Schweiz
Zürich

Regula Hess trotz SP-Rauswurf wegen Posts in Illnau-Effretikon gewählt

SP warf sie wegen «inakzeptablen» Posts über Juden raus – Regula Hess trotzdem gewählt

08.03.2026, 17:5408.03.2026, 17:54

Regula Hess hat am Sonntag die Wiederwahl ins Stadtparlament von Illnau-Effretikon geschafft. Nachdem Hess online judenfeindliche Beiträge verbreitet hatte, schloss die SP die Lokalpolitikerin vergangene Woche aus der Partei aus.

Regula Hess
Regula Hess bleibt im Stadtparlament von Illnau-Effretikon.bild: stadt illnau-effretikon

Trotzdem trat Regula Hess bei den Parlamentswahlen vom Sonntag auf Platz 4 der SP-Liste an. Die Kandidaturen liessen sich so kurz vor den Wahlen nicht mehr ändern. Sie erzielte trotz ihres Parteiausschlusses 1682 Stimmen und belegte den 7. Platz auf der Liste. Hess sitzt seit 2018 im Stadtparlament.

Die SP konnte am Sonntag ihre sieben Sitze im 36-köpfigen Stadtparlament von Illnau-Effretikon verteidigen, womit Hess die Wiederwahl schaffte. Grosse Gewinnerin war die SVP. Sie eroberte drei zusätzliche Sitze und hält nun 12 Sitze es 36-köpfigen Parlaments.

Anfang Woche wurde bekannt, dass Hess online wiederholt Hetze gegen jüdische Personen geteilt hatte. «Wir sind schockiert über die Posts von Frau Hess», sagte die Zürcher SP-Generalsekretärin Andrea Sprecher daraufhin. Nach einer Anhörung war Hess der Parteiausschluss mitgeteilt worden, das Ausschlussverfahren habe die Kantonalpartei in Absprache mit der Sektion und der Bezirkspartei eingeleitet.

Offenbar waren auf Hess' Profilen regelmässig Beiträge zum Gazakrieg und zur israelischen Regierung zu sehen. Allerdings würden auch Juden generell angegriffen. So seien etwa Beiträge zu einer jüdischen Weltverschwörung zu sehen gewesen oder gar eine mögliche Leugnung des Holocausts.

«Die Posts sind für uns absolut inakzeptabel und überschreiten unzweideutig die Grenze dessen, was in der Partei Platz hat und als persönliche Meinungsäusserung zu akzeptieren ist», sagte Sprecher dazu. (dab/sda)

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89 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Mad Heidi
08.03.2026 20:08registriert März 2019
Es greift immer mehr um sich. Heute Abend, ca. 17:30 Uhr, war eine Gruppe Kids am Bahnhof Luzern unterwegs, die immer wieder „Jude“ gebrüllt haben. Dachte erst, hätte mich verhört, aber wurde dann von Passanten bestätigt.
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PetNat
08.03.2026 20:41registriert März 2014
“… oder gar eine mögliche Leugnung des Holocausts.”

Es ist unterirdisch wenn solch eine Person trotzdem gewählt wird. Da sollten sich ihre Wähler genauer informieren das nächste Mal.
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hgehjvkoohgfdthj
08.03.2026 19:09registriert März 2020
Hess dachte wohl, dass ihre Social Media Beiträge für ihre Partei völlig OK sind. Und so, wie sich die SP während des Gaza Krieges positioniert hat, ist das auch absolut nachvollziehbar. Offenbar hat der Wind aber wieder gedreht. Folge: Gegenwind. War sich Hess nicht bewusst, dass das Internet nichts vergisst? Dummheit? Naivität?

Würde gerne die Motive ihrer Wähler:innen kennen. Wurde sie trotz oder wegen ihrer antisemitischen Äusserungen wieder gewählt?
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