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Jetzt ist es definitiv: Tamedia stellt «Le Matin»-Printausgabe ein

07.06.18, 10:10 07.06.18, 12:16


Des copies papier du journal

Bild: KEYSTONE

Die Mediengruppe Tamedia stellt die gedruckte Ausgabe der Westschweizer Zeitung «Le Matin» auf Ende Juli ein. Sie sei defizitär, heisst es zur Begründung. Danach soll es das Medium nur noch online geben.

Dies teilte Tamedia am Donnerstagmorgen mit. Betroffen seien maximal 41 Mitarbeitende, davon 24 in der Redaktion. Für die Betroffenen gebe es einen Sozialplan. Tamedia treffe sich an diesem Freitag mit der Arbeitnehmervertretung sowie den Gewerkschaftsvertretern, um das Konsultationsverfahren einzuleiten und einen Sozialplan auszuhandeln.

Seit 20 Jahren defizitär

Grund für die Einstellung der gedruckten Ausgabe – voraussichtlich auf den 21. Juli – seien die seit 20 Jahren anhaltenden Verluste. Im vergangenen Jahr lag das Defizit von «Le Matin» bei rund 6,3 Millionen Franken, über die letzten zehn Jahre gesamthaft bei 34 Millionen Franken.

Trotz grosser Anstrengungen habe keine nachhaltige Lösung gefunden werden können, um das gedruckte Angebot von «Le Matin» aufrechtzuerhalten, schreibt Tamedia. «Le Matin Dimanche» sei von der Einstellung der gedruckten Ausgabe von «Le Matin» nicht betroffen.

Digitale Ausgabe weiterentwickeln

Künftig soll die digitale Ausgabe mit einer 15-köpfigen Redaktion weiterentwickelt werden. Diese wird dabei eng mit dem Sport-Center von Tamedia und dem Newsexpress sowie für allgemeine Nachrichten mit dem Netzwerk von «20 minutes» zusammenarbeiten.

lematin.ch sei mit 581’000 Nutzerinnen und Nutzern (NET-Metrix Profile 2018-1) bereits heute eine der reichweitenstärksten Newsplattformen der Romandie, schreibt Tamedia. Als digitale Medienmarke solle «Le Matin» die «einzigartige Positionierung» in der Romandie bewahren und den Leserinnen und Lesern in allen Kantonen der Romandie «weiterhin pointierte, unterhaltsame und populäre Inhalte mit einem hohen Sport-Anteil bieten».

«Le Matin» werde damit die erste Schweizer Tageszeitung, die sich vollständig auf eine rein digitale Version fokussiert.

Die Chefredaktion geht von Grégoire Nappey an Laurent Siebenmann über. Nappey, seit 2014 Chefredaktor von «Le Matin», wollte die Zeitung in dieser neuen Form nicht mehr leiten, schreibt Tamedia. Er werde den Übergang zu seinem Nachfolger Siebenmann sicherstellen und das Unternehmen verlassen.

Gewerkschaften: »Leichenbestatter«

Die Mediengewerkschaft Syndicom und der Journalistenverband Impressum zeigen sich empört über die angekündigte Einstellung der Printausgabe von »Le Matin«. Das Zürcher Verlagshaus Tamedia benehme sich wie der »Leichenbestatter" der Pressevielfalt in der Westschweiz.

Syndicom und Impressum fordern, dass Tamedia auf den Entscheid zurückkommt. Das Verlagshaus müsse sich an der Suche nach einer Lösung zur Rettung der beliebten Tageszeitung beteiligen und Entlassungen vermeiden. Als Quasi-Monopolist habe Tamedia eine spezielle Verantwortung gegenüber den Leserinnen und Lesern, aber auch gegenüber den Mitarbeitenden. (sda)

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5Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • einmalquer 07.06.2018 13:24
    Highlight Le Matin war schon defizitär als sie vom TA übernommen wurde -

    das jetzt als Grund anzuführen ist nicht lauter -denn das wussten sie ja beim Kauf schon.

    Es geht nur darum, Monopole aufzubauen
    19 0 Melden
  • zeromg 07.06.2018 11:08
    Highlight Bin fast überzeugt, dass in den nächsten 5-10 Jahren noch einige Zeitungen die Printausgabe streichen werden. Auch wenn dies einige nicht hören möchten, die Zukunft liegt bei den Online-Zeitungen. Auch der Tagesanzeiger und die NZZ ist Online nur noch mit einem Digital-Abo komplett lesbar.
    22 3 Melden
    • Don Alejandro 07.06.2018 11:14
      Highlight Ich stimme Dir bei den Tageszeitungen zu. Für spezialisierte Zeitschriften und Wochen(end)Zeitungen wird es wohl weiterhin Print geben.
      8 0 Melden
    • ubu 07.06.2018 14:33
      Highlight @zeromg: Mit Print vs Online könntest Du recht haben. Allerdings reduziert Tamedia die Redaktion von 41 auf 15 Personen. Damit lässt sich auch Online kein nennenswerter Journalismus mehr machen.
      15 0 Melden
  • Zaungast 07.06.2018 10:35
    Highlight Ich verstehe jeden Tamedia-Mitarbeiter, der die Firmenfeier boykottiert hat...
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