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Eishockey-WM: Erste Niederlage für die Schweiz – Lettland im Viertelfinal

epa10648850 Latvia's players celebrate winning in overtime the preliminary round group B match between Switzerland and Latvia at the IIHF Ice Hockey World Championship 2023 in Riga, Latvia, 23 Ma ...
Grosse Freude bei den Letten: Dank des Siegs gegen die Schweiz steht der Co-Gastgeber im WM-Viertelfinal.Bild: keystone

Erste WM-Niederlage für die Schweiz – Co-Gastgeber Lettland siegt in der Verlängerung

Ohne einige Starspieler verliert die Schweiz an der Eishockey-WM in Riga das für sie sportlich bedeutungslose letzte Gruppenspiel gegen Lettland 3:4 nach Verlängerung. Der Co-Gastgeber jubelt über die Viertelfinal-Qualifikation.
23.05.2023, 18:0024.05.2023, 04:57

60 Minuten waren gespielt, noch keine Entscheidung gefallen – und doch flogen die lettischen Stöcke in die Luft und lagen die Spieler sich in den Armen. Der Punkt für das 3:3 reichte ihnen, um auf Kosten der Slowakei erstmals seit 2018 und erstmals auf heimischen Eis in die Viertelfinals einzuziehen (gegen Schweden). In Überzahl holten sich die Letten nach 2:25 Minuten der Verlängerung dann noch den Zusatzpunkt. Für die Schweiz war es die erste Niederlage an diesem Turnier.

Die Partie mit den so unterschiedlichen Vorzeichen – Kehrausspiel für die Schweizer, Möglichkeit, Geschichte zu schreiben für die Letten – entwickelte sich in etwa so, wie das zu erwarten gewesen war. Spielerische Überlegenheit, aber fehlende Konsequenz auf der einen, bedingungsloser Einsatz auf der anderen Seite. Die Letten waren gewillt, die Chance mit allen Mitteln zu packen, taten dies aber diszipliniert und nicht kopflos.

Die Highlights der Partie.Video: YouTube/IIHF Worlds 2023

Die Führung im Rücken machte zusätzliche Kräfte frei. Die erste erzielte der Verteidiger Ralfs Freibergs kurz nach Beginn des Mitteldrittels, als dem Schweizer Goalie Joren van Pottelberghe bei seinem WM-Debüt die Sicht verdeckt war. Und auf den Ausgleich durch das erste Turniertor von Kevin Fiala reagierten die Letten nur 32 Sekunden später nach einer sehenswerten Einzelleistung des Schweden-Söldners Rodrigo Abols mit dem 2:1. Nach dem neuerlichen Ausgleich durch Marco Miranda am Ende eines Powerplays gerieten aber die letzten zwölf Minuten zur Zitterpartie für die Einheimischen.

Die Stimmen zum Spiel

Andres Ambühl:

«Es war nicht die einfachste Aufgabe, da Lettland unbedingt gewinnen musste und das haben wir auch gemerkt. Wir haben gut dagegengehalten, dann aber doch ein paar Fehler zu viel gemacht. Dennoch haben wir eine tolle Vorrunde gespielt, aber übermorgen ist das nichts mehr wert. Da fängt es wieder von null an und wir müssen alles, was wir heute nicht gut gemacht haben, abstellen, und alles, was bisher gut war, noch besser machen.

Trainer Patrick Fischer:

«Wir wussten, dass Lettland ein starkes Team und zudem das Messer am Hals hat. Wir haben zwar ein paar Fehler gemacht, aber grundsätzlich hat mir das Spiel gefallen, denn ich hatte vor dem Spiel etwas Angst aufgrund der Ausgangslage. Nun freuen wir uns auf den Viertelfinal. Wir wissen, dass Deutschland ein starker Gegner ist, aber wir wissen auch, was wir können, und wir werden bereit sein.»

Fünf Minuten vor Schluss machte sich der ehemalige Servette- und Bern-Stürmer Kaspars Daugavins zum Helden, als er die erste Führung der Schweizer ausglich. Nur 70 Sekunden zuvor hatte Andres Ambühl zum vierten Mal an diesem Turnier getroffen.

Neben seinen Stammgoalies hatte Nationalcoach Patrick Fischer mit sechs überzeugenden Siegen und dem sicheren Gruppensieg im Rücken auch einigen seiner Leistungsträger eine Schonung gegönnt. So fehlten die NHL-Stürmerstars Nico Hischier, Denis Malgin sowie Captain Nino Niederreiter. Die Schweizer wussten schon vor der Partie, dass sie am Donnerstag ebenfalls in Riga auf Deutschland treffen werden. (nik/sda)

Die Viertelfinal-Paarungen
Donnerstag, 25. Mai:
Schweiz - Deutschland (15.20 Uhr in Riga)
USA - Tschechien (15.20 Uhr in Tampere)
Schweden - Lettland (19.20 in Riga)
Kanada - Finnland (19.20 in Tampere).

Halbfinals am Samstag, Finalspiele am Sonntag.

Schweiz - Lettland 3:4 (0:0, 1:2, 2:1, 0:1) n.V.
Riga. 9178 Zuschauer. SR Kaukokari/MacFarlane (FIN/USA), Mackey/Ondracek (CAN/CZE).
Tore: 22. Freibergs (Indrasis) 0:1. 27. (26:02) Fiala (Corvi) 1:1. 27. (26:34) Abols (Freibergs, Daugavins) 1:2. 48. Miranda (Riat, Corvi) 2:2. 54. (53:46) Ambühl (Fiala, Corvi) 3:2. 55. (54:56) Daugavins (Abols, Balcers) 3:3. 63. Balcers (Balinskis, Jaks/Auschluss Richard) 3:4.
Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen Schweiz, 3-mal 2 Minuten gegen Lettland.
Schweiz: van Pottelberghe; Fora, Siegenthaler; Glauser, Moser; Loeffel, Marti; Geisser; Bertschy, Richard, Herzog; Ambühl, Corvi, Fiala; Simion, Haas, Miranda, Riat, Senteler.
Lettland: Silovs; Balinskis, Zile; Jaks, Rubins; Cukste, Freibergs; Cibulskis; Daugavins, Abols, Balcers; Dzerkals, Batna, Roberts Burkarts; Indrasis, Locmelis; Rihards Burkarts; Krastenbergs, Smirnovs, Andersons; Golovkovs.
Bemerkungen: Schweiz ohne Genoni (Ersatzgoalie), Thürkauf (verletzt), Mayer, Hischier, Kukan, Niederreiter und Malgin (alle überzählig), Lettland ohne Kenins (verletzt). 49. Lattenschuss Locmelis. 62. Timeout Lettland.
Schüsse: Schweiz 32 (9-10-12-1), Lettland 28 (8-9-6-5).
Powerplay-Ausbeute: Schweiz 0/2, Lettland 1/5.

(nih/sda)

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