Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06360213 The village of Albinen is pictured during the communal assembly of Albinen, in Albinen, Switzerland, 30 November 2017. The residents of Albinen will vote on a new communal regulation that proposes 25,000 Swiss francs for each person that settles in the muncipality for at least 10 years. The cash subsidy comes as an initiative to curb exodus of local resident out of Albinen village and to attract new families.  EPA/CYRIL ZINGARO

Albinen: Wer hierhin ziehen möchte, erhält viel Geld.  Bild: EPA/KEYSTONE

Sie haben es wirklich getan: Bewohner von Albinen stimmen für Lockangebot-Initiative



Das Walliser Bergdorf Albinen lockt Familien und andere Einwohner künftig mit Geldbeträgen an. Die Einwohner des Dorfes haben der Wohnbauförderung am Donnerstag zugestimmt. Die Massnahme soll die Abwanderung stoppen.

Die Urversammlung nahm die Vorlage mit 71 zu 29 Stimmen an, wie am Donnerstagabend bekannt wurde. Gemeindepräsident Beat Jost war sehr froh über das «klare Resultat», wie er nach der Abstimmung sagte. Die Vorlage hatte vergangene Woche für grosse Schlagzeilen gesorgt.

epa06359991 A resident of Albinen shows his voting card, during the communal assembly of Albinen, in Albinen, Switzerland, 30 November 2017. The residents of Albinen will vote on a new communal regulation that proposes 25,000 Swiss francs for each person that settles in the muncipality for at least 10 years.  EPA/CYRIL ZINGARO

Ein Bewohner von Albinen bei der Urversammlung von Donnerstag. Bild: EPA/KEYSTONE

Einzelpersonen erhalten bei einem Zuzug 25'000 Franken, Paare 50'000 Franken. Für jedes Kind würde die Gemeinde zusätzlich 10'000 Franken aufwerfen. So bekäme eine vierköpfige Familie 70'000 Franken. Allerdings gibt es die Geldbeträge nur unter gewissen Voraussetzungen. Die Empfänger müssen sich dafür in Albinen als Erstwohnsitz niederlassen und unter 45 Jahre alt sein.

Zudem müssen sie ein bewilligungsreifes Bauprojekt oder einen Kaufvertrag über eine Mindestinvestitionssumme von 200'000 Franken vorweisen. Zudem gilt während zehn Jahren nach Baubeginn oder Wohnungskauf eine Rückzahlungsverpflichtung im Falle eines Wegzugs. Ausländer müssen im Besitz der schweizerischen Niederlassungsbewilligung C sein.

Dorfschule musste schliessen

Diese aktive Wohnbauförderung war von einer Gruppe von jungen Einwohner im August eingereicht worden. Sie wollten damit der Abwanderung in ihrem Dorf etwas Zählbares entgegen setzen. Ihre Initiative wurde von 94 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet – der Hälfte der stimmberechtigten Einwohnerinnen und Einwohner im 240-Seelen-Dorf.

Das Bergdorf Albinen musste bereits die Dorfschule wegen des fehlenden Nachwuchses und der Abwanderung in der Gemeinde schliessen. Heute gehen die wenigen Schulkinder mit dem Bus nach Leukerbad und Leuk zum Unterricht.

Die Gemeinde erhofft sich, dass sich mit der Annahme in den nächsten Jahren fünf bis zehn junge Familien im Dorf ansiedeln werden. Im besten Fall könnte damit sogar die Schule wieder eröffnet werden. (sda)

Das könnte dich auch interessieren:

Wie ich nach 3 Stunden Möbelhaus von Wolke 7 plumpste

Link zum Artikel

Die Fallzahlen steigen wieder leicht an – so sieht's in deinem Kanton aus

Link zum Artikel

Der Mann, der es wagt, Trump zu widersprechen

Link zum Artikel

Magic Johnson vs. Larry Bird – ein College-Final als Beginn einer grossen Sportrivalität

Link zum Artikel

4 Gründe, weshalb die Corona-Zahlen des BAG wenig mit der Realität zu tun haben

Link zum Artikel

Wie ansteckend sind Kinder wirklich? Was die Wissenschaft bis jetzt dazu weiss

Link zum Artikel

Das iPad kriegt Radar? Darum ist der Lidar-Sensor eine kleine Revolution

Link zum Artikel

Lasst meinen Sex in Ruhe, ihr Ehe- und Kartoffel-Fanatiker!

Link zum Artikel

So lief Tag 1 nach Bekanntgabe der «ausserordentliche Lage» für die Schweiz

Link zum Artikel

Corona International: EU beschliesst Einreisestopp ++ Italien mit 345 neuen Todesopfern

Link zum Artikel

Die Schweiz befindet sich im Notstand – die 18 wichtigsten Antworten zur neuen Lage

Link zum Artikel

Messerattacke in Paris – zwei Verletzte

Link zum Artikel

Ein Virus beendet Jonas Hillers Karriere: «Es gäbe noch viel schlimmere Szenarien»

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Video des Tages: 40 Obdachlose jede Nacht im «Pfuusbus»

Video: srf/SDA SRF

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Themen
14
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • pedrinho 01.12.2017 14:08
    Highlight Highlight rechnen statt ventilieren

    lockruf des geldes - IMHO mit nichten und neffen.

