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Biels Topscorer Toni Rajala, Mitte, Torschuetze zum 1:3 jubelt, waehrend dem Meisterschaftsspiel der National League, zwischen den SCL Tigers und dem EHC Biel, am Dienstag 2.Oktober 2018 in der Ilfishalle in Langnau. (PPR /Marcel Bieri)

Der Finne Toni Rajala ist beim EHC Biel ein Spektakelmacher. Bild: PPR

Eismeister Zaugg

Warum unser Hockey nicht ohne Ausländer sein kann

Ein Blick in die Kulturgeschichte unserer Eishockey-Ausländer zeigt: Nie war unser Eishockey international so schwach wie im Jahrzehnt ohne Ausländer.



Britische und kanadische Studenten haben das Eishockey zu Beginn des 20. Jahrhunderts in die Schweiz gebracht. Wie kein anderes Land haben wir eine «Eishockey-Mischkultur» aus nordamerikanischem, skandinavischem und slawischem Eishockey.

Ausländer gehören also als Trainer und Spieler zu unserem Eishockey. Ein Blick zurück auf die Kulturgeschichte unserer Hockey-Ausländer zeigt, dass es ohne nicht geht.

Die glorreichen Tage auf internationaler Ebene waren 1953 vorbei. Die Sündenböcke für den dramatischen Niedergang (1953 WM-Dritter, 1959 WM-12.) waren bald gefunden: die Ausländer. Obwohl pro Klub nur einer zugelassen war.

Alle Playoff-Topskorer seit der Saison 2002/03

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Also kam die Idee auf, die Grenzen zu schliessen. Treibende Kraft war ZSC-Präsident Max Thierstein. 1959 trat das Ausländerverbot in Kraft. Im gleichen Jahr hatte der SC Bern zum ersten Mal den Titel errungen. Nicht zuletzt dank dem Kanadier Bruce Hamilton. Der ZSC-Obmann setzte sich nicht ohne Hintergedanken für den Rückzug ins Réduit ein: Er hatte die besten Schweizer. Otto Schläpfer und Otto Schubiger spielten besser als jeder kanadische Center.

Die Rechnung ging auf. 1961 gewann der ZSC die Meisterschaft und den Cup – der letzte Titelgewinn im 20. Jahrhundert. Es ist eine Ironie der Geschichte, dass der ZSC ausgerechnet in der ersten Saison absteigen musste, in der die Ausländer wieder mitspielen durften (1970/71).

Ohne Ausländer versank unser Hockey in die Bedeutungslosigkeit. 1967 war mit dem Abstieg in die C-Gruppe (WM-16.) der absolute Tiefpunkt erreicht. Die elfjährige Schliessung der Grenze hatte nichts gebracht.

Jean Martinet, Mitte, Praesident des Eishockeyclubs HC Fribourg-Gotteron, mit den zwei Russen im Club Slawa Bykow, rechts, und Andrei Chomutow, links, aufgenommen im Oktober 1990. (KEYSTONE/Str)

Slawa Bykow (rechts ) und Andrej Chomutow (links) bei Fribourg-Gottéron. Bild: KEYSTONE

Wir sehen also, dass ausländische Spieler unerlässlich sind. Die beiden sowjetischen Weltklassespieler Slawa Bykow und Andrej Chomutow (in den 1990er Jahren bei Gottéron) sind wohl das spektakulärste Beispiel für den positiven Einfluss ausländischer Spieler auf die Liga und ein wichtiger Grund für den heutigen Erfolg unseres Klubhockeys. Die Frage ist also nicht, ob es ausländisches Personal braucht. Die Frage ist bloss, wie viele.

Am meisten Ausländer hatte unser Hockey in der Saison 2005/06 und 2006/07: fünf waren pro Team zugelassen, zwei mussten allerdings EU-Bürger sein. Auf Antrag von SCB-Manager Marc Lüthi wurde die Anzahl Ausländer wieder auf vier pro Klub begrenzt.

Die neuen NL-Ausländer 2018/19

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