Wieder nur Heimsiege: HCD schlägt ZSC 1:0 und führt im Halbfinal – Fribourg schlägt Genf
Davos – Zürich 1:0
Serie 2:1
Davos geht in der Halbfinalserie gegen den Titelverteidiger ZSC Lions mit 2:1 Siegen wieder in Führung. Der Rekordmeister gewinnt zu Hause 1:0.
Wie schwer die Davoser in dieser Saison vor heimischem Publikum zu bezwingen sind, zeigt die Statistik: In der Qualifikation gewannen sie 23 von 26 Begegnungen in der eigenen Arena. Nun siegten sie in der entscheidenden Meisterschaftsphase auch im fünften Heimspiel. Das goldene Tor erzielte in der 13. Minute Verteidiger Davyd Barandun, für den es in seiner 39. Partie in den Playoffs der erste Treffer war.
Es war zu sehen, warum die zwei Teams in der Regular Season am wenigsten Gegentore kassiert hatten. Gute Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Und als beispielsweise der Davoser Verteidiger Calle Andersson (8.) aus bester Position zum Abschluss kam, fehlte die Präzision. In der 14. Minute scheiterte ZSC-Topskorer Denis Malgin mit der Backhand allein vor Goalie Sandro Aeschlimann. Im Mitteldrittel hatten die Lions bloss zwei gute Phasen, ansonsten war der HCD spielbestimmend, das 2:0 lag allerdings nicht in der Luft.
Im letzten Abschnitt konnten die Zürcher nicht davon profitieren, dass die Davoser zwei Strafen hintereinander kassierten. Vielmehr hatte während des Powerplays der Davoser Filip Zadina (51.) die beste Chance, als er allein vor Keeper Simon Hrubec scheiterte. Die beiden Top-Stürmer Sven Andrighetto und Jesper Frödén fehlten dem ZSC sichtlich. Die Davoser brachten ihrerseits wenig zustande, als Vinzenz Rohrer (55.) wegen hohen Stocks für vier Minuten auf die Strafbank musste. Der eine Treffer reichte jedoch. Sandro Aeschlimann kam dank 20 Paraden zu seinem zweiten Shutout in den laufenden Playoffs.
Weiter geht die Serie am Freitag in Zürich-Altstetten. Auch der ZSC ist äusserst heimstark und hat zu Hause 19 Playoff-Spiele in Serie für sich entschieden.
Davos - ZSC Lions 1:0 (1:0, 0:0, 0:0)
6547 Zuschauer (ausverkauft). SR Gerber/Kaukokari (FIN), Urfer/Obwegeser.
Tor: 13. Barandun (Kessler, Zadina) 1:0.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen Davos, 4mal 2 Minuten gegen ZSC Lions.
PostFinance-Topskorer: Stransky; Malgin.
Davos: Aeschlimann; Frick, Dahlbeck; Andersson, Jung; Fora, Barandun; Guebey, Gross; Stransky, Ryfors, Lemieux; Aebli, Asplund, Zadina; Frehner, Waidacher, Kessler; Knak, Egli, Parrée.
ZSC Lions: Hrubec; Kukan, Lehtonen; Weber, Marti; Trutmann, Geering; Schwendeler; Balcers, Malgin, Schreiber; Sundström, Lammikko, Denis Hollenstein; Rohrer, Grant, Riedi; Baltisberger, Sigrist, Baechler; Gruber.
Bemerkungen: Davos ohne Corvi, Gredig, Luca Hollenstein, Nussbaumer (alle verletzt), Claesson, Tambellini und Taponen (alle überzählige Ausländer), ZSC Lions ohne Andrighetto, Bader und Frödén (alle verletzt). ZSC Lions ab 58:45 ohne Torhüter.
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
Punkte
Goals/Assists
Spiele
Strafminuten
-
Er ist
-
Er kann
-
Erwarte
Fribourg – Genf 2:1
Serie 2:1
Fribourg-Gottéron legt in der Halbfinalserie gegen Genève-Servette wieder vor. Die Freiburger gewinnen mit 2:1 auch ihr zweites Heimspiel und führen in der Best-of-7-Serie nun ebenfalls mit 2:1.
