Maurer mauert gegen Kanada – Schweizer Torhüterin begeistert die Hockey-Welt
Saskia Maurer stand am späten Samstagabend so stark im Fokus wie wohl noch nie zuvor in ihrer Karriere. Die 24-jährige Eishockey-Torhüterin stand für die Schweiz im Spiel gegen Kanada (0:4) zwischen den Pfosten und musste über die 60 Minuten 55 Schüsse auf sich einprasseln lassen. Die Berner Torhüterin hielt 51 davon und liess sich bei 5-gegen-5 nur einmal bezwingen. Wobei ihre Mitspielerinnen sie auch gut unterstützten und Abpraller konsequent wegräumten. Zusätzlich zu den 55 Torschüssen, die Kanada hatte, blockierten die Schweizerinnen auch noch 30 weitere Schussversuche.
Zur Einordnung: Beim letzten olympischen Aufeinandertreffen fegte Kanada die Schweiz mit 12:1 vom Eis.
Bei den Olympischen Spielen diskutiert plötzlich die ganze Eishockey-Welt auch über das Turnier der Frauen. Und wenn du gegen Kanada brillierst, dann ist dir die internationale Aufmerksamkeit gewiss. Maurers Auftritt begeisterte denn auch Hockey-Fans über die Schweizer Grenze hinaus.
In den sozialen Medien war der Tenor klar: Trotz 0:4-Niederlage war Maurer die MVP dieses Spiels, vielleicht gar des bisherigen Turniers. Denn schon beim ersten Auftritt gegen Tschechien überzeugte die 24-Jährige (nach einem Fehlstart) und hexte die Schweiz zum Sieg im Penaltyschiessen. Manch ein NHL-Fan fragte scherzhaft: «Kann mein Team Maurer verpflichten? Und kann sie uns zum Stanley Cup hexen?»
You know what, I’ve seen enough. Welcome to the team Saskia Maurer 🇨🇭.
— Big Habs Papi (@HabsPapi) February 7, 2026
You might start allowing goals on the first shot of the game now, but you’ll still be better than Montembeault#GoHabsGo #MilanoCortinaOlympic2026 pic.twitter.com/KfUb8O0bCI
maurer shouldnt have to touch her wallet once during her stay in milan pic.twitter.com/u7oWKd4iti
— 🧊 (@oighir06) February 7, 2026
A huge shoutout to Switzerland’s Saskia Maurer.
— Kyle Cushman (@Kyle_Cush) February 7, 2026
Thrust into the starting role this week with Andrea Brandli isolating. She makes 33 saves plus more in the shootout to get a huge win over Czechia. Then stops 51/55 to keep things close for much of the game vs. Canada.
Swiss goalie Saskia Maurer has the coolest kit and is ridiculously good at hockey. pic.twitter.com/bOVVIlgZmO
— Tim Rowe (@stateofstreamtv) February 7, 2026
Besonders hervorgehoben wird auch Maurers Geschichte. Die Torhüterin des SC Bern hätte – zumindest gegen Kanada – eigentlich gar nicht im Einsatz stehen sollen. Andrea Brändli ist die Nummer 1 der Frauen-Nati, sie wurde letzte Saison in Schweden zur Torhüterin des Jahres ausgezeichnet und hat bei Weltmeisterschaften auch schon brilliert. Doch weil die 28-Jährige sich kurz vor dem Turnierstart in Mailand mit dem Norovirus infizierte und sich in Isolation begeben musste, kommt stattdessen Maurer zum Zug.
Dass die Bernerin sich auf dem schmaleren olympischen Eis so gut zurechtfindet, ist kein Zufall. Zwischen 2021 und 2023 spielte sie zwei Jahre lang in der US-College-Liga NCAA. «Als Aufsteiger in die höchste Liga mussten wir damals ähnlich unten durch wie jetzt gegen Kanada», erinnert sie sich. Wenn Andrea Brändli wieder fit ist, wird Maurer sicher auch mal eine Pause erhalten. Für den Viertelfinal steht Trainer Colin Muller aber vor einer schwierigen Wahl: Setzt er dann auf seine Nummer 1 oder doch die Heldin der ersten zwei Spiele?
Mit ihren Leistungen spielt sich Maurer definitiv auch für grössere Aufgaben ins Rampenlicht. Und die 24-Jährige hat sich mit Sicherheit auf die Notizettel der Teams in der nordamerikanischen Profiliga PWHL gespielt. Mal schauen, wie lange der SCB seine Meistertorhüterin noch halten kann.
