Schweiz
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Modedesignerin Harryet Lang, Interview BGE, bref magazin

bild: laurent burst

Interview

Modedesignerin Harryet Lang: «Ein Leben unter dem Existenzminimum führt zur Verzweiflung»

Die Schweizerin Harryet Lang arbeitet in Berlin als Modedesignerin. Davon leben kann sie allerdings nicht. Die 40-Jährige bezieht Sozialhilfe für Selbständige vom deutschen Staat. Ein Grundeinkommen würde viel Druck aus ihrem Leben nehmen, sagt sie.

nadja schnetzler / bref magazin



Ein Interview von

Frau Lang, Sie leben in Berlin und nehmen hier regelmässig an der Verlosung eines Grundeinkommens für ein Jahr teil. Angenommen, Sie gewinnen die tausend Euro im Monat, was würde sich ändern?
Harryet Lang: Zunächst wäre es für mich eine grosse Entspannung. Ich beziehe aktuell «Hartz 4 Aufstocker», das ist die Sozialhilfe für Selbständige. Konkret muss ich dafür zweimal im Jahr alles offenlegen, was bei mir reinkommt. Also was mein Leben kostet und wofür ich Geld ausgebe. Da kommt man sich ganz nackt vor, es ist ein demütigender Prozess. Doch ohne dieses Geld könnte ich meiner Arbeit als Modedesignerin gar nicht nachgehen.

bref magazin

bref ist das Magazin der reformierten Kirchen. In der aktuellen Nummer zeigt bref 12 Ansichten von Frauen zum bedingungslosen Grundeinkommen. Das Themenheft entstand in Zusammenarbeit mit dem Institut Zukunft. watson hat drei Interviews übernommen.

Hier findest du sie:
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Ein Grundeinkommen würde viel von diesem finanziellen Beschaffungsstress wegnehmen. Wer stellt bei der Verlosung das Geld zur Verfügung?
Der Verein «Mein Grundeinkommen» sammelt per Crowdfunding das Geld. Es sind viele Privatpersonen, die spenden, was ich grossartig finde. Immer wenn 12'000 Euro zusammen sind, werden sie an eine Person vergeben. Damit macht der Verein auf die Idee des Grundeinkommens in Deutschland aufmerksam. Dabei muss jeder Teilnehmer angeben, was man mit dem Grundeinkommen anfangen würde. Ich las bei anderen Personen, dass sie wieder einmal Ferien mit der Familie machen möchten oder dass sie Zeit brauchen, um ein Buch zu schreiben.

«Ich glaube, dass Leute mit wenig Geld in der Schweiz stärker an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden als in Berlin.»

Modedesignerin Harryet Lang

Angenommen, Sie hätten finanziell eine stabilere Basis, was würden Sie als nächstes tun?
Ich würde ein Grundeinkommen nutzen, um mein Geschäft voranzutreiben, das seit 2010 im Aufbau ist. Im Moment kann ich es mir beispielsweise nur selten leisten, die Produktion meiner Kollektion auszulagern. Hätte ich bedingungslos 1000 Euro im Monat zur Verfügung, ich würde dies tun. Zusätzlich würde ich eine Person anstellen, die meine Produkte bei Boutiquen vermarktet. Ich könnte mich dann wieder stärker auf das Entwerfen von neuen Kollektionen konzentrieren.

Das Grundeinkommen würde Ihnen also erlauben zu investieren.
Genau. Jetzt lebe ich von einem Tag zum nächsten, muss alles selber organisieren und praktisch alles selber machen. Das raubt mir unglaublich viel Zeit. Das ist aber teilweise auch meiner Haltung geschuldet, dass, wenn ich etwas nähen lasse, ich die Arbeit hier in Berlin vergebe – mit entsprechender Kostenfolge. Und mittelfristig möchte ich dann neben der fairen Produktion auch noch Biostoffe nutzen. Dafür fehlt mir aber im Moment einfach das Geld.

Was nennen Sie eigentlich Ihr Vermögen?
Ein Zimmer voll von Schnittmustern, die ich über die Jahre entwickelt habe. Es wäre aber schön, wenn ich ein kleines, richtiges Finanzpolster anlegen könnte. Das würde mir erlauben, relaxter an gewisse Themen heranzugehen.

