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Ärger mit dem Unterhalt: «Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie Männer benachteiligt sind»

Ärger mit dem Unterhalt: «Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie Männer benachteiligt sind»

Das Urteil des Bundesgerichts im Streit um Unterhaltszahlungen eines Aargauer Chauffeurs erhitzt die Gemüter. Die Fronten sind klar verteilt.
05.11.2016, 15:0506.11.2016, 08:16
Le batiment du Tribunal Federal, photographie ce mercredi 28 octobre 2015, a Lausanne lors du Recours du Conseil central islamique suisse (CCIS) apres l'interdiction de tenir la conference annuel ...
Unterhaltsstreit endete vor Bundesgericht.Bild: KEYSTONE

Ein Aargauer Chauffeur und Familienvater geht im Streit um Unterhaltszahlungen für seine Noch-Ehefrau und seine beiden Töchter bis vor Bundesgericht. Dieses weist seine Beschwerde ab, der Mann muss wie angeordnet monatlich 1080 Franken für die Frau und je 500 Franken für seine beiden Töchter entrichten.

In den User-Kommanteren zum Artikel gehen die Wogen hoch. Viele vornehmlich männliche Kommentarschreiber kritisieren den Gerichtsentscheid und solidarisieren sich mit dem Familienvater: «Der helle Wahnsinn für diesen Mann und Vater, er tut mir leid...», heisst es etwa. Oder: «Aus eigener Erfahrung weiss ich, wie Männer benachteiligt sind. Meine Kinder wachsen bei mir auf. Ich bin seit Jahren alleinerziehend», berichtet ein User. «Ich frage mich, was in den Köpfen solcher Frauen vorgeht», schreibt ein anderer.

Wuschelhäschen
Leser-Kommentar von Wuschelhäschen
04.11.2016 18:37
Da würde ich direkt auswandern. Der Typ verdient als Lastwagenchauffeur vielleicht 5500 Franken und davon soll er 2000 abdrücken.
Zu: 2080 Franken Unterhalt für Noch-Ehefrau und zwei Töchter – das war ihm zu viel

Viele sehen im Bundesgerichtsurteil die traditionellen Rollenbilder bestätigt: «Das Scheidungsrecht zementiert die traditionelle Rollenverteilung. Die (meist) Frauen haben keinen Anreiz, für sich selber zu sorgen», findet ein User. Ein anderer fragt: «Überall wird nach Gleichberechtigung geschrien, wieso hier nicht?»

horst müller
Leser-Kommentar von horst müller
04.11.2016 18:56
weshalb soll ich mich am morgen noch aus dem bett quälen, wenn ich sowieso nur das existenzminimum erhalte?
Zu: 2080 Franken Unterhalt für Noch-Ehefrau und zwei Töchter – das war ihm zu viel

«Kinderbetreuung ist Arbeit»

Aber längst nicht alle Kommentar-Schreiber schlagen sich auf die Seite des Mannes: «Für den Mann ist die Situation schwierig, für die Frau aber wohl ebenso. Sie wird mit ihren Töchtern von knapp 2500 Fr. auch nicht leben können», mahnt eine Leserin. «Kinderbetreuung ist Arbeit, wenig anerkannt, aber genauso Arbeit», heisst es in einem weiteren Kommentar, «sicher wird sich diese Frau keine Kita zum Spass leisten können.»

deleted_517487175
Leser-Kommentar von deleted_517487175
04.11.2016 19:01
Jetzt kommt wieder: "Oh, der arme Mann" und "die Frau macht sich ein schönes Leben und muss nicht arbeiten." Niemand weiss, wie alt die Kinder sind und was zur Scheidung geführt hat. Dennoch kommen sofort diese Sprüche. Ich bezahle für EIN Kind und Exfrau 1500.- plus Kindergeld im Monat. Habe 5300.- netto im Monat. Und? Ich wollte das Kind auch und die Exfrau muss auch anständig leben können. Es ist ja mein Kind, dem es so besser geht!
Zu: 2080 Franken Unterhalt für Noch-Ehefrau und zwei Töchter – das war ihm zu viel

Viele sprechen aus eigener Erfahrung: «Als Frau, die ebenfalls zwei kleine Kinder hatte, muss ich die Männerwelt enttäuschen. Als Mutter mit Kindern unter 9 Jahren hat Frau gerade mal eine Jobchance von 20 - 40 Prozent, falls nachgewiesen werden kann, dass die Kinder betreut werden.»

Jetzt auf

Leidtragende im Streit um Unterhaltszahlungen sind einmal mehr die Kinder, auch wenn der Vater den Unterhaltsanteil für diese vor Bundesgericht nicht angefochten hat. «Zu hoffen ist, dass noch Grosseltern da sind, die die Kinder an fixen Tagen hüten und es somit für beide Zeit für Verdienstmöglichkeiten gibt», rät eine Leserin. 

Einige Kommentarschreiber raten dem Mann zu drastischen Massnahmen, nämlich sein Arbeitspensum zu reduzieren und sich betreiben lassen – oder auszuwandern. (aargauerzeitung.ch)

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