Am Montagabend kam es in der Stadt St. Gallen zu einem Vorfall, der schweizweit für Aufsehen sorgte: Ein angeleinter Pitbull und ein frei laufender Malteser gerieten in einen Kampf. Wie die Stadtpolizei später erklärte, biss der Pitbull dem Malteser in den Nacken und liess ihn nicht mehr los. Der Hundebesitzer und weitere Passanten konnten die Situation nicht deeskalieren.
Eine Anwohnerin und ein Anwohner konnten die Situation von ihrem Balkon aus beobachten. Mit einer Kampfaxt und einem Küchenmesser begaben sich beide aus der Wohnung zu den Hunden. Einer von ihnen schlug dem Pitbull mit der Axt in den Rücken. Dieser liess daraufhin vom Malteser ab.
Der Schlag verletzte den Pitbull hingegen schwer. Noch auf dem Weg zur Tierarztpraxis verstarb er.
Viele Halterinnen und Halter erleben früher oder später eine Situation, in der ihr Hund mit einem anderen aneinander geratet – wenn auch die meisten dieser Konfrontationen nicht so dramatisch enden. Deshalb stellt sich die Frage: Wie reagiert man in einer solchen Situation am besten? Wie bringt man die Hunde wieder auseinander, ohne dass einer verletzt wird? Wasser über die Köpfe leeren? Mit Pfefferspray?
Hundetrainer Marc Welti hat Antworten.
Welti hat seit zehn Jahren täglich mit verschiedensten Hunderassen zu tun. Er sagt: «Leider gibt es in solchen Situationen, wie jener in St. Gallen keine korrekte Verhaltensweise aus dem Lehrbuch. Wichtig ist, dass man mit allen Mitteln versucht, die Hunde voneinander zu trennen.» Dabei müsse man aber immer darauf achten, sich selbst nicht in Gefahr zu bringen.
Ein Eimer Wasser hätte laut Welti wohl nicht gereicht, um die Hunde voneinander zu trennen. Der Einsatz eines Pfeffersprays könnte Abhilfe schaffen, aber dass man diesen immer bei sich und bereit habe, sei unwahrscheinich.
«Man sollte immer im Hinterkopf haben, dass Hunde Raubtiere sind – und nicht immer kontrolliert werden können. Bei dem Fall am Montagabend musste schlussendlich die Entscheidung gefällt werden, welches Leben nun geopfert werden sollte», so Welti.
Viele Hunde, die bei Welti ins Training kommen, hätten Aggressionsprobleme – sei dies gegenüber Menschen oder anderen Hunden. Bei der Erziehung müssten die Halter vier Aspekte besonders beachten, erklärt Welti.
Man müsse mit dem Hund klar kommunizieren, etwa den Hundenamen nur erwähnen, wenn man mit dem Hund selbst spricht: «Sonst verliert der Rufname für ihn an Bedeutung, weil er ihn immer hört. Man sollte ihn wirklich nur brauchen, wenn man den Hund beispielsweise auffordert ‹Sitz› oder ‹Platz› zu machen.»
Weiter sei die Verbindlichkeit wichtig. Wenn der Hund nicht gehorchen wolle, sollte man ihm gegenüber strenger sein und ihn mehrfach auffordern, etwa «Sitz» zu machen.
«Die Konsequenz ist ebenfalls wichtig. Wenn der Hund Sitz macht, muss das Herrchen ihm freigeben, wieder aufzustehen. Er sollte das nicht selbst entscheiden. Das ist bei Begegnungen mit anderen Hunden wichtig, so kann man seinen eigenen Hund besser kontrollieren», erklärt Welti weiter.
Zuletzt sei Üben wichtig – man müsse den Hunden solche Dinge immer und immer wieder erklären, bis sie es verstehen würden.
Kann man so den Hunden die Aggressivität abgewöhnen? «Ja», meint Welti. «Je verbindlicher und konsequenter man den Hund erzieht, desto mehr akzeptiert er seinen Halter oder seine Halterin.»
Rassen würden in puncto Aggressivität Tendenzen definieren, aber schlussendlich könne es bei jeder Rasse vorkommen, dass ein Hund aggressiv ist. Schon nur im selben Wurf könne es grosse Unterschiede geben, meint Welti.
«Es stimmt auch nicht, dass der Mensch die Hunde aggressiv machen würde, wie oft angenommen wird. Es gibt Grundcharaktere bei den Hunden. Wenn ein Hund eine Aggressionstendenz hat, geht es schlussendlich darum, wie kompetent der Halter oder die Halterin damit umgeht», sagt Welti.
Das ein kleiner Hund nicht angeleint ist und dann rotzfrech einen anderen (egal welche Grösse) "anmacht" ist sowas von typisch...
Stimmt.
Aber Pits sind nun mal gefährlicher als andere Hunde.
Fakt:
Wikipedia: "Untersuchungen aus den USA und Kanada, die Pressemitteilungen zu Hundebissen auswertete kam zum Schluss, dass zwischen 1982 und 2013 zu 530 tödlichen Beissunfällen mit Hunden kam. In 263 (49,6 %) aller Fälle wurden die beteiligten Hunde als Pit Bull identifiziert."
Aktuell ist man beim Aufeinandertreffen mit einem Pit dem (leider sehr oft) Macho-Halter ausgeliefert. Und diese geniessen es... Das kanns einfach nicht sein.