit und Verantwortung der Post», sagt Sprecher Urs Bruderer. Er verneint, dass damit das E-Voting-Projekt weiter zurückgeworfen werde. «Die Eignerschaft ist aus Sicht des Bundes nicht die entscheidende Frage», sagt er. Für Bewilligung und Zulassung seien die sicherheitstechnischen Vorgaben relevant.

Derzeit werden in der Schweiz keine E-Voting-Versuche durchgeführt. «Die Bundeskanzlei erarbeitet mit den Kantonen die Neuausrichtung des Versuchsbetriebs», sagt Bruderer. Wann Versuche wieder möglich würden, sei noch nicht abschätzbar. «Die dafür erforderlichen Bedingungen werden aktuell ausgearbeitet.»

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66Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • wydy 20.05.2020 08:12
    Highlight Highlight Bei diesem Thema würde ich vielen Leuten näher legen sich über den Duning-Kruger-Effekt zu informieren.

    Oder anders gesagt, lest euch zuerst etwas in die Thematik ein, bevor ihr mitdiskutiert. eVoting ist ein sehr komplexes und technisches Thema. Es gibt jedoch gute Internetseiten, welche die Problematik gut und ausführlich erklären.

    Ist nicht bös gemeint, aber einige hier vergleichen Äpfel mit Birnen und vereinfachen die Problematik sehr stark. Wenn eVoting vors Volk kommen würde, wäre es wichtig, dass man hier nicht politisch, sondern eher sicherheitskritisch abstimmt.
  • Amarillo 19.05.2020 11:22
    Highlight Highlight Ein bekanntes Phänomen. Handelt es sich nicht um eine entsprechend grosse und "gut aufgestellte" Entwickler-Bude, so kann diese an einem Auftrag buchstäblich zugrunde gehen. Vor allem natürlich, wenn die vertraglichen Ziele nicht erreicht werden. Dann bleibt dem Auftraggeber nichts anderes übrig, als a) die Bude oder die Schlüsselpersonen zu übernehmen oder b) den Code zu kaufen, wobei letzteres bei halbwegs vernünftiger Vertragsgestaltung eigentlich "gratis" sein müsste, da die Entwicklung soweit bezahlt wurde. So oder so kann das aber ein Fass ohne Boden werden.
    • wydy 20.05.2020 08:38
      Highlight Highlight Das Problem ist meistens auch noch ein anderes. Projektleiter geben oftmals Projekte an bekannte Grossfirmen. Wird das Projekt jetzt in den Sand gesetzt, kann der Projektleiter sagen: "Ja aber das war die Post. Die ist gross, bekannt und Potent, woher sollte ich sowas wissen". Und ziehen sich so aus der Affäre. Sie haben es ja an eine grosse bekannte kompetente Firma gegeben, nicht ihr Fehler. PS: Die Post setzt gefühlt jedes 2. IT Projekt in den Sand ;-)
  • Scenario 19.05.2020 10:07
    Highlight Highlight Eine Opensource E-Voting Platform wäre das einzig richtige um maximale Sicherheit und maximales Vertrauen zu gewährleisten. Alles andere wird sich im Westen nicht durchsetzen.
    • KEULENSPIEGEL 19.05.2020 10:52
      Highlight Highlight Was genau ist deine Definition vom Open Source?
      Ich glaube, Open Source und maximale Sicherheit stehen sich diametral gegenüber und sind für ein E-Voting System sicher gerade das letze was es braucht.

      http://de.wikipedia.org/wiki/Open_Source
    • Scenario 19.05.2020 20:22
      Highlight Highlight @Keulenspiegel meine Definition von Open Source ist die gleiche, wie auf Wikipedia ;)

      Wie kommst du denn auf diese Idee, bzw. wieso bist du der Meinung, dass dies das letzte wäre was es braucht? Opensource Systeme sind per se Quell-Offen und diese Systeme können entsprechend überprüft werden. Geschlossene Systeme sind hingegen nicht überprüfbar...
  • N. Y. P. 19.05.2020 09:48
    Highlight Highlight my vote was counted ???
    Benutzer Bild
  • hemster (eidg. dipl. Rechtschreibfehler) 19.05.2020 09:32
    Highlight Highlight es gibt 4 arten von angriffen:

    1. nicht gezielte Angriffe:
    man schaut mal wer schwachstellen hat (z.B. Port Scans oder Spam)
    2. teil gezielte Angriffe:
    man fokusiert sich auf z.B. branchen, geschlecht etc. (z.B. Phishing Mails)
    3. gezielte Angriffe:
    Fokus auf das Ziel um das zu bekommen was man will (z.B. mit Social Engineering etc.)
    4.
    Gleich wie 3. nur mit wesentlich mehr Ressourcen wie z.B. Staaten oder Staatsorganisationen.