In Berlin gibt es viele Menschen, die mit wenig Geld auskommen. Studenten, aber auch Personen mit einem Projekt, das Zeit braucht, aber kein Geld einbringt. Wie organisiert man sich hier, damit es klappt?
Wir tauschen viel mehr Dinge und Dienstleistungen – helfen uns gegenseitig aus. Fotografiert wer meine Modeschau, dann biete ich ihm als Gegenleistung ein oder zwei Stücke aus meiner Kollektion an. Wenn ich mehr Geld hätte, würde ich die Leute liebend gerne bezahlen, das ist ja klar. Aber es geht vielen wie mir, und so sind wir gewohnt, in Naturalien oder Gegenleistungen zu denken und zu zahlen.

Erleben Sie diesbezüglich Berlin anders als die Schweiz?
In der Schweiz ist diese Haltung weniger verbreitet. In Berlin kommen die Menschen oftmals gar nicht anders über die Runden. Ich glaube auch, dass Leute mit wenig Geld in der Schweiz stärker an den Rand der Gesellschaft gedrückt werden als in Berlin. Hier kann ich auch mit sehr wenig Geld an fast allem teilhaben. So gibt es zum Beispiel viele kostenlose oder extrem günstige Kulturangebote, freie Eintritte in Museen, Festivals und vieles mehr, was eine Grossstadt wie Berlin zu bieten hat.

«Zwischen wenig Geld und zu wenig Geld gibt es einen grossen Unterschied. Ein bescheidener Lebensstil kann die Kreativität beflügeln. Ein Leben unter dem Existenzminimum führt aber zur Verzweiflung.»

Harryet Lang, Modedesignerin, Berlin

Was hat diese Berliner Lebensart mit Ihnen gemacht?
Wenig Geld macht kreativ, und man fällt bewusstere Entscheide. So habe ich zum Beispiel die Schneiderschere, die ich 1996 als Abschiedsgeschenk bei einem Praktikum erhalten habe, heute immer noch im Einsatz. Es braucht keine neue, ich behandle sie einfach mit Sorgfalt und schleife sie immer wieder nach. Ich will an dieser Stelle aber etwas klarstellen: Zwischen wenig Geld und zu wenig Geld gibt es einen grossen Unterschied. Ein bescheidener Lebensstil kann die Kreativität beflügeln. Ein Leben unter dem Existenzminimum führt aber zur Verzweiflung.

Umfrage

Willst du ein bedingungsloses Grundeinkommen in der Schweiz?

  • Abstimmen

9,771

  • Ja! Das will ich.60%
  • Nein! Das ist eine blöde Idee16%
  • Die Idee ist zwar gut, aber in der Realität funktioniert das nicht.24%

Inwiefern würde ein Grundeinkommen eine Gesellschaft verändern?
Den Menschen würde es besser gehen, und das meine ich insbesondere psychisch. Und die Menschen wären weniger gestresst. Dadurch würde das, was man tut, auch besser. Ich merke das auch bei der Mode: Wenn ich entspannt an die Sache herangehen kann, ist das Resultat einfach besser. Weiter würden die Leute vermehrt das tun, was sie wirklich gut können – und nicht das, was am meisten Geld bringt. Gerade in der Schweiz sitzen viele in Jobs, die sie zwar nicht mögen, die aber gut bezahlt sind. Das verstehe ich nicht so richtig.

Würden Sie in die Schweiz zurückkehren, wenn dort ein Grundeinkommen eingeführt würde?
Eher nicht. Ich würde den Schweizern zwar ein Grundeinkommen gönnen, auch wenn andere Länder dieses wohl nötiger hätten. Warum ich aber nicht zurückkehren würde: Ich bin in Berlin zuhause. Dieses Jahr hatte ich nach sechzehn Jahren eine kurze Zeit wirklich Heimweh nach der Schweiz und fühlte mich für ein paar Monate hier in Berlin nicht mehr so wohl. Dann bin ich in einen neuen Kiez gezogen und hab mich wieder in diese Stadt verliebt. Was ich aber nicht weiss, mich jedoch noch interessieren würde: Sieht das Grundeinkommen in der Schweiz vor, dass es wirklich alle erhalten? Also auch jene, die ein grosses Vermögen haben oder extrem viel verdienen?

