Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nächster Spesen-Skandal? Stadtpräsident von Montreux reiste für 40'000 Franken pro Jahr



Nationalrat Laurent Wehrli, FDP-VD, hoert eine Diskussion waehrend der Sitzung des Auslandschweizerrates, am Samstag, 10. Maerz 2018 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Laurent Wehrli. Bild: KEYSTONE

Der Stadtpräsident von Montreux, Laurent Wehrli, hat sich 2017 Spesen in der Höhe von 40'000 Franken zurückerstatten lassen. Er könne verstehen, dass dies im aktuellen Kontext Fragen aufgeworfen habe, sagte Wehrli auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA.

Die Westschweizer Tageszeitung «La Liberté» deckte am Donnerstag auf, dass der Waadtländer FDP-Nationalrat Wehrli in seiner Funktion als Stadtpräsident von Montreux im Jahr 2017 rund 40'000 Franken an Spesen für Flüge, Hotelübernachtungen und Essen für acht bis zehn Reisen ins Ausland geltend gemacht hat. Die Summe soll auch Autofahrten zwischen Bern und Montreux enthalten.

Bei der Finanzkommission der Stadt Montreux sollen diese Ausgaben Fragen aufgeworfen haben. Wehrli sagte auf Anfrage der Agentur Keystone-SDA, er «verstehe, dass man sich im aktuellen Kontext Fragen stellen könne». Zugleich unterstrich er, dass die Finanzkommission letztlich zum Schluss gekommen sei, dass alle Auslagen gerechtfertigt gewesen seien.

Alle Mitglieder der Exekutive von Montreux erhalten neben ihrem Salär eine Jahrespauschale von 9000 Franken, um ihre Spesen an der Waadtländer Riviera zu decken. Der Rest läuft über separate Spesenabrechnungen.

Es habe sich um «Missionen im Interesse der Gemeinde» gehandelt, rechtfertigte sich Wehrli weiter. Für einen Stadtpräsidenten von Montreux sei es nicht ungewöhnlich, zwischen acht und zehn Reisen pro Jahr zu unternehmen.

«Diese Reisen können nützlich für Montreux sein, ich habe nichts zu verbergen», fügte er hinzu. Die Gemeinde sei informiert.

Frauen als Begleiterinnen

China's Li Ning, right, Olympic champion of artistic gymnastics, shakes hands with the mayor of the city of Montreux Laurent Wehrli, left, in front of a statue of him during the unveiling ceremony of a statue of Li Ning, a former Chinese Olympic gymnast, on the shore of the Lake of Geneva, in Montreux, Switzerland, Thursday, June 8, 2017. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Bild: KEYSTONE

Zweimal wurde Wehrli auf den Auslandreisen auch von seiner Frau und einem Teil seiner Kinder begleitet. Neben Clarens in Südafrika ging es beispielsweise nach Riad, in die Hauptstadt von Saudi-Arabien.

Montreux zähle eine starke Kolonie an Zweitwohnungsbesitzern aus dem Mittleren Osten, sagte Wehrli dazu. Der Vorsitzende dieser Gesellschaft habe ihn mit seiner Familie eingeladen. «Wenn meine Frau nicht gekommen wäre, hätte er seine auch nicht mitnehmen können» so Wehrli.

Die Finanzkommission von Montreux hat laut der «Liberté» unterdessen entschieden, die Regeln für die Spesenabrechnungen zu revidieren. Bisher schoss Wehrli die Ausgaben mit seiner Kreditkarte jeweils vor und liess sich die Beträge anschliessend zurückerstatten.

«Es macht mir überhaupt nichts aus, die Sache zu formalisieren. Wir werden alles schriftlich machen», sagte er. (aeg/sda)

Kosmonauten untersuchen mysteriöses Loch bei ISS

abspielen

Video: srf/SDA SRF

Das könnte dich auch interessieren:

Warum Donald Trump 2020 wiedergewählt wird – und warum nicht

Link zum Artikel

Ein 3-jähriges Mädchen zerstört eine Fliege – das macht dann 56'000 Franken

Link zum Artikel

«Kann man sich in einen guten Freund verlieben?»

Link zum Artikel

Greta Thunberg erhält exzellentes Schulzeugnis

Link zum Artikel

Federer vor Halle-Auftakt: «Rasen hat seine eigenen Regeln – vor allem für mich»

Link zum Artikel

We will always love you – vor 60 Jahren veröffentlichte Dolly ihre erste Single

Link zum Artikel

Fazit nach Frauenstreik: Hunderttausende Menschen protestierten für Gleichstellung

Link zum Artikel

«Er hat nicht unrecht» – das sagt Christoph Blocher zu SVP-Glarners Handy-Terror

Link zum Artikel

Du willst dein Handy sicherer machen? Dann solltest du diese 10 Regeln kennen

Link zum Artikel

FCB-Sportchef Streller tritt mit emotionalem SMS zurück: «Es bricht mir s’Herz»