    1 und 2 können verhindert werden. 3 und 4 nicht, da gewinnt wer mehr geld hat. Post hat weniger Geld als "feindliche" Staaten, also hat sie verloren.
    • hemster (eidg. dipl. Rechtschreibfehler) 19.05.2020 09:40
      Highlight Highlight Nachtrag:
      Open Source bietet in solchen Situationen die Möglichkeit, Schwachstellen schneller aufzustöbern und möglicherweise einen länderübergreifenden Standard zu schaffen. Siehe z.B. die Corona App Entwicklung.
  • Hillman 19.05.2020 09:20
    Highlight Highlight Das Problem bei E-Voting ist dass eine solche IT Lösung niemals 100% ig sicher sein kann (by nature). Der Vergleich mit der Bankenwelt hinkt ein wenig da auch dort zwar viel auf dem Spiel steht (Geldtransfer) aber das Risiko besser verteilt ist, da es unzählige Konten gibt in die man eindringen muss. Beim E-Voting gibt es am Schluss ein Resultat das ein Eindringling beinflussen will. Dies "lohnt" sich natürlich ungleich mehr. Somit ist es eine reine Frage der Zeit bis ein solches System gehackt würde. Interessenten für solche Aktionen gibt es sicher zur genüge.
    • rolf.iller 19.05.2020 10:52
      Highlight Highlight Die Befürworter entgegnen darauf, dass unser heutiges Voting nicht 100% sicher ist und das es schon nachweislich zu Betrug gekommen ist.

      Der Betrug betraf aber immer kleine Volumen und war lokal isoliert. Ein zentraler grossflächiger Angriff ist jedoch praktisch unmöglich. Im Gegensatz zum E-Voting. Dort liegt es in der Natur der Sache, dass Angriffe zentral und umfassend erfolgen.
    • Test of the test 19.05.2020 22:34
      Highlight Highlight Eine Implementierung ist sehr schwierig (Bugs, etc.), da sicheres E-Voting kryptograpfisch eine sehr komplizierte Sache ist, aber Ihrem (by nature) stimme ich nicht zu. Es gibt kryptographische Lösungen, die sicher sind, das heisst u.a., dass niemand (nicht mal der Zähler), weiss, was eine bestimmte Person gewählt hat. Darüber hinaus gibt es sogar krypt. Systeme, die es verunmöglichen, dass der Wähler selbst später vorweisen kann, wie er gewählt hat (receipt-freeness). Eine Erkl. z.B. hier (sec. 2.4):

      http://eprints.qut.edu.au/25538/1/Implementation_issues_in_secure_E-voting_schemes.pdf
    • rolf.iller 20.05.2020 21:00
      Highlight Highlight a) Zu guter Krypto: Wenn das alles kein Problem ist, warum hat denn die Post das nicht schon längst gelöst?

      b) Selbst wenn die Krypto perfekt und unbezwingbar ist, so ist E-Voting dennoch Demokratiezersetzend. Alles was es braucht ist eine Facebook-Kampagne, die behauptet, dass das System unsicher sei, missbraucht werde und genau registriert würde, wer wie abstimmt. Es gibt genug Aluhüte und Leichtgläubige da drausen, die so was aufsagen.