«Mein Motto ist: Klar kann ich das – ich hab’s nur noch nie gemacht.»

Harryet Lang, Modedesignerin in Berlin

Ja, das ist die Idee.
Hmm, das ist irgendwie unfair. Zugleich: Es kann ja auch jede Person, der es finanziell sehr gut geht, aus irgendwelchen Gründen in Not geraten. Und dann bekommt man heute Sozialhilfe. Das Grundeinkommen dreht das um, und man bekommt in jedem Fall, egal ob es einem gutgeht oder nicht, einen definierten Betrag. Wer es nicht braucht, kann es zum Beispiel auf die Seite legen für schlechtere Zeiten, oder es anlegen oder den Betrag für einen guten Zweck spenden. Doch, das macht schon Sinn.

Sie leben seit vielen Jahren in finanziell prekären Verhältnissen. Haben Sie eigentlich ein Motto, das Sie durchs Leben trägt?
Mein Motto ist: Klar kann ich das – ich hab’s nur noch nie gemacht. Ich habe bereits einige Male im Leben wirklich krasse Entscheide getroffen. Mit 13 bin ich von zuhause ausgezogen und mit 23 nach Berlin ausgewandert, ohne zu wissen, was mich hier erwartet. Meine Pläne haben sich immer wieder geändert. Zuerst wollte ich Journalistin werden. Dann merkte ich, dass mich Modedesign so sehr interessiert, dass ich meine ganze Arbeitskraft darauf fokussieren möchte. Solange ich in prekären Verhältnissen lebe, werde ich deshalb auch an der Verlosung zum Grundeinkommen teilnehmen. Drücken Sie mir die Daumen.

Modedesignerin Harryet Lang, Interview BGE, bref magazin

bild: laurent burst

Harryet Lang zog nach ihrem Studium an der Modedesignschule in Zürich nach Berlin. Dort entwirft sie seit sechzehn Jahren Männerkollektionen und entwickelt Berufskleidung.
***
Hier findest du zwei weitere Interviews zum BGE:
Ordensschwester Ingrid Grave: «Faule Menschen gibt es überall, auch ohne Grundeinkommen»

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39
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    Alle Leser-Kommentare
  • Utopiot 17.05.2016 08:44
    Highlight Highlight Wenn ich hier so die Kommentare lese, dann gehe ich davon aus, dass ihr wohl alle keine Träume habt und lieber einem Job nachgeht, der euch zwar über Wasser hält, aber euch nicht selbst verwirklicht.. Ganz toll
  • rudolf_k 16.05.2016 14:45
    Highlight Highlight Bin überhaupt nicht grundsätzlich gegen ein Grundeinkommen. Aber die gute Frau verwechselt offensichtlich Arbeit oder Beruf mit Hobby. Irgendwann muss man ehrlich genug mit sich selbst sein um sich einzugestehen dass man einfach nicht gut genug ist. Es gibt ja immer noch andere Möglichkeiten sich zu verwirklichen, wie z.B. Teilzeitarbeit und daneben sein eigenes Geschäft führen.
    • samara 16.05.2016 15:11
      Highlight Highlight Auch ein Vincent Van Gogh blieb zeitlebens arm, was absolut nicht heisst, dass jemand nicht gut genug ist.
    • rudolf_k 17.05.2016 16:41
      Highlight Highlight Mit dem Unterschied, dass Van Gogh nicht der Allgemeinheit auf der Tasche gelegen ist. Schlussendlich geht es auch um das Selbstwertgefühl. Ich habe jahrelang mit minimalem Einkommen gelebt, und nie Sozialhilfe oder RAV bezogen. Jetzt kann ich gut von der selbständigen Arbeit leben, bin aber trotzdem daneben auch noch angestellt.
  • Turi 16.05.2016 14:31
    Highlight Highlight die ganze tragik in der idee des BGE liegt meines erachtens darin, dass diese frau mode mit preisen macht, die sich menschen mit BGE-einkommen nie leisten werden können. am ende brauchen die verfechter eines BGE den mittelstand, der die nachfrage aufrecht hält. BGE-bezüger und eine kleine reiche elite stützen keine wirtschaft nachhaltig, ohne arbeitenden mittelstand geht nichts. und genau der wird mit dem BGE bekämpft und zur kasse gebeten.
  • Menel 16.05.2016 12:46
    Highlight Highlight 👇🏻
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    • Mehmed 16.05.2016 12:50
      Highlight Highlight Menel, ist das wirklich hilfreich, ein 18min Video zu verlinken, ohne was dazu zu sagen? Das auf den ersten Blick nicht mal mit dem Thema zu tun hat? Ich finde solche Posts überflüssig.
    • Menel 16.05.2016 19:45
      Highlight Highlight Ja, sorry, war unterwegs. Das Video halte ich trotzdem - im Hinblick auf das BGE - für wichtig, denn es zeigt auf, was Menschen wirklich motiviert.
      Die Probleme in unserer westlichen Welt brauchen Köpfe, die inovativ und vor allem kreative Lösungen liefern und unser veraltetes Modell ist gerade mal für "Fliessbandarbeit" geeignet.

