Sport
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
29.04.2014; Muenchen; Fussball Champions League - Bayern Muenchen - Real Madrid; Jubel nach dem Tor  zum  0:4 Jubel Sergio Ramos, Torschuetze Cristiano Ronaldo, Gareth Bale oben Pepe (Real Madrid) (Sebastian Widmann/Witters/freshfocus)

Bild: Freshfocus

Kontermaschine aus Madrid

Tempo, Wucht und Präzision: Real übertöpelt die Bayern mit Heynckes' Waffen

Nach der 4:0-Gala gegen Bayern München im Rückspiel des CL-Halbfinals träumt ganz Madrid von «La Décima», dem 10. Titel in der Königsklasse. Architekt des Erfolgs, ist Carlo Ancelotti, der sich bei der Wahl seiner Taktik an Pep Guardiolas Vorgänger orientiert.



Der Schuldige für Bayern 0:4-Blamage gegen Real Madrid war schnell gefunden. Er meldete sich sogar selbst: «Wir haben schlecht gespielt. Das ist meine Verantwortung. Es war meine Taktik. Da habe ich mich vertan», sagte Bayern-Trainer Pep Guardiola nach dem überraschend deutlichen Aus. 

Schon bei Barcelona war immer wieder vorgeworfen worden, dass er keinen Plan B zu seinem bevorzugten Tiki-Taka-Fussball hat. Wie in allen Spielen unter Guardiola hatten die Bayern auch im CL-Halbfinal-Rückspiel von Anfang an viel Ballbesitz, zogen ihr powerplayartiges Kurzpassspiel um den Strafraum der Königlichen auf.

Doch wie schon im Hinspiel resultierte daraus wenig Zwingendes. Die Bayern spielten stur ihr Standard-Repertoire runter, waren leicht auszurechnen, während Real mit Trainer Carlo Ancelotti tief in die Trickkiste griff.

Bayern Munich's coach Josep Guardiola and Real Madrid's coach Carlo Ancelotti  (2nd R) gesture to their players during their Champion's League semi-final second leg soccer match in Munich April 29, 2014.  REUTERS/Kai Pfaffenbach (GERMANY  - Tags: SPORT SOCCER)

Ancelotti führte an der Seitenlinie die feinere Klinge Bild: Reuters

Der Italiener stellte seine Mannen perfekt auf das Guardiola-System ein. Wie die Bayern von Jupp Heynckes in der letzten Saison überrollten die Königlichen den Gegner mit Tempo, Wucht und Präzision. Phasenweise erinnerte die Partie an den CL-Halbfinal vom vergangenen Jahr, als die Bayern Barcelona mit einem Gesamtskorte von 7:0 demütigten. Damals wirbelten Arjen Robben, Franck Ribéry, Thomas Müller und Mario Mandzukic fast nach Belieben.

Bild

Drei Supersprinter, zwei Arbeitsbienen und einen überragenden Ballverteiler

Anders als noch im Hinspiel standen die Madrilenen viel höher und konnten dadurch viel Druck auf den Spielaufbau der Bayern ausüben. Und war der Ball einmal erobert ging die Post ab. Ancelotti hatte sich ein einfaches Rezept ausgedacht, wie man die Bayern am besten aushebeln kann: Mit langen, hohen Bällen über sämtliche Bayern-Spieler hinweg. Das blitzschnelle Offensive-Trio mit Cristiano Ronaldo, Gareth Bale und Karim Benzema setzte nach und übertölpelte die anfällige Bayern-Abwehr mal für mal.

Unterstützt wurden die Supersprinter von den fleissigen Arbeitsbienen Angel di Maria und Luca Modric, sowie vom überragenden Ballverteiler Xabi Alonso. Dass die ersten beiden Tore durch Sergio Ramos nach Standards fallen, passte ins Bild. Guardiola setzte auch bei Freistössen und Eckbällen auf eine Raumdeckung.

29.04.2014; Muenchen; Fussball Champions League - Bayern Muenchen - Real Madrid; Cristiano Ronaldo jubelt mit Gareth Bale (Real Madrid) nach dem Tor zum 0:4 (L) Arjen Robben (Bayern Muenchen) (Sebastian Widmann/Witters/freshfocus)

Robben zeigt sich wenig begeistert von Reals Hochgeschwindigkeits-Fussballer. Bild: Freshfocus

«Meine Mannschaft überrascht mich immer wieder»

Real kam sicherlich auch zu Gute, dass es an die Spielweise der Bayern gewöhnt war. Mindestens zweimal pro Jahr spielen sie in der heimischen Liga gegen den FC Barcelona. Im Rückspiel Spiel ging dann auch alles auf. «Das war das perfekte Spiel», schwärmte Ancelotti, der mit Milan 2003 und 2007 die Champions League gewann. «Meine Mannschaft überrascht mich immer wieder. Ich habe das Glück, den besten Verein der Welt zu trainieren.»

Das Paradebeispiel für Reals perfektes Umschaltspiel war das 3:0 durch Cristiano Ronaldo: Franck Ribéry verliert im Real-Sechzehner den Ball. Di Maria passt zu Benzema, der schickt den pfeilschnellen Bale, der mit Ball deutlich schneller ist als Boateng ohne. Nach einem Sprint über den halben Platz legt Bale quer, Ronaldo schiebt kaltschnäuzig ein. Besser kann man einen Konter nicht ausführen.

Animiertes GIF GIF abspielen

Der perfekte Konter, abgeschlossen von Cristiano Ronaldo. Gif: Youtube

Nach der Gala steht Real zum ersten Mal seit 2002 wieder im Final der Königsklasse und in Madrid träumen sie mehr denn je von der langersehnten «Décima», dem zehnten Champions-League-Titel der Vereinsgeschichte. Doch der Final wird wieder ein völlig anderes Spiel. In Lissabon steht den Madrilenen mit Chelsea oder Stadtrivale Atlético ein extrem defensiver Gegner gegenüber. Dann müssen Ronaldo und Co. wieder selbst das Spiel machen und sich einen Plan B einfallen lassen, um das Abwehrbollwerk des Gegners zu knacken.

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
0Alle Kommentare anzeigen

Hühnerhaut garantiert: Hoarau verabschiedet sich mit Büne-Huber-Duett von den YB-Fans

Nach sechs Jahren in gelb und schwarz ist die Zeit des Abschieds gekommen. Guillaume Hoarau hat die Berner Young Boys nach drei Meistertiteln in Folge verlassen. Just an dem Tag, an dem seine Unterschrift beim FC Sion bekannt wird, verabschiedet er sich in den sozialen Medien von den YB-Fans.

Mit Patent-Ochsner-Frontmann Büne Huber hat der Stürmer ein Duett aufgenommen. «Gäub und Schwarz» heisst die angepasste Version von «Scharlachrot» und richtet sich direkt an die Fans des Schweizer …

Artikel lesen
Link zum Artikel