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Neuer Social-Media-Trend verwandelt Schrei in ein Promi-Foto

Cette tendance absurde transforme un cri en photo de star
Sur les réseaux sociaux, une tendance transforme un hurlement en pleine rue en photo iconique. Le principe est simple, il suffit de surprendre ...
Eine Frau geht die Strasse entlang, bleibt stehen, dreht sich um ... und schreit!Image: dr

Dieser absurde Trend verwandelt einen Schrei in ein Promi-Foto

Ein Trend in den sozialen Netzwerken verwandelt einen spontanen Schrei auf offener Strasse in ein ikonisches Foto. Das Prinzip ist simpel: Eine Gruppe Männer überraschen, im perfekten Moment auf den Auslöser drücken – und so tun, als würden sie einen wie eine Göttin anbeten. Das Ganze natürlich zu den Klängen von Mariah Carey. Absurd? Ja. Unterhaltsam? Auch.
12.03.2026, 22:4712.03.2026, 22:47
Margaux Habert

Auf TikTok gibt es Trends aller Art. Manche verlangen echtes Talent: kochen, tanzen ohne Angst sich dabei zum Affen zu machen oder komplizierte Videoübergänge basteln. Und dann gibt es die anderen – die eine weitaus banalere Fähigkeit voraussetzen: ohne ersichtlichen Grund möglichst laut zu schreien.

Seit einiger Zeit verbreitet sich in den sozialen Netzwerken ein Trend, der ebenso simpel wie absurd ist. Das Prinzip ist schnell erklärt und erfordert ein nahezu perfektes Timing.

Eine Frau spaziert die Strasse entlang, meist in der Nähe einer Gruppe von Männern. Sie bleibt plötzlich stehen, dreht sich um und … schreit! Kein sanftes Aufschrecken, sondern ein lauter, durchdringender Schrei, der in einem Umkreis von 20 Metern mindestens zwei oder drei Herzinfarkte hervorrufen könnte. Extra Punkte gibt es, wenn der Schrei kehlig und furchteinflössend klingt.

Strike the pose

Die unmittelbare Reaktion: Passanten zucken zusammen, drehen sich um, schauen instinktiv nach oben. Einige wirken verwirrt, andere zeigen pure Überraschung. Genau in diesem Moment, in diesem Bruchteil einer Sekunde, in dem noch niemand begreift, was gerade passiert, drückt der oder die Komplizin hinter der Kamera auf den Auslöser. Und dann geschieht das Wunder. Das fertige Foto erzählt eine ganz andere Geschichte.

Auf dem Foto scheint die junge Frau ihre beste Pose einzunehmen, mit einer fast unverschämten Selbstsicherheit, während die Männer um sie herum sie mit einer Aufmerksamkeit anstarren, die fast wie Verehrung wirkt. Es sieht aus, als hätte sie gerade den Raum mit der Energie von Aya Nakamura betreten, die plötzlich bei den Olympischen Spielen auftaucht.

Um die Enthüllung des Fotos zu untermalen, verwenden die Macher fast immer denselben Song: «Obsessed» von Mariah Carey. Besonders der eine Satz, der wie eine perfekte Pointe wirkt, wird immer wieder eingesetzt.

«Why you so obsessed with me?»

Die Verzerrung ist perfekt. In Wahrheit sind die Männer überhaupt nicht fasziniert, sondern einfach nur überrascht von jemandem, der auf der Strasse schreit. Doch das eingefrorene Bild erzählt eine völlig andere, viel schmeichelhaftere Geschichte.

Genau diese Art von Streichen ist es, die TikTok liebt. Doch dieser hier hat eine fast schon therapeutische Dimension: Das einfache Vergnügen, aus voller Kehle zu schreien, nur weil man es kann.

«Und ich habe geschrien, geschriiiiiiiiiien»

Seien wir ehrlich: In einem normalen, normierten Leben ist es gesellschaftlich eher verpönt, ohne Grund mitten auf der Strasse zu schreien. Stattdessen lernen wir, leise zu sprechen, uns zurückzuhalten und das akustische Ökosystem des Bürgersteigs nicht zu stören. Dieser Trend stellt genau das auf den Kopf: ein lauter, selbstbewusster Schrei, gefolgt von einer Pose, die einer Parfümkampagne würdig ist. Ein kurzer Moment des Chaos, der sich in ein fast glamouröses Klischee verwandelt.

Vielleicht erklärt diese Mischung den Erfolg des Konzepts: Auf einem Foto wird jeder zum Hauptdarsteller in seiner eigenen Szene. Die Realität ist natürlich weit weniger filmreif. Es geht vor allem darum, perfektes Timing zu simulieren – wobei das Foto eigentlich ein Screenshot aus einem Video ist, das von einem Komplizen aufgenommen wurde – und einen Schrei zu erzeugen, der laut genug ist, um eine kollektive Reaktion hervorzurufen.

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