Bitteres Déjà-vu für den FCZ: Basel entscheidet den Klassiker erneut in der Nachspielzeit
Basel – Zürich 2:1
Der FC Basel feiert einen dramatischen ersten Sieg unter Trainer Stephan Lichtsteiner. In den Schlussminuten wendet der Meister das Heimspiel gegen den FC Zürich und kommt zum 2:1-Erfolg.
Spät erst erhöhte der FCB im St. Jakob-Park das Tempo nach einer lange Zeit enttäuschenden zweiten Halbzeit. Der seit der 16. Minute führende FC Zürich wurde in der Schlussviertelstunde zunehmend zurückgedrängt, die Aktionen im FCZ-Strafraum summierten sich und aus einer solchen entstand der Penalty, den Xherdan Shaqiri in der 90. Minute zum 1:1 verwandelte. Der in dieser Saison vom Penaltypunkt nicht immer glückliche Schweizer Ex-Internationale profitierte von einem unnötigen Foul des Zürchers Vincent Nvendo, der Dominik Schmid auf den Fuss trat, als der Ball die Gefahrenzone bereits verlassen hatte.
Es kam für den FC Basel gegen die über die gesamte Spielzeit aufopfernd kämpfenden, aber spielerisch limitierten Zürcher in der langen Nachspielzeit noch besser. Eine Hereingabe des eingewechselten Andrej Bacanin fand den Weg quer durch den Strafraum zum ebenfalls im Verlauf der zweiten Halbzeit ins Spiel gekommenen Ibrahim Salah, der gekonnt zum 2:1 traf und für die ganz grosse Euphorie bei Lichtsteiner und den Basler Fans sorgte.
«Das Team hat daran geglaubt», lobte Lichtsteiner seine Spieler nach dem wichtigen Erfolg, der eine Serie von drei Niederlagen beendet. «Wir haben es heute erzwungen.» Spielerisch seien sie aber noch nicht da, wo sie sein wollen, relativierte der neue Coach im TV-Interview mit blue den ersten Sieg in seiner Amtszeit.
Der FC Zürich forderte die Gastgeber mit Kampf und Konter. Nach dem frühen 1:0 durch Verteidiger Ilan Sauter im Anschluss an einen Eckball (16.) waren die Zürcher zwar seltener im Ballbesitz, aber nicht weniger oft im Abschluss - zumindest bis Basel zum Schlusssprint ansetzte. Wie schon vor zwei Wochen im eigenen Stadion (3:4) kassierte der FCZ in der Nachspielzeit gegen den Erzrivalen das Tor zur Niederlage.
Für den FCZ geht das Warten auf einen Sieg weiter. Seit nunmehr sieben Spielen gab es nicht mehr drei Punkte für das Team von Dennis Hediger. Basel hingegen gewann sein erstes Heimspiel in der Super League seit Ende Oktober. Bereits damals war der FC Zürich (0:2) der Gegner.
Basel - Zürich 2:1 (0:1)
28'790 Zuschauer. - SR Schnyder.
Tore: 16. Sauter (Di Giusto) 0:1. 90. Shaqiri (Penalty) 1:1. 96. Salah (Bacanin) 2:1.
Basel: Hitz; Rüegg (63. Tsunemoto), Daniliuc, Vouilloz, Schmid; Kacuri (63. Bacanin), Leroy; Duranville (58. Soticek), Shaqiri, Traoré (82. Salah); Koloto (58. Broschinski).
Zürich: Huber; Kablan (77. Bangoura), Kamberi, Sauter, Comenencia; Tsawa, Krasniqi, Palacio; Di Giusto (71. Odera), Reverson (86. Nvendo), Emmanuel (87. Ihendu).
Verwarnungen: 5. Sauter, 36. Leroy, 85. Reverson, 88. Comenencia, 89. Nvendo.
Servette – Thun 1:3
Der FC Thun ist in diesen Wochen nicht zu stoppen. In Genf kommt der souveräne Leader der Super League gegen Servette zum sechsten Sieg in Folge. Kastriot Imeri brilliert beim 3:1 mit zwei Assists.
Von der ersten Minute an spielte Thun im Stade de Genève, als wäre er in diesem Stadion daheim. Mit hohem Pressing setzten die Berner Oberländer den Gegner unter Druck und erspielten sich schon einige Torchancen, bevor fünf Minuten vor der Pause das überfällige 1:0 fiel. Kastriot Imeri fand mit einem Freistoss Elmin Rastoder, der den Ball ins Tor spitzeln konnte. Kurz nach der Pause war es ein weiterer stehender Ball des Genfers Imeri, der das 2:0 von Captain Marco Bürki ermöglichte. Das 3:0 schoss der eingewechselte Nils Reichmuth in der 88. Minute.