      Beim normalen Voting, gibt es das nicht, denn hier können nicht nur ein paar wenige fachspezialisten den Prozess nachvollziehen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • ralck 19.05.2020 08:57
    Highlight Highlight Seit man mit Swiss ID gestartet hatte und diese jedem aufzwingen wollte, ist jedes digitale Projekt der Post zum Scheitern verurteilt.
    • Scenario 19.05.2020 10:06
      Highlight Highlight @ralck: Da hast du sowas von recht...
      Die Post braucht einen Neuanfang in Ihrer digitalen Sparte... am besten ein Spin-Off, das sich von Grund auf digitalen Themen und Geschäftsmodellen annimt und keinem Einfluss von ewiggestrigen unterliegt, die noch nicht verstanden haben, wie der Hase in der digitalen Welt läuft.
  • Orula 19.05.2020 08:51
    Highlight Highlight Weder E-Voting noch E-ID gehören in die Hände von halbstaatlichen oder privater Betriebe, zuletzt in die der Post, die sich ja schon seit längerem als Datenkrake betätigt, sei es über die Swiss-ID oder gekaufter Daten bei Gemeinden und Verwaltung.
    Betreffend Datenschutz hat die Post Null Kompetenzen oder Vertrauen.
    Der Staat soll endlich seine digitale Verantwortung übernehmen und endlich entgegen aller Lobbyisten im Parlament diese Angelegenheit in die eigene Hand nehmen.
    • insert_brain_here 19.05.2020 11:05
      Highlight Highlight Glaub mir, der Bund hat noch viel weniger IT-Kompetenz als die Post und damit meine ich explizit das Bundesamt für Informatik. Es gibt dort zwar durchaus Personen die über die entsprechende Ausbildung und Erfahrung verfügen, an den Schaltstellen sitzen allerdings Leute mit dem "richtigen" Parteibüchlein. Wird ein Projekt gestartet werden hordenweise externe Berater engagiert von denen jeder einfach nur möglichst viel verkaufen will, was dazu führt dass die Softwarelösung schon unbrauchbar ist bevor auch nur ein Entwickler eine Zeile Code geschrieben hat.
    • Orula 21.05.2020 06:37
      Highlight Highlight @insert_brain_here
      Das ist mir schon klar, dass das BIT sicher nicht die nötigen Kompetenzen für so eine komplexe Lösung hat.
      Was ich meine so etwas wie ein eigenes Kompetenzzentrum oder wenn nötig auch ein Departement für Digitales, wo man sämtliche Ressourcen aus EJPD, VBS und den anderen Departementen konzentrieren und wenn nötig auch mit Internationalen Fachleuten ausbauen.
      Dass eine E-Voting Lösung auch funktionieren kann hat ja Estland schon bewiesen und aus diesen Erfahrungen und auch Fehlern kann man lernen und darauf aufbauen.
  • landre 19.05.2020 08:42
    Highlight Highlight Trotz öffentlichem ("offiziellem") Auftrag bzw Verpflichtungen gegenüber dem öffentlichem Interesse, ist unser "gelbe Riese" per se privatisiert, folglich den Regeln der Privatwirtschaft bzw der Wirtschaftlichkeit unterworfen.

    "E-Voting" ist kein kommerzielles Gut oder etwas dass man durch mehr oder weniger vertrauenswürdiges Outsourcing an die Privatwirtschaft delegieren kann/ sollte. Das Risiko ist zu gross.

    "E-Voting" ist zwar ein Staatsauftrag, dessen Umsetzung gehört aber strikt zu den Staatsaufgaben.
    • Scenario 19.05.2020 10:10
      Highlight Highlight @landre
      Da gibt es durchaus Lösungen, bei denen der Staat nicht noch mehr Aufgaben übernehmen muss... Opensource Lösungen sind transparent und es können verschiedene Akteure an der Entwicklung teilnehmen, denn es braucht verschiedene Akteure. Ich vertraue dem Staat genau so wenig wie einem Unternehmen, denn für den Moment mag alles in Ordnung sein, aber was wenn ein Erdogan, Orban oder Putinpartei sich in der Schweiz durchsetzt? Da ist man von Wahlmanipulation nicht mehr weit entfernt. Darum... es muss alles offen sein, damit man es überprüfen kann.
  • Kaspar Floigen 19.05.2020 08:08
    Highlight Highlight Irgendwie kommt mir da das Bild vom Ruderboot mit 7 Antreibern und einem Ruderer in den Sinn. Ist doch immer so bei diesen digitalen Lösungen. Da wird ein riesen Apparat an Managern und Stakeholdern, die aber alle keine Ahnung haben, über was sie da reden. Der Kern der Lösung selber wurde dann von drei Programmieren in Spanien entwickelt, die keiner mehr kennt.
    • Firefly 19.05.2020 08:49
      Highlight Highlight Ich denke dabei immer an das Loch, das einer gräbt und fünf zuschauen und Anweisungen geben. ;)
    • insert_brain_here 19.05.2020 10:50
      Highlight Highlight E-Voting könnte als Bachelorarbeit an einer beliebigen Hochschule ausgeschrieben werden und innert 6 Monaten hätten drei Studenten eine technisch und architektonisch ausgereiftere Lösung entwickelt als alles was unter der Regie des Bundes in 10 Jahren mit 150 Personen gebaut wird.
    • Firefly 19.05.2020 11:25
      Highlight Highlight @insert_brain_here nana, übertreib mal nicht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • N. Y. P. 19.05.2020 08:07
    Highlight Highlight «Die Post ist bereits seit letztem Jahr daran, ihr E-Voting-Entwicklungsteam schrittweise auszubauen», schreibt Sprecher Oliver Flüeler in einer Stellungnahme.

    Und dieses "E-Voting-Entwicklungsteam" will am Schluss ein E-Voting- System präsentieren, dass allen amerikanischen, russischen und israelischen Nachrichtendiensten standhält ?

    Das System war ja nicht mal der britischen Hackerin Sarah Jamie Lewis gewachsen.

