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Der SCB verliert Topskorer Austin Czarnik – Wechsel von Bern zu Lausanne

PostFinance Top Scorer Austin Czarnik (SCB) kommt nach einem Einsatz zur Bank zurueck im Spiel der Eishockey National League zwischen SC Bern, SCB, und HC Davos, HCD, vom Freitag, 22. November 2024, i ...
Go west: Austin Czarnik wechselt von Bern nach Lausanne.Bild: keystone
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Was ist los beim SCB? Auch Topskorer Austin Czarnik geht

Liga-Topskorer Austin Czarnik (31) wird den SC Bern Ende Saison verlassen und künftig für den HC Lausanne stürmen. Das melden verlässliche Gewährsleute aus dem Welschland. Der SCB hat sportlich in die Spur zurückgefunden und ist drauf und dran, die Zukunft zu verspielen.
25.11.2024, 14:3625.11.2024, 15:29

Was machen eigentlich der Ober- und Untersportchef den ganzen Tag? Das ist nicht einfach die respektlose Frage eines Polemikers. Es ist die Frage, die sich SCB-General Marc Lüthi während einer ruhigen Minute stellen sollte.

Spieler-Exodus

Die Serie von Pannen, die sich Obersportchef Martin Plüss und Untersportchef Patrik Bärtschi leisten, ist doch ein wenig bemerkenswert. Auf das Begehren einer Vertragsverlängerung von Verteidigungsminister Patrik Nemeth sind sie im Herbst nicht rechtzeitig eingegangen. Nun wird er ab nächster Saison für Stabilität bei Gottéron sorgen.

Martin Pluess, Sportdirektor SCB, spricht waehrend der Saison-Medienkonferenz des SCB, am Montag, 26. August 2024. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)
Einst Spieler, nun Obersportchef: Martin Plüss.Bild: keystone

Attilio Biasca und Ludvig Johnson, zwei der besten jungen Spieler auf dem Transfermarkt und vom SCB emsig umworben, wechseln ebenfalls zu Gottéron. Operetten-Nationalstürmer Yannick Zehnder hat dem SCB soeben auch einen Korb gegeben. Philip Wüthrich, einer der besten Schweizer Goalies, wechselt zu Ambri. Yanick Sablatnig ist auf dem Absprung nach Biel und Thierry Bader wird nicht nur von Biel geködert.

Das schwierige Verhältnis zwischen Schillerfalter Dominik Kahun und Trainer Jussi Tapola ist nach wie vor nicht harmonisiert. Aber ohne Not ist der Vertrag mit dem finnischen Trainer bereits vorzeitig bis Ende der nächsten Saison verlängert worden.

Der Topskorer geht

Nun die nächste Hiobsbotschaft aus der Sportabteilung: Liga-Topskorer Austin Czarnik wird nächste Saison für Lausanne stürmen. Das melden gleich mehrere verlässliche Gewährsleute aus dem Welschland.

Eigentlich ein logischer Transfer: Wussten denn der Ober- und Untersportchef in Bern nicht, dass sich Lausannes Trainer Geoff Ward und Austin Czarnik seit ihrer gemeinsamen NHL-Zeit bei Calgary höchsten Respekt entgegenbringen?

Lüthi mag nicht diskutieren

Da ist die Frage ja schon ein wenig berechtigt und nicht nur polemisch und respektlos, was denn eigentlich der SCB-Ober- und Untersportchef den ganzen Tag machen. Marc Lüthi reagiert auf diese Frage höchst unwirsch: «Ich wünsche Ihnen einen guten Tag.» Und beendet das Telefonat. Es könnte durchaus zum Nutzen des SCB sein, wenn er seiner prominenten Führungs-Doppelspitze der Sportabteilung unwirsch ein paar Fragen stellen würde.

Der SCB hat sportlich endlich in die Spur zurückgefunden und ist nun drauf und dran, die Zukunft zu verspielen. Es ist fast ein wenig wie zu den Zeiten von Florence Schelling: Der SCB hat in der Sportabteilung ein Führungsproblem. Mit dem Unterschied, dass die ehemalige SCB-Sportchefin ihren Job damals in wesentlich schwierigeren Zeiten zu erledigen hatte. Was ist eigentlich beim SCB los?

  • Stürmer
  • Verteidiger
  • Torhüter
Austin
Czarnik
Tristan
Scherwey
Benjamin
Baumgartner
Marco
Lehmann
Victor
Ejdsell
Waltteri
Merelä
Joël
Vermin
Simon
Moser
Miro
Aaltonen
Thierry
Bader
Marc
Marchon
Fabian
Ritzmann
Thierry
Schild
Elvis
Schläpfer
Alain
Graf
Toms
Andersons
player_image

27

Austin

Czarnik

Flagge USA

6.7

Aktuelle
Note

info
  • 7

    Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.

