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Happy Suisse players after winning the game between Team Suisse and HC Davos at the 91th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Saturday, December 30, 2017. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Die Schweizer Nati greift nach dem Spengler-Cup-Titel. Bild: SPENGLER CUP

Eismeister Zaugg

Zauberlehrling Patrick Fischer und die fantastische Wirklichkeit des Spengler Cups

Die Schweiz inszeniert ein grandioses Offensiv-Spektakel und fegt den HC Davos im Halbfinale mit 8:3 vom Eis. Unsere Nationalmannschaft ist heute im Finale gegen Kanada Favorit.



>>> Hier gibt es den Spielbericht.

Ein Chronist hat nach dem ersten Spieltag behauptet, der HC Davos sei besser als die Nationalmannschaft. Das war mehr als die halbe Wahrheit. Noch nach Spielhälfte – in der 36. Minute – führt der HCD 3:2. Die Schweiz liegt zum ersten Mal an diesem Turnier im Rückstand.

Aber es ist nicht die ganze Wahrheit. Am Ende siegt die Schweiz 8:3. Und ist damit besser als der HCD. Denn die letzte Wahrheit steht immer oben auf der Resultattafel.

Team Canada's assistant coach Dave King is pictured after the final game between Team Canada and HC Lugano, at the 90th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Saturday, December 31, 2016. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Dave King ist begeistert vom Schweizer Umschaltspiel. Bild: SPENGLER CUP

Diese Wende vom 2:3 zum 8:3 hat selbst weitgereiste Hockey-Weltenbürger in helle Begeisterung versetzt. Dave King (70) hat mehr als 1000 Spiele gecoacht. Er war kanadischer Nationaltrainer, Bandengeneral in der NHL und in der grossrussischen KHL. Eigentlich sollte ihn auf dem Planeten Hockey nichts mehr in Erstaunen versetzen.

Schweizer Spiel mit Crosby und Malkin? Mein Gott!

Aber der helvetische Hockeygipfel hat es getan. Dave Kings Augen strahlten nach dem Halbfinale zwischen dem HC Davos und unserer Nationalmannschaft wie die eines Kindes vor dem Weihnachtsbaum. «Können Sie sich vorstellen, was los wäre, wenn in der NHL dieses blitzschnelle Transition-Game (das Umschalten von Defensive auf Offensive) gespielt würde? Dieses kreative Offensivhockey? Mit Crosby und Malkin? Mein Gott, die Leute würden in den Sitzen stehen.»

Pittsburgh Penguins' Sidney Crosby (87) looks to celebrate Brian Dumoulin's goal during the first period of an NHL hockey game against the Carolina Hurricanes, Friday, Dec. 29, 2017, in Raleigh, N.C. (AP Photo/Karl B DeBlaker)

Schweizer Umschaltspiel mit Sidney Crosby? Das wäre ein Spass. Bild: AP/FR7226 AP

Nörgeler, die kaum je über die Grenzen blicken, sehen oft nicht, wie attraktiv und spektakulär unser Hockey ist. Der HCD und das Nationalteam taumelten zwischen kreativem «Pausenplatz-Hockey» und Weltklasse durch dieses Halbfinale. Sie zelebrierten ein grandioses Spektakel. Eishockey als Spiel und Spass. Nicht als Arbeit und Pflicht. Zeitweise ganz von den Fesseln der Taktik befreit. Ganz einfach grossartig.

In Johan Wolfgang Goethes wohl bester Ballade («Der Zauberlehrling») endet der Versuch des Zauberlehrlings, die Tricks seines Hexenmeisters nachzuahmen, in einem heillosen Chaos. Weil er alleine ist und ihm niemand mehr helfen kann, als die Dinge aus dem Ruder laufen.

Fischer ist in der Not nicht allein

Aber in der fantastischen Wirklichkeit des Spengler Cups gewinnt der taktische Zauberlehrling gegen den taktischen Hexenmeister. Weil er nicht alleine ist. Weil er einen Hexenmeister an seiner Seite hat. Auch für Zauberlehrling Patrick Fischer laufen die Dinge aus dem Ruder. In der 36. Minute geht der HC Davos 3:2 in Führung.

Aber Patrick Fischer ist – anders als Goethes Zauberlehrling – in der Stunde der Not nicht alleine. Er hat mit «Schatten-Nationaltrainer» Tommy Albelin einen taktischen Hexenmeister an seiner Seite. Und so gelingt es ihm, Arno Del Curto, den wahren Hexenmeister, zu besiegen. Und wie! Die Schweizer bewahren kühlen Kopf, halten den Schaden in Grenzen – und stürmen im Schlussdrittel unwiderstehlich zum Kantersieg.

Patrick Fischer, head coach of Switzerland national ice hockey team, right, and his assitant coach Tommy Albelin look on during a training session during the Ice Hockey World Championship at the Accor Hotels Atena in Paris, France on Friday, May 5, 2017. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Tommy Albelin: Er weiss immer einen Weg. Bild: KEYSTONE

Der bessere Goalie war nicht entscheidend

Heute tritt die Schweiz im Finale gegen Kanada als Favorit an (heute 12.10 Uhr, live im watson-Ticker). Unsere Nationalmannschaft kann zum ersten Mal den Spengler Cup gewinnen. Und am 15. Februar gibt es ein Wiedersehen. Die Schweiz beginnt das olympische Turnier mit der Partie gegen Kanada.

