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Schweizer Eishockey-Nationalmannschaften an Heim-Weltmeisterschaften

KEYPIX - Der neue Head Coach der Schweizer Eishockey Nationalmannschaft, Jan Cadieux, rechts, leitet das Training des Nationalteams, am Mittwoch, 22. April 2026 in der Tissot-Arena in Biel. (KEYSTONE/ ...
Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft bereitet sich auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land vor.Bild: keystone

Die Schweiz gewann fünfmal eine WM-Medaille im eigenen Land – einst mit nur einem Sieg

Die Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz steht vor der Tür. Insgesamt gewann die Hockey-Nati bereits fünfmal eine Medaille im eigenen Land. Sehr skurril ist jene aus dem Jahr 1953.
12.05.2026, 16:2212.05.2026, 16:22

Noch wenige Tage bis die Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz startet. Die Schweizer Nationalmannschaft mit Trainer Jan Cadieux peilt den ersten Weltmeistertitel der Geschichte an und möchte nach zwei Finalniederlagen in Folge endlich ganz zuoberst stehen. Bei Weltmeisterschaften im eigenen Land konnte sich die Hockey-Nati bereits fünfmal über Edelmetall freuen, allerdings liegen diese Erfolge viele Jahrzehnte zurück.

1928: St.Moritz, Bronze

Im Jahr 1928 fanden die Olympischen Winterspiele in St.Moritz statt und das Eishockey-Turnier zählte auch gleich für die Welt- und Europameisterschaft. Im Bündner Kurort traf die Schweiz auf die beiden Nachbarn Österreich und das Deutsche Reich. Ein 4:4-Unentschieden gegen Österreich und ein knapper 1:0-Erfolg gegen die Deutschen reichten, um sich für die Finalrunde zu qualifizieren.

In dieser verlor die Schweiz zwar gegen Schweden (0:4) und Kanada (0:13) zweimal sehr deutlich, aber ein 4:0 gegen Grossbritannien reichte, um sich erstmals eine WM-Medaille zu sichern. Louis Dufour war damals der beste Schweizer Torschütze. Trainiert wurde die Nati von Bobby Bell. Der gebürtige Kanadier war damals erst 23 Jahre alt und wurde danach vom HC Davos als Spielertrainer verpflichtet und gewann auch noch 1930 mit der Schweiz eine Bronzemedaille. Später wechselte Bell nach Deutschland, dies wurde ihm dann aber zum Verhängnis. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wollte der damals 36-Jährige im Jahr 1940 zurück in seine Heimat flüchten, wurde aber festgenommen, da ihn Franzosen für einen deutschen Spion hielten. Diese ermordeten ihn daraufhin.

19 Feb 1928: The Canadian and Swiss teams in action during a match in the Ice Hockey event at the 1928 Winter Olympic Games in St. Moritz, Switzerland. Canada won the match 13-0 and went on to win the ...
Die Schweiz im Einsatz gegen Kanada.Bild: Getty Images Europe

1935: Davos, Silber

Im Jahr 1935 fand zum ersten Mal eine «richtige» Weltmeisterschaft in der Schweiz statt. Mit dem legendären «ni-Sturm» bestehend aus Bibi Torriani, Hans Cattini und Ferdinand «Pic» Cattini marschierten die Schweizer mit vier Siegen und zwei Unentschieden souverän in die Finalrunde.

Das Team von Trainer Charles Fasel schlug zunächst die Tschechoslowakei und kämpfte im entscheidenden Spiel gegen Kanada um die Goldmedaille. Die Nordamerikaner setzten sich aber mit 4:2 durch und die Schweiz musste sich mit der Silbermedaille zufriedengeben. Weil die Schweizer aber das beste europäische Team waren, durften sie sich in Davos wenigstens über den Europameistertitel freuen.

Zuschauer an der Eishockey-Weltmeisterschaft 1935 in Davos, Schweiz, aufgenommen im Januar 1935. (KEYSTONE/PHOTOPRESS-ARCHIV/Str)
Zuschauer verfolgen die Eishockey-WM 1935 in Davos.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

1939: Basel und Zürich, Bronze

Mit einem Torverhältnis von 48:4 und sechs Siegen aus sechs Spielen qualifizierte sich die Schweiz vier Jahre später auf dominierende Art und Weise für die Finalrunde. In dieser verlor die von Trainer Ulrich von Sury trainierte Nati aber mit 7:0 gegen Kanada und einen Tag später musste sich die Schweiz knapp mit 2:1 gegen die USA geschlagen geben.

