Dokument zeigt, wie stark Crans-Montana die Sicherheitskontrollen vernachlässigte
Bei der Brandkatastrophe im Le Constellation von Crans-Montana kamen in der Neujahresnacht 40 Personen ums Leben. Wie sich später zeigte, wurden im Lokal die obligatorischen Sicherheitskontrollen durch die Gemeinde nicht durchgeführt. Die letzte feuerpolizeiliche Kontrolle erfolgte 2019.
Wie sich in den folgenden Wochen zeigte, handelt es sich es sich hierbei nicht um einen Einzelfall. So wurde etwa bekannt, dass der Kanton Wallis über Jahre keine Brandschutzkontrollen in Crans-Montana einforderte. Ein neuer Bericht von Le Nouvelliste zeigt nun, dass 2025 die Mehrheit der öffentlichen Einrichtungen nicht richtig geprüft wurde.
Gemäss der Zeitung sind diese Mängel in einem Dokument ersichtlich, das beim Gericht eingereicht wurde. Auf diesem sind 110 Restaurants, Hotels, Bars und Kliniken aufgelistet, bei welchen die obligatorischen jährlichen Sicherheitskontrollen hätten durchgeführt werden sollen. Davon entsprachen nur 38 eindeutig den Vorschriften, wie Le Nouvelliste schreibt.
Weitere 18 Einrichtungen wurden im Dokument mit gelber Karte markiert. Diese gehören zur Kategorie «Unklar, wird geprüft». Warum der Inspektionsstatus unbekannt blieb, ist unklar – die Gemeinde Crans-Montana lehnte gegenüber der Zeitung eine Stellungnahme ab.
Fast die Hälfte des Dokuments, also 54 von 110 Betrieben, wurde mit roter Farbe markiert. Hierbei handelt es sich um Einrichtungen, deren Inspektionen nicht auf dem neusten Stand sind. Zu diesen gehört auch das «Le Constellation». Ersichtlich ist auch, wann die Kontrollen zum letzten Mal durchgeführt wurden.
Gemäss Le Nouvelliste wurde zum Beispiel ein Hotel letztmals 2009 überprüft. Und ein Restaurant wurde nach 2020 nicht mehr untersucht, obwohl es 2022 umgebaut wurde und den Besitzer wechselte. Bei 24 Betrieben fehlt das Datum der letzten Überprüfung gänzlich, bei 16 ist vermerkt, dass keine Akte angelegt worden sei.
Der Kanton Wallis verlangt eigentlich jährliche Brandschutzkontrollen. Die Verantwortung dafür, dass diese durchgesetzt werden, tragen jedoch die Gemeinden. (dab)
