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Wallis

Crans-Montana: Früherer Sicherheitsverantwortlicher bei Anhörung

Crans-Montana: Staatsanwaltschaft hört früheren Sicherheitsverantwortlichen an

09.02.2026, 22:5709.02.2026, 22:57

Die Walliser Staatsanwaltschaft hat die Anhörungen im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe in Crans-Montana VS fortgesetzt. An der Reihe war am Montag der ehemalige Sicherheitsbeauftragte der Gemeinde. Er gilt als Beschuldigter.

Der Mann war für die Sicherheits- und Brandschutzkontrollen zuständig, die im Januar 2018 und im Juni 2019 in der Bar «Le Constellation» durchgeführt wurden. Zweimal wurden seine Empfehlungen vom Geschäftsführer und Eigentümer nicht berücksichtigt.

Ausserdem muss der Mann erklären, warum die Bar seit Mitte 2019 nicht mehr kontrolliert wurde. Er hat seine Stelle Anfang 2024 aufgegeben.

«Es gibt viele Fragen, auf die die heute angehörte Person hoffentlich Antworten geben wird», sagte Yaël Hayat, Anwältin von Jessica Moretti, der Frau des Barbesitzers.

Gilles-Antoine Hofstetter, Anwalt mehrerer Opfer, sagte, «wir erwarten, dass die Sicherheitsverantwortlichen uns die Gründe für die zahlreichen Versäumnisse in diesem Fall erklären können».

Moralische Verantwortung

Am vergangenen Freitag war der aktuelle Sicherheitschef der Gemeinde einvernommen worden, ebenfalls als Beschuldigter. Der Mann ist seit Mai 2024 im Walliser Ferienort im Amt.

Laut Informationen des Schweizer Radio und Fernsehens RTS, die Keystone-SDA von einer mit dem Fall vertrauten Quelle bestätigt wurden, gab der Mann zu, «2017 den eidgenössischen Fachausweis für Brandschutz nicht erhalten zu haben».

Er gab jedoch an, im Jahr 2023 den eidgenössischen Fachausweis als Spezialist für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz erhalten zu haben. Der aktuelle Sicherheitsverantwortliche räumte auch eine moralische Verantwortung gegenüber den Opfern der Tragödie ein, die in der Silvesternacht 41 Tote und 115 Verletzte gefordert hat.

Frage der Prioritäten

Da er nicht über ausreichende personelle Ressourcen verfügt habe, erklärte der aktuelle Sicherheitschef, dass er die Kontrollen priorisiert habe, und zwar zunächst in Spitälern, Kliniken und Altenheimen, dann in Hotels und schliesslich in öffentlichen Einrichtungen, in denen Kontrollen nicht jährlich durchgeführt werden.

Was Bars, Diskotheken, Restaurants und andere öffentliche Einrichtungen angeht, so habe er sich zunächst auf diejenigen konzentriert, deren Akte offen war, zu denen die Bar «Le Constellation» 2023 nicht gehörte habe.

Ehepaar Moretti erneut vorgeladen

«Die Verhöre der Sicherheitsbeauftragten sind nur ein Glied in der Kette der Verantwortlichkeiten der Gemeinde Crans-Montana, und ich denke, dass weitere Personen als Angeklagte oder Beschuldigte folgen werden», sagte Alain Viscolo, Anwalt der Opfer aus dem Wallis, am Montagmorgen.

Die Staatsanwaltschaft Wallis rekapitulierte am Montagabend in einer ausführlichen Mitteilung den Stand der Ermittlungen. Sie teilte zudem mit, dass seit dem 1. Januar rund fünfzig Beschlüsse und Haftbefehle von der Staatsanwaltschaft erlassen, mehr als ein Dutzend Vernehmungen durchgeführt und mehrere internationale Rechtshilfeersuchen gestellt worden seien. Die Verfahrensakte umfasse derzeit fast 2000 Seiten und mehr als 8500 physische Beweisstücke. 263 Zivilparteien hätten sich gemeldet und würden von 74 Anwälten vertreten.

Die Einvernahmen werden am Mittwoch mit Jacques Moretti fortgesetzt. Die erneute Anhörung seiner Frau Jessica findet am Donnerstag statt. (hkl/sda)

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