DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Switzerland's Leonardo Genoni stretches during the Ice Hockey World Championships group B match between Norway and Switzerland in the AccorHotels Arena in Paris, France, Sunday, May 7, 2017. (AP Photo/Petr David Josek)

Leonardo Genoni wärmt sich schon mal auf. Bild: Petr David Josek/AP/KEYSTONE

Eismeister Zaugg

Torhüter gut, alles gut – aber welcher Torhüter ist gut?

Patrick Fischer darf sich fürs Spiel gegen Frankreich in der Goaliefrage nicht irren. Alles spricht für Leonardo Genoni als Nummer 1 bei dieser WM.



Das WM-Glück der Schweiz hängt noch stärker an den Goalies als bei den Grossen. Weil wir nach wie vor zu wenig Spieler haben, die auf internationalem Niveau in der Offensive einen Sieg «erzwingen» können. Und auch gegen die vermeintlich «Kleinen» sind wir auf den Torhüter angewiesen.

Für Nationaltrainer Patrick Fischer stellt sich vor dem kapitalen Spiel gegen die Franzosen die Frage: Jonas Hiller (35) oder Leonardo Genoni (29)? Die Goaliefrage kann über Triumph oder Untergang gegen Frankreich entscheiden.

Paris ist nach 2006, 2007 und 2008 die vierte WM für Jonas Hiller. Aufgrund seiner Erfahrung und seinem Charisma und der Leistungen in den Vorbereitungsspielen ist der ehemalige NHL-Titan, der zwischen 2007 und 2016 in der wichtigsten Liga der Welt knapp 30 Millionen Dollar verdient hat, in Paris die klare Nummer 1. Keine Frage: Mit Jonas Hiller gegen Frankreich. Oder doch nicht?

Switzerland’s goaltender Jonas Hiller reacts after the Ice Hockey World Championship group B preliminary round match between Switzerland and Slovenia in Paris, France on Saturday, May 6, 2017. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Jonas Hiller – gegen Slowenien nicht unschuldig an der Fast-Blamage. Bild: KEYSTONE

Für Leonardo Genoni ist es nach 2011, 2014 und 2015 ebenfalls die vierte WM. Die Nummer 1 war er bei einem Titelturnier noch nie. Der bestbezahlte NLA-Goalie (brutto knapp 700'000 Franken) war diese Saison beim SCB mit einer Fangquote von 93,60 Prozent besser als Jonas Hiller in Biel (91,60 Prozent). Keine Frage: Mit Meistergoalie Leonardo Genoni gegen Frankreich. Oder doch nicht?

Switzerland’s goaltender Leonardo Genoni, left, in action with Norway’s Martin Roymark during their Ice Hockey World Championship group B preliminary round match between Switzerland and Norway in Paris, France on Sunday, May 7, 2017. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Leonardo Genoni – ein Shutout gegen Norwegen. Bild: KEYSTONE

Genoni die gefühlte Nummer 1

Beim WM-Auftakt gegen Slowenien rettete Jonas Hiller mit drei gehaltenen Penaltys doch noch den Sieg (5:4). Aber mit einer Abwehrquote von lediglich 82,61 Prozent war er an der Preisgabe des 4:0-Vorsprungs mitschuldig.

Leonardo Genoni hielt im zweiten Spiel gegen Norwegen (3:0) seinen Kasten rein. Er war in dieser Partie der wichtigste Einzelspieler. Für die Mannschaft ist Leonardo Genoni nach zwei WM-Partien die gefühlte Nummer 1.

abspielen

Die Highlights der Partie gegen Norwegen. Video: YouTube/IIHF Worlds 2017

Nationaltrainer Patrick Fischer verrät vor dem Spiel nie, welchen Torhüter er einsetzen wird. Jonas Hiller oder Leonardo Genoni gegen Frankreich? Nominiert er Jonas Hiller, riskiert er im Falle einer Niederlage Polemik.

Wer soll gegen Frankreich das Schweizer Tor hüten?

Nach dem Krieg sind eben alle Soldaten Generäle und alle Kritiker klüger als der Nationaltrainer. Patrick Fischer kann sich trösten. Auch seine Vorgänger haben in der Torhüterfrage nicht immer die richtige Antwort gefunden. Die spektakulärsten Beispiele für eine richtige und eine falsche Antwort:

+ Der richtige Goalie

Bei der WM 2000 in St.Petersburg war Martin Gerber die klare Nummer 1. Aber an der schmählichen 2:4-Niederlage gegen Frankreich war er mitschuldig. Die Schweiz musste nun unbedingt gegen Gastgeber Russland gewinnen. Das schien unmöglich. Ralph Krueger pokerte hoch und setzte überraschend Reto Pavoni ein, dessen internationale Karriere sich schon dem Ende zuneigte. Er spielte die Partie seines Lebens und die Schweiz gewann 3:2.

abspielen

Die Highlights der Partie Russland – Schweiz. Video: YouTube/Bars10000

Ralph Krueger hatte damals für ein Festhalten an Martin Gerber so viele gute Gründe wie für den Einsatz von Reto Pavoni. Und hatte Glück mit seinem Entscheid.

