
Die Wisente in Solothurn erhalten mehr Platz.Bild: Demian Knobel/dkphotography.ch
Die Wisentherde in Solothurn erhält mehr Platz. Das Gehege wird jetzt verdoppelt. Darin kannst du dich weiterhin frei bewegen – aber sehen wirst du die Tiere weniger. Das sind die Gründe.
12.09.2024, 10:0713.09.2024, 10:39
Seit November 2022 lebt eine Wisentherde auf der Sollmatt in Welschenrohr. Ziel ist, dass die Tiere irgendwann wieder in freier Wildbahn leben. Jetzt erfolgt der nächste Schritt.
Das Gehege für die Wiederansiedlung des Wisents im Solothurner Jura wird von 50 auf 100 Hektare (1 Quadratkilometer) vergrössert. Damit werde es schwieriger, die von fünf auf zehn Tiere angewachsene Herde beobachten zu können, teilte der Verein Wisent im Thal am Donnerstag mit.

Das ist das neue Gehege. Der neue Teil ist praktisch alles südlich vom Schriftzug «Solmattwald».Bild: wisent-thal.ch
Sichtungen werden schwieriger
Das neue Gebiet sei bewaldet, womit den Wisenten neu etwa 87 Hektaren Wald sowie 13 Hektaren Wiesen und Weiden zur Verfügung stünden. Das eingezäunte Gehege sei weiterhin über Eingangstore zugänglich und Besuchende könnten sich darin frei bewegen.
Mit der Erweiterung ende jedoch die Zeit, in der die Sichtung der Wisente meist einfach möglich gewesen sei. Es stünden nur wenige Wege zur Verfügung und es gebe beträchtliche Höhendifferenzen. Selbst bei Führungen könne die Sichtung der Tiere nicht mehr garantiert werden, heisst es in einer Mitteilung des Vereins.
Unsere Repo aus dem Wisentgehege:
Fünf Tiere im Gebiet geboren
Von den zehn Wisenten sind fünf Jungtiere, die seit dem Projektstart im November 2022 im Gebiet Sollmatt in Welschenrohr SO geboren wurden. Wenn die Wisente weniger Kontakt mit Menschen hätten, könnten sie auch scheuer werden, was für Tier und Mensch von Vorteil sei.

Die Herde ist auf zehn Tiere angewachsen.Bild: Demian Knobel/dkphotography.ch
Nach wie vor gilt, dass Besucherinnen und Besucher einen Abstand von mindestens fünfzig Metern zu den Wisenten einhalten müssen. Wisente seien grundsätzlich sehr scheue und sanfte Tiere, teilte der Verein mit. Würden sie aber gereizt oder beim Schutz der Jungtiere gehindert, könnten sie wie andere Rinder auch gefährlich werden.
Verhaltensregeln
- Bleiben Sie auf den Wegen.
- Führen Sie Hunde an der kurzen Leine (ausser in Gefahrensituationen).
- Gehen oder fahren Sie nicht mitten durch die Herde.
- Halten Sie mindestens 50 m Abstand zu den Wisenten, Wisentkühe schützen ihre Jungen, halten Sie deshalb grossen Abstand zu den Kälbern.
- Vergrössern Sie den Abstand zwischen Ihnen und den Wisenten, falls ein Wisent Sie anstarrt und den Kopf schüttelt oder mit den Hufen scharrt oder den Kopf senkt und sich in Ihre Richtung bewegt.
- Vergrössern Sie die Distanz unaufgeregt, langsam und drehen Sie den Wisenten nicht den Rücken zu.
- Das Füttern der Wisente ist nicht erlaubt.
Ziel des Projektes ist es, mit einer Wisent-Testherde zu untersuchen, ob der im Mittelalter ausgerottete Wisent heute als Wildtier im Jura tragbar ist. Der Versuch dauert fünf Jahre. (fox/sda)
Diese Tiere kannst du in der Schweiz in freier Wildbahn beobachten:
Mehr zu Wisenten in der Schweiz:
9300 Jahre alte Bison-Eis-Mumie gefunden
1 / 7
9300 Jahre alte Bison-Eis-Mumie gefunden
Dies ist die bisher am besten erhaltene Eismumie eines Steppenbisons (Bison priscus), die je gefunden wurde.
quelle: dr. gennady boeskorov
«Die Menschen sind unvernünftig, aber die Wisente zum Glück nicht»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Der Verkauf von elektronischen Einwegzigaretten könnten in der Schweiz künftig verboten werden. Die zuständige Kommission des Ständerates unterstützt eine Motion aus dem Nationalrat, die ein Verkaufsverbot von «Puff Bars» fordert.
Ich finde das Projekt toll und werde sicher wieder dorthin gehen, für mich ist eine Sichtung auch ein Höhepunkt, aber keine Erwartung; Wildtiere beobachten zu dürfen ist ein wundervolles Geschenk, gerade weil wir es nicht forcieren.