    Bitte transportiert Briefe und Pakete von A nach B. Mehr braucht es nicht.
  • Pidemitspinat 19.05.2020 08:04
    Highlight Highlight E-Voting ist ein Sargnagel der Demokratie. Schon jetzt vertrauen die Leute der Politik nicht mehr. Glaubt ihr, dass Technik das Vertrauen ehröht? Ganz abgesehen davon wurde die Bevölkering nie gefragt, ob sie E-Voting haben will. Die Post soll das Projekt abbrechen.
  • Pit Ralon 19.05.2020 07:57
    Highlight Highlight Man kann noch so lange daran herumspielen wie man will, sogar wenn Quantenverschlüsselung marktfähig ist, kann die Quelle, der Ursprung der Verschlüsselung und somit das Ziel angegriffen werden. Der Vorteil in der analogen Wahl, Abstimmung ist, dass Manipulationen auffallen werden und können, diesen Vorteil bietet digitale Abstimmung nicht. Liebe Post, das sind Fehlinvestitionen in ein unkontrollierbares System. Ein unternehmerischer Griff ins Klo.
  • N. Y. P. 19.05.2020 07:56
    Highlight Highlight Die meisten Wähler wollen kein E-Voting.

    Häufig wird E-Voting mit dem E-Banking verglichen. Weil E-Banking tadellos funktioniert, müsste man ja eigentlich positiv gegenüber E-Voting eingestellt sein.

    Falsch.

    Nochmals zum mitschreiben für die E-Voting-Groupies: Wenn ich 124.40 Fr. an Tante Käthe überweise, kann ich und die taffe Käthe kontrollieren, ob der Betrag angekommen ist.

    Aber ☝️ , ob beim E-Voting manipuliert wird, kann kein Mensch kontrollieren. Wie kann ich prüfen, ob meine Stimme gezählt wurde ?
    • Test of the test 19.05.2020 23:06
      Highlight Highlight Das ist technisch möglich, Fachbegriff ist "universal verifiability", man benötigt dazu allerdings ein gewisses Fachwissen, das sich aber grundsätzlich jeder aneignen könnte.

      Grundsätzliche Idee ist die "homomorphic cryptography"-Technologie, die es erlaubt, die Summe vieler verschlüsselter Zahlen zu entschlüsseln, wobei aber die einzelnen Zahlen selbst nicht entschlüsselt werden können.

      Ein auf dieser Technologie basierendes E-Voting ("homomorphic E-voting") mit "univ. verifiability" erlaubt jedem Teilnehmer und auch aussenstehenden Personen, das Wahlresultat auf Richtigkeit zu überprüfen.
    • N. Y. P. 19.05.2020 23:21
      Highlight Highlight Danke für die genaue Erklärung.

      Das wird aber ein ganz steiniger Weg, den Wählern diese Technologie adressatengerecht zu erklären. Das Misstrauen ist gross, wenn es ums E-Voting geht.

      Vielleicht bringt uns ein Artikel mal diese Technologie näher..
  • Lustiger Baum 19.05.2020 07:36
    Highlight Highlight Solange der Code nicht öffentlich zugänglich ist auf GitHub etc. sollte dem Programm keinen Meter getraut werden!

    Die Schweizer Demokratie ist etwas vom Wenigen dass wir noch haben und uns vom Rest der Welt abhebt. Dieses System würde sich nun vollständig exportieren lassen mit einer Quelloffenen Software - Direct Democracy, made in Switzerland. Gratis und für jedes Land, Region oder was auch immer verfügbar! Darauf wäre ich als Schweizer stolz und nicht auf den ganzen Schwarzgeld oder Abhörschwachsinn, welcher nur Leid und keinen Mehrwert für die Menschheit bringt!
  • bcZcity 19.05.2020 06:55
    Highlight Highlight Wir wickeln in der CH Bank- und Aktiengeschäfte in Milliardenhöhe über das Internet ab. Oft Geschäfte die auch viele Existenzen betreffen. Kriegen es aber nicht hin ein eigenes E-Voting System auf die Beine zu stellen welches so gut wie keine Schwachstelle für Manipulationen hat?

    • 3klang 19.05.2020 07:29
      Highlight Highlight Wer E-Voting und E-Banking miteinander vergleicht, hat das Problem nicht verstanden!

      Scheint bei der Post auch der Fall zu sein...
    • The Destiny // Team Telegram 19.05.2020 07:34
      Highlight Highlight Es darf eben nicht so gut wie keine Schwachstellen zur Manipulation haben, es darf keine geben!

      So nebenbei, Apfel und Birnen. Die Komplexität für e-voting ist viel größer.
    • Ueli der Knecht 19.05.2020 07:36
      Highlight Highlight "so gut wie keine Schwachstelle für Manipulationen "

      Mit "so gut wie keine" können sich Banken allenfalls zufrieden geben, aber für ein E-Voting-System reicht das nicht aus.
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