Schweiz
Wallis

Crans-Montana: Bericht deckt weitere Mängel bei Kontrollen auf

Dokument zeigt, wie stark Crans-Montana die Sicherheitskontrollen vernachlässigte

29.01.2026, 08:0329.01.2026, 08:03

Bei der Brandkatastrophe im Le Constellation von Crans-Montana kamen in der Neujahresnacht 40 Personen ums Leben. Wie sich später zeigte, wurden im Lokal die obligatorischen Sicherheitskontrollen durch die Gemeinde nicht durchgeführt. Die letzte feuerpolizeiliche Kontrolle erfolgte 2019.

epa12687982 The entrance of the 'Le Constellation' bar after the fire at the bar and lounge in Crans-Montana, Switzerland, 28 January 2026. Swiss authorities have confirmed 40 fatalities, mo ...
Im «Le Constellation» kam es in der Neujahresnacht zu einem tödlichen Brand.Bild: keystone

Wie sich in den folgenden Wochen zeigte, handelt es sich es sich hierbei nicht um einen Einzelfall. So wurde etwa bekannt, dass der Kanton Wallis über Jahre keine Brandschutzkontrollen in Crans-Montana einforderte. Ein neuer Bericht von Le Nouvelliste zeigt nun, dass 2025 die Mehrheit der öffentlichen Einrichtungen nicht richtig geprüft wurde.

Gemäss der Zeitung sind diese Mängel in einem Dokument ersichtlich, das beim Gericht eingereicht wurde. Auf diesem sind 110 Restaurants, Hotels, Bars und Kliniken aufgelistet, bei welchen die obligatorischen jährlichen Sicherheitskontrollen hätten durchgeführt werden sollen. Davon entsprachen nur 38 eindeutig den Vorschriften, wie Le Nouvelliste schreibt.

Weitere 18 Einrichtungen wurden im Dokument mit gelber Karte markiert. Diese gehören zur Kategorie «Unklar, wird geprüft». Warum der Inspektionsstatus unbekannt blieb, ist unklar – die Gemeinde Crans-Montana lehnte gegenüber der Zeitung eine Stellungnahme ab.

Fast die Hälfte des Dokuments, also 54 von 110 Betrieben, wurde mit roter Farbe markiert. Hierbei handelt es sich um Einrichtungen, deren Inspektionen nicht auf dem neusten Stand sind. Zu diesen gehört auch das «Le Constellation». Ersichtlich ist auch, wann die Kontrollen zum letzten Mal durchgeführt wurden.

Gemäss Le Nouvelliste wurde zum Beispiel ein Hotel letztmals 2009 überprüft. Und ein Restaurant wurde nach 2020 nicht mehr untersucht, obwohl es 2022 umgebaut wurde und den Besitzer wechselte. Bei 24 Betrieben fehlt das Datum der letzten Überprüfung gänzlich, bei 16 ist vermerkt, dass keine Akte angelegt worden sei.

Der Kanton Wallis verlangt eigentlich jährliche Brandschutzkontrollen. Die Verantwortung dafür, dass diese durchgesetzt werden, tragen jedoch die Gemeinden. (dab)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana
1 / 11
Der nationale Trauertag für die Opfer von Crans-Montana

Am 9. Januar 2026 fand der nationale Gedenkanlass und Trauertag für die Opfer der Brandkatastrophe in Crans-Montana.

quelle: keystone / jean-christophe bott
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Jugendliche Augenzeugin der Tragödie in Crans-Montana hält am Trauertag emotionale Rede
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
18 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Ameo
29.01.2026 08:16registriert Oktober 2025
Üble Sache. In meinem erlernten Beruf hiess es immer, wenn durch grobe Fehler einen Brand- oder Personenschaden entsteht, gehts in die Strafanstalt Saxerriet. War vielleicht überspitz, aber man hat so bei Installationen diesen Satz immer im Hinterkopf und keinen Pfusch abgeliefert.
351
Melden
Zum Kommentar
avatar
Katerchen
29.01.2026 08:45registriert März 2023
Und bitte immer weiter Begaupten die Gemeinde und der Kanton Wallis hätten keine Fehler gemacht!
332
Melden
Zum Kommentar
18
Uhrenexporte 2025 erneut rückläufig – das sind die Gründe
Die Schweizer Uhrenhersteller haben im vergangenen Jahr etwas weniger Uhren ins Ausland exportiert. Dabei gingen besonders die Ausfuhren «nach» China und Hongkong zurück. Der Export in die USA war mehr oder weniger stabil.
Insgesamt haben die Schweizer Hersteller Uhren im Wert von 25,6 Milliarden Franken exportiert, wie das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) und der Verband der Schweizerischen Uhrenindustrie (FH) am Donnerstag mitteilten. Damit nahm das Exportvolumen um 1,7 Prozent ab im Vergleich zum Vorjahr. Nach dem Rekordjahr 2023 war es bereits 2024 zu einem Rückgang um 2,8 Prozent gekommen, der sich nun etwas verlangsamt hat.
Zur Story