      Auch ein gutes Beispiel aus dem Video für unentgeltliche Arbeit, an dem sich tausende Leute beteiligen, Wikipedia. Ein Beispiel dafür, dass Menschen nicht finanzielle Anreize brauchen, um produktiv und inovativ zu sein. Das Gleiche mit Mozilla und Gnutella.
  • Hierundjetzt 16.05.2016 12:23
    Highlight Highlight Ihr Zitat: "würden die Leute vermehrt das tun, was sie wirklich gut können" Gleisbauer, Tunnelbohrer, Gemüseernter, Schlachter, Call Agent. Doch endlich hätten wir genügend Fachkräfte für Hard-Core Jobs

    Eine Frage wurde bis anhin nie beantwortet: Zurzeit erhält jeder CH-Einwohner via Sozialwerke mehr als 2500.- / Monat (zB Operation im Krankenhaus, PK, etc) was passiert danach? Zahle ich dann die operation selber? Wer finanziert mir meine 2 Säule (merke, es gibt nur noch 1 Sozialwerk!)
    • kliby 16.05.2016 12:27
      Highlight Highlight alv, iv, 2. säule, berufliche unfallversicherung etc musst du nachher zusätzlich privat irgendwo versichern. zu den heutigen lohnabzügen kämen also noch etliche hundert franken neue versicherungsprämien dazu, wenn du den heutigen level von sozial- und versicherungsleistungen halten willst.
    • Grabeskaelte 16.05.2016 12:49
      Highlight Highlight Teil 1: Die von Ihnen benannten Jobs werden mittelfristig alle automatisiert. In Amerika sind bereits automatisierte Call-Agents im Einsatz die ebenso empathisch auf den Kunden eingehen können, wie Menschen.

      Soweit ich das verstanden habe, eliminiert ein Grundeinkommen die 2. Säule nicht, nur die erste. Die zweite ist schliesslich individuelles Zwangssparen und kein Sozialwerk. IV würde eingestellt, jedoch nicht die Krankenkasse. Sie betrachten das ganze ein wenig indifferenziert.
    • Grabeskaelte 16.05.2016 12:49
      Highlight Highlight Teil 2: Die Ausgestaltung ist schliesslich und endlich dem Parlament überlassen und es geht darum ein Grundeinkommen zu sichern (AHV, ALV, Sozialamt etc. könnten dadurch eingestampft werden) aber nicht um armutsverhindernde Versicherungen zu löschen (Krankenkasse, Pensionskasse, Unfallversicherung etc.)
    Weitere Antworten anzeigen
  • Grundi72 16.05.2016 11:49
    Highlight Highlight Frau Lang ist nun mittlerweile doch schon 40 Jahre alt und offensichtlich als Modedesignerin gescheitert. Wenn ich sie wäre, würde ich mir eine Job suchen mit welchem sie überleben kann. Zum ihrem eigenen Wohl, aber auch zum Wohl der Allgemeinheit.