Der falsche Goalie

Reto Berra hexte 2013 die Schweiz mit dem Spiel seines Lebens im WM-Halbfinale zu einem 3:0 gegen die USA. Wer behauptet, dass wir mit ihm im Tor anschliessend das Finale gegen Schweden gewonnen hätten und Weltmeister geworden wären, ist wahrlich kein Schelm.

Aber die Schweizer hatten das WM-Startspiel gegen Schweden sensationell mit Martin Gerber mit Tor gewonnen (3:2) und auch das Viertelfinale gegen Tschechien (2:1). Was lag da näher, als im Finale gegen den Schweden wieder Gerber einzusetzen, der sowieso damals in der höchsten schwedischen Liga spielte? Doch der Emmentaler spielte ausgerechnet im WM-Endspiel eines seiner schwächsten Länderspiele. Die Schweiz war chancenlos (1:5).

abspielen

Die Highlights der Partie Schweden – Schweiz. Video: YouTube/IIHF Worlds 2017

Sean Simpson hatte damals für den Einsatz von Martin Gerber so viele gute Gründe wie für den Einsatz von Reto Berra. Und hatte Pech mit seinem Entscheid.

Patrick Fischer hat es nun ein bisschen leichter. Er hat keinen Grund, gegen Frankreich nicht auf Leonardo Genoni zu setzen.

Die besten Bilder der Eishockey-WM

Unvergessene Eishockey-Geschichten

Bobby Orr entscheidet mit dem «Flying Goal» den Stanley-Cup-Final

Link zum Artikel

Ralph Krueger schreibt das wichtigste SMS der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

Deutschland verpasst die grosse Sensation, weil der Puck auf der Linie kleben bleibt

Link zum Artikel

NHL-Star Darryl Sittler stellt einen Rekord für die Ewigkeit auf

Link zum Artikel

04.01.1987: Als nach der grössten Prügelei aller Zeiten die Lichter ausgingen und ein Spiel die Eishockey-Welt veränderte

Link zum Artikel

16.01.1905: Nach 23 Tagen Anreise werden die Dawson City Nuggets im Stanley-Cup-Final mit 2:23 vermöbelt

Link zum Artikel

19.10.1996: Del Curto klärt seine Spieler auf: «Zum Schiri nüma ‹Fuck you› sägä, äs git zwei Minuta, hä!»

Link zum Artikel

24.02.2006: Neunmal das F-Wort in einer Minute – Greg Holst macht sich mit legendärem Ausraster-Interview unsterblich

Link zum Artikel

14.05.2008: Philippe Furrer schiesst das kurioseste Eigentor der Schweizer Hockey-Geschichte

Link zum Artikel

10.10.1979: Ein gewisser Wayne Gretzky bestreitet sein erstes Spiel in der NHL – er wird sämtliche Rekorde pulverisieren

Link zum Artikel

18.02.2006: Die «Eisgenossen» spielen kanadischer als die Kanadier und rächen sich für eine uralte Schmach

Link zum Artikel

11.03.1979: NHL-Haudegen Randy Holt prügelt sich zu einem bis heute gültigen Rekord – 67 Strafminuten in einem einzigen Spiel

Link zum Artikel

08.04.1980: Sie wissen nicht, was sie tun, als sich zwei Schweden als erste Hockeyspieler einen Playoff-Bart wachsen lassen

Link zum Artikel

28.01.2009: Die Zürcher Löwen krönen sich zu Europas Eishockey-Königen

Link zum Artikel

24.03.1936: Im längsten Hockey-Spiel aller Zeiten fällt das goldene Tor erst im 9. Drittel – um 2.35 Uhr nachts

Link zum Artikel

28.12.1999: «La Montanara» erklingt in Berlin – Ambri krönt sich zum europäischen Champion

Link zum Artikel

Nie haben wir uns mehr über ein Tor gegen die Schweiz gefreut als bei Omarks Penalty-Trick

Link zum Artikel

22.09.2012: Rick Nash meldet sich mit einem Blitz-Hattrick in der Schweiz zurück

Link zum Artikel

30.12.1981: Wayne Gretzky schafft den verrücktesten seiner Rekorde: 50 Tore in 39 NHL-Spielen

Link zum Artikel

26.12.1993: Dank Chomutow und Bykow träumt Aufsteiger Davos vom ersten Spengler-Cup-Titel seit 35 Jahren

Link zum Artikel

Amerikas College-Boys erlegen den russischen Bären

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Ein Sniper, wie er im Buche steht – Hofmanns spezieller Weg zum Topskorer

Mit fünf Toren und zwei Assists ist Grégory Hofmann derzeit der beste Schweizer Skorer an der WM in Riga. Nächste Saison dürfte er in der NHL stürmen.

7. Mai 2021, drittes Playoff-Finalspiel zwischen dem EV Zug und Genève-Servette, es läuft die 49. Minute: Hofmann zündet in der eigenen Zone den Turbo, degradiert die Genfer Spieler zu Statisten und trifft zum letztlich entscheidenden 2:1. Der zweite Titel für die Zentralschweizer nach 1998 ist perfekt.

Es ist eine typische Szene für den 28-Jährigen. Er hat einen Antritt wie nur wenige Spieler auf dieser Welt. Einerseits verfügt er über viele schnell zuckende Muskelfasern, anderseits arbeitet …

Artikel lesen
Link zum Artikel