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Switzerland's players look disappointed after losing against Sweden, during the IIHF 2018 World Championship preliminary round game between Switzerland and Sweden, at the Royal Arena, in Copenhagen, Denmark, Sunday, May 13, 2018. (KEYSTONE/Salvatore Di Nolfi)

Niedergeschlagene Schweizer nach dem 3:5 gegen Schweden. Bild: KEYSTONE

Jetzt muss die Nati also doch noch um den WM-Viertelfinal zittern

Die Schweizer Eishockey-Nati erlitt an der WM in Dänemark im sechsten Spiel die dritte Niederlage. Nach dem 3:5 gegen Titelverteidiger Schweden kann das Team von Trainer Patrick Fischer die Viertelfinals nicht mehr aus eigener Kraft erreichen.



Am spielfreien Montag werden die Schweizer zu Fans des russischen Teams. Der Olympiasieger muss die Slowakei bezwingen, ansonsten sind die Chancen der SIHF-Auswahl auf die Viertelfinals nur noch minimal, treffen doch die Slowaken am Dienstag im abschliessenden Gruppenspiel auf den punktelosen Absteiger Weissrussland. Gewinnen die Russen in der Verlängerung oder im Penaltyschiessen, müssen die Schweizer gegen Frankreich gleich viele Punkte holen wie die Slowakei gegen Weissrussland. Bei einem russischen Sieg nach 60 Minuten reichen zwei Zähler.

Schafft es die Schweiz in den WM-Viertelfinal?

In den ersten fünf Partien hatten die Schweizer mit einem mutigen Angriffsspiel überzeugt. Insofern war der Auftritt gegen die sehr stark spielenden Schweden vorab in den ersten 38 Minuten ernüchternd, waren doch die Skandinavier in allen Belangen überlegen, spielten sie mit der SIHF-Auswahl phasenweise Katz und Maus. Das Beste aus Schweizer Sicht war, dass es zu diesem Zeitpunkt «nur» 0:3 stand. Torhüter Leonardo Genoni bewahrte sein Team mehrmals vor einem weiteren Gegentreffer.

Tristan Scherwey: «Wir hatten zu Beginn kein Feuer im Spiel, kamen immer einen Schritt zu spät und verloren jeden Zweikampf. Wenn du gegen ein solch starkes Schweden so spielst, dann wird es schwierig. Als wir zu spielen begannen und die ersten Tore schossen, lag der Ausgleich in der Luft. Leider hat es nicht geklappt. Wir waren überhaupt nicht zufrieden nach dem ersten Drittel und konnten immerhin eine Reaktion zeigen. Jetzt gilt es, die Batterien am Montag wieder aufzuladen, am Dienstag den Sieg gegen Frankreich zu holen und in den Viertelfinal einzuziehen.»

Plötzlich ist die Schweiz da

In der 39. Minute gelang Verteidiger Ramon Untersander mit seinem zweiten Tor an diesem Turnier aus dem Nichts das 1:3. Zu Beginn des letzten Drittels hatten die Schweden die Partie aber weiterhin im Griff. Das änderte sich nach dem 2:3 von Captain Raphael Diaz (45.), der nach einem Pass des neu zur Equipe gestossenen Kevin Fiala geduldig wartete, bis die Abschlussposition ideal war. Für den Zuger Verteidiger war es das erste Tor an einer WM seit sieben Jahren.

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1:3 Schweiz: Ramon Untersander (39.). Video: streamable

Ramon Untersander: «Wir fanden viel zu spät in die Partie rein. Schweden hat sicher zu Beginn sehr gut gespielt, aber wir gaben ihnen auch zu viel Raum und Zeit. Sie unterschätzten uns nicht und gaben gleichzeitig sehr viel Gas. Sie haben eine super Mannschaft hier. Wir hatten nicht viele Chancen, aber als einer rein ging, kippte das Momentum plötzlich auf unsere Seite. Für die Moral ist es sehr wichtig zu wissen, dass wir auch gegen Topteams zurück in ein Spiel finden können.»

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2:3 Schweiz: Raphael Diaz (45.). Video: streamable

Kurz darauf provozierten die Schweizer eine Strafe, worauf Grégory Hofmann in der 47. Minute im Powerplay beinahe der Ausgleich gelang. Der schwedische Keeper Anders Nilsson parierte dessen Direktschuss nach einem Querpass aber mirakulös. Die Schweizer waren nun in der Partie. Umso bitterer war das 2:4 von Verteidiger Adam Larsson in der 53. Minute.