    Sehe grundsätzlich nicht ein, warum hier der Staat ein anscheinend nicht wettbewerbsfähiges Unternehmen, respektive Selbstverwirklichungs-Träumereien mit Steuergeldern subventionieren soll.

    Es kauft ja nun niemand plötzlich ihre Mode und das ist ja (meiner Meinung nach) ihr grösstes Problem.

    Aber : nice try watson!
    • koks 16.05.2016 12:14
      Highlight Highlight Letzten Endes dürfte eine staatliche Subventionierung auch den ambitionierten FirmengründerInnen schaden, weil staatliche Subvention eine schier endlose Zahl von (Billiglohn-) Konkurrenten schafft, die alle nicht selbsttragend sein müssen. Gut gemeint, würde das BGE in Realität den Markt ganzer Arbeitsbereiche für Firmengründungen kaputt machen. Die Gewinnschwelle wegen staatlich subventionierter Gratisarbeit unerreichbar. Am Ende blieben nicht rentable Hobbyfirmen übrig, und (globale) Multis. Dazwischen verbrannte Erde.
    • TheBean 16.05.2016 12:46
      Highlight Highlight Muss dir vollkommen recht geben, Grundi72.

      Sorry, wer einen brotlosen Job wählt und dabei scheitert, ist schlicht und einfach selber schuld. Da seh ich nicht ein, wieso solche Leute per bedingungslosem Grundeinkommen durchgefüttert werden sollen. Damit ihre unrentable Hobby-Design-Werkstatt noch weitere 30 Jahre überleben kann?
    • Hierundjetzt 16.05.2016 14:12
      Highlight Highlight Ach was. Rein statistisch gesehen, gibts muss es hunderte Deutsche, Franzosen oder Portugiesen geben, die ähnliches in der Schweiz versuchen.

      Aber nicht jeder legt seinen gescheitern Versuch seinen Traum auch nach 20 Jahren durchzustieren so öffentlich dar.

      Warum zB arbeitet Frau Lang nicht mal 5 Jahre, legt viel Geld auf die Seite und startet nochmals mit 45 durch? Auch dann brauchts Mode.

      Hergott Lang, plan mal Dein Leben, dann klappts auch mit dem Traum
  • der Denker 16.05.2016 11:44
    Highlight Highlight Wenn man mit seinem Job nicht genügend Geld verdient um zu leben, sollte man sich villeicht einen anderen suchen.
    • Retarded Wizard 16.05.2016 12:01
      Highlight Highlight Immer schön dem Geld hinterherrennen.

      Leidenschaft? Nie davon gehört.

    • Hierundjetzt 16.05.2016 12:14
      Highlight Highlight Dem Geld hinterherrennen mag nicht das non plus ultra sein.

      Um seinen Traum zu verwirklichen, ist die Sozialhilfe aber nicht gedacht.

      Die ist für arme ausgesteuerte gedacht. Nicht für lustige Weltverbesserer
    • Maragia 16.05.2016 12:18
      Highlight Highlight Ja klar, machen wir doch alles was uns Spass macht. Dann gehe ich ununterbrochen Rad fahren, und der Staat bezahlt mir dafür natürlich 10k CHF pro Monat, da ich super produktiv bin! Coole Sache
    Weitere Antworten anzeigen
  • stadtzuercher 16.05.2016 11:40
    Highlight Highlight Viele junge Menschen starten so ihre Firma. Quersubventionieren während einigen Jahren ihre unbezahlte Arbeit mit Einkünften aus Teilzeitstellen. Sowas kann man machen wenn man jung ist. Aber irgendwann muss ein Geschäft auch Einnahmen bringen, sonst ist die Idee oder das Angebot einfach nicht nachgefragt.
    Besser als staatliche Subventionierung sind offene, attraktive nicht-diskriminierende Märkte (kein Filz, keine Vetternwirtschaft, keine Diskriminierung von kleinen Firmen etc), wo auch Jungunternehmer bei passender Attraktivität ihres Angebots Fuss fassen können.

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