    eine journalistische leistung waere jetzt eine art vollkostenrechnung, die gemeinde bezahlt, aber....
    es werden wohl keine sozialhilfeempfaenger in den genuss kommen, uebrig bleiben +- netto steuerzahler und "investoren" welche vermutlich mehr geld als
    gesponsort innerhalb von 10 jahren in die oertliche wirtschaft, gemeindekasse, steuern etc. einbringen werden.
    Die idee ist nicht schlecht und unter dem strich, wirds sich ueber 10 jahre gerechnet vermutlich eher fuer diee gemeinschaft lohnen.
  • Christian Mueller (1) 01.12.2017 11:03
    Highlight Highlight Der Kanton Wallis erhält 588 Millionen Franken aus dem kantonalen Finanzausgleich. (Zusätzlich noch Millionen aus Landwirtschaftssubventionen, Wasserzinsen, Militär (Bauten, WKs usw) und und und). Albinen erhält 2016 vom Kanton 207'000.- als 'Lastenausgleich'. Gutes Gefühl, wenn man mit dem Geld von anderen Geschenke verteilen kann. Ich finde nicht, dass sich die Berge entvölkern müssen. Aber wenigstens sollen sie für ihre Kosten vermehrt selbst aufkommen. In einer Stadt lebt es sich günstiger, Umweltschonender, Effizienter und es wird erst noch Geld verdient, statt verprasst.
    • Hugo Wottaupott 01.12.2017 12:57
      Highlight Highlight Es gib Drogen die sind verboten. Aber Geld ist legal.
  • rosen nell 01.12.2017 10:31
    Highlight Highlight den mutigen gehört die welt. schön dass diese visionäre idee angenommen wurde. in solchen situationen kommt mir jeweils in den sinn: "tradition heisst das feuer zu bewaren, nicht die asche zu horten."
    • Christian Mueller (1) 01.12.2017 14:15
      Highlight Highlight Leider horten sie die Asche mit Asche...
  • zombie woof 01.12.2017 09:40
    Highlight Highlight Viel Vergnügen mit den Dorfbewohnern, welche Nein gestimmt haben
  • Haiderfroh 01.12.2017 08:13
    Highlight Highlight Es ist besser, wenn die Bergtäler menschenleer werden.
    Es ist besser für die Natur.
    Es ist besser für die Volkswirtschaft.
    Es ist besser für den Finanzhaushalt der Kantone und des Bundes.
    Es ist besser für die Menschen in diesen Bergtälern, wenn sie endlich die Segnungen der Zivilisation empfangen dürfen. Man muss aufhören, sie in ihren Reservaten zu halten.
    • raues Endoplasmatisches Retikulum 01.12.2017 10:46
      Highlight Highlight "Es ist besser für die Menschen in diesen Bergtälern, wenn sie endlich die Segnungen der Zivilisation empfangen dürfen. Man muss aufhören, sie in ihren Reservaten zu halten."
      Im Notfall muss man diesen Heiden die Segnungen der Zivilisation wohl mit flammendem Schwert bringen.
      Auf das Land zu ziehen um Menschen wie ihnen nicht mehr zu begegnen, ein Gedankengang, dem ich viel abgewinnen kann.
    • Sauäschnörrli 01.12.2017 11:55
      Highlight Highlight Unsere "Natur", kann man nur leider nicht mehr sich selber überlassen, da die naturbelassenen Flächen so klein sind, dass sie sich nicht selbst regulieren können. Dass ist wie bei einem Baggersee, wir haben dieses Stück "Natur" geschaffen, jedoch würde es in kürzester Zeit versauern und alles Leben darin und rundherum absterben, würden wir ihn nicht pflegen.
    • häfi der Spinat 01.12.2017 14:00
      Highlight Highlight Weniger Menschen, weniger Jäger, die die Raubtiere wildern.
      Natürlich reguliert sich die Natur, immer noch besser, ohne Mensch.
    Weitere Antworten anzeigen

Overtourism adé: Schweizer erzählen, wie sich Bali und Phuket zu «Geisterstädten» wandeln

Jon Zürcher erlebte Terroranschläge und Vulkanausbrüche: Seit 40 Jahren lebt der Bündner auf Bali. Doch so schlimm wie die Corona-Krise hat die Insel noch kein Ereignis getroffen. Auch Gastronomin Brigitte Wieland hat einen denkbar schlechten Zeitpunkt erwischt, um ein Restaurant auf Phuket zu eröffnen.

Jon Zürcher hat schon allerhand erlebt. 1977 kurvte der Oberengadiner mit seinem VW-Bus von der Schweiz bis nach Bali. Und blieb hängen. Vor über 40 Jahren eröffnete er in Kuta Beach in Bali sein «Swiss Restaurant». Später amtete er jahrelang als Schweizer Honorarkonsul und erlebte Terroranschläge und Vulkanausbrüche auf der indonesischen Götterinsel. Doch so schlimm wie die Corona-Krise hat die Insel noch kein Ereignis in der jüngeren Geschichte getroffen.

Kuta war bis vor wenigen Monaten der …

Artikel lesen
Link zum Artikel