Schweiz
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Die 86-jaehrige Louise Schneider, Friedensaktivistin, sieht den Fotograf an, nachdem sie die SNB am Bundesplatz mit den Worten

Louise Schneider sorgte zum Start der Unterschriftensammlung mächtig für Wirbel. Bild: KEYSTONE

Wie die Kriegsgeschäfte-Gegner innert kurzer Zeit 80'000 Unterschriften sammelten

Traumstart für die Kriegsgeschäfte-Initiative: Ein halbes Jahr nach Sammelstart haben die GSOA und die Jungen Grünen bereits einen Grossteil der nötigen Unterschriften zusammen. Sammel-Duelle haben die jungen Aktivisten zu Höchstleistungen angetrieben.



Es war ein Auftakt nach Mass: Sprayer-Grosi Louise (86) bescherte den Initianten der Kriegsgeschäfte-Initiative zum Sammelstart im April maximale Aufmerksamkeit. Nun, ein halbes Jahr später, haben die Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSOA) und die Jungen Grünen bereits 80’000 Unterschriften zusammen, wie sie auf Anfrage von watson bekannt geben.

Damit legten die beiden Kleinstgruppierungen einen Traumstart hin. Ihnen bleibt noch ein ganzes Jahr, um die fehlenden 20’000 Unterschriften – plus ein Reservepolster – zusammenzutragen. «Wir sind sehr zufrieden», sagt Luzian Franzini, Co-Präsident der Jungen Grünen. Die hohe Resonanz zeige, dass das Anliegen in der Bevölkerung einen Nerv treffe.

Wie schlagkräftig die Truppe der Kriegsgeschäfte-Gegner tatsächlich ist, macht ein Vergleich mit anderen Komitees deutlich. Auch grosse Parteien tun sich immer wieder schwer damit, innert 18 Monaten die nötigen 100’000 Unterschriften zusammenzutragen. Paradebeispiel ist die FDP, die im Jahr 2012 mit ihrer «Bürokratie-Stopp»-Initiative kläglich scheiterte.

Sammel-Duelle für die Motivation

Auch müssen Parteien immer wieder auf bezahlte Unterschriften-Jäger zurückgreifen, damit sie es über die Ziellinie schaffen. So wurde in diesem Sommer bekannt, dass die Sozialdemokraten 12’000 Franken investierten, um ihrer Transparenz-Initiative Leben einzuhauchen. 2.20 Franken kassierten professionelle Sammler pro Unterschrift.

Solche Schritte seien bei der Kriegsgeschäfte-Initiative nicht nötig gewesen, so Franzini stolz. «Wir können auf unzählige junge, motivierte Aktivistinnen zählen, die in fast allen Kantonen auf den Strassen präsent sind.» Allerdings verzichte man auch bei den Jungen Grünen nicht komplett auf Anreize: «Wir veranstalten beispielsweise Sammel-Duelle zwischen den Sektionen, um die Aktivisten zusätzlich zu motivieren.» Den Gewinnern winkt beispielsweise eine Kiste Bier.

Luzian Franzini, Co-Praesident Junge Gruene Schweiz, spricht waehrend einer Medienkonferenz zur Lancierung der Kriegsgeschaefte-Initiative, am Dienstag, 11. April 2017 in Bern. Das Buendnis fuer ein Verbot von Kriegsgeschaeften lanciert am 11. April die Initiative

Luzian Franzini bei der Lancierung der Initiative. Bild: KEYSTONE

Die Kriegsgeschäfte-Initiative verlangt, dass Nationalbank, Stiftungen und Pensionskassen nicht mehr in Kriegsmaterialproduzenten investieren dürfen. Zu den Unterstützern zählen rund 40 Organisationen, darunter auch die grüne Mutterpartei, die SP Schweiz und zahlreiche weitere Organisationen.

Zu Besuch bei der 86-jährigen Sprayerin aus Bern

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31Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Schneider Alex 03.11.2017 06:00
    Highlight Highlight GSoA-Initiative: Schweiz könnte vorangehen.

