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Olympia 2026: Nicole Vallario über ihren Wechsel nach Nordamerika

Swiss ice hockey player Nicole Vallario speaks to the media, during a press conference of the Swiss women's ice hockey national team at the House of Switzerland, prior to the 2026 Olympic Winter  ...
Nicole Vallario wechselte erst vor drei Monaten nach Nordamerika.Bild: keystone

Für ihren Profi-Traum kündigte Nati-Star Vallario ihren Job und zog nach Nordamerika

Nicole Vallario lebt seit knapp drei Monaten in Nordamerika ihren Traum vom Profi-Eishockey. Nun spielt die Tessinerin unweit ihrer Heimat mit dem Schweizer Nationalteam um eine Olympia-Medaille.
14.02.2026, 15:0214.02.2026, 15:02

Nicole Vallario ist eine von zwei Athletinnen aus dem südlichsten Kanton der Schweiz, die an den Winterspielen in Mailand-Cortina der 175-köpfigen Delegation von Swiss Olympic angehören. Nach einer durchzogenen Vorrunde geht es für die Verteidigerin und ihre Teamkolleginnen am Samstagabend (21.10 Uhr) im Viertelfinal gegen Finnland um alles oder nichts. Eine weitere Niederlage dürfen sich die Schweizerinnen nicht leisten, andernfalls wären die Chancen auf eine olympische Medaille dahin.

Switzerland's Nicole Vallario (16) passes the puck past Finland's Sanni Vanhanen (12) in the second period during a preliminary round match of women's ice hockey at the 2026 Winter Olym ...
Im Viertelfinal spielen die Schweizerinnen wieder gegen Finnland.Bild: keystone

Unverhoffte Chance

Vallarios Vorbereitung auf ihr zweites Olympia-Turnier verlief alles andere als gewöhnlich. Die 24-Jährige startete die Saison beim Schweizer Ligakrösus EV Zug, nachdem sie zuvor vier Jahre College-Hockey an der Universität St. Thomas in Minnesota gespielt und dort ihr Studium abgeschlossen hatte. Mit der Rückkehr in die Schweiz schien der Traum, in Nordamerika als Eishockey-Profi Fuss zu fassen, vorerst beendet.

Doch Ende Oktober erhielt sie von den New York Sirens eine Einladung zu einem zweiwöchigen Trainingscamp. Vallario nutzte ihre Chance und bekam einen Profivertrag angeboten. Sie sagte zu, kündigte ihre erst kürzlich in Zug bezogene Wohnung und gab ihren Job als Fitnesstrainerin auf.

Mental herausfordernd

Wenig später gab sie ihr Debüt in der nordamerikanischen Profiliga PWHL, und dieses verlief märchenhaft. Mit ihrer ersten Puckberührung erzielte Vallario ihr erstes Tor. Nach zwei Einsätzen und der Rückkehr einer zuvor verletzten Teamkollegin kam die Abwehrspielerin allerdings seit Anfang Dezember nicht mehr zum Einsatz. Anders als bei den Männern in der NHL gibt es für die Frauen in Nordamerika keine Möglichkeit, in einer tieferen Liga Spielpraxis zu sammeln.

Vallario war sich des Risikos bewusst, als sie ihren «Reserve Contract» unterschrieb, der für Spielerinnen ausserhalb des 23-köpfigen Kaders eines PWHL-Teams vorgesehen ist. Die Situation sei für sie «mental herausfordernd» gewesen, sagt sie. «Gleichzeitig habe ich enorm viel lernen können, insbesondere in den Trainings mit einigen der besten Spielerinnen der Welt. Diese Erfahrungen haben mich als Spielerin und auch als Person weitergebracht.» Diese Erfahrungen will sie nun ins Nationalteam einbringen.

Dort soll sie dazu beitragen, dass die Schweizerinnen zum zweiten Mal nach Bronze in Sotschi 2014 olympisches Edelmetall gewinnen. In den anstehenden K.o.-Spielen wird dafür allerdings eine klare Leistungssteigerung nötig sein. Nach vier Partien innerhalb von fünf Tagen blieb dem Team zuletzt immerhin etwas Zeit zur Regeneration. Im Viertelfinal trifft die Schweiz erneut auf Finnland, das bereits am Dienstag im letzten Gruppenspiel der Gegner war.

Offene Rechnung

Nach der 1:3-Niederlage zum Abschluss der Vorrunde wollen Vallario und ihre Teamkolleginnen reagieren und es besser machen. Mit den Finninnen haben sie ohnehin noch eine offene Rechnung, nachdem sie vor vier Jahren in Peking das Spiel um Bronze mit 0:4 verloren haben. «Wir dürfen nicht mehr so viele Strafen nehmen. Und wenn doch, müssen wir unser Unterzahlspiel verbessern», sagt Vallario mit Blick auf die entscheidende Turnierphase. Unterstützung erhält sie dabei auch aus der Nähe. «Meine Familie wohnt etwa eine Stunde von Mailand entfernt. Es werden wieder viele bekannte Gesichter vor Ort sein», freut sie sich.

Verbesserungspotenzial gibt es nicht nur in der Defensive, sondern auch im Angriff. Nach drei Toren beim knappen Auftaktsieg gegen Tschechien (4:3 n.P.), tat sich das Team von Trainer Colin Muller gegen die übermächtigen Kanadierinnen und US-Amerikanerinnen sowie auch gegen Finnland schwer, genügend gefährliche Chancen herauszuspielen. Immerhin dürfte die Offensive wieder Verstärkung erhalten. Alina Müller, die zweite Schweizerin in der PWHL, kann voraussichtlich wieder auf ihre Sturmpartnerin Lara Stalder zählen. Die Topskorerin der heimischen Women's League war vor dem letzten Vorrundenspiel beim Aufwärmen von einem Puck am Kopf getroffen worden, sollte für das kapitale Viertelfinalspiel jedoch wieder einsatzbereit sein. (riz/sda)

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