Was machen eigentlich der Ober- und Untersportchef den ganzen Tag? Das ist nicht einfach die respektlose Frage eines Polemikers. Es ist die Frage, die sich SCB-General Marc Lüthi während einer ruhigen Minute stellen sollte.
Die Serie von Pannen, die sich Obersportchef Martin Plüss und Untersportchef Patrik Bärtschi leisten, ist doch ein wenig bemerkenswert. Auf das Begehren einer Vertragsverlängerung von Verteidigungsminister Patrik Nemeth sind sie im Herbst nicht rechtzeitig eingegangen. Nun wird er ab nächster Saison für Stabilität bei Gottéron sorgen.
Attilio Biasca und Ludvig Johnson, zwei der besten jungen Spieler auf dem Transfermarkt und vom SCB emsig umworben, wechseln ebenfalls zu Gottéron. Operetten-Nationalstürmer Yannick Zehnder hat dem SCB soeben auch einen Korb gegeben. Philip Wüthrich, einer der besten Schweizer Goalies, wechselt zu Ambri. Yanick Sablatnig ist auf dem Absprung nach Biel und Thierry Bader wird nicht nur von Biel geködert.
Das schwierige Verhältnis zwischen Schillerfalter Dominik Kahun und Trainer Jussi Tapola ist nach wie vor nicht harmonisiert. Aber ohne Not ist der Vertrag mit dem finnischen Trainer bereits vorzeitig bis Ende der nächsten Saison verlängert worden.
Nun die nächste Hiobsbotschaft aus der Sportabteilung: Liga-Topskorer Austin Czarnik wird nächste Saison für Lausanne stürmen. Das melden gleich mehrere verlässliche Gewährsleute aus dem Welschland.
Eigentlich ein logischer Transfer: Wussten denn der Ober- und Untersportchef in Bern nicht, dass sich Lausannes Trainer Geoff Ward und Austin Czarnik seit ihrer gemeinsamen NHL-Zeit bei Calgary höchsten Respekt entgegenbringen?
Da ist die Frage ja schon ein wenig berechtigt und nicht nur polemisch und respektlos, was denn eigentlich der SCB-Ober- und Untersportchef den ganzen Tag machen. Marc Lüthi reagiert auf diese Frage höchst unwirsch: «Ich wünsche Ihnen einen guten Tag.» Und beendet das Telefonat. Es könnte durchaus zum Nutzen des SCB sein, wenn er seiner prominenten Führungs-Doppelspitze der Sportabteilung unwirsch ein paar Fragen stellen würde.
Der SCB hat sportlich endlich in die Spur zurückgefunden und ist nun drauf und dran, die Zukunft zu verspielen. Es ist fast ein wenig wie zu den Zeiten von Florence Schelling: Der SCB hat in der Sportabteilung ein Führungsproblem. Mit dem Unterschied, dass die ehemalige SCB-Sportchefin ihren Job damals in wesentlich schwierigeren Zeiten zu erledigen hatte. Was ist eigentlich beim SCB los?
6.7
Aktuelle
Note
7
Ein Führungsspieler, der eine Partie entscheiden kann und sein Team auf und neben dem Eis besser macht.
6-7
Ein Spieler mit so viel Talent, dass er an einem guten Abend eine Partie entscheiden kann und ein Leader ist.
5-6
Ein guter NL-Spieler: Oft talentierte Schillerfalter, manchmal auch seriöse Arbeiter, die viel aus ihrem Talent machen.
4-5
Ein Spieler für den 3. oder 4. Block, ein altgedienter Haudegen oder ein Frischling.
3-4
Die Zukunft noch vor sich oder die Zukunft bereits hinter sich.
Die Bewertung ist der Hockey-Notenschlüssel aus Nordamerika, der von 1 (Minimum) bis 7 (Maximum) geht. Es gibt keine Noten unter 3, denn wer in der höchsten Liga spielt, ist doch zumindest knapp genügend.
56
Punkte
20/36
Goals/Assists
49
Spiele
31
Strafminuten
Bester Bullyspieler des Teams
Er ist fast aber nicht ganz so spektakulär wie Dominik Kahun.
Er kann der nächste Marc Arcobello werden.
Erwarte mehr als 30 Punkte und bei allen wichtigen Bullys auf dem Eis.
Der SCB ist sein erster Arbeitgeber in Europa. Er hat mit 175 Zentimetern Grösse und 77 Kilo Gewicht eine ähnliche Postur wir Mark Arcobello (172 cm/79 kg) und mit 208 NHL-Partien (52 Punkte) und 347 AHL-Einsätzen (224 Punkte) sind seine Statistiken verblüffend ähnlich wie jene von Mark Arcobello (139 NHL-Spiele/53 Punkte, 289 AHL-Spiele 266 Punkte). Die statistische Ähnlichkeit ist kein Zufall. Die NHL-Scouts haben auch ihn als zu wenig «böse» und bissig taxiert, um sich in einer offensiven Rolle in der NHL durchsetzen zu können. Er ist einst bereits bei mehreren Juniorenteams in den drei grossen nordamerikanischen Nachwuchsligen (OHL, WHL, QMJCL) nicht aufgenommen worden. Begründung: Zu klein. Deshalb hat er seine Juniorenzeit im US-Universitätshockey verbracht und ist im NHL-Draft nicht berücksichtigt worden. Immerhin holte er mit dem US-Team 2010 den U18-WM-Titel. Ein freundliches, flinkes Kufentier mit feinen Händen, das Rumpelhockey nicht mag und seine Gegenspieler lieber umkurvt oder ihnen davonläuft. Er hat alles, um der nächste Mark Arcobello zu werden.
F
32 Jahre
12.12.1992
175 cm
77 kg