    Waffen liefern und dann erstaunt sein, dass sie in falsche Hände geraten, ist eine verlogene Haltung. Die Flüchtlingsströme sind die sichtbarsten Zeichen dieses unheilvollen Geschäfts. Das Rotkreuz-Ursprungsland Schweiz kann mit einem Verbot für Finanzinstitute, in die Rüstungsindustrie zu investieren, Vorbild sein.
  • Telomerase 02.11.2017 14:54
    Highlight Highlight Kann mir mal jemand erklären wie "Kriegsgerät" definiert ist? Irgendein Höhenmesser, der für ein Privatflugzeug aber auch für ein Kampfjet eingesetzt werden kann, fällt auch darunter?
    Anderes Beispiel: Munition, wenn's für die Polizei bestimmt ist, ist's okay, aber für's Militär ist's Böse?
    Ich hab einfach das Gefühl das bei dieser Initiative zu viel oberflächliches und naives Schwarz-Weiss-Denken dahintersteckt ("Kriegsgeräte und Militär ist böse")
    • phreko 02.11.2017 17:24
      Highlight Highlight Sobald ein Problem besteht darf man es nicht regeln?
    • exeswiss 02.11.2017 18:40
      Highlight Highlight "Ich hab einfach das Gefühl das bei dieser Initiative zu viel oberflächliches und naives Schwarz-Weiss-Denken dahintersteckt"

      dasselbe könnte man bei der "Begrenzungs-Initiative" (was für ein irrsinniger name) der SVP auch behaupten.
    • Andreas Weibel (1) 02.11.2017 21:13
      Highlight Highlight Was Kriegsmaterial (nicht "Kriegsgerät") ist, regelt das Abkommen von Wassenaar bis ins kleinste Detail. Der Inhalt des Abkommens ist als Anhang zur Kriegsmaterialverordnung auch Teil der Schweizer Gesetzgebung.

      Keine Sorge, die GSoA hat durchaus eine Ahnung, worüber sie spricht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • michiOW 02.11.2017 13:49
    Highlight Highlight Also wer Waffen an Deutschland verkauft ist Schuld an den syrischen Flüchtlingen?🤔

    Sollten wir Waffen an Assad oder Koni verkaufen? Nein.

    Sollen wir dem SP-Motto nach eine Strafe einführen, sprich ,,Für Alle statt für Wenige"? Nein.


    Man sollte Rüstungskonzerne mehr kontrollieren, bzw. kontrollieren, wo die importierten Waffen schlussendlich landen.

    Ausserdem kann die Initiative einfach umgangen werden.

    Es wäre schlussendlich nur ein oberflächliches Statement in einer Zeit der oberflächlichen Moral. Schlussendlich interessiert es die Wenigsten wirklich.
    • Gogl Vogl 02.11.2017 14:49
      Highlight Highlight Zu den Empfängern gehören unter anderem Katar, Saudi-Arabien, Jordanien, Ägypten und der Irak. Diese mischen kräftig im Syrien-Krieg mit, also ja. Wir beteiligen uns indirekt an diesen Kriegen oder sonstigen menschenrechtswidrigen Schweinereien.
    • Schlafwandler 02.11.2017 15:20
      Highlight Highlight @michiOW: es geht bei der aber nicht direkt um den Verkauf/Export von Kriegsmaterial, sondern um die Finanzierung davon. Da Pensionskassen und die NB in die Rüstungsindustrie investieren, finanzieren wir alle faktisch die Produktion von Kriegsmaterial mit. Dieses Problem bekämpft die Initiative und dies ist auch gut so.
  • Menel 02.11.2017 12:58
    Highlight Highlight Wer sich an Kriegen bereichert, der sollte auch verpflichtet sein, die Konsequenzen von diesen Kriegen zu tragen. ZB. Flüchtlinge aufnehmen und Wiederaufbau mitfinanzieren.
    • michiOW 02.11.2017 13:40
      Highlight Highlight Also wer Waffen an Deutschland verkauft ist Schuld an den syrischen Flüchtlingen?🤔
    • Telomerase 02.11.2017 14:47
      Highlight Highlight Wer mit einem solchen einfachen, schwarz-weissem Weltbild herumläuft und abstimmen geht, sollte auch verpflichtet sein, die Folgen auszubaden (Auswirkungen von solchen Initiativen auf den Innovations- und Technologiestandort Schweiz).
    • Kurnugia 02.11.2017 18:54
      Highlight Highlight @Telo