Link zum Artikel

Trump hat sich im Persischen Golf verzockt

Link zum Artikel

5 Action-Heldinnen, die die Filmwelt ordentlich gerockt haben

Link zum Artikel

Preisgeld-Vergleich: So viel mehr kassieren Männer im Sport als Frauen

Link zum Artikel

14 Gründe, warum die Frauen heute streiken

Link zum Artikel

«Das stimmt einfach nicht» – Martullo-Blocher wird in der «Arena» vorgeführt

Link zum Artikel

Nach Handy-Terror: Betroffene Mutter rechnet mit SVP-Glarner ab – und wie

Link zum Artikel

Trump setzte Kopfgeld auf unschuldige Schwarze aus – jetzt melden sie sich zu Wort

Link zum Artikel

9 spannende Geisterstädte und ihre Geschichten

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Themen
12
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
12Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Elke Wolke 14.12.2018 08:49
    Highlight Highlight Viele Schweizer sind stolz auf ihr Land, Jobs in der Exportbranche oder auch das international gesehen überdurchschnittliche Kulturangebot, wie zum Beispiel das Montreux Jazz Festival. Jemand muss sich um dies kümmern und es macht Sinn, dass dies der Bürgermeister macht. Jetzt geht es um 8-10 Reisen, d.h. ca. 5'000 chf pro Reise, das scheint nicht übertrieben. Er musste ja all die Belege vorweisen um das Geld zu bekommen. Ergo: Kein Skandal.
    • RichPurnell 14.12.2018 11:50
      Highlight Highlight Komisch und ich dachte schon, das Montreux Jazz Festival wird von dessen Leiter, Mathieu Jaton, organisiert.
    • Elke Wolke 14.12.2018 14:28
      Highlight Highlight Es ist purer Populismus zu behaupten, dass jeder Politiker der ins Ausland reist korrupt sei.
  • Der Rückbauer 14.12.2018 08:12
    Highlight Highlight Auffallend, wie viele Westschweizer Politiker zu den wohlhabenden Arabern reisen. Ob dort neben Öl auch viel Cash fliesst?
  • Schneider Alex 14.12.2018 05:39
    Highlight Highlight Wenn es um viel im eigenen Interesse verschwendetes Geld geht (Swissair, UBS, Spesen), sind immer FDP-Politiker involviert. Ist irgendwie symptomatisch.
  • schuldig 13.12.2018 21:02
    Highlight Highlight Liebe Watsons, oder Watsen?
    Machts Euch doch einfacher und berichtet uns über Politiker, die "fehlende Reglemente" NICHT ausnützen.
    Spart Euch ne Menge Arbeit und Ihr seid früher im Pub...
  • Snowy 13.12.2018 20:31
    Highlight Highlight Nach so einem Text, fällt es einen schon leichter zu verstehen, warum Menschen gelbe Westen anziehen...
  • youmetoo 13.12.2018 17:08
    Highlight Highlight "Alle Mitglieder der Exekutive von Montreux erhalten neben ihrem Salär eine Jahrespauchschale von 9000 Franken, um ihre Spesen an der Waadtländer Riviera zu decken. Der Rest läuft über separate Spesenabrechnungen."

    Wozu brauchen diese Mitglieder eine Pauchschale?
    • Gummibär 14.12.2018 00:24
      Highlight Highlight Die Pauch-Schale ist für den Tschampannier, die Auschtern und den Lopschter Thermidor.
    • Der Rückbauer 14.12.2018 08:21
      Highlight Highlight Weil es keinen Sinn macht, zwei Kaffees für Fr. 10.-- oder einen Imbiss für Fr. 30.-- einzeln abzurechnen.
      Was mich extrem stört, ist die Vermischung zwischen privaten Ferien und (behaupteter) Geschäftstätigkeit, deren Nutzen im Himmel steht. Da muss ein Riegel vorgeschoben werden. Müsste die Begleitung durch ihre Accessoirs (Ehefrauen, Kinder) privat bezahlt werden, wären diese Politiker solo oder mit Vorzimmerdame/Köfferliträgerin unterweges. Was durchaus seinen Reiz haben kann und manchmal der Ehefrau vorgezogen wird. Das wären dann zwei Fliegen auf einen Schlag.
    • DonChaote 14.12.2018 08:38
      Highlight Highlight Steuerfreier Lohnbestandteil 😉 der „rest“, welcher über separate abrechnungen läuft sind wohl die eigentlichen „spesen“.
      Mittagessen, einige nachtessen (in montreux ist der tschampannier teuer), transporte innerhalb der schweiz (zug, 1.kl.), vielleicht mal ein schöner/s neuer/s anzug/kleid (repräsentation), allenfalls noch das telefon. Viel mehr bräuchte es nicht und dafür würden die 9000.- vermutlich auch knapp reichen.
    Weitere Antworten anzeigen

Ob er's auch lustig findet? Pierre Maudet gewinnt Preis der «besten Genferei»

Pierre Maudet ist mit dem zweifelhaften Preis für die «beste Genferei» der letzten zwölf Monate ausgezeichnet worden. Der Staatsrat erhielt am Mittwochabend den jährlich von Journalisten vergebenen Preis wegen der Affäre rund um seine Reise nach Abu Dhabi 2015.

Diese «ultimative Genferei» übertraf nach Angaben des Organisationskomitees alle anderen Fälle, die normalerweise auch gute Chancen auf den humoristischen Preis gehabt hätten. Es habe deshalb beschlossen, einen zweiten Preis für die …

Artikel lesen
Link zum Artikel