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Airbnb erobert die Schweiz –doppelt so viele Gäste und harsche Kritik



Airbnb, der grösste Online-Vermittler von privaten Wohnungen, wächst in der Schweiz rasant: Im vergangenen Jahr mieteten mehr als 300'000 Gäste eine Unterkunft über Airbnb in der Schweiz. Das sind fast doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.

Es ist das erste Mal, dass Airbnb Gästezahlen für die Schweiz bekannt gibt. Die Schweiz am Sonntag hatte in ihrer jüngsten Ausgabe über die Zahlen berichtet.

Airbnb co-founder and CEO Brian Chesky speaks during an announcement in San Francisco, Tuesday, April 19, 2016. Airbnb is adding new recommendations to its online accommodations service, building on its knowledge of travelers’ preferences and tips from local residents. The company, which lets out-of-town visitors find people renting out homes and rooms, says it wants to help travelers get off the beaten path by showing alternatives to well-known, often crowded, attractions. (AP Photo/Jeff Chiu)

Airbnb-Gründer Brian Chesky während einer Ansprache in San Francisco.  Bild: Jeff Chiu/AP/KEYSTONE

In der Schweizer Tourismusbranche dürfte Airbnb einer der einzigen Anbieter sein, für den das letzte Jahr erfreulich verlief. Die Hotels litten unter dem starken Franken, der die Gäste aus Europa fernhielt. Auch Bed-and-Breakfast-Betriebe, Campingplätze und Jugendherbergen waren deutlich schlechter besucht.

Bei Hotelleriesuisse hatte man Airbnb vor drei Jahren noch als «Nischenprodukt» bezeichnet. Damals war das Angebot von Airbnb in der Schweiz allerdings auch noch überschaubar: Erst rund 2000 Gastgeber gab es hierzulande.

17'000 Inserate, darunter Exoten 

Unterdessen gebe es in der Schweiz über 17'000 Inserate. Grösstenteils würden einzelne Zimmer, Wohnungen oder Häuser vermietet. Es gebe aber auch aussergewöhnliche Unterkünfte wie Baumhäuser oder Iglus.

In this Monday, Aug. 3, 2015, photo, Jonathan Powley, who rents parked vehicles on Airbnb, prepares a 1995 Chevrolet conversion van, one of his offerings, in the Queens borough of  New York. While parked vehicles make up only a fraction of the thousands of Airbnb listings in New York City, they provide an option for adventurous, budget-minded visitors seeking a place for far less than the $200-and-up most hotels charge.  (AP Photo/Richard Drew)

Nicht nur in den USA, wo, wie im Bild, Zimmer in geparkten Campern gebucht werden können, boomt die Idee. 
Bild: Richard Drew/AP/KEYSTONE

Der typische Schweizer Gastgeber sei 40 Jahre alt. Und 87 Prozent der Gastgeber in der Schweiz hätten nur ein Inserat bei Airbnb eingestellt. Dies dürften zu einem grossen Teil Privatpersonen sein, die ihre Wohnung oder ein Zimmer vermieten. Hat ein Anbieter mehr als ein Inserat geschaltet, ist dies ein Indiz, dass es sich um einen professionellen Nutzer – beispielsweise eine Immobilienfirma – handelt.

Airbnb soll Kurtaxe zahlen 

Mit dem rasanten Wachstum und der zunehmend auch professionellen Nutzung hat sich Airbnb neue Kritiker eingehandelt: Längst verlangen die Schweizer Hoteliers, dass auch Airbnb-Gastgeber Abgaben wie die Kurtaxe leisten sollten. Die Beschwerden werden umso lauter, je mehr Airbnb zu einem echten Konkurrenten wird.

epa04571223 Detractors of Airbnb operations in New York hold signs during a rally at City Hall before a hearing on the subject of Airbnb in New York, New York, USA, 20 January 2015. The New York City Council was holding a hearing today called 'Short Term Rentals: Stimulating the Economy or Destabilizing Neighborhoods?' which was meant to examine the issue of short term rentals as handled by Airbnb.  EPA/JUSTIN LANE

In den USA gab es bereits Demonstrationen gegen das Unternehmen. 
Bild: JUSTIN LANE/EPA/KEYSTONE

Dass dies zunehmend der Fall sein dürfte, zeigt das Durchschnittsalter der Kunden: Der typische Airbnb-Gast in der Schweiz sei 35 Jahre alt, teilte die Firma mit. Es sind also längst nicht mehr nur Studenten mit wenig Geld, die über die Plattform eine Unterkunft suchen.

Zudem bleiben die Airbnb-Gäste – von denen in der Schweiz fast zwei Drittel aus Europa kommen – länger als die Hotelgäste: 4,5 Nächte bleibt der typische Airbnb-Gast in der Schweiz. In den Hotels betrug die durchschnittliche Aufenthaltsdauer im letzten Jahr nur 2 Nächte, wie Zahlen des Bundesamtes für Statistik zeigen. (sda)

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