Imeri, der 2021 ein Länderspiel für die Schweiz bestritten hat, ist eines der wichtigen Puzzleteile im erstaunlichen Bild, das der Aufsteiger in dieser Saison abgibt. Die leihweise Verpflichtung des offensiven Mittelfeldspielers im vergangenen August von den Young Boys war ein Transfercoup und Glücksfall. In seiner Geburtsstadt gelangen ihm die Skorerpunkte acht und neun in dieser Spielzeit, die für ihn persönlich nach einer schwierigen Zeit in der Stadt Bern einen beeindruckenden Neustart markiert.
Einen Imeri könnte der Servette FC, der den 25-Jährigen vor dreieinhalb Jahren Richtung YB ziehen liess, derzeit gut gebrauchen. Seit Ende Oktober wartet das Team von Jocelyn Gourvennec auf einen Heimsieg. Der auffälligste Servettien gegen Thun war Ablie Jallow, der in der 57. Minute eingewechselt wurde, kurz darauf die Latte traf und noch vor Ablauf der 67. Minute wegen einer Tätlichkeit vom Platz flog. Für den Ehrentreffer sorgte der 18-jährige Jamie Atangana, der mittels Penalty in der Nachspielzeit seinen ersten Super-League-Treffer erzielte.
Servette - Thun 1:3 (0:1)
6229 Zuschauer. - SR Dudic.
Tore: 40. Rastoder (Imeri) 0:1. 47. Bürki (Imeri) 0:2. 88. Reichmuth (Fehr) 0:3. 92. Atangana (Penalty) 1:3.
Servette: Mall; Burch (71. Severin), Rouiller, Mazikou; Houboulang Mendes (83. Lopes), Cognat, Douline, Njoh; Stevanovic (71. Fomba), Mráz (57. Atangana), Guillemenot (57. Jallow).
Thun: Steffen; Fehr, Montolio, Bamert, Bürki; Imeri (70. Meichtry), Käit, Bertone (88. Rupp), Matoshi (46. Roth); Labeau (82. Ibayi), Rastoder (81. Reichmuth).
Bemerkungen: 67. Rote Karte gegen Jallow (Tätlichkeit).
Verwarnungen: 41. Cognat, 50. Bamert, 89. Bürki, 90. Mazikou, 96. Rouiller. (riz/sda)
Lausanne – St.Gallen 1:1
Der FC St. Gallen verpasste es, mit einem Sieg in Lausanne zum zweitplatzierten FC Lugano vorzustossen. Mit dem 1:1 sind die Ostschweizer allerdings gut bedient.
Das Wichtigste in Lausanne spielte sich in den ersten neun Minuten ab. Der junge Spanier Omar Janneh, der erstmals in der Waadtländer Startformation stand, benötigte keine zwei Minuten, um die Gastgeber in Führung zu schiessen. Die Antwort der St. Galler folgte kurz darauf durch den formstarken Aliou Baldé, der von einem idealen Pass in die Tiefe von Carlo Boukhalfa profitierte.
Der ehemalige Lausanner Baldé, der in den letzten zwei Monaten fünf Tore erzielt hat, wäre beinahe zu einem weiteren Treffer gekommen. In der 24. Minute prallte sein Schuss von der Latte ab. Nach der Pause dominierte dann das vom ehemaligen FCSG-Coach trainierte Lausanne, das in der 50. Minute ebenfalls einen Aluminiumtreffer zu beklagen hatte.
Lausanne-Sport - St.Gallen 1:1 (1:1)
5594 Zuschauer. - SR Gianforte.
Tore: 2. Janneh (Butler-Oyedeji) 1:0. 9. Balde (Boukhalfa) 1:1.
Lausanne-Sport: Letica; Bergvall, Mouanga, Sow, Poaty (90. Fofana); Custodio (67. Roche); Lekoueiry (67. Mollet), Diakite (89. Traore), Beloko; Butler-Oyedeji (89. Ajdini), Janneh.
St.Gallen: Zigi; May (75. Kleine-Bekel), Stanic, Okoroji; Vandermersch, Stevanovic (89. Weibel), Daschner, Boukhalfa, Witzig (67. Ouattara); Vogt (67. Besio), Balde (66. Efekele).
Verwarnungen: 60. May, 70. Mollet, 88. Boukhalfa, 96. Beloko. (riz/sda)