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4:2 Schweden: Adam Larsson (53.). Video: streamable

Roman Josi: «Mit dem ersten Tor begannen wir plötzlich Chancen zu kreieren. Es ist schade, dass wir den Ausgleich nicht erzielen konnten. Das 2:4 war ein Schlag für uns. Zu Beginn war Schweden stets einen Schritt schneller. Und im Powerplay sind sie halt unglaublich gefährlich. Gegen ein defensiv starkes Team wie Schweden wird es dann halt schwierig. Aber wir bewiesen Charakter.»

Am Ende alles «auf tutti»

Während eines weiteren Überzahlspiels für die Schweizer riskierte Fischer alles und ersetzte Genoni durch einen sechsten Feldspieler. Genoni blieb auch nach Ablauf der Strafe draussen, was Magnus Pääjärvi zum 5:2 (57.) nutzte. Das 3:5 von Dean Kukan (60.) war dann nur noch Resultatkosmetik. Somit schossen alle drei Schweizer Tore Verteidiger.

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3:5 Schweiz: Dean Kukan (60.). Video: streamable

Nach dem Startdrittel hatte Raphael Diaz gesagt, dass sie sich zuerst ans Niveau hätten gewöhnen müssen. Als die Schweizer in der 10. Minute den ersten Torschuss verzeichneten, lagen sie schon 0:2 hinten. Beide Treffer kassierten sie in Unterzahl. Zwar unterstrichen die Skandinavier im Powerplay ihre grosse Klasse, allerdings agierten die Schweizer etwas zu passiv. Beim 0:1 (6.) stand keiner in der Schusslinie von John Klingberg, der das mit einem präzisen Handgelenkschuss bestrafte. Beim 0:2 (10.) gewährten sie Pittsburghs Patric Hornqvist, der seine erste Partie an dieser WM bestritt, im Slot zu viel Platz.

Das Aufbäumen kam zu spät

Auch im zweiten Drittel waren die Schweizer vom Niveau der Schweden überfordert – nach 40 Minuten lautete das Schussverhältnis 29:9 aus Sicht der Skandinavier (total 23:41). Das sagt alles aus über dessen Dominanz in den ersten zwei Dritteln. Das Aufbäumen im letzten Abschnitt kam dann zu spät.

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Die Zusammenfassung der Partie. Video: YouTube/IIHF Worlds 2018

Neben Fiala setzte Fischer gegen Schweden auch erstmals auf Roman Josi. Die beiden Spieler der Nashville Predators waren erst am Sonntagmorgen in Dänemark angekommen. Beide haben selbstredend noch Luft nach oben. Joël Genazzi und Damien Riat wurden auf die Tribüne verwiesen. (ram/sda)

Das sagten Josi und Fiala nach ihrer Ankunft in Dänemark:

Die Tabelle

Bild

tabelle: srf

Das Telegramm

Schweiz - Schweden 3:5 (0:2, 1:1, 2:2)
Kopenhagen. - 12'255 Zuschauer. - SR Jerabek/Rantala (CZE/FIN), Otmachow/Sormunen (RUS/FIN).
Tore: 6. Klingberg (Zibanejad, Ekman-Larsson/Ausschluss Schäppi) 0:1. 10. Hörnqvist (Pettersson, Backlund/Ausschluss Diaz) 0:2. 22. Backlund (Lindholm) 0:3. 39. Untersander (Corvi) 1:3. 45. Diaz (Fiala, Andrighetto) 2:3. 53. Adam Larsson (Backlund) 2:4. 57. Pääjärvi (Backlund) 2:5 (ins leere Tor). 60. Kukan (Untersander/Ausschluss Johan Larsson) 3:5.
Strafen: 3mal 2 Minuten gegen die Schweiz, 4mal 2 Minuten gegen Schweden.
Schweiz: Genoni; Diaz, Müller; Fora, Josi; Untersander, Kukan; Frick; Niederreiter, Corvi, Meier; Andrighetto, Vermin, Fiala; Moser, Haas, Hofmann; Rod, Schäppi, Scherwey; Baltisberger.
Schweden: Nilsson; Adam Larsson, Ekman-Larsson; Klingberg, Lindholm; Wikstrand, Gustafsson; Rakell, Zibanejad, Janmark; Hörnqvist, Backlund, Pettersson; Arvidsson, De la Rose, Kempe; Everberg, Johan Larsson, Pääjärvi; Andersson.
Bemerkungen: Schweiz ohne Berra (Ersatz), Genazzi, Riat und Senn (alle überzählig); Schweden ohne Forsberg und Ekholm (noch nicht angereist). - Schweiz von 54:25 bis 56:42 und ab 59:32 ohne Goalie. - Schüsse: Schweiz 23 (4-5-14); Schweden 41 (15-14-12). - Powerplay-Ausbeute: Schweiz 1/4; Schweden 2/3.

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