Schweiz
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Tschau «Gleis 7»: Neues Angebot für junge ÖV-Nutzer – nicht aber für Senioren

Die ÖV-Branche plant ein neues Abo für junge Nachtschwärmer ab Ende 2018. Das «Gleis 7» wird ersetzt durch ein besseres, aber teureres Angebot. Senioren müssen sich gedulden.

Philipp Felber / Nordwestschweiz



Der öffentliche Verkehr in der Schweiz muss den europäischen Vergleich nicht scheuen. Eine neue Studie der Schweizer ÖV-Branche zeigt: Für einen vergleichsweise durchschnittlichen Preis gibt es ein gutes Angebot. Doch gerade bei einzelnen Zielgruppen hinkt die Schweiz im europäischen Vergleich hinten nach, wie zum Beispiel bei den Senioren. Im Gegensatz dazu profitieren Jugendliche etwa im innerstädtischen Verkehr bereits heute von im Vergleich leicht unterdurchschnittlichen Preisen, heisst es in der Studie, welche am Dienstag vorgestellt wurde. Künftig wird sich das Angebot für Jugendliche noch verbessern: Das «Gleis 7» wird erneuert.

Jugendliche fahren Zug und telefonieren mit dem Handy, aufgenommen am 26. August 2003. (KEYSTONE/Martin Ruetschi)  === ,  ===     : Film]

Jugendliche und Erwachsene bis 25 Jahre fahren mit dem «Gleis 7» ab 19 Uhr unbegrenzt. (Symbolbild) Bild: KEYSTONE

Heute können junge Kunden bis 25 für 129 Franken im Jahr auf dem Netz der SBB und ein paar zusätzlichen regionalen Anbietern von 19 Uhr bis morgens um 5 unbegrenzt fahren. Hinzu kommen die Kosten für ein Halbtax für 185 Franken im Jahr, denn ohne dieses Halbpreis-Abo kann kein «Gleis 7» gekauft werden. Ein grosses Problem des heutigen Abos: Welche Strecken inbegriffen sind und welche nicht, muss jeweils mühsam ersucht werden.

SBB-App Kurs für Rentner

Video: srf/SDA SRF

Seven25 löst Gleis 7 ab

Das will der nationale Tarifverbund Ch-Direct nun ändern. Diesem Tarifverbund gehören alle Player im öffentlichen Verkehr in der Schweiz an, wie zum Beispiel die SBB, aber auch regionale Tarifverbünde wie TNW oder A-Welle. «Zum Fahrplanwechsel im Dezember hin soll das ‹Gleis 7› im gesamten ÖV-System der Schweiz gültig sein», sagt Jeannine Pilloud, Präsidentin von Ch-Direct, im Gespräch am Rande der Medienkonferenz zur ÖV-Studie.

Jeannine Pilloud, Leiterin Personenverkehr der SBB bedient einen neue Billettautomat der Bundesbahnen im Bahnhof Bern, am Montag, 1. Dezember 2014, in Bern. Die neuen Automaten sind mit einer Gratisnummer und einer ID-Nummer versehen. Somit kann der Kunde bei Bedienungsproblemen Kontakt mit dem Callcenter in Brig aufnehmen, von dort aus kann der Automat nach Erkennung der ID-Nummer wenn noetig auch fernbedient werden. (KEYSTONE/Peter Schneider)

«Das neue ‹Gleis 7› soll im gesamten ÖV-System gültig sein»: Jeannine Pilloud, Präsidentin von Ch-Direct. Bild: KEYSTONE

In Zukunft gilt also auch in allen Tram- und Buslinien freie Fahrt während der Nachtstunden. «Für die Jungen ist unverständlich, warum sie auf ein paar Strecken fahren dürfen, auf anderen aber nicht», sagt Pilloud. Dies wolle man nun vereinfachen.

So sehen die neuen SBB-Züge von Innen aus

Video: srf/SDA SRF

Neues Ticket kostet mehr

Der grosse Nachteil: Das Angebot wird teurer. Laut Pilloud ist momentan noch nicht klar, um wie viel. Die letzten Absprachen mit dem Preisüberwacher Stefan Meierhans laufen diesbezüglich. «Es wird aber massiv günstiger sein als das Generalabonnement», sagt Pilloud. Zum Vergleich: Im Alter von 16 bis 25 zahlt man für ein GA 2650 Franken. Neben dem Geltungsbereich ändert auch der Name des Abos. Es wird künftig unter dem Namen «Seven25» erhältlich sein. Die Rechte am Markennamen wollen sich die SBB momentan sichern, jene an der Website seven25.ch sind bereits im Besitz der Bundesbahnen.

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Neben den Änderungen für die Jugendlichen kündigte Pilloud auch bessere Angebote für Senioren an. Auch sie sollen im Verlaufe des nächsten Jahres von günstigeren Tickets profitieren können, kündigte Pilloud an. Da sei aber noch nichts spruchreif, sagt Pilloud. Heute würden viele Senioren auf Spartageskarten und Sparbillette zurückgreifen. Für Einzelfahrten von Senioren existiert in der Schweiz kein Extraangebot, im Gegenteil zu anderen Ländern im europäischen Umland.

Gerade die Spartickets treffen offenbar einen Nerv. Am Montag wurden über 18'000 solcher Billette verkauft, ein neuer Rekordwert. Hat das auch damit zu tun, dass die Billettpreise an sich zu hoch sind? «Das ist sicher zum Teil auch so», sagt Pilloud. Allerdings nur für Einzelfahrten. Die günstigen Tickets hätten auch den Effekt, dass die Ströme der ÖV-Benutzer sich besser verteilen würden. (aargauerzeitung.ch)

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16 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
Matthiah Süppi
15.08.2018 07:11registriert May 2015
Wetten im Endeffekt wird das neue Gleis 7 schlechter sein, denn ganz ehrlich: Was für die Jungen bis anhin zählte, war der wirklich gute Preis, ich kann mir nicht vorstellen, dass der so tief bleibt, wenn die SBB als Vergleich den GA Preis heranzieht.
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Helvetiavia Philipp
15.08.2018 08:31registriert February 2018
Seven25? Wer hat sich denn diesen abgenutzten Anglizismus ausgedacht? Das klingt so nach 2000.
Wir haben in der Schweiz vier tolle Landessprachen. In mindestens einer hätte sich bestimmt ein besserer Name finden lassen. Gleis 7 zum Beispiel.
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Bits_and_More
15.08.2018 11:00registriert October 2016
Warum soll die Bevölkerungsgruppe mit dem höchsten Vermögen (Ü60) noch zusätzliche Rabatte kriegen?
Besser die Rentner, welche von Altersarmut betroffen sind, direkt unterstützen.
Die Senioren mit hohem Vermögen / PK dürfen ruhig auch voll bezahlen.
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