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Federer lobt Klimajugend – diese will «mehr als nur leere Worte» vom Superstar

Über Roger Federer brach diese Woche ein Shitstorm ein. Klima-Aktivisten werfen ihm sein Engagement für die Credit Suisse vor. Federer meldete sich zu Wort – und lobte die Klimajugend. Diese hofft, dass auf Federers Antwort nun Taten folgen.



In this Sunday, Dec. 15, 2019 photo, Roger Federer talks to the Associated Press reporter during an exclusive interview in Dubai, United Arab Emirates. (AP Photo/Kamran Jebreili)
Roger Federer

Roger Federer im Interview. Bild: AP

Roger Federer geriet diese Woche in den Fokus der Klimaaktivisten. Mit dem Hashtag #rogerwakeupnow hat die Klimajugend einen Proteststurm gegen das CS-Aushängeschild ausgelöst. Die Klimaaktivisten forderten ein Ende seiner Partnerschaft mit der Credit Suisse und kündigten neue Aktionen an.

Nachdem auch Greta Thunberg die Botschaften mit ihren Millionen Followern teilte, war der Shitstorm lanciert. Doch vermutlich niemand glaubte ernsthaft, dass der Weltsportler sich zu dem Thema äussern würde, sicher nicht während seiner aktiven Karriere.

Umso bemerkenswerter ist es, dass Roger Federer nun genau das getan hat. Am Samstag liess er der Nachrichtenagentur Reuters eine Stellungnahme zukommen, die auch CH Media vorliegt. Und noch bemerkenswerter ist, was er da verkündet.

Federers offizielles Statement in voller Länge:

«Ich nehme die Auswirkungen und die Bedrohung durch den Klimawandel sehr ernst, zumal meine Familie und ich inmitten der Zerstörung durch die Buschbrände in Australien ankommen. Als Vater von vier Kindern und leidenschaftlicher Befürworter der universellen Bildung habe ich grossen Respekt und Bewunderung für die Jugendklimabewegung. Ich bin den jungen Klimaaktivisten dankbar, dass sie uns alle dazu zwingen, unser Verhalten zu überprüfen und nach innovativen Lösungen zu suchen. Wir sind es ihnen und uns selbst schuldig, zuzuhören. Zudem bin ich mir meiner Verantwortung als Privatperson, als Athlet und als Unternehmer sehr bewusst und möchte diese privilegierte Position für den Dialog in diesen wichtigen Fragen mit meinen Sponsoren nutzen.»

Federer unterlässt es, in seinem Statement die Credit Suisse explizit zu erwähnen. Trotzdem hätte mit solchen Aussagen wohl niemand gerechnet. Und mit seinem Lob an die Klimaaktivisten lobt er indirekt auch Greta Thunberg.

Roger Federer ist seit 2009 Werbebotschafter der Credit Suisse. Da die Bank in die Förderung fossiler Energieträger investiert, protestierten Mitglieder der Klimabewegung schon lange gegen die CS. Zwölf Personen müssen sich zurzeit vor Gericht verantworten, weil sie im November 2018 den Sitz der Credit Suisse in Lausanne besetzt hatten.

Federer soll CS angehen – oder Deal beenden

Die Schweizer Klimajugend äussert sich watson gegenüber vorsichtig positiv zu Federers Reaktion: «Wir freuen uns sehr, dass Roger Federer sich nun dazu äussert und das Thema ernst nehmen möchte», sagt Lena Bühler vom Klimastreik Schweiz auf Anfrage. Allerdings müsse Federer jetzt aber schon beweisen, dass das mehr als nur leere Worte seien: «Wir fordern, dass Federer die CS öffentlich zum sofortigen Ausstieg aus allen fossilen Energien auffordert oder die Konsequenzen zieht und diesen Werbe-Deal beendet.»

Es gehe der Klimabewegung wirklich nicht darum, Federer als Individuum anzuklagen, betont Lena Bühler, sondern vor allem darum, die «untragbaren Praktiken» der CS aufzuzeigen. Sollte Federer dazu bereit sein, würden sich die Schweizer Klimajugend sofort mit dem Tennisstar treffen: «Wir sind auch jederzeit sehr offen, ihm diese in einem Gespräch zu erklären und zu diskutieren.» (cbe/meg/mit Material von CH Media)

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