DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Fall Hildebrand: Whistleblower der Bank Sarasin blitzt vor Bundesgericht ab

20.08.2018, 12:0020.08.2018, 12:39
Bild: KEYSTONE

Das Bundesgericht hat eine Beschwerde des ehemaligen IT-Angestellten der Bank Sarasin abgewiesen, der Infos zu Devisenkäufen des damaligen Nationalbank-Präsidenten Philipp Hildebrand weitergab. Auch die Zürcher Staatsanwaltschaft ist in Lausanne abgeblitzt.

Das Zürcher Obergericht hatte den Bankmitarbeiter im August 2017 der mehrfachen Verletzung des Bankgeheimnisses schuldig gesprochen. Es verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 70 Tagessätzen zu 30 Franken.

Als strafrechtlich relevant erachtete das Obergericht die Weitergabe der Kontoinformationen an Christoph Blocher und an einen Zürcher Kantonsrat. Ebenso beurteilt auch das Bundesgericht die Sache. Es sei nicht ersichtlich, warum er die Informationen gegenüber diesen beiden Personen offenbaren musste, um einen Missstand aufzudecken.

Vom Anwaltsgeheimnis geschützt sei hingegen die Kontaktaufnahme des ehemaligen IT-Angestellten mit dem Anwalt und Thurgauer SVP-Kantonsrat Hermann Lei gewesen, schreibt das Bundesgericht. Die Zürcher Staatsanwaltschaft beantragte in ihrer Beschwerde, dass der Freispruch in diesem Punkt aufzuheben sei.

Der Bankangestellte hatte im Oktober 2011 mehrere Printscreens von Transaktionen des damaligen Nationalbankpräsidenten gemacht. Diese zeigten Buchungen zu Devisenkäufen auf. Es entstand deshalb der Verdacht, dass Hildebrand aufgrund seines Insiderwissens mit Devisen spekuliere.

Der Verurteilte wandte sich mit diesen Infos im November 2011 an Lei. In der Folge gelangten die beiden mit den in ihren Augen brisanten Informationen an Politiker und Journalisten.

Auch Lei wurde in diesem Zusammenhang vom Obergericht Zürich verurteilt. Das Gericht befand ihn der Gehilfenschaft zur Verletzung des Bankgeheimnisses schuldig. Dagegen wurde beim Bundesgericht keine Beschwere eingereicht. (Urteil 6B_200/2018, 6B_210/2018 vom 08.08.2018) (sda)

Kunstmuseum Bern – Licht auf Kunsthandel in dunklen Zeiten

Video: srf
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

3 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Lowend
20.08.2018 13:54registriert Februar 2014
Wenn da steht: «Als strafrechtlich relevant erachtete das Obergericht die Weitergabe der Kontoinformationen an Christoph Blocher und an einen Zürcher Kantonsrat.», kann man da im Umkehrschluss sagen, dass sich diese beiden feinen Herren auch an strafrechtlich relevanten Taten, hier der Hehlerei mit gestohlenen Bankdaten, an einer Straftat beteiligt haben?

Warum müssen sich diese beiden mehrbesseren Herren der SVP eigentlich nicht für diese Straftaten gegen das «heilige» Bankgeheimnis vor Gericht verantworten? Gibt es da etwa Kuscheljustiz für die Parteielite der VP?
3412
Melden
Zum Kommentar
3
Nationalrätin Binder warnt: Russland könnte Wahlen in der Schweiz 2023 beeinflussen
Russland könnte Server in der Schweiz für Cyberangriffe auf Wahlen in westlichen Staaten verwenden: Das hält der Nachrichtendienst für wahrscheinlich. Nicht gefährdet sind laut Bundesrat die Wahlen 2023 in der Schweiz – dies bezweifelt Mitte-Nationalrätin Marianne Binder und fordert die Ausweisung russischer Diplomaten.

«Schweizer Nachrichtendienst warnt: Russland bekämpft Demokratie von der Schweiz aus.» So berichtete der «Blick» Ende August über einen vertraulichen Bericht des Nachrichtendienstes des Bundes (NDB). Wörtlich hiess es darin: «Weiter beurteilt es der NDB als wahrscheinlich, dass für zukünftige Cyberangriffe auf andere westliche Wahlen in der Schweiz stehende Server verwendet werden.»

Zur Story