      Bin ich voll dafür wenn die Pro Waffenexporteure auch ihre Folgen ausbaden müssen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Thom Mulder 02.11.2017 12:14
    Highlight Highlight Super. Endlich tut sich was. Ich schäme mich heute noch Schweizer zu sein seit die Schweiz offiziell für Waffenexporte gestimmt hat. Wenn diese Intiative durch kommt kann man wieder stolz sein - vielleicht wird die Schweiz dadurch ja tatsächlich wieder zu einem neutralen Land, das ist sie seit dem Waffenexport-Ja nämlich offiziell nicht mehr.
    • michiOW 02.11.2017 13:50
      Highlight Highlight Haben Sie die Initiative verstanden?
    • Martin68 02.11.2017 17:41
      Highlight Highlight Wenn du dich schämst ein Schweizer zu sein musst du dir keine Sorgen machen. Armee abschaffen, Rüstungsindustrie abwürgen....und dann kannst du dich mit den neuen Herrschern solidarisieren...
  • pedrinho 02.11.2017 10:55
    Highlight Highlight "..... nicht mehr in Kriegsmaterialproduzenten investieren dürfen"

    Ein hehres anliegen,
    nur wo sollen die grenzen gezogen werden. Die vernetzung in der industrie ist heute so weit, dass fast jeder gross- bzw. mischkonzern an einer "waffenschmiede" beteiligt ist. Heisst auch keine investitionen (boikott) an kredit gebende banken (?), regierungen welche eigene betriebe betreiben (?), Fahrzeughersteller, Lebensmittelkonzerne (?)

    Wie gesagt ehrenvolles anliegen, aber doch irgendwie naiv und hypokritisch.
    • Luzian Franzini 02.11.2017 12:17
      Highlight Highlight Als Kriegsmaterialproduzent gilt eine Unternehmung, welche mehr als 5% ihres Umsatzes mit Kriegsgerät erwirtschaftet. Dies ist eine klare Definition.
    • michiOW 02.11.2017 13:56
      Highlight Highlight Was ist mit Fonds, welche durch Feederfonds finanziert werden?

      Niemand ausser den Fondsmanagern weiss, was genau im Finds ist. Wie soll verhindert werden, dass ein Fonds einfach Anteile an Rüstungskonzernen kauft und sich Pensionskassen an den Feederfonds beteiligen?
    • Andreas Weibel (1) 02.11.2017 21:20
      Highlight Highlight Es ist schon so, dass bei einer Annahme dieser Initiative die Pensionskassen nicht mehr in Fonds investieren, von denen sie nicht wissen, was darin enthalten ist.

      Das macht nicht nur moralisch Sinn, sondern - wie die Subprime-Krise gezeigt hat - ist es auch wirtschaftlich sinnvoll, sein Geld nicht in lusche Konstrukte zu stecken, die man nicht versteht.
    Weitere Antworten anzeigen
  • TruchaConCebolla 02.11.2017 10:51
    Highlight Highlight Gut so!
  • Thinktank 02.11.2017 10:24
    Highlight Highlight Aha, soviele Träumer in unserem Land.
    • Thom Mulder 02.11.2017 12:12
      Highlight Highlight Tja, ohne Träumer wären wir immer noch in der Steinzeit. Schwarzmaler gibt es mehr als genug.
  • N. Y. P. D. 02.11.2017 10:21
    Highlight Highlight Direkte Demokratie

    Einer der Hauptpfeiler für unser tolles Land.

    Da haben wir auf der einen Seite die Kriegsgeschäfte-Initiative und auf der anderen Seite das coole Sprayer-Grosi, das dieser Initiative den richtigen Schub verleiht.

    Tolle Geschichte. Auch das ist die Schweiz.
    • Martin68 02.11.2017 17:29
      Highlight Highlight Direkte Demokratie ok und toll für die Schweiz, fremdes Eigentum besprühen ist aber nicht ok.....auch nicht für ein Grosi....
    • trio 02.11.2017 18:14
      Highlight Highlight @Martin68
      Fremde Häuser zerbomben ist auch nicht Oke...
  • Gogl Vogl 02.11.2017 10:15
    Highlight Highlight Louise Schneider ich danke dir!

QDH: Huber muss heute gleich zweimal ran. Ob ihm das Glück bringt?

Liebe Huberquizzer

Huber geht mal wieder in die Ferien. Das bedeutet, dass wir Spezialprogramm fahren. Heute gibt's das Quiz, nächste Woche gibt's wieder Quiz – das er aber bereits heute löst und das wir bunkern. In zwei Wochen gibt es dann eine fiese Überraschung. Obwohl – was ist schon «fies». Wer regelmässig Huber-Quiz spielt, ist nicht so leicht zu erschüttern. Von dem her: Lehnt euch zurück und erfreut euch der Dinge, die da so kommen.

Los geht's.

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