Davos`Marc Wieser fights for the puck with Suisse player Leonardo Genoni during the game between Team Suisse and HC Davos at the 91th Spengler Cup ice hockey tournament in Davos, Switzerland, Saturday, December 30, 2017. (KEYSTONE/Melanie Duchene)

Leonardo Genoni war der bessere Goalie, aber entscheidend war dies für einmal nicht. Bild: SPENGLER CUP

Bleibt noch die Frage zu klären, was auf dem Eis die Differenz gemacht hat. Nun, es spricht für unser Hockey, dass die Flügelzange des Tabellenletzten mit Denis Hollenstein und Vincent Praplan eine entscheidende Rolle gespielt hat. Und für einmal war es nicht eine der ewigen Wahrheiten des Eishockeys, die den hochstehenden eidgenössischen Hockeygipfel entschieden hat. Diese Wahrheit sagt, dass immer der bessere Goalie gewinnt.

Ja natürlich, Leonardo Genoni war der bessere Goalie. Aber die Schweizer waren im letzten Drittel, als die offensiven Fluten über die defensiven Dämme stiegen, offensiv so gut, dass sie auch mit Gilles Senn im Tor gewonnen hätten.

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • MikeT 31.12.2017 10:33
    Highlight Highlight Es tut gut zu sehen, dass unsere Nati zur Abwechslung viele Tore schiesst. Aber es werden wieder deutlich wichtigere Spiele gegen deutlich defensivere Teams kommen. Für Spiele gegen Norwegen, Frankreich oder Lettland bringt das Spengler Cup Spektakel gar nichts. Und auch nicht für allfällige Viertelfnals gegen Schweden oder Russland. Das weiss Patrick Fischer natürlich auch. Aber trotzdem ist das eine Olympia-Vorbereitung wie Sudokus lösen als Training für ein Mathe-Examen an der Uni.
  • Tikkanen 31.12.2017 10:25
    Highlight Highlight ...lustiges Spiel gestern🤔Davos hielt kurzzeitig mit, sobald aber der Albelin die Nati Defense geordnet hatte, war fertig mit Pausenplatzhockey und die Murmeli gingen Chancenlos unter. Hätte Fischi nicht gedrosselt, wäre das Stängeli fällig gewesen, soviel zum sportlichen Gehalt des heurigen SC🙁Da fiel mir das zeitige Umschalten zu Phil Taylor leicht🤭
    Item, jetzt im Finale müssen die Kanadier gebodigt werden sodass dann die Fischi Rüehmerei ungetrübt weitergehen kann🤢
    Jänu, nichtsdestotrotz, ä guetä Rutsch🍾🥂🍸🍹
  • supi 31.12.2017 09:00
    Highlight Highlight Schade .. einmal mehr ein #Nati bashing das hat das Team und ihr Staff nicht verdient ...
    • Pax Mauer 31.12.2017 11:24
      Highlight Highlight Bist du‘s, Mami Fischer?
  • Chatzegrat Godi 31.12.2017 06:08
    Highlight Highlight Chlöisu kann es einfach nicht verkraften, dass allfällig auch Fischer einen guten Job macht!
    Der Schwefelgeruch der älteren Berichte hindern ihn daran.
    Come on Chlöisu, gib dir äs Müpfli!😜
  • killavanilla 31.12.2017 05:37
    Highlight Highlight Über kreatives Offensivhockey mit Crosby und Denis Malgin soll Herr King sinniert haben? Da darf man als Leser nun auch mal augenzwinkernd den Goethe zitieren, "Es hört doch jeder (Chronist) nur, was er versteht." ;-) Item, für mich war der Schweizer Doppelschlag spielentscheidend, der dem HCD alle Restenergie nahm und charakterlich für die Nationalmannschaft spricht. Das letzte Drittel war dann Schaulaufen. Heute erwarte ich eine engere Kiste!
  • Dmnk 31.12.2017 04:43
    Highlight Highlight Unser Eismeister meinte wohl Malkin. Unser Malgin ist ja auch nicht schlecht. Aber nicht im gleichen Atemzug mit Sid zu nennen ;-).
  • Lindros88 31.12.2017 04:19
    Highlight Highlight Die Nationalmannschaft am SC mag ja einigen Zuschauern Spass machen, sportlich aber ist es total für die Füchse! Oder glaubt irgendjemand daran, dass es an Olympia so ein Spiel wie gegen Davos geben wird?
    Kein Gegner wird dort derart offensiv spielen! Gegen einen gut organisierten Gegner wird diese Nati kläglich scheitern.
    • Ohniznachtisbett 31.12.2017 07:51
      Highlight Highlight Schön dass du das schon jetzt wieder weisst. Ewiger alles Schlechreder.
    • Röbi Roux 31.12.2017 08:15
      Highlight Highlight ...und dort werden andere Kaliber gegen über stehen.
    • Mia_san_mia 31.12.2017 08:36
      Highlight Highlight Ja klar, aber fürs Team ist es sicher positiv.
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