Sport
Analyse

Liga voller Meister – aber nicht die beste Super League der Geschichte

YBs Spieler jubeln mit dem Meisterpokal, nach dem Super League Spiel zwischen dem BSC Young Boys Bern und dem FC Luzern, am Samstag 15. Mai 2021 im Stadion Wankdorf in Bern. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Wer kann die Young Boys am neuerlichen Gewinn des Meistertitels hindern?Bild: keystone
Analyse

Eine Liga voller Meister – die beste Super League der Geschichte ist es dennoch nicht

In der Super League spielen nur noch Schweizer Meister. Warum das Niveau dadurch zwar nicht höher ist, die Vorfreude aber gesteigert werden kann.
22.07.2021, 09:2322.07.2021, 13:53
raphael gutzwiller / ch media

Der Abstieg von Vaduz und der Aufstieg von GC machen es möglich: In der Super League sind so viele Meistertitel vertreten wie noch nie. 106 Mal holten die zehn Teilnehmer der Super League in der Historie die Meistertrophäe. Neben den Top 6 in der Allzeitrangliste in Sachen Titel komplettieren vier weitere ehemalige Meister die Liga.

Sie stellen zusammen auch in der ewigen Rangliste der Super League die zehn vordersten Ränge. Auf der Suche nach Superlativen titelte der «Blick» deshalb von der besten Super League aller Zeiten.

Diese Schlussfolgerung wäre in Bezug auf den Sport übertrieben. Denn die Schweizer Liga kriselt seit einigen Jahren. Die letzte Saison verkam nicht nur wegen den Geisterspielen zu einer tristen Angelegenheit mit seltenen fussballerischen Highlights. Und international spielen die Schweizer Klubs seit längerem nicht einmal mehr die zweite Geige. Im Vorjahr war lediglich Meister YB europäisch dabei.

Dass nun das Niveau in der Liga stark ansteigen soll, lassen auch die Transfers in die Liga kaum vermuten. Die Neuzugänge sind entweder unbekannte Talente oder ehemalige Grössen in Topligen, die wohl den Zenit überschritten haben: Holger Badstuber und Christian Gentner beim FC Luzern oder Michael Lang beim FC Basel.

In den 1980er- oder 1990er-Jahren spielten teils hochklassige Ausländer in der Schweiz und die Stammspieler des Nationalteams agierten vorwiegend in der heimischen Liga. Davon sind wir heute weit entfernt. Selbst die Reservespieler in Topligen sind besser als die Stars in unserer Liga.

Toti Gomes, rechts, von GC im Spiel gegen Jordi Quintilla, mitte, von Basel beim Fussball Testspiel zwischen dem FC Basel und den Grasshoppers im Campus Basel am Dienstag, 6. Juli 2021.(KEYSTONE/Urs F ...
Aufsteiger GC will in der Super League die Grossen ärgern.Bild: keystone

Und doch ist Spannung in der Super League garantiert. Teams mit dem Saisonziel Ligaerhalt wie Thun oder Vaduz sind verschwunden, wurden in den letzten zwei Jahren durch die neureichen Traditionsklubs Lausanne und GC ersetzt. Diese Vereine oder der euphorisierte Cupsieger FC Luzern könnten zu möglichen Überraschungsteams werden, während an der Spitze die Young Boys erneut als Meisterfavorit vor Basel in die Saison steigen.

Die Ausgangslage in Richtung Tabellenende scheint derweil offen. Über die klassischen Underdogs verfügt die Liga nicht mehr. Für den FC Vaduz war der Abstieg in diesem Sommer zwar ein grosser Rückschlag, aber keine Katastrophe. Ende Saison wird aber einer der ehemaligen Meister den Gang in die Zweitklassigkeit antreten müssen.

Fragen und Antworten zur neuen Saison:

Für Vorfreude sorgt auch die Tatsache, dass die Zuschauer wieder in die Stadien zurückkehren dürfen. Live-Fussball, Stadionwurst und Bier: Vieles wird wieder so, wie es einst war. Dank Covid-Zertifikaten gehören Geisterspiele vorderhand der Vergangenheit an. Es gilt zu hoffen, dass die kritischen Fankurven und damit auch die Stimmung wieder in die Arenen zurückkehren. Daumen drücken ist angesagt, dass Spielverschiebungen wie in der Challenge League zwischen Schaffhausen und Kriens wegen positiven Coronafällen die Ausnahme bleiben.

Klar ist: Auf die neue Fussballsaison darf man sich freuen. Ganz egal, ob es die beste Super League aller Zeiten ist – oder nicht.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Diese Fussballstars sind an Olympia 2020 dabei
1 / 25
Diese Fussballstars sind an Olympia 2020 dabei
Pedri, 18, Spanien, zentrales Mittelfeld, 80 Mio. Euro Marktwert: Pedri war an der EM gesetzt und wurde als bester junger Spieler ausgezeichnet. Nun will er sein Land in Tokio zum Titel führen.
quelle: imago / bildbyran / imago / bildbyran
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Unerwartete Landung eines Fallschirmspringers
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Vorlage gegen Deutschland: Sohn von Oranje-Legende begeistert beim Länderspieldebüt
Dank eines Treffers in der Nachspielzeit sichern sich die Niederlande zum Auftakt der Nations League gegen Deutschland einen Punkt. Daran beteiligt ist auch Ruben van Bommel, der Sohn von Oranje-Legende Mark van Bommel.
92 Minuten liefen die Niederländer gegen die deutsche Nationalmannschaft an und blieben ohne gültigen Treffer. Einzig in der zwölften Spielminute traf Virgil van Dijk, doch das Tor zählte aufgrund eines Foulspiels nicht.
Zur Story