Schweiz
Russland

Anna Netrebko tritt wieder in der Schweiz auf, in der Zürcher Oper

epa08210597 (FILE) - Russian-Austrian soprano Anna Netrebko performs during the opening ceremony of the traditional 63rd Vienna Opera Ball at the State Opera, in Vienna, Austria, 28 February 2019 (rei ...
Auch auf Schweizer Bühnen war sie 2024 nicht mehr erwünscht: die russische Sopranistin Anna Netrebko.Bild: EPA

Nach Absagen 2024: Russische Sängerin tritt in der Zürcher Oper auf

10.04.2025, 13:4410.04.2025, 13:44

Die russische Sopranistin Anna Netrebko kehrt in die Schweiz zurück, konkret ins Zürcher Opernhaus. Der neue Intendant Matthias Schulz hat am Donnerstag bekannt gegeben, dass Netrebko ab dem 2. November auf der Bühne stehen wird, als Leonora in «La forza del destino» von Giuseppe Verdi.

Angst vor negativen Rückmeldungen aus der Zürcher Politik hat Schulz keine. «Ich bin überzeugt, dass Anna Netrebko diese Chance verdient hat», sagte er vor den Medien. Es sei falsch, Künstler als Sündenböcke zu benutzen, weil man an die tatsächlich Verantwortlichen nicht herankomme.

«Als Kulturinstitution tragen wir auch die Verantwortung, Künstler vor falscher Ideologisierung zu schützen», sagte Schulz weiter. Er habe sich vor dem Engagement persönlich mit ihr zum Thema Russland und Ukraine ausgetauscht.

Keine Auftritte in Russland mehr

Schulz betonte, dass Netrebko in den vergangenen Jahren ausschliesslich auf pro-ukrainischen Bühnen aufgetreten sei. Auftritte in Russland habe es keine mehr gegeben. «Deshalb freuen wir uns jetzt, dass sie wieder in der Schweiz zu hören sein wird.»

Auch andere Spielstätten heissen die Opern-Sängerin mittlerweile wieder willkommen, so etwa London, Mailand oder Berlin – teilweise jedoch begleitet von Demonstrationen.

Netrebko, die in Wien lebt, wird eine Nähe zum russischen Machthaber Wladimir Putin nachgesagt. Ihren 50. Geburtstag im Jahr 2014 feierte sie im Kreml. Im selben Jahr zeigte sie sich mit der neurussischen Fahne und einem prorussischen Separatistenführer.

Nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Februar 2022 geriet sie zunehmend in die Kritik. Konzerte und Opernauftritte in den USA und anderen westlichen Ländern wurden abgesagt.

Konzert im KKL Luzern abgesagt

Auch auf Schweizer Bühnen war sie nicht mehr erwünscht. Im Juni 2024 wurde ein Auftritt der Starsopranistin im KKL abgesagt – auf Druck der Politik. Die Regierungen von Stadt und Kanton Luzern befürchteten, dass die «öffentliche Ordnung» bedroht sein könnte. Im gleichen Monat wie das schliesslich abgesagte Konzert fand die Ukraine-Friedenskonferenz auf dem Bürgenstock statt.

Netrebko distanzierte sich in mehreren Ländern, in denen Auftritte abgesagt wurden, schriftlich von Putin. Ihr Management betonte zudem, dass Netrebko mehrere Erklärungen abgegeben habe, «in denen sie sich gegen den Krieg aussprach und zum Frieden in der Ukraine aufrief». (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
2 Jahre Ukraine-Krieg in 34 Bildern
1 / 54
4 Jahre Ukraine-Krieg in 52 Bildern

Von ihrem Nachbarn überfallen, kämpft die Ukraine ums Überleben. In dieser Bildstrecke schauen wir auf die Ereignisse seit der Invasion Russlands zurück ...

quelle: keystone / bo amstrup
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Rekord-Drohnenangriff auf Russland: Das sind die Videos
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Auch Vögeln ist es über Afrika zu heiss
Sie müssen Wüsten in der prallen Sonne durchfliegen: Jetzt haben Forschende herausgefunden, wie die Zugvögel das überleben.
Vögel fliegen mal knapp über dem Meer, mal bis 6000 Meter hoch in der Luft. Das haben Vogelzugforschende festgestellt, weil sie 67 Kleinvögel von 17 Arten mit Ortungssendern, sogenannten Geolokatoren, ausgestattet haben. Doch wer fliegt warum höher oder tiefer?
Zur Story