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Eishockey-WM: Diese untypische Schweizer Eigenschaft bringt den Titel

epa13001316 Switzerland's Denis Malgin celebrates scoring the 2-1 goal during the 2026 IIHF Men's Ice Hockey World Championship Quarterfinal game between Switzerland and Sweden, in Zurich, S ...
Denis Malgin erzielte gegen Schweden das wichtige 2:1 – nach dem Spiel strotzte er vor Selbstbewusstsein.Bild: keystone
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Diese für Schweizer untypische Eigenschaft bringt uns* den WM-Titel

29.05.2026, 11:0329.05.2026, 15:37

* sicher wahrscheinlich womöglich

Der gemeine Schweizer ist neutral, wagt sich selten auf die Äste, ist in der Öffentlichkeit zurückhaltend und stapelt eher tief. Kein Wunder ist es bei der Fussball-Nati in Granit Xhaka vor allem ein Spieler mit kosovarischen Wurzeln, der regelmässig mit grossen Ansagen vorprescht. Zum Beispiel, wenn er vor der EM 2021 ankündigt, Kleidung bis zum Final zu packen. Ein grosses Selbstbewusstsein ist eben keine typische Schweizer Eigenschaft.

Doch bei der Eishockey-Nati ist in diesem Jahr an der Heim-WM das Gegenteil festzustellen. An Überzeugung in die eigenen Fähigkeiten mangelt es den Schweizern nicht. Nach dem 3:1-Sieg im Viertelfinal gegen Angstgegner Schweden sagte Denis Malgin, Sohn russischer Eltern: «Wir wissen, dass wir jede Mannschaft schlagen können.» Dies sei im Kopf aller Spieler und eben ausschlaggebend für den Erfolg.

Erstmals an dieser WM gerieten die Schweizer am gestrigen Donnerstag in Rückstand. In der Vergangenheit wäre die Nati womöglich auseinandergebrochen – gerade nach der Fünfminutenstrafe gegen Dean Kukan. So wie 2023, als die Schweiz nach einer fantastischen Gruppenphase im Viertelfinal gegen das auf dem Papier deutlich schwächere Deutschland früh in Rückstand geriet und am Ende 1:3 unterlag.

Doch dieses Team ist ein anderes. Es hat sich weiterentwickelt – spielerisch, aber vor allem mental. Der Rückschlag mit dem frühen Gegentor und der langen Unterzahl brachte die Nati nicht aus dem Konzept. Wie gegen Finnland, das im letzten Gruppenspiel einen 0:2-Rückstand aufholte, blieb die Schweiz ihrem Spiel treu. Wartete geduldig auf Chancen und nutzte diese dann in Form von Traumtoren durch Roman Josi und Malgin.

Letzterer erklärte dann auch: «Wir wollen gegen jeden Gegner unser Spiel durchziehen.» Sich vom anderen Team ein anderes System diktieren lassen? Nicht mit dieser Schweiz! Trainer Jan Cadieux stellte klar: «Egal gegen wen wir spielen, wir passen unser Spiel nicht an!»

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist auch der Umgang mit Härte. Den Vorwurf, dass die Schweiz ein weiches Team ist, kann ihr niemand mehr machen. Gegen die robusten Skandinavier gaben die Nati-Spieler wiederholt den Tarif durch – nicht nur mit fairen Mitteln. Timo Meier wird nach seinem Kniecheck gegen Oskar Sundqvist harsch kritisiert, es sei eine «dreckige Aktion» gewesen. Der Schweizer Stürmer wurde von den Schiedsrichtern nicht mit einer grossen Strafe belegt. Ob zurecht oder zu Unrecht sei dahingestellt, doch muss die Frage berechtigt sein: Muss ein Team nicht auch mal über die Grenze des Erlaubten gehen, um alles zu gewinnen?

Diese Schweizer Nationalmannschaft ist in jedem Fall reif für den WM-Titel. Im Halbfinal geht es am Samstagnachmittag (15.20 Uhr) nun gegen Norwegen, im Final würden Kanada oder Finnland warten. Dank des neuen Selbstbewusstseins kann die Schweiz gegen jeden Gegner bestehen.

Ach was, nehmen wir Malgin und Co. als Vorbild und sagen ganz untypisch schweizerisch: So wird die Nati ganz sicher Weltmeister!

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Die besten Bilder der Eishockey-WM in Zürich und Fribourg
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Die Schweizer Nati wird vom Publikum an der Heim-WM mit viel Liebe verabschiedet.

quelle: keystone / andreas becker
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Die Stimmung am Viertelfinalspiel der Schweiz gegen Schweden
Video: watson
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57 Kommentare
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eichof01
29.05.2026 11:19registriert Juni 2024
Erstmal gegen Norwegen! Dann sehen wir obs Kanada oder Finnland wird.
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Mavic
29.05.2026 11:40registriert Juli 2023
Ja, die Härte und Aggressivität hat mir auch sehr gut gefallen. In der Vergangenheit hatte man immer das Gefühl, die Schwedischen Spieler seien im Schnitt einen Kopf grösser und 20kg schwerer aber mindestens gleich schnell und wendig. Das war gestern genau umgekehrt.
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makwert
29.05.2026 12:28registriert November 2023
"doch muss die Frage berechtigt sein: Muss ein Team nicht auch mal über die Grenze des Erlaubten gehen, um alles zu gewinnen?"

Die Antwort ist ganz simpel: Nein.

Härte sehe ich gerne und wenn die Schiris z.B. Zweikämpfe tolerieren, dann ist alles gut. Wenn aber Spieler verletzt werden, dann nein. Das kann nicht der Anspruch sein.
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