In den letzten Tagen dominierte im eishockeyverrückten Freiburg fast nur ein Thema: Wann gibt Marcus Sörensen endlich sein Comeback? Seit Anfang Januar schlug sich Fribourgs Starstürmer mit Adduktorenproblemen herum. Am Tag nach der 3:7-Niederlage in Genf befeuerte Gottérons Trainer Roger Rönnberg die Hoffnungen mit den Worten: «Er hat das grüne Licht vom Arzt.»
Am Mittwoch war es nun endlich so weit: Sörensen bildete nach drei Monaten ohne Spielpraxis an der Seite seines kongenialen Sturmpartners Lucas Wallmark und zusammen mit Jacob de la Rose eine rein schwedische Sturmreihe.
Den Unterschied machten aber andere. Zum Beispiel Christoph Bertschy und Attilio Biasca, die zusammen mit Topskorer Henrik Borgström aktuell Fribourgs gefährlichstes Offensivtrio bilden. Biasca gelang mit dem 1:0 in der 24. Minute bereits sein drittes Tor im fünften Playoff-Spiel, nachdem er sich im ersten Viertelfinalspiel gegen Rapperswil-Jona verletzt hatte. Er vollendete einen tollen Querpass von Bertschy, der in dieser Serie bereits bei fünf Skorerpunkten steht.
Für das 2:0 kurz nach Spielhälfte zeichnete Borgström verantwortlich. Den Mammutanteil am erst zweiten Freiburger Powerplay-Tor in diesen Playoffs hatte aber Yannick Rathgeb, der den Schweden wunderschön freispielte.
Servette war nicht chancenlos, im Gegenteil. Die Genfer erspielten sich mit ihren immer wieder schnell vorgetragenen Vorstössen eigentlich mehr und auch die gefährlicheren Torchancen, fanden jedoch fast immer in Reto Berra (23 Paraden) ihren Meister. Fribourgs Goalie musste sich einzig in der 44. Minute Luca Hischier geschlagen geben. In den letzten eineinhalb Minuten konnte Servette im Powerplay agieren, nahm zudem Torhüter Stéphane Charlin für einen sechsten Feldspieler vom Eis, doch die Freiburger retteten das knappe 2:1 über die Zeit.
Ein Wermutstropfen trübte den Sieg für Gottéron jedoch: Mit dem Ende Saison zurücktretenden Julien Sprunger fiel der Captain im Mitteldrittel verletzungsbedingt aus. Ob er am Freitag in Genf seinem Team wieder dabei helfen kann, sich mit dem ersten Auswärtssieg in der Serie drei Matchpucks für den Finaleinzug zu erarbeiten, ist offen.
Fribourg-Gottéron - Genève-Servette 2:1 (0:0, 2:0, 0:1)
9372 Zuschauer (ausverkauft). SR Dipietro/Stolc (SVK), Duc/Altmann.
Tore: 24. Biasca (Bertschy, Jecker) 1:0. 31. Borgström (Rathgeb, Arola/Powerplaytor) 2:0. 44. Hischier (Ignatavicius, Praplan) 2:1.
Strafen: je 3mal 2 Minuten.
PostFinance-Topskorer: Borgström; Granlund.
Fribourg-Gottéron: Berra; Rathgeb, Kapla; Seiler, Streule; Jecker, Arola; Johnson; Bertschy, Borgström, Biasca; Sörensen, Wallmark, De la Rose; Sprunger, Walser, Marchon; Dorthe, Reber, Gerber; Nicolet.
Genève-Servette: Charlin; Rutta, Berni; Saarijärvi, Chanton; Karrer, Le Coultre; Sutter; Puljujärvi, Manninen, Granlund; Bozon, Jooris, Vesey; Ignatavicius, Praplan, Hischier; Miranda, Verboon, Noah Rod; Pouliot.
Bemerkungen: Genève-Servette ohne Richard (verletzt) und Brassard (überzähliger Ausländer). Fribourg-Gottéron ohne Schmid, Glauser (beide verletzt), Nemeth (gesperrt), Ljunggren, Rau und Rattie (alle überzählige Ausländer). Genève-Servette ab 58:24 ohne Torhüter. (nih/sda)
