Die Schweiz gewann fünfmal eine WM-Medaille im eigenen Land – einst mit nur einem Sieg
Noch wenige Tage bis die Eishockey-Weltmeisterschaft in der Schweiz startet. Die Schweizer Nationalmannschaft mit Trainer Jan Cadieux peilt den ersten Weltmeistertitel der Geschichte an und möchte nach zwei Finalniederlagen in Folge endlich ganz zuoberst stehen. Bei Weltmeisterschaften im eigenen Land konnte sich die Hockey-Nati bereits fünfmal über Edelmetall freuen, allerdings liegen diese Erfolge viele Jahrzehnte zurück.
1928: St.Moritz, Bronze
Im Jahr 1928 fanden die Olympischen Winterspiele in St.Moritz statt und das Eishockey-Turnier zählte auch gleich für die Welt- und Europameisterschaft. Im Bündner Kurort traf die Schweiz auf die beiden Nachbarn Österreich und das Deutsche Reich. Ein 4:4-Unentschieden gegen Österreich und ein knapper 1:0-Erfolg gegen die Deutschen reichten, um sich für die Finalrunde zu qualifizieren.
In dieser verlor die Schweiz zwar gegen Schweden (0:4) und Kanada (0:13) zweimal sehr deutlich, aber ein 4:0 gegen Grossbritannien reichte, um sich erstmals eine WM-Medaille zu sichern. Louis Dufour war damals der beste Schweizer Torschütze. Trainiert wurde die Nati von Bobby Bell. Der gebürtige Kanadier war damals erst 23 Jahre alt und wurde danach vom HC Davos als Spielertrainer verpflichtet und gewann auch noch 1930 mit der Schweiz eine Bronzemedaille. Später wechselte Bell nach Deutschland, dies wurde ihm dann aber zum Verhängnis. Als der Zweite Weltkrieg ausbrach, wollte der damals 36-Jährige im Jahr 1940 zurück in seine Heimat flüchten, wurde aber festgenommen, da ihn Franzosen für einen deutschen Spion hielten. Diese ermordeten ihn daraufhin.
1935: Davos, Silber
Im Jahr 1935 fand zum ersten Mal eine «richtige» Weltmeisterschaft in der Schweiz statt. Mit dem legendären «ni-Sturm» bestehend aus Bibi Torriani, Hans Cattini und Ferdinand «Pic» Cattini marschierten die Schweizer mit vier Siegen und zwei Unentschieden souverän in die Finalrunde.
Das Team von Trainer Charles Fasel schlug zunächst die Tschechoslowakei und kämpfte im entscheidenden Spiel gegen Kanada um die Goldmedaille. Die Nordamerikaner setzten sich aber mit 4:2 durch und die Schweiz musste sich mit der Silbermedaille zufriedengeben. Weil die Schweizer aber das beste europäische Team waren, durften sie sich in Davos wenigstens über den Europameistertitel freuen.
1939: Basel und Zürich, Bronze
Mit einem Torverhältnis von 48:4 und sechs Siegen aus sechs Spielen qualifizierte sich die Schweiz vier Jahre später auf dominierende Art und Weise für die Finalrunde. In dieser verlor die von Trainer Ulrich von Sury trainierte Nati aber mit 7:0 gegen Kanada und einen Tag später musste sich die Schweiz knapp mit 2:1 gegen die USA geschlagen geben.
Im letzten Finalrundenspiel gegen die punktgleichen Tschechoslowakei ging es um die Bronzemedaille und den Europameistertitel. Da aber weder in der regulären Spielzeit noch in der Verlängerung ein Treffer fiel, musste ein Nachholspiel entscheiden. Dies fand aber nicht wenige Tage später statt, sondern erst drei Wochen später. Vor 16’000 Zuschauern setzte sich die Schweiz mit 2:0 gegen die Osteuropäer durch. Nur zehn Tage später wurden die Tschechoslowaken vom Deutschen Reich besetzt. Aufgrund des Zweiten Weltkriegs war es die letzte WM für acht Jahre.
1948: St.Moritz, Bronze
Wie zwanzig Jahre zuvor zählte auch 1948 das Olympische Turnier als Weltmeisterschaft. Insgesamt nahmen neun Nationalmannschaften teil und das Turnier wurde im Ligaformat ausgetragen. Nach einem knappen Auftaktsieg gegen die USA folgten gleich fünf Kantersiege in Folge. Einzig gegen Schweden erzielten die Schweizer nicht mehr als zehn Tore.
Zum Schluss des Turniers in St.Moritz folgten aber noch die zwei Partien gegen die ungeschlagenen Tschechoslowaken und Kanadier. Die Schweizer mit Trainer Wynn Cook verloren zweimal deutlich und beendeten das Turnier auf dem Bronzeplatz. Der beste Skorer des Gastgebers war Ulrich Poltera. Obwohl der Aroser gegen Österreich und Polen nicht zum Einsatz kam, liess er sich 19 Skorerpunkte (14 Tore und 5 Assists) gutschreiben. Zwei Jahre später sorgte Poltera für einen Schweizer Rekord, der wohl so schnell nicht mehr gebrochen wird. Beim 24:3-Sieg gegen Belgien erzielte Poltera gleich acht Treffer.
1953: Zürich und Basel, Bronze
Nur vier Nationen nahmen an der Eishockey-WM 1953 in Basel und Zürich teil. Unter anderem verzichteten die Top-Nationen Kanada und USA auf eine Teilnahme. Einzig Schweden, BR Deutschland und die Tschechoslowakei forderten die Schweizer damals heraus. Weil nur vier Teams teilnahmen, traf jedes Team zweimal aufeinander.
Nach zwei deutlichen Niederlagen gegen die Schweden (2:9) und die Tschechoslowakei (4:9) konnte die Partie gegen Deutschland mit 3:2 gewonnen werden. Die Rückrunde startete mit einer 1:9-Klatsche gegen Schweden, bevor das Turnier definitiv zu einer Farce wurde. Weil der damalige tschechoslowakische Staatspräsident Klement Gottwald verstarb, reisten die Osteuropäer frühzeitig ab. Daraufhin wurde die Tschechoslowakei disqualifiziert.
Im letzten Spiel traf die Schweiz erneut auf die BR Deutschland und es ging um die Silbermedaille. Die Schweizer mit Trainer Frank Sullivan blieben chancenlos und verloren mit 3:7. Mit je bloss einem Sieg konnten sich die Deutschen über Silber und die Schweiz über Bronze freuen.