  • 6-7

    Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.

  • 5-6

    Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.

  • 4-5

    Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.

  • 3-4

    Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.

  • Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.

56

Punkte

20/36

Goals/Assists

49

Spiele

31

Strafminuten

Bester Bullyspieler des Teams

  • Er ist fast aber nicht ganz so spektakulär wie Dominik Kahun.

  • Er kann der nächste Marc Arcobello werden.

  • Erwarte mehr als 30 Punkte und bei allen wichtigen Bullys auf dem Eis.

Der SCB ist sein erster Arbeitgeber in Europa. Er hat mit 175 Zentimetern Grösse und 77 Kilo Gewicht eine ähnliche Postur wir Mark Arcobello (172 cm/79 kg) und mit 208 NHL-Partien (52 Punkte) und 347 AHL-Einsätzen (224 Punkte) sind seine Statistiken verblüffend ähnlich wie jene von Mark Arcobello (139 NHL-Spiele/53 Punkte, 289 AHL-Spiele 266 Punkte). Die statistische Ähnlichkeit ist kein Zufall. Die NHL-Scouts haben auch ihn als zu wenig «böse» und bissig taxiert, um sich in einer offensiven Rolle in der NHL durchsetzen zu können. Er ist einst bereits bei mehreren Juniorenteams in den drei grossen nordamerikanischen Nachwuchsligen (OHL, WHL, QMJCL) nicht aufgenommen worden. Begründung: Zu klein. Deshalb hat er seine Juniorenzeit im US-Universitätshockey verbracht und ist im NHL-Draft nicht berücksichtigt worden. Immerhin holte er mit dem US-Team 2010 den U18-WM-Titel. Ein freundliches, flinkes Kufentier mit feinen Händen, das Rumpelhockey nicht mag und seine Gegenspieler lieber umkurvt oder ihnen davonläuft. Er hat alles, um der nächste Mark Arcobello zu werden.

F

32 Jahre

12.12.1992

175 cm

77 kg

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HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
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HCD, SCB, ZSC und? Diese Klubs wurden schon Schweizer Hockey-Meister
HC Davos: 31 Titel, 6 seit 1986; zuletzt Meister: 2015.
quelle: keystone / ennio leanza
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Despacito mit Eishockey-Spielern
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97 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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CaptainObvious
25.11.2024 14:07registriert April 2017
Lange ist‘s her, da hatte man zwei Leuenbergers an den Rudern.
Das war dem Marc zuviel und er hat den Sportchef-Leuenberger schnell und dann später auch den Interims-Coach-Bruder abgesetzt.
Wenn man nun schaut was Sven in Zürich hervorbringt, und vergleicht welche Turbulenzen der CB in dieser Zeit hatte…
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Liebu
25.11.2024 16:14registriert Oktober 2020
Philip Wüthrich, einer der besten Schweizer Goalies, wechselt zu Ambri.
Schon spannend ist einer der besten Goalis der Schweiz nur in der Statistik der Eiszeit in die Top 15 der Schweizer schafft.
Entweder haben wir tonnenweise beste Schweizer Goalis oder Wüthrich gehört (noch) nicht dazu. 🤷‍♂️
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fandustic
25.11.2024 15:41registriert Juni 2021
Klar, wäre ganz bitter, aber dass sie im Welschland das grosse Portemonnaie haben ist nun auch keine Neuigkeit mehr. Wenn ein Spieler einen auslaufenden Vertrag hat, dann kann er sich seinen künftigen Arbeitgeber aussuchen und es soll Spieler geben, die dann nach dem höchsten Gehaltscheck Ausschau halten. Weder Nemeth noch Czarnik (beide ü30) sind irgendwelche Berner Legenden sondern "Söldner" die Geld verdienen wollen. Offenbar gibt es irgendwo mehr zu verdienen. Da immer gleich auf die Sportabteilung zu zeigen greift da etwas sehr kurz, weil du ev. gar nie eine Chance hattest. Mal zuwarten.
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    Der Elefant in der HCD-Kabine und ein Bösewicht, der gar keiner war
    Die ZSC Lions bodigen den HCD 5:1. Sie führen 2:1 und am Samstag geht es in Davos weiter. Diese Niederlage ist für die Bündner schwieriger zu verdauen als das 1:6 im ersten Halbfinal in Zürich. Wenn du wissen willst, warum der HCD verloren hat, genügt es, lediglich die letzten 720 der insgesamt 6971 Zeichen dieser Ausführungen zu lesen.

    Der Deutsche Psychologe Wilhelm Maximilian Wundt wusste noch nichts von Eishockey. Aber er hat Emotionen in drei Dimensionen definiert: Lust und Unlust, Erregung und Beruhigung, Spannung und Lösung. Das passt wunderbar zum Eishockey in Zeiten der Playoffs und zum Halbfinal ZSC Lions gegen den HC Davos.

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