Hockey-Nati zeigt gegen Finnland halbe Reaktion auf Schweden-Debakel
Erst im Schlussdrittel trat das Team von Chefcoach Jan Cadieux wie ein Team auf, das seinen Platz im Kreis der Elite und der WM-Favoriten verdient. Innerhalb von zwei Minuten verkürzten Tyler Moy, der nach seiner im Playoff-Viertelfinal erlittenen Verletzung zurückkehrte, und Denis Malgin auf 3:5. Erfreulich: Beides waren Tore, bei denen der gegnerische Goalie bedrängt wurde und die Treffer erzwungen wurden. Mehr lag danach aber nicht mehr drin.
0:5 nach 32 Minuten
Bei Spielhälfte und nach dem 5:0 der Finnen musste man eine weitere ganz üble Klatsche wie am Donnerstag beim 1:8 gegen Schweden befürchten. Offensiv mehrheitlich harmlos, glich die Schweizer Hintermannschaft einem eigentlichen Hühnerhaufen, ohne Ordnung, ohne Intensität und mit haarsträubenden individuelle Fehlern. Es fehlte ein Leader, der sich aufbäumte. Gerade in der neutralen Zone konnte man die Räume nicht eng machen, die Finnen kamen mit zu viel Tempo.
Zudem konnte auch Goalie Stéphane Charlin nicht überzeugen, vier von acht Schüssen musste er parieren lassen. Dann wurde er durch Kevin Pasche ersetzt, der sich nur noch einmal bezwingen liess.
Nicht so cool
Einziger Lichtblick war das Überzahlspiel - und in diesem traf Ken Jäger noch vor der zweiten Pause zum 1:5 und weckte damit die Schweizer. Das Fazit von Verteidiger Christian Marti fällt zwiespältig aus. «Natürlich haben wir noch etwas Zeit und können noch Sachen verbessern», stellte er im Interview mit SRF fest. «Aber es ist schon nicht so cool.»
Am Ende stand zwar eine weitere Niederlage, aber eine, die zumindest etwas positiver auf den Abschluss am Sonntag gegen Gastgeber Tschechien (16.00 Uhr), das letzte Turnier der Euro Hockey Tour kommende Woche in Schweden und natürlich die Heim-WM ab dem 15. Mai blicken lässt. Das Kader wird bereits am Montag noch mal deutliche Modifikationen erfahren. Viele Wackelkandidaten konnten in den zwei Spielen gegen Schweden und Finnland keine Werbung für ein WM-Aufgebot.
Schweiz - Finnland 3:5 (0:2, 1:3, 2:0)
Ceske Budejovice (CZE). - SR Mejzlik/Sir (CZE).
Tore: 18. (17:11) Puistola (Aku Räty, Mäenalanen) 0:1. 18. (17:59) Aku Räty (Riikola, Vilen) 0:2. 24. Päivärinta (Ojantakanen) 0:3. 27. Ojantakanen (Päkkilä; Päivärinta) 0:4. 33. Kuokkanen (Heinola/Powerplaytor) 0:5. 19. Jäger (Riat, Thürkauf/Powerplaytor) 1:5. 41. (41:49) Moy 2:5. 42. (42:47) Malgin 3:5.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 5mal 2 Minuten gegen Finnland.Schweiz: Charlin (27. Pasche); Kukan, Marti; Egli, Berni; Loeffel, Geisser; Heldner, Chanton; Suter, Malgin, Rohrbach; Riat, Thürkauf, Rochette; Moy, Jäger, Hofmann; Baechler, Senteler, Meyer; Herzog; Haas.
Finnland: Larmi; Vilen, Heinola; Saarijärvi, Riikola; Kukkonen, Seppälä; Kokkonen, Hatakka; Aku Räty, Mannien, Kuokkanen; Puistola, Aatu Räty, Mäenalanen; Merelä, Björninen, Puhakka; Ojantakanen, Päivärinta, Päkkilä; Hirvonen.
Bemerkungen: Schweiz ohne Genoni, Le Coultre, Aebischer, Herzog, Scherwey und Andrighetto (alle überzählig oder angeschlagen). 17. Pfostenschuss Rochette. 43. Timeout Finnland. Schweiz ab 58:02 ohne Torhüter.
Schüsse: Schweiz 28 (9-8-11), Finnland: 15 (4-7-4).
Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/3, Finnland 1/2. (abu/sda)