Im letzten Finalrundenspiel gegen die punktgleichen Tschechoslowakei ging es um die Bronzemedaille und den Europameistertitel. Da aber weder in der regulären Spielzeit noch in der Verlängerung ein Treffer fiel, musste ein Nachholspiel entscheiden. Dies fand aber nicht wenige Tage später statt, sondern erst drei Wochen später. Vor 16’000 Zuschauern setzte sich die Schweiz mit 2:0 gegen die Osteuropäer durch. Nur zehn Tage später wurden die Tschechoslowaken vom Deutschen Reich besetzt. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs war es die letzte WM für acht Jahre.

Die Schweizer, links, und die tschechische Nationalmannschaft, rechts, vor dem Spiel um Platz 3 an der Eishockey-Weltmeisterschaft 1939 in Basel, aufgenommen am 5. Maerz 1939. Die Schweiz gewinnt das  ...
Die «Kunsti» in Basel war im Entscheidungsspiel um die Bronzemedaille prall gefüllt.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

1948: St.Moritz, Bronze

Wie zwanzig Jahre zuvor zählte auch 1948 das Olympische Turnier als Weltmeisterschaft. Insgesamt nahmen neun Nationalmannschaften teil und das Turnier wurde im Ligaformat ausgetragen. Nach einem knappen Auftaktsieg gegen die USA folgten gleich fünf Kantersiege in Folge. Einzig gegen Schweden erzielten die Schweizer nicht mehr als zehn Tore.

Die Schweiz erzielt am 4. Februar 1948 im Eishockey-Finalrundenspiel zwischen der Schweiz und England an der Winterolympiade 1948 in St. Moritz, Schweiz, einen Treffer. Die Schweiz gewinnt das Spiel m ...
In den ersten Partien dominierten die Schweizer.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Zum Schluss des Turniers in St.Moritz folgten aber noch die zwei Partien gegen die ungeschlagenen Tschechoslowaken und Kanadier. Die Schweizer mit Trainer Wynn Cook verloren zweimal deutlich und beendeten das Turnier auf dem Bronzeplatz. Der beste Skorer des Gastgebers war Ulrich Poltera. Obwohl der Aroser gegen Österreich und Polen nicht zum Einsatz kam, liess er sich 19 Skorerpunkte (14 Tore und 5 Assists) gutschreiben. Zwei Jahre später sorgte Poltera für einen Schweizer Rekord, der wohl so schnell nicht mehr gebrochen wird. Beim 24:3-Sieg gegen Belgien erzielte Poltera gleich acht Treffer.

In diesem Jahrtausend läuft es für die Schweiz noch nicht so gut:

1953: Zürich und Basel, Bronze

Nur vier Nationen nahmen an der Eishockey-WM 1953 in Basel und Zürich teil. Unter anderem verzichteten die Top-Nationen Kanada und USA auf eine Teilnahme. Einzig Schweden, BR Deutschland und die Tschechoslowakei forderten die Schweizer damals heraus. Weil nur vier Teams teilnahmen, traf jedes Team zweimal aufeinander.

Nach zwei deutlichen Niederlagen gegen die Schweden (2:9) und die Tschechoslowakei (4:9) konnte die Partie gegen Deutschland mit 3:2 gewonnen werden. Die Rückrunde startete mit einer 1:9-Klatsche gegen Schweden, bevor das Turnier definitiv zu einer Farce wurde. Weil der damalige tschechoslowakische Staatspräsident Klement Gottwald verstarb, reisten die Osteuropäer frühzeitig ab. Daraufhin wurde die Tschechoslowakei disqualifiziert.

Der Schweizer Goalie in Aktion im Bandy-Spiel gegen Schweden, aufgenommen im Winter 1953 in Zuerich. Die Schweiz verliert das Freundschaftsspiel gegen Schweden mit 4:8. Bandy ist der Vorlaeufer des he ...
Die Schweizer verloren gegen Schweden zweimal deutlich.Bild: PHOTOPRESS-ARCHIV

Im letzten Spiel traf die Schweiz erneut auf die BR Deutschland und es ging um die Silbermedaille. Die Schweizer mit Trainer Frank Sullivan blieben chancenlos und verloren mit 3:7. Mit je bloss einem Sieg konnten sich die Deutschen über Silber und die Schweiz über Bronze freuen.

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