DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa06370074 Basel's players cheer after winning the UEFA Champions League Group stage Group A matchday 6 soccer match between Portugal's SL Benfica and Switzerland's FC Basel 1893 in Benfica's stadium Estadio da Luz in Lisbon, Portugal, on Tuesday, December 5, 2017.  EPA/GEORGIOS KEFALAS

Es ist geschafft: Der FCB ist in den Champions League Achtelfinals Bild: EPA/KEYSTONE

Analyse

Geschafft, was niemand für möglich hielt – der FC Basel zurück bei den ganz Grossen 

Die Sensation ist perfekt! Der FCB ist zurück im Konzert der ganz Grossen. Er überwintert nicht bloss europäisch, er überwintert in der Königsklasse, gehört zu den 16 besten Mannschaften Europas. Eine Analyse zum Achtelfinal-Einzug des FC Basel in der Champions-League

Sébastian Lavoyer / Nordwestschweiz



Am 11. Dezember wissen Trainer Raphael Wicky und sein Team, mit wem sie sich im Februar messen werden. Dabei schieden die Basler noch vor einem Jahr sang- und klanglos aus der Königsklasse aus. Schlimmer noch: Sie verabschiedeten sich komplett vom internationalen Parkett, weil sie in der Gruppe mit Arsenal, PSG und Ludogorets nur Vierte wurden.

Sternstunden? Fehlanzeige! Dem damaligen Sportchef Georg Heitz blieb bloss die Feststellung, dass die Schere zwischen Top-Ligen und finanziell weniger potenten Ligen wie der Super League immer weiter auseinanderdrifte. Zugleich wurde man mit 17 Punkten Vorsprung Meister. Der FCB im luftleeren Raum.

Mit einer riskanten Strategie zurück zu altem Glanz auf internationalem Parkett

Und so kam es letzten Sommer zum grossen Umbruch. Der Medienunternehmer Bernhard Burgener und sein Team übernahmen von Bernhard Heusler & Co. Mit der neuen sportlichen Führung um Sportchef Marco Streller verpasste sich der FCB auch gleich eine neue Philosophie. Mehr Junge, mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, mehr Unterhaltung. Ein neuer Trainer, neue Offensivkräfte, neue Spielsysteme.

Kein Stein blieb mehr auf dem anderen. Mehr Junge, mehr Spieler aus dem eigenen Nachwuchs, mehr Unterhaltung. Ein neuer Trainer, neue Offensivkräfte, neue Spielsysteme.  

Kaum ein Stein blieb auf dem anderen. An den Zielen der Vergangenheit aber hielt man fest: Meistertitel, europäisch überwintern. Doch die Basler zollten dem radikalen Wandel Tribut. Sie holperten aus den Startlöchern, kickten sich in die Krise. Mitten in dieser Phase sagte Streller dann: «Wir wollen in den Achtelfinal der Champions League.» Und viele dachten, er sei nicht ganz bei Trost.

abspielen

Das 1:0 für Basel durch Elyounoussi. Video: streamable

abspielen

Das 2:0 für Basel durch Oberlin. Video: streamable

Jetzt also ist geschafft, was kaum einer für möglich hielt. Der FCB steht im Achtelfinal der Königsklasse und untermauert damit die Stellung, die er sich in den letzten Jahrzehnten in Europa erarbeitet hat. In den letzten 15 Jahren spielten die Rotblauen acht Mal in der Champions League, vier Mal überwinterten sie in der Königsklasse. So ist der FCB zu einer wichtigen Adresse im europäischen Fussball geworden, einem Sprungbrett für Talente aus der Schweiz und dem Ausland.

Wer soll's denn bitte im Achtelfinal für Basel sein?

Er drohte diesen Status zu verlieren, aber Burgener & Co. haben es mit einer riskanten Strategie geschafft, dieser Tendenz entgegenzuwirken. Man hat dazu in Zusammenarbeit mit Trainer Raphael Wicky ein Team geformt, das weniger auf Ballbesitz aus ist, dafür stärker im Umschaltspiel. Das sorgte in der Meisterschaft für anfängliche Schwierigkeiten, war aber zugleich Basis für die Erfolge in der Königsklasse. 

Rosige Zukunft: Auch im Nachwuchs-Bereich mischt der FCB ganz vorne mit

Mit diesen durfte man nicht rechnen, denn der FCB wurde in eine Gruppe mit grossen Namen gelost. Obwohl: ZSKA Moskau und Benfica gehören zu den höchst verschuldeten Klubs Europas. Die Portugiesen haben im Sommer Spieler im Wert von 150 Millionen Franken verkauft, aber nur etwas mehr als 10 Millionen wieder investiert. Die Russen haben sich nur mit Spielern aus dem eigenen Nachwuchs «verstärkt». Sensationell ist die Achtelfinal-Qualifikation vor allem, weil man auf dem Weg in den Achtelfinal auch Manchester United bezwang.

Basel's Dimitri Oberlin, left, and Benfica goalkeeper Mile Svilar challenge for the ball during the Champions League group A soccer match between SL Benfica and FC Basel at the Luz stadium in Lisbon, Tuesday, Dec. 5, 2017. (AP Photo/Armando Franca)

Torschütze Dimitri Oberlin.  Bild: AP/AP

Das Weiterkommen spült 7 Millionen in die Kassen des Serienmeisters. Und er wird ihm bei künftigen Transfers von Talenten – wie den gestrigen Torschützen Dimitri Oberlin und Mohamed Elyounoussi oder Verteidiger Manuel Akanji – weitere Millionen einbringen. Zudem sichern die Basler dem Schweizer Fussball wichtige Punkte in der Fünfjahreswertung der Uefa. Diese entscheidet, wie einfach, respektive schwierig, es für Schweizer Klubs künftig wird, sich für die Königsklasse zu qualifizieren.

Sollte es dem FCB nun gelingen, auch in der Meisterschaft noch das Ruder herumzureissen, hat er sich quasi selbst den Weg geebnet, um auch künftig an die Honigtöpfe der Königsklasse heranzukommen. Gute Perspektiven für die Zukunft des Klubs. Eine Zukunft, für die er gerüstet scheint, wie das Abschneiden der U19 in der Youth League nahelegt. Der FCB-Nachwuchs hat sich mit einem 0:0 in Lissabon für die Achtelfinals qualifiziert. Auch bei den Juniorenmischt er bei den ganz Grossen mit. 

Die grössten Schweizer Europacup-Erfolge im Fussball

Best of Champions League!

Video: watson

Unvergessene Champions-League-Geschichten

21.05.2008: John Terrys fataler Ausrutscher: Im ersten rein englischen CL-Final stösst er Chelsea ins Tal der Tränen

Link zum Artikel

12.11.2002: Basel spielt 3:3 gegen Liverpool und Beni Thurnheer schwärmt: «Das müsste man zeigen, wenn ich gestorben bin»

Link zum Artikel

26.05.1999: Sheringham und Solskjaer – zwei Namen und du weisst sofort, worum es hier geht

Link zum Artikel

28.05.1997: Lars Ricken kommt, schiesst und macht Borussia Dortmund zum Champions-League-Sieger

Link zum Artikel

18.04.2001: Das berühmteste Mannschaftsfoto der Welt wird geknipst – wie sich ein ehemaliger Boxer als 12. Mann unsterblich macht

Link zum Artikel

25.05.2005: Liverpool schafft gegen Milan dank «sechs Minuten des Wahnsinns» und Hampelmann Jerzy Dudek die unglaublichste Wende aller Zeiten

Link zum Artikel

23.05.2001: Oli Kahn hält im CL-Final gegen Valencia drei Elfmeter und wird endgültig zum Titan

Link zum Artikel

25.09.1996: Murat Yakin sticht mit seinem Freistoss mitten ins Ajax-Herz und bringt Mama Emine zum Weinen

Link zum Artikel

28.05.1980: Underdog Nottingham überrascht Europa erneut und sorgt für eine kuriose Bestmarke

Link zum Artikel

07.12.2011: Der FC Basel schmeisst Manchester United aus der Champions League und Steini, der Glatte, schiesst den Ball an die Latte

Link zum Artikel

26.09.1995: Luganos Carrasco bringt mit seiner Banane Gianluca Pagliuca und das grosse Inter Mailand zum Weinen

Link zum Artikel

30.09.2009: Dank Tihinens Hackentrick, «abgeschaut bei einem finnischen Volkstanz», bodigt der FC Zürich das grosse Milan

Link zum Artikel

18.03.2003: Der FC Basel schafft gegen Juve nur die «kleine» Sensation – für die grosse fehlen dann doch vier Tore

Link zum Artikel

01.04.1998: Jauch und Reif lassen beim Torfall von Madrid jeden Aprilscherz alt aussehen

Link zum Artikel

29.09.1971: Statt «allzu augenfällig im Spargang» die Pflicht zu erledigen, sorgt GC für den höchsten Schweizer Europacup-Sieg aller Zeiten

Link zum Artikel

04.11.1992: Sion träumt von der Champions-League-Gruppenphase, kassiert trotz ansprechender Ausgangslage in Porto jedoch eine 0:4-Klatsche

Link zum Artikel

20.11.1996: Wegen 20 fatalen Minuten landet Champions-League-Überflieger GC in Glasgow auf dem harten Boden der Realität

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Unvergessen

Der FCB schafft gegen Juve nur die «kleine» Sensation – für die grosse fehlen vier Tore

18. März 2003: Der FC Basel träumt vom Champions-League-Viertelfinal. Nach zehn Minuten ist das geforderte 4:0 gegen Juventus Turin bereits ungeschriebene Geschichte. Dabei wäre so viel dringelegen.

«Es ist schwierig, aber nicht unmöglich.» Von Tiefstapeln ist vor der zweiten Partie gegen Juventus Turin meilenweit nichts zu hören, so auch nicht bei Julio Hernán Rossi. Trotz Herkulesaufgabe herrscht am Rheinknie fast schon Euphorie hinsichtlich einer möglichen Qualifikation für die Champions-League-Viertelfinals.

Aber der Reihe nach.

Bei der erstmaligen Champions-League-Teilnahme schafft der FC Basel das Unmögliche und qualifiziert sich dank dem legendären 3:3 gegen Liverpool für die …

Artikel lesen
